Soloi (Königreich)

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Mosaik in Soloi

Soloi (griechisch Σόλοι; auch Solia, lateinische Form Soli), ist ein eisenzeitliches Stadtkönigreich und eine antike Stadt im Nordwesten der Mittelmeerinsel Zypern. Die Hauptstadt Soloi lag an einem Fluss und besaß einen Hafen.[1] Oberhalb von Soloi lag die Stadt Limenia.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Nennung findet sich in einer Inschrift des Asarhaddon auf der Kition-Stele als „Si-il-li/lu“, eines der Zehn Königreiche der Insel Iadnata. In römischer Zeit galt Soloi als athenische Gründung, als Gründer werden Phalerus und Akamas genannt. Letzterer Name verweist auf Kap Akamas.[1]

Im ionischen Aufstand war Soloi unter Onesilos, dem Sohn der Chersis und des Philocyprus,[2] die führende Triebkraft im Kampf gegen die Perser. Nach der Niederlage des Landheeres bei Salamis unter Artybas wurde Onesilos erschlagen und sein Kopf an der Stadtmauer von Amathous aufgehängt.

Soloi scheint das erste zyprische Königreich gewesen zu sein, das zu Alexander dem Großen überging. Bereits nach dem Fall von Byblos an die Makedonen sandte die Stadt zusammen mit Mallos drei Schiffe, während die übrigen Könige sich den Makedonen erst nach der Schlacht von Issos anschlossen.[3]

Nachdem die zyprischen Könige vor Tyros zu Alexander übergegangen waren[4], hielt Alexander nach seiner Rückkehr aus Ägypten einen Theaterwettstreit ab, den die Könige von Zypern finanzierten[5]. Nikokreon von Salamis finanzierte ein Stück von Thessalus, Pasikrates von Soloi Athenodorus, der gegen die Favoriten Alexanders gewann.

Religion[Bearbeiten]

Stadtgötter waren nach einem auf den römischen Kaiser Tiberius zu leistenden Treueeid, dessen Text in Nikoklia (2 km nördlich von Palaio Paphos) gefunden wurde, vielleicht die Dioskuren. In römischer Zeit hatte Soli einen Aphrodite- und einen Isistempel.[1]

In fränkischer Zeit war Soli Bischofssitz.

Könige von Soloi[Bearbeiten]

Archäologisches Museum Güzelyurt (Morphou): Goldkranz aus Soloi, Grab 4

Berühmte Bürger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edward Lipiński: The Cypriot vassals of Esarhaddon. In: Mordechai Cogan, Israel Ephʻal (Hrsg.): Ah, Assyria ...: Studies in Assyrian History and Ancient Near Eastern Historiography presented to Hayim Tadmor (= Scripta Hierosolymitana 33). Magnes Press, Hebrew University, Jerusalem 1991, S. 58–64. ISSN 0080-8369
  • T. B. Mitford: A Cypriot Oath of Allegiance to Tiberius. In: Journal of Roman Studies 50, 1960, S. 75–79.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d Strabo, Geographika 14, 6, 3
  2. Herodot V, 113
  3. Arrian 2, 20
  4. Arrian 2, 14
  5. Plutarch, Alexander, 29

35.140432.8126Koordinaten: 35° 8′ 25″ N, 32° 48′ 45″ O