Sommerkahl

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Sommerkahl; für den gleichnamigen Fluss siehe Sommerkahl (Speckkahl).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sommerkahl
Sommerkahl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sommerkahl hervorgehoben
50.0702777777789.2583333333333220Koordinaten: 50° 4′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schöllkrippen
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 5,46 km²
Einwohner: 1118 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63825
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 153
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 12
63825 Sommerkahl
Webpräsenz: www.gemeinde-sommerkahl.de
Bürgermeister: Albin Schäfer (CSU)
Lage der Gemeinde Sommerkahl im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Sommerkahl

Sommerkahl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sommerkahl liegt in der Region Bayerischer Untermain im Kahlgrund an der Speckkahl.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Sommerkahl hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2] auf einer Gemarkung:

Ortsteil Einwohner[3] Höhe
(m u. NN)
Gemarkung Fläche
Sommerkahl 890 220 Sommerkahl 544 ha
Vormwald 219 300 Sommerkahl -
- - - Schöllkrippener Forst 2 ha
Gemeinde Sommerkahl 1.109 546 ha

Östlich von Sommerkahl liegen zwei kleine Exklaven des Gemeindegebietes im Bereich der Speckkahlquelle. Der Schöllkrippener Forst ist eine zweite, unbewohnte Gemarkung (kein Ortsteil), welcher nicht mit dem gleichnamigen gemeindefreien Gebiet zu verwechseln ist.

Die früheren Ortsteile Obersommerkahl und Untersommerkahl sind heute baulich verwachsen und bilden den Ortsteil Sommerkahl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Markt Schöllkrippen Schöllkrippener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde Blankenbach Nachbargemeinden Gemeinde Heigenbrücken
Gemeinde Sailauf Sailaufer Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Sommerkahl leitet sich von dem gleichnamigen Bach Sommerkahl ab[4], welcher der Kahl bei Langenborn zufließt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1250 Sunderkalden
  • 1282 Sunderkalde
  • 1380 Somerkalten
  • 1514 Sunderkalde
  • 1532 Somerkale
  • 1625 Sommerkahl

Geschichte[Bearbeiten]

Der älteste Ortsteil ist Untersommerkahl. Diese Bauernsiedlung wird im 13. Jahrhundert erwähnt und durch die Bergbausiedlung Obersommerkahl im späten Mittelalter ergänzt. Gleichzeitig entstand am Berghang im 16. Und 17. Jahrhundert der Ortsteil "Vor dem Walde" (Vormwald).

Sommerkahl gehörte vier Staatengebilden an: Von 982 bis 1803 dem Kurfürstentum Mainz, von 1803 bis 1810 dem Fürstentum Aschaffenburg, von 1810 bis 1814 dem Großherzogtum Frankfurt, von 1814 bis heute dem Königreich bzw. Freistaat Bayern.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Sommerkahl lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Sommerkahl war nun eine der 42 Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken (Kfz-Kennzeichen ALZ). Mit Auflösung des Landkreises Alzenau im Jahre 1972 kam Sommerkahl in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,9%. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     5 Sitze  (39,5%)
  SPD 3 Sitze (29,4%)
  Freie Wählergemeinschaft 4 Sitze (31,2%)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung
In Rot schräg gekreuzt ein gestürzter silberner Schlägel und ein gestürzter silberner Hammer über einem gesenkten schmalen silbernen Wellenbalken, darunter ein waagrecht liegendes goldenes Eichenblatt

Wappengeschichte
Im oberen Wappenteil erinnern die Werkzeuge Schlägel und Hammer der Bergarbeiter an die Kupferminen und den Eisenbergbau die für das Gemeindegebiet seit 1542 belegt sind. 1922 wurde der Bergbau eingestellt. Um an das Ende des Bergbaus zu erinnern, sind im Wappen die Werkzeuge gestürzt. Der Wellenbalken steht für die geografische Lage der Gemeinde am Fluss Kahl. Das Eichenblatt weist auf den eichenreichen Spessart hin, in dem der Ort liegt. Die Farben Rot und Silber stehen für das Kurfürstentum Mainz, zu dem Sommerkahl von 982 bis 1803 gehörte.
Das Wappen wurde am 7. Februar 1972 verliehen

Pfarrkirche
Schule

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Deutschland Geußnitz, Sachsen-Anhalt, Deutschland, seit 1992

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Schule in Sommerkahl war am 1. August 1936 bezugsfertig. Das Abbruchgut der "Grube Wilhelmine" lieferte einen Teil des Baumaterials, vor allem Steine, Eisenträger und Holz. Am 25. Oktober 1959 wurde der Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben.

Daneben gibt es in Sommerkahl noch die Kath. Pfarrkirche "Mater Dolorosa". Beim Bau der Kirche wurde am 10. Mai 1959 der Grundstein gelegt. Am 4. Advent 1960 wurde der erste Gottesdienst abgehalten. Außerdem gibt es ein ehemaliges Kupferbergwerk Grube Wilhelmine. Von 1542 bis 1922 wurde hier Kupfer zunächst über- und ab 1871 auch untertage abgebaut. Im und am Bergwerk findet jedes Jahr, am letzten Wochenende vor dem 1. Advent, der "Barbaramarkt" statt. Das Bergwerk kann auch nach Anmeldung besichtigt werden.

Mühlen[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung einer Mühle (Untermühle) in Sommerkahl war 1633. Im Jahre 1837 hatte Sommerkahl fünf Mühlen. Angefangen am Oberlauf der Sommerkahl, mit der Obermühle am Bergwerk. Dann folgt die Glasersmühle, auch später Gertsmühle genannt. Darauf die Geßnersmühle. Die Pfaffsmühle und die Untermühle, auch Antonsmühle genannt, folgen im ehemaligen Ortsteil Untersommerkahl. Die Mühlen waren ausnahmslos Kunden- und Handelsmühlen, die Getreide, speziell Roggen und Weizen, zu Schwarz- und Weißbrot mahlten. 1955 war die Obermühle bereits stillgelegt. Danach folgten in den nächsten 15 Jahren auch die Stilllegung der anderen Mühlen. Die Gebäude aller genannten Mühlen in Sommerkahl stehen aber bis heute.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Leni Rüth, eine Einwohnerin des Ortes, beherbergte im Winter 1944 auf 1945 die Jüdin Elfriede Otto geb. Fleischmann und ihren Sohn Joachim-Peter aus Apolda, die angesichts ihrer drohenden Deportation untertauchten, und rettete ihnen damit das Leben.[5]
  • Aus Sommerkahl stammen der „Berglöwe“ Herbert Stenger (1948–2014) sowie der deutsche Fußballnationalspieler Heiko Westermann (* 1983), der zurzeit in Diensten des Hamburger SV steht.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/222002&attr=OBJ&val=1553
  3. Einwohner Sommerkahl (Stand: 20. Juni 2012)
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 209.
  5. Peter Franz/Udo Wohlfeld: Die Fleischmanns. Eine jüdische Familie in Apolda. = gefunden 5, Schriftenreihe des Vereins Prager-Haus Apolda e.V., S. 79 ff., Apolda 2009, ISBN 3-935275-11-0
  6. http://mainecho.fidion.de/nachrichten/fussball-em2008/kopierer/art11991,376500

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sommerkahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien