Soldati-Klasse

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Soldati
-Klasse
Zerstörer Artigliere
Zerstörer Artigliere
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 19 in zwei Serien (12 und 7)
Bauwerft

verschiedene in Italien

Bestellung 1936, 1940
Auslieferung 1938 bis 1944
Dienstzeit

1938 bis 1965

Technische Daten
Verdrängung

2.500 ts maximal

Länge

106,7 m

Breite

10,2 m

Tiefgang

3,4 m

Besatzung

187 (215 2. Serie)

Antrieb
Geschwindigkeit

38 (35) kn

Reichweite

2.200 nm bei 20 kn

Bewaffnung
  • 2 × 2 120 mm/L50
  • 1 120 mm/L15 oder
    1 120 mm/L50
  • 6 × 2 13.2 mm MG oder
  • 4 × 2 20 mm/L65
  • 2 × 3 Torpedorohre 533 mm
  • 2 Werfer
  • 48 bis 64 Minen, 32 Wabos
Radar
(ab 1942)
  • 1 DeTe (nur Legionario)
  • 1 EC3/ter Gufo (nur Fuciliere und Velite)
  • 1 Freya (nur Squadrista als dt. TA33)

Die Soldati-Klasse (auch Camicia-Nera-Klasse) war eine Schiffsklasse italienischen Marine. Die Klasse bestand aus insgesamt 19 Zerstörern, die zwischen 1937 und 1944 in zwei Serien oder Baulosen bei verschiedenen italienischen Werften gebaut wurden. Die Schiffe trugen die Namen von Soldaten oder Angehörigen einzelner Waffengattungen, Teilstreitkräften oder sonstigen militärischen Organisationen, weswegen sie zusammenfassend als „Soldatenklasse“ bezeichnet wurden. Zehn Schiffe gingen im Zweiten Weltkrieg verloren, zwei blieben unvollendet, drei gingen als Reparationsleistung an Frankreich, zwei an die Sowjetunion. Zwei Zerstörer blieben auch nach dem Krieg in italienischen Diensten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schiffe der Soldati-Klasse waren die modernsten Zerstörer der Regia Marina im Zweiten Weltkrieg. Sie ähnelten in vielerlei Hinsicht der vorherigen, etwas kleineren Oriani- und Maestrale-Klassen. Die erste, 1936 in Auftrag gegebene Serie umfasste zwölf Einheiten, von denen sechs bei OTO in Livorno gebaut wurden, zwei bei CNR in Ancona, zwei bei CNR in Palermo und zwei bei Cantieri del Tirreno in Riva Trigoso bei Genua. Das zweite Baulos umfasste statt der vorgesehenen zwölf verbesserten Schiffe nur sieben, die im Vergleich zu den Vorgängern nur kleinere Modifikationen aufwiesen. Nennenswert ist die Verringerung der Antriebsstärke um 4.000 PS, was als wirtschaftlicher und ansonsten für den Einsatz als ausreichend angesehen wurde. Von den sieben Schiffen entstanden ab Oktober 1940 drei bei CNR in Ancona und fünf bei OTO in Livorno. Nur fünf Schiffe der zweiten Serie wurden tatsächlich in Dienst gestellt. Ab 1942 erhielten vier Einheiten deutsche und italienische Radargeräte.

Schiffe der Klasse[Bearbeiten]

Erste Serie[Bearbeiten]

Die Verbandszugehörigkeit der zwölf Schiffe des ersten Bauloses bezieht sich auf das Jahr 1940 (wurde im Wesentlichen bis 1943 beibehalten). Sie wurden fast ausnahmslos in Hochseeverbänden eingesetzt.

