Somalia-Kontaktgruppe

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Die Somalia-Kontaktgruppe (International Somalia Contact Group) ist ein internationales Gremium, das im Juni 2006 gegründet wurde und über den gegenwärtigen Konflikt in Somalia zwischen der Union islamischer Gerichte, verschiedenen Kriegsherren, der Übergangsregierung Somalias und dem Nachbarland Äthiopien berät.

Mitglieder[Bearbeiten]

Zur Kontaktgruppe gehören die USA, das Vereinigte Königreich, Italien, Norwegen, Schweden, Tansania sowie die Europäische Union. Nicht eingeladen wurden das Nachbarland Kenia sowie die Arabische Liga, der Somalia angehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1991 herrschten in Somalia der somalische Bürgerkrieg und de facto Anarchie. Die im Jahr 2000 gebildete, international anerkannte Übergangsregierung des Landes konnte sich lange nicht durchsetzen. Mitte 2006 übernahm die Union islamischer Gerichte, eine Vereinigung von unterschiedlich strengen Scharia-Gerichtshöfen, die Kontrolle über weite Landesteile, besiegte US-gestützte Kriegsfürsten der ARPCT und bedrängte die Übergangsregierung. Da Teile der Union in Verdacht stehen, mit dem internationalen Terrorismus zu kooperieren, beunruhigte dies westliche Staaten. Zur Beratung und Lösung der Konflikte bildete sich in der Folge die Somalia-Kontaktgruppe. Die Kontaktgruppe traf sich erstmals im Juni 2006 in New York.