Solvay
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| Solvay S.A. | |
|---|---|
| Unternehmensform | Société Anonyme (S.A.) |
| ISIN | BE0003470755 |
| Gründung | 1863 |
| Unternehmenssitz | Brüssel, Belgien |
| Unternehmensleitung |
Christian Jourquin (CEO) |
| Mitarbeiter |
28.000 (2007) |
| Umsatz |
9,5 Mrd. € (2008) |
| Branche | Chemische Industrie, Pharma |
| Website | |
Solvay ist ein multinationaler Konzern mit international tätigen Gruppen von Chemie- und Pharmaunternehmen. Er beschäftigt über 28.000 Menschen in 50 Ländern. Der Ursprung liegt im Ort Rebecq, nahe bei Brüssel. Die deutsche Tochtergesellschaft Solvay GmbH hat den Hauptsitz in Hannover.
[Bearbeiten] Soda-Patente und erstes Werk 1863
Das erste Werk wurde 1863 von den Brüdern Alfred und Ernest Solvay im belgischen Charleroi nahe Brüssel gegründet. Während Alfred mehr für die wirtschaftlichen Aspekte zuständig war, war sein Bruder Ernest eher Chemiker und Philanthrop. Er entwickelte das Solvay-Verfahren (auch Ammoniak-Soda-Verfahren), welches nach ihm benannt wurde und 1865 Patentreife erreicht hatte.
Freilich stand das junge Unternehmen in den ersten Jahren ständig am Rande eines Konkurses, denn die Produktion war viel teurer als gedacht. Um sie gewinnbringend betreiben zu können, waren weitere Experimente nötig. Der chemische Prozess war 1872 perfektioniert, doch waren hohe Schulden aufgelaufen. Gegen das 1790 von Nicolas Leblanc entwickelte Verfahren zur Gewinnung von Natriumcarbonat konnte sich Solvay nicht durchsetzen. Der Vater machte sich Sorgen um seine Söhne, doch Ernest schrieb ihm: „Um die Zukunft zu sichern, muss ich heute Opfer bringen.“ Das Unternehmen scheiterte. Der Unternehmer Solvay nahm jedoch in einem neuen Anlauf Gesellschafter und Kapital hinzu und konnte sein Verfahren durchsetzen.
Als das Verfahren zu einer preiswerten Massenproduktion verfeinert war, vergaben die Brüder Lizenzen und errichteten ab 1880 weitere Anlagen in England, Frankreich (1896 in Salin-de-Giraud), den USA, Deutschland (1880 in Bernburg (Saale)) und Österreich. Um 1900 entfielen bereits 95 Prozent der globalen Soda-Produktion auf Solvay, und heute gibt es weltweit etwa 70 Fabriken, die mit dem Verfahren arbeiten. Die Soda-Produktionsmethode der Brüder Solvay ist im Wesentlichen bis heute unverändert.
Durch Ernest Solvay wurden 1911 die berühmten Solvay-Konferenzen ins Leben gerufen. Mit Geldern der Firma Solvay wurde auch das „nationale Hilfskomitee“ unterstützt, das gegen Ende des Ersten Weltkrieges von belgischen Industriellen und Bankern gegründet worden war.
Die ursprüngliche Firma unterstützte - vor allem in der Person von Ernest Solvay - zahlreiche Sozial- und Bildungsprojekte und führte sogar den Achtstundentag ein. Dies ist ein beachtlicher Vorgriff zur Arbeitspolitik der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Auch andere Wissenschaften wie Soziologie und physikalische Chemie wurden durch Institutsgründungen an der Uni Brüssel gefördert, wofür sich vor allem Ernest einsetzte. Ferner wurden aus den Einnahmen drei Forschungsinstitute in Brüssel finanziert, weil der Mäzen der Menschheit einen Teil seines Reichtums zurückgeben wollte.
[Bearbeiten] Der Solvay-Konzern heute
Die Soda-Produktionsmethode der Brüder Solvay ist im Wesentlichen bis heute unverändert. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich aber die Produktpalette auf andere Grundstoffe der Chemie und auf die Pharmaindustrie erweitert, wobei das Wachstum eindeutig auf Alfred Solvay zurückgeht:
- Natriumhydrogencarbonat, Wasserstoffperoxid
- Kunststoffe
- Pharmazeutische Spezialitäten
Im März 2006 wurde ein 50/50 Joint Venture namens SolviCore mit der belgischen Umicore vereinbart. Gegenstand des Unternehmens ist die Weiterentwicklung, Produktion und Vermarktung der sog. Membran-Elektroden-Einheit (MEA), dem Herz der Brennstoffzelle. Unabhängig davon setzen beide Unternehmen Ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Brennstoffzellen weiterhin in ihren Spezialgebieten Membrane (Solvay) bzw. Edelmetallkatalysatoren (Umicore) getrennt fort.
Der konsolidierte Jahresumsatz des Solvay S.A. Konzerns Brüssel betrug 2008 9,5 Mrd. €.
2006 verhängte die Europäische Kommission wegen Wettbewerbsabsprachen im Bereich von Bleichmittelprodukten dem Unternehmen eine Geldstrafe in Höhe von 167,1 Millionen Euro.
[Bearbeiten] Weblinks
- http://www.solvay.com (Firmenhomepage)
- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur
Anheuser-Busch InBev | Ackermans & van Haaren | Befimmo-Sicafi | Bekaert | Belgacom | Cofinimmo | Colruyt | Delhaize Group | Dexia | Fortis | Groupe Bruxelles Lambert | GDF Suez | KBC Bank | Mobistar | Nationale Portefeuillemaatschappij | Omega Pharma | Solvay | Telenet Group | UCB | Umicore
Besucherzentren und Ankerpunkte (von West nach Ost): Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | RIM Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen im CentrO | Aquarius-Wassermuseum | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm
Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Historische Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Landmarken-Kunst | per Rad
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