Sommermädchen

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Seriendaten
Deutscher Titel Sommermädchen 2009
Sommermädchen 2011
Produktionsland Deutschland
Jahr(e) 2009, 2011
Produktions-
unternehmen
Joker Productions GmbH
Länge 120 Minuten
Episoden 12 in 2+ Staffeln
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
Genre Reality-Show, Castingshow
Titellied Marquess – Arriba
Moderation
Erstausstrahlung 4. Juli 2009 auf ProSieben

Sommermädchen ist eine Fernsehsendung von ProSieben, die 2009 und 2011 in zwei Staffeln ausgestrahlt wurde. Die erste Staffel wurde samstags um 20:15 Uhr ausgestrahlt, die zweite Staffel donnerstags um 20:15 Uhr. In dem Format finden sich Elemente von Casting- und Reality-Spielshows, es erinnert an einigen Stellen an die Castingshow Germany’s Next Topmodel, obgleich es bei Sommermädchen um Spiele und nicht um Modeljobs geht.

Moderation[Bearbeiten]

Die Show wurde 2009 von Charlotte Engelhardt und Steven Gätjen moderiert, die zweite Staffel 2011 von Jana Ina und Giovanni Zarrella.[1]

Konzept[Bearbeiten]

Ziel der Sendung ist es laut ProSieben, den Titel Sommermädchen an die „Traumfrau der Deutschen“ zu vergeben, die schön, schlau, sportlich, elegant, lustig und mutig sein muss.[2] Dazu müssen die Kandidatinnen in meist sportlichen Wettbewerben antreten.

Die Siegerin gewinnt ein Fotoshooting für die FHM, eine Reise, einen Reporterjob bei taff sowie 10.000 Euro.

Ablauf[Bearbeiten]

2009[Bearbeiten]

Im Vorfeld der Show gab es am 16. Mai 2009 ein Casting in Köln, in dem aus 539 Bewerberinnen 17 Kandidatinnen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren ausgewählt wurden.[3] Jede Kandidatin trat bei der Show für ein Bundesland an. Nordrhein-Westfalen war zunächst zweimal vertreten, jedoch hat man sich bei ProSieben vor Beginn der eigentlichen Produktion für eine Vertreterin entschieden.

Um das Sommermädchen zu bestimmen, wurden in Cambrils an der Costa Daurada in Spanien[4][5] in einem Feriencamp und umliegenden Orten verschiedene Wettkämpfe ausgetragen, die meist zumindest teilweise mit Sport zu tun hatten, und bei denen die Frauen Punkte sammeln konnten.

Ein Teil der Sendung war der so genannte „Body Check“. Dabei wurden die Kandidatinnen von einer Jury in jeder Sendung nach anderen Gesichtspunkten bewertet und erhielten je nach Abschneiden Punkte. Die Jury bestandt aus Martino, laut ProSieben in Frankfurt geborener Plattenproduzent aus Los Angeles, und dessen Freund Nana, der Eventveranstalter ist.[6] In einigen Folgen traten Gastjuroren auf. In Folge 2 fungierte Klaas Heufer-Umlauf als Juror beim Turmspringen. In Hinblick auf den als Teil des Siegprämie ausgelobten taff-Reporterjob prüfte Annemarie Warnkross die Kandidatinnen in Folge 3 auf ihre Tauglichkeit als Moderatorinnen.

In jeder Sendung mussten die (bisher jeweils fünf) Frauen mit den wenigsten Punkten ihre Koffer packen. Die Moderatoren entschieden vor der endgültigen Abreise, wer dennoch bleiben darf.

2011[Bearbeiten]

Die zweite Staffel lief weitgehend nach dem gleichen Schema wie die erste ab. Wettbewerbe waren diesmal u.a. ein Kunstflug-Challenge, ein beachvolleyball-Challenge und ein Hangwoman-Challenge sowie ein Schlauchbootrennen in Folge 5.[7]

Siegerinnen[Bearbeiten]

Mit einem Punkt Vorsprung hat Nina Weis (damals 23) den Titel des Sommermädchens 2009 gewonnen. Sie vertrat zwar Rheinland-Pfalz, wohnte zum Zeitpunkt des Sieges jedoch in Königswinter im benachbarten Nordrhein-Westfalen[8]. Seit Juni 2013 moderiert sie die Clip-Show Clipmasters auf Sport1[9]. Zweitplatzierte wurde die 19-jährige Katharina M. aus Sachsen-Anhalt, die bereits in der Endauswahl von Miss Germany 2009 stand.

