Solunto

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Ansicht von Solunto

Solunto, griechisch Σολοῦς (transkribiert: Solus), lateinisch Soluntum, deutsch Solunt, war eine antike Stadt auf Sizilien in der heutigen Gemeinde Santa Flavia.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Solunto liegt an der Nordküste Siziliens, 18 km östlich von Palermo und am Osthang des 374 m hohen Berges Monte Catalfano. Die geografische Lage ist: 38° 5′ 35″ N, 13° 31′ 53″ O38.09305555555613.531388888889Koordinaten: 38° 5′ 35″ N, 13° 31′ 53″ O.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Punier gründeten laut Thukydides im 8.–7. Jahrhundert v. Chr die Stadt. Sie zogen sich damals vor den Griechen, deren Kolonien sich zu dieser Zeit über weite Teile Siziliens ausdehnten, in die drei Festungen Motye, Palermo und Solunt zurück.

397/396 v. Chr. zerstörte Dionysios I. von Syrakus die Stadt. In der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. wurde sie wieder aufgebaut. Die Karthager siedelten dort 307 v. Chr. Veteranen des Agathokles an. 254 v. Chr. wurde Solunt römisch. Archäologische Funde und Münzen zeigen, dass Solunt im Schnittpunkt der griechischen und der phönizisch-karthagischen Kultur lag. Die spätesten Fundmünzen stammen aus der Zeit des Commodus, so dass Solunt wohl um 200 n. Chr. aufgegeben wurde.

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Peristylhaus in Solunto

Seit dem 19. Jahrhundert finden in Solunto Ausgrabungen statt. Die meisten gefundenen Gegenstände (insbesondere Münzen) befinden sich in Palermo im Archäologischen Regionalmuseum (Museo Archeologico Regionale „Antonio Salinas“). Die Ausgrabungen zeigen Solunt als typisch römische Stadt.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Stadt ist regelmäßig in Form eines Schachbrettes angelegt. Die Hauptstraßen sind ca. 6 m breit, die Nebenstraßen 3 m. Es ergeben sich dadurch Häuserblöcke von 40 m × 80 m.

Die Stadt liegt am Osthang des Monte Catalfano und zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt liegt eine Differenz von 60 m.

Häuser[Bearbeiten]

Das Gymnasium (italienisch „Ginnasio“) war kein öffentliches Gebäude, auch wenn der Name dieses nahelegt. Es handelt sich um ein großes Wohnhaus mit Peristyl und Atrium. Von dem Peristyll wurden sechs Säulen wieder aufgerichtet.

Astrolabium-Mosaik

Der Name des Leda-Hauses leitet sich von den Wandmalereien ab. Hier sind auch Bodenmosaiken zu sehen.

Agora[Bearbeiten]

Die Agora ist ein langgestreckter Platz, auf dem ein punischer Altar steht. An die Agora schließt sich das Buleuterion an, wo der Rat der Stadt tagte, daran das Theater. Beide Bauwerke sind im 4. Jahrhundert v. Chr. erbaut und zu römischer Zeit erneuert worden. Vom Theater aus hat man einen guten Blick auf die Stadt und die Landschaft.

Bis 2009 war die Ausgrabungsstätte gesperrt, weshalb Besucher mit einem Besuch des Antiquariums vorliebnehmen mussten. Dieses umfasst eine Darstellung der verschiedenen Siedlungen, Relikte und Beschreibung der Architektur, Informationen zur Lebensweise der Siedlungsbewohner, wie z. B. Bestattung der Toten, Herstellung von Keramik, Fischerei u. a.. Seit 2009 ist der Zugang zur Ausgrabungsstätte für Besucher geöffnet.

Literatur[Bearbeiten]

Markus Wolf: Die Häuser von Solunt und die hellenistische Wohnarchitektur. Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3267-X

Weblinks[Bearbeiten]