Solomos Solomou

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Solomos Solomou (griech. Σολωμός Σολωμού, * 1970; † 14. August 1996 bei Famagusta) war ein Todesopfer, das im Anschluss einer Gedenkveranstaltung am 14. August 1996 vor Famagusta von türkischen Soldaten erschossen wurde. Ihm wird meist zusammen mit seinem kurz zuvor ebenfalls ermordeten Cousin Tassos Isaak in Zypern gedacht.

Leben[Bearbeiten]

Solomou war ein Heimatvertriebener aus dem Norden Zyperns. Als Teilnehmer einer Demonstration im Gedenken an seinen Cousin Tassos Isaak, der einige Tage zuvor von türkischen Extremisten totgeprügelt worden war, nachdem dieser den Anschluss zu einer Demonstrationsgruppe in der Pufferzone verloren hatte.

Solomos Solomou verließ die Gedenkveranstaltung gegen 14:20 Uhr und lief in die türkisch besetzte Zone. Dort kletterte er als Protest auf einen Mast mit einer türkische Nationalflagge, mutmaßlich um diese niederzureißen. Scharfschützen der türkischen Armee eröffneten das Feuer auf Solomou und trafen ihn dreimal. Er starb noch vor Ort.

Die Täter und Ermittlungen[Bearbeiten]

Aus Ermittlungen der zyprische Polizei ergibt sich, dass die beiden Soldaten Kenan Akın und Erdal Hacıali Emanet die Schüsse abgegeben haben. Für Akın liegt ein Haftbefehl bei Interpol vor, der jedoch wegen einer Blockade der Türkei nicht vollzogen werden kann. Als weitere Verantwortliche werden Attila Sav (ehemaliger Polizeimeister), Hasan Kundakcı (ehemaliger Generalleutnant) und Mehmet Karlı (ehemaliger Major) genannt. Die genannten Personen können die Türkei aufgrund Internationaler Haftbefehle nicht verlassen. Die Verantwortlichen für die Schüsse sind bis heute nicht belangt.

Am 24. Juni 2008 eröffnete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Verfahren "Solomou and others v. Turkey".

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Amnesty International, Jahresbericht 1997 Cyprus PIO: Arrest warrants issued for murder of Tassos Isaac, 96-11-22 CYPRUS NEWSLETTER