  • Alpino
  • Artigliere
    • Namensgeber: Artillerist
    • Schiffskennung: AR
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 15. Februar 1937
    • Stapellauf: 12. Dezember 1937
    • Indienststellung: 14. November 1938
    • Verband: 11. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Seeschlacht bei Punta Stilo. Nachtgefecht bei Capo Passero, südöstlich von Sizilien, gegen mit Radar ausgerüsteten Kreuzer HMS Ajax.
    • Verbleib: Von HMS Ajax bei Capo Passero schwer beschädigt, am 13. Oktober 1940 von HMS York versenkt.
  • Ascari
    • Namensgeber: Askari, Kolonialsoldat
    • Schiffskennung: AI
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 11. Dezember 1937
    • Stapellauf: 31. Juli 1938
    • Indienststellung: 6. Mai 1939
    • Verband: 12. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Geleitschutz. Punta Stilo, Kap Teulada, Kap Matapan, erstes und zweites Syrtegefecht. Nahm am 15. Juni 1942 am Seegefecht bei Pantelleria gegen Harpoon-Geleit teil.
    • Verbleib: Am 24. März 1943 auf Mine gelaufen und gesunken
  • Aviere
    • Namensgeber: Flieger, unterster Dienstgrad der Luftwaffe
    • Schiffskennung: AV
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 16. Januar 1937
    • Stapellauf: 19. September 1937
    • Indienststellung: 31. August 1937
    • Verband: 11. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Punta Stilo. Am 12. Oktober 1940 im Nachtgefecht bei Capo Passero beschädigt. Erstes und zweites Syrtegefecht, Geleitschutz nach Nordafrika.
    • Verbleib: Am 17. Dezember 1942 vom britischen U-Boot HMS Splendid versenkt
  • Bersagliere
    • Namensgeber: Angehöriger der Bersaglieri, einer italienischen Infanterietruppe
    • Schiffskennung: BG
    • Bauwerft: CNR Palermo
    • Kiellegung: 21. April 1937
    • Stapellauf: 3. Juli 1938
    • Indienststellung: 1. April 1939
    • Verband: 13. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: 1940 Kap Teulada, 1941 Kap Matapan, erstes und zweites Syrtegefecht. Geleitschutz.
    • Verbleib: Am 7. Januar 1943 von US-Bombern in Palermo versenkt.
  • Camicia Nera (ab Juli 1943 Artigliere)
    • Namensgeber: Angehöriger der Schwarzhemden, einer faschistischen Parteitruppe (ab Juli 1943 „Artillerist“)
    • Schiffskennung: CN
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 21. Januar 1937
    • Stapellauf: 8. August 1937
    • Indienststellung: 30. Juni 1938
    • Verband: 11. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Punta Stilo, erstes Syrtegefecht, Geleitschutz. Am 2. Dezember 1942 verlustreicher Kampf gegen britische Force Q.
    • Verbleib: Als Reparationsleistung an Sowjetunion, trug dort den Namen Lovkij (Ловкий). 1960 außer Dienst.
  • Carabiniere
    • Namensgeber: Angehöriger der Carabinieri, einer militärischen Polizeitruppe
    • Schiffskennung: CB
    • Bauwerft: CT Riva Trigoso
    • Kiellegung: 1. Februar 1937
    • Stapellauf: 23. Juli 1938
    • Indienststellung: 20. Dezember 1938
    • Verband: 12. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Punta Stilo, Kap Teulada, Kap Matapan, erstes Syrtegefecht. Am 16. Dezember 1942 von U-Boot HMS P36 schwer beschädigt, erhielt den Bug des im Bau befindlichen Carrista (2. Serie). Geleitschutz.
    • Verbleib: Blieb bis Januar 1965 im Dienst der italienischen Marina Militare
  • Corazziere
    • Namensgeber: Angehöriger der Corazzieri, der Leibgarde des Staatsoberhaupts
    • Schiffskennung: CR, später CZ
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 7. Oktober 1937
    • Stapellauf: 22. Mai 1938
    • Indienststellung: 4. März 1939
    • Verband: 12. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Geleitschutz, Punta Stilo, Kap Matapan, erstes Syrtegefecht. Kollidierte am 18. Dezember 1941 mit Granatiere. Am 15. Februar 1942 durch Luftangriff schwer beschädigt.
    • Verbleib: Nach Waffenstillstand am 9. September 1943 in Genua selbstversenkt. Von Deutschen gehoben, jedoch durch Luftangriff 1944 erneut versenkt.
  • Fuciliere
    • Namensgeber: Füsilier, Infanterist
    • Schiffskennung: FC
    • Bauwerft: CNR Ancona
    • Kiellegung: 2. Mai 1937
    • Stapellauf: 31. Juli 1938
    • Indienststellung: 10. Januar 1939
    • Verband: 13. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Geleitschutz, Kap Teulada, Kap Matapan, erstes und zweites Syrtegefecht. Erhielt 1943 italienisches Radar EC 3/ter Gufo.
    • Verbleib: Als Reparationsleistung an Sowjetunion. Trug dort den Namen Lyogkij (Лёгкий). 1960 außer Dienst.
  • Geniere
    • Namensgeber: Angehöriger der Genietruppe, heute Pionier
    • Schiffskennung: GE
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 26. August 1937
    • Stapellauf: 27. Februar 1938
    • Indienststellung: 14. Dezember 1938
    • Verband: 11. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Nachtgefecht bei Capo Passero, Punta Stilo, zweites Syrtegefecht
    • Verbleib: Am 1. März 1943 von US-Bombern in Palermo versenkt, gehoben, nach Tarent geschleppt aber bei Capo Spulico gesunken.
  • Granatiere
    • Namensgeber: Grenadier der Granatieri di Sardegna
    • Schiffskennung: GN
    • Bauwerft: CNR Palermo
    • Kiellegung: 5. April 1937
    • Stapellauf: 24. April 1938
    • Indienststellung: 1. Februar 1939
    • Verband: 13. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Geleite, Kap Teulada, Kap Matapan, erstes Syrtegefecht. Am 18. Dezember 1941 bei Kollision mit Corazziere schwer beschädigt. 1943 von US-Bombern in Palermo beschädigt. Am 2. Mai 1944 Gefecht mit deutschen Torpedobooten vor Albanien.
    • Verbleib: Blieb bis Juli 1958 im Dienst der italienischen Marine
  • Lanciere
    • Namensgeber: Lanzierer (im Sinn von Ulan), Soldat einer Kavallerietruppe
    • Schiffskennung: LN
    • Bauwerft: CT Riva Trigoso
    • Kiellegung: 1. Februar 1937
    • Stapellauf: 18. Dezember 1937
    • Indienststellung: 25. März 1939
    • Verband: 12. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Kap Teulada, zweites Syrtegefecht.
    • Verbleib: Am 23. März 1942 nach zweitem Syrtegefecht in schwerem Sturm gekentert und gesunken

Zweite Serie[Bearbeiten]

  • Bombardiere
    • Namensgeber: Bombardier, Angehöriger der Artillerie
    • Schiffskennung: BR
    • Bauwerft: CNR Ancona
    • Kiellegung: 7. Oktober 1940
    • Stapellauf: 23. März 1942
    • Indienststellung: 15. Juli 1942
    • Verband:
    • Einsätze: Nur Geleitschutz.
    • Verbleib: Am 17. Januar 1943 vom britischen U-Boot HMS United versenkt
  • Carrista
    • Namensgeber: Soldat der Panzertruppe, Panzerschütze
    • Schiffskennung: CR
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 11. September 1941
    • Stapellauf: - (Bug- und Hecksektion für Reparaturen von Carabiniere und Velite verwendet)
    • Indienststellung: -
    • Verband: -
    • Einsätze: -
    • Verbleib: Infolge des Waffenstillstands vom 8. September 1943 von Deutschen erbeutet, blieb unvollendet und wurde als TA34 abgebrochen
  • Corsaro
    • Namensgeber: Korsar, Pirat
    • Schiffskennung: CA
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 23. Januar 1941
    • Stapellauf: 16. November 1941
    • Indienststellung: 16. Mai 1942
    • Verband: 17. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Geleitschutz.
    • Verbleib: Am 9. Januar 1943 auf Mine gelaufen und gesunken
  • Legionario
    • Namensgeber: Legionär, Soldat einer römischen Legion
    • Schiffskennung: LG
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 21. Oktober 1940
    • Stapellauf: 16. April 1941
    • Indienststellung: 1. März 1942
    • Verband: 7. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Gegen britisches Vigorous-Geleit im Juni 1942 erstmals mit deutschem Radar. Ende 1942 Truppentransporte nach Tunesien.
    • Verbleib: Im September 1943 an Alliierte übergeben, im August 1948 als Reparationsleistung an Frankreich. Trug dort den Namen Duchaffault und ging im Juni 1954 außer Dienst.
  • Mitragliere
    • Namensgeber: Maschinengewehr-Schütze
    • Schiffskennung: MT
    • Bauwerft: CNR Ancona
    • Kiellegung: 7. Oktober 1940
    • Stapellauf: 28. September 1941
    • Indienststellung: 1. Februar 1942
    • Verband: 13. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Geleite, Ende 1942 Truppentransporte nach Tunesien.
    • Verbleib: Im September 1943 in Mallorca interniert, 1944 an die Alliierten, 1948 als Jurien de la Gravière an Frankreich, im Juni 1954 außer Dienst
  • Squadrista (im Juli 1943 Corsaro II, im September 1943 TA 33)
    • Namensgeber: Angehöriger von faschistischen Schlägergruppierungen (bis 1924)
    • Schiffskennung: SQ
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 4. September 1941
    • Stapellauf: 12. September 1942
    • Indienststellung: -
    • Verband: -
    • Einsätze: Nur Probefahrten, Umbau zu Radarplattform für Freya-Radar, dann Torpedoboot.
    • Verbleib: Im September 1943 von Deutschen erobert, als TA33 von US-Bombern versenkt.
  • Velite
    • Namensgeber: Angehöriger der römischen Velites
    • Schiffskennung: VL
    • Bauwerft: OTO Livorno
    • Kiellegung: 19. April 1941
    • Stapellauf: 31. August 1941
    • Indienststellung: 31. August 1942
    • Verband: 17. Zerstörergeschwader
    • Einsätze: Bei Geleitschutzeinsatz am 21. November 1942 von Torpedo schwer beschädigt. Erhielt Heck von Carrista sowie italienisches Radar EC3/ter Gufo.
    • Verbleib: Am 21. November 1942 von britischem U-Boot HMS Splendid schwer beschädigt. Im September 1943 an die Alliierten übergeben, 1948 als Duperré an Frankreich und dort 1961 außer Dienst.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]