2011 konnte sich Annika aus Frankfurt am Main knapp vor der Hamburgerin Sally B. als Siegerin durchsetzen. Dritte wurde Sophia T. aus Bonn. [10]

Quoten[Bearbeiten]

Sommermädchen 2009 erreichte bei den ersten vier Ausstrahlungen keine zweistellige Quote in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.[11] Die Sendung blieb deutlich unter dem Senderschnitt und den Quoten des Vorbilds Germany’s Next Topmodel. Erst die Sendung vom 1. August konnte den Senderschnitt erreichen.[12]

Aufgrund desaströser Quoten wurde der Sendetermin von Sommermädchen 2011 nach nur zwei Folgen kurzfristig aus dem Abendprogramm auf einen Nachmittagstermin verlegt.[13]

Kritiken[Bearbeiten]

„Deutschland hat sich eine weitere Dimension des Demütigungsfernsehens erschlossen. ‚Sommermädchen 2009‘ heißt das Format, das sogar Til Schweigers glitschige Altherrenphantasie ‚Mission Hollywood‘ auf RTL unterbietet“

– Spiegel Online[14]

Spiegel Online unterstrich, dass in der Sendung ein sexistischer Eindruck entstehe, hierzu trage unter anderem die Kameraposition „auf Bauchnabel-Piercing-Höhe“ und der Preis eines Fotoshootings für die FHM bei.[15] In diesem Artikel und im ProSieben-Forum zur Sendung wurde vor allem der Body Check kritisiert, da die beiden Juroren subjektiv entschieden und bei Zuschauern und Kritikern Zweifel an der von ProSieben angegebenen Prominenz der beiden bestehen. Weiterhin wurde die Art kritisiert, wie sie die Vorentscheidung, eine Reduzierung der Kandidatinnen auf die fünf ihrer Meinung nach besten, durchführten, nämlich indem sie die Verliererinnen in den Pool schubsen, vor dem sich die Frauen aufgereiht hatten.

„Gut, ausgeblasene-Eier-heil-eine-Wasserrutsche-runterbefördern ist nicht gerade eine Aufgabe zur Zulassung zum Philosophie-Studium. Trotzdem ist man zu Beginn fast geneigt, es sympathisch zu finden, dass die Kandidatinnen nicht auf ihren Fettanteil untersucht werden, sondern ihre Begabung im Tauziehen unter Beweis stellen müssen.“

– Süddeutsche Zeitung[16]

„Die Rollen sind zwischen Gätjen und Engelhardt klar verteilt: Während er erstaunlich ungehemmt aus dem Unterleib heraus moderiert (‚Hier kommen sie: Sommerschönheiten, prall gefüllt mit Ehrgeiz‘), mimt sie für die weiblichen Casting-Opfer die gute Freundin.“

– Spiegel Online[17]

„Und der Sinn des Ganzen? Es gibt keinen! Denn diejenige, die den Titel bekommt, wird sicherlich nicht der neue Star am Prominentenhimmel sein. Wahrscheinlich endet der Ruhm der Sommermädchen bald bei Sonja Zietlow als eine der ‚Zehn peinlichsten TV-Serien aller Zeiten‘.“

– Kölner Stadt-Anzeiger[18]

„Man weiß nicht, ob Pro Sieben eine Seele hat. Aber falls doch, dann ist sie spätestens gestern in Richtung Hölle gefahren. Kälter lächelnd […] hat sich noch kein Sender unter der Latte hindurchgeschummelt und diesen Akt als TV-Unterhaltung deklariert.“

– Welt Online[19]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jana Ina & Giovanni moderieren die 2. Staffel «Sommermädchen», quotenmeter.de vom 12. Mai 2011
  2. ProSieben.de: Allgemeine Infos zur Sendung
  3. Pressemitteilung der ProSiebenSat.1 Media AG
  4. Der Katalonienblog: Ach ja, das Sommermädchen
  5. Cambrils Urlaub: Der Campingplatz der Sommermädchen 2009
  6. ProSieben.de: Bodycheck Gesicht (Video)
  7. Sommermädchen 2011 auf ProSieben.de, aufgerufen am 8. März 2014
  8. ProSieben-Show: Unsere Nina ist das Sommermädchen Meldung des Express vom 10. August 2009
  9. Moderation von Clip-Show: Sommermädchen macht bei Sport1 jetzt auf lustig Meldung des Express vom 15. Juni 2013
  10. Auf Platz drei gelandet Meldung des Bonner General-Anzeigers vom 16. August 2011
  11. Quotenmeter.de: Sex sells - meistens jedenfalls
  12. Quotenmeter.de: ProSieben: «Sommermädchen» stark, «Scrubs» noch stärker, abgefragt am 6. August 2009
  13. Miese Quoten: Strafversetzung für ProSieben-"Sommermädchen
  14. K. Riehl in Spiegel Online: Bikini-miezen-Casting bei ProSieben - Eingeschmiert, angeschmiert, abgeschmiert, 5. Juli 2009, unter SPON
  15. Spiegel Online: Bikini-Miezen-Casting auf ProSieben
  16. K. Riehl in Süddeutsche Zeitung: Höschen in den Popo, Ei im Mund, 5. Juli 2009, unter sueddeutsche.de
  17. Spiegel Online: Bikini-Miezen-Casting auf ProSieben
  18. Christina Hecking im Kölner Stadt-Anzeiger: Keine Ideen - Sinnfreies Gezicke der Bikinimädchen, 16. Juli 2009, unter ksta.de
  19. Antje Hildebrandt, Die Welt: "Sommermädchen" – Das Fernsehen kapituliert, 9. August 2009, unter welt.de