Somnath

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Haupttempel mit Shikhara-Dachaufbau

Der Tempel Somnath (Gujarati:સોમનાથ મંદિર) nahe Veraval in Saurashtra, an der Westküste von Gujarat, Indien, gilt als der heiligste der zwölf Jyotirlinga-Schreine des Gottes Shiva. Somnath heißt: „Schützer des Mondgottes“. Der Tempel wurde sechs Mal zerstört und ebenso oft wieder errichtet, zuletzt 1950 bis 1953 nach Erlangung der indischen Unabhängigkeit.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Somnath 1957

Der erste Tempel von Somnath soll aus der Zeit vor Christi Geburt stammen.[3] Der zweite, errichtet von der Yadava-Dynastie von Vallabhi, ersetzte ihn um 649.[3] 725 ließ ihn Junayad, der arabische Gouverneur von Sindh zerstören. König Nagabhata II von Gujarat ließ den dritten Tempel 815 errichten.

Eine weitere Zerstörung erfolgte 1024 durch Mahmud von Ghazni, der dafür in der islamischen Welt viel Lob erntete[4][3] Ein neuerlicher Wiederaufbau erfolgte 1026–1042, gefolgt von der neuerlichen Zerstörung 1296 durch die Armee von Sultan Allauddin Khilji.[3][4]

Mahipala Deva, König von Saurashtra ließ das Heiligtum 1308 wieder aufbauen, Muzaffar Shah I, Sultan von Gujarat ließ es 1375 wieder zerstören.[3] Weitere Zerstörungen erfolgten 1451 und 1701, letztere durch den Moghulkaiser Aurangzeb.[3] Aurangzeb ließ an seiner Stelle unter Verwendung von Material aus dem Tempel eine Moschee errichten. Königin Ahilyabai Holkar von Indore ließ 1783 neben dieser Moschee einen neuen Tempel errichten.[3]

Nach Erlangung der Unabhängigkeit kam es ab 1950 zum Wiederaufbau des Heiligtums. Die Moschee wurde um einige Kilometer versetzt.[5] Premierminister Jawaharlal Nehru missbilligte diese Aktion eines hinduistischen Aktivismus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christophe Jaffrelot: Le nationalistes hindoues. Presses de Sciences Po, Paris 1992.
    • englische Übersetzung: The Hindu Nationalist Movement and Indian Politics. 1925 to the 1990s. Penguin Books India, New Delhi 1999, ISBN 0-14-024602-9 (EA New York 1996).
  • Peter van der Veer: Ayodhya and Somnath, Eternal Shrines, Contested Histories. In: Social Research. An International Quarterley, Bd. 59 (1992), Heft 1, S. 85ff. ISSN 0037-783X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ghazni sacks Somnath Temple. auf: indhistory.com
  2. Somanatha and Mahmud. auf: flonnet.com
  3. a b c d e f g Leaves from the past. Abgerufen am 15. Februar 2011.
  4. a b Somnath Temple. In: Official Gujarat State Portal.
  5. Somnath History. auf: meriyatrra.com

Weblinks[Bearbeiten]

20.88798470.401101Koordinaten: 20° 53′ 16,7″ N, 70° 24′ 4″ O