Solomon Northup

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Solomon Northup (1855)

Solomon Northup (* Juli 1808; † 1863) war ein Afroamerikaner, der als freier amerikanischer Staatsbürger in die Sklaverei gezwungen wurde und durch ein autobiografisches Buch über sein zwölfjähriges Martyrium namens Twelve Years a Slave berühmt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Solomon wuchs als einer von zwei Söhnen des befreiten Sklaven Mintus Northup und seiner Frau im Bundesstaat New York auf. Sein Vater war ein erfolgreicher Farmer. Die beiden in Freiheit geborenen Söhne Solomon und Joseph erwarben in ihrer Kindheit und Jugend nicht nur verschiedene landwirtschaftliche und handwerkliche Fähigkeiten, sondern erhielten auch eine überdurchschnittliche Schulbildung. Solomon lernte zudem die Violine zu spielen, die er schon als junger Erwachsener virtuos beherrschte.

1829 heiratete Solomon Northup und bekam mit seiner Frau Anne drei Kinder. Die Familie besaß eine Farm in Washington County, Northup nahm zusätzlich verschiedene handwerkliche Jobs an. In den Jahren vor seiner Entführung hatte sich Northup zudem einen Namen als Violinist gemacht und diverse lukrative Engagements großer Hotels und Varietés erhalten. Bei einem dieser Engagements, das ihn nach Washington, D.C. führte, wurde er von seinen weißen Auftraggebern betrogen und als vermeintlich entflohener Sklave von Menschenhändlern nach New Orleans und von dort aus ins ländliche Louisiana verschleppt, wo er zwölf Jahre seines Lebens als Sklave unter geändertem Namen zu Arbeiten auf verschiedenen Farmen gezwungen wurde. Nach diversen gescheiterten Fluchtversuchen gelang es ihm 1853, Kontakt mit seiner Familie aufzunehmen, die schließlich seine Freilassung und Rückkehr nach New York erwirken konnte.

Northup prozessierte vergeblich gegen die Kidnapper und Sklavenhalter. Sein im Jahr seiner Freilassung verfasstes Buch Twelve Years a Slave erlangte jedoch gemeinsam mit dem ein Jahr zuvor erschienenen Uncle Tom’s Cabin von Harriet Beecher Stowe große zeitgenössische Bekanntheit und löste breite gesellschaftliche Anteilnahme aus. Northup trat in der Folge als Redner auf Veranstaltungen der viel Zulauf erhaltenden Abolitionisten auf und setzte sich aktiv gegen Sklaverei ein. Über seine letzten Lebensjahre und die Umstände seines Todes gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Die Lebensgeschichte Northups und seine Autobiografie gerieten im 20. Jahrhundert zunächst weitestgehend in Vergessenheit, bis das Buch in den 1960ern von Historikern wiederentdeckt wurde und seither in kommentierten Versionen neu erschienen und Gegenstand diverser historischer Betrachtungen ist. Im Jahr 2013 kam eine viel beachtete Literaturverfilmung namens 12 Years a Slave in die Kinos. Regie führte Steve McQueen, die Rolle Northups übernahm Chiwetel Ejiofor. Der Film wurde bei den Oscars zum Besten Film 2014 gekürt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Solomon Northup: The Complete Story of the Author of Twelve Years a Slave 2013.