Sonia Sotomayor

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Sonia Sotomayor (2009)

Sonia Maria Sotomayor [ˈsoʊnjə ˌsoʊtɵ.maɪˈɔr] (* 25. Juni 1954 in New York City) ist eine US-amerikanische Juristin und seit 2009 Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Am 26. Mai 2009 wurde sie von US-Präsident Barack Obama für dieses Amt nominiert.[1] Am 6. August 2009 bestätigte der Senat ihre Nominierung.[2] Zwei Tage später wurde sie vom Obersten Richter John Roberts vereidigt.[3]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Sonia Sotomayor, deren Eltern aus Puerto Rico stammen, wuchs in der Bronx auf. Im Alter von acht Jahren wurde Diabetes bei ihr diagnostiziert. Als sie neun war, verstarb der Vater an Alkoholismus.[4] Ihr späteres Studium wurde ihr durch Maßnahmen der Affirmative Action ermöglicht.[5] Sie studierte an der Princeton University mit dem Abschluss Bachelor of Arts 1976 und studierte danach bis 1979 Rechtswissenschaft an der Yale Law School. Anschließend war sie als Staatsanwältin im New York County, welches das Gebiet von Manhattan umfasst, unter dem dortigen langjährigen Oberstaatsanwalt Robert M. Morgenthau tätig, bis sie 1984 in eine New Yorker Rechtsanwaltskanzlei wechselte.

1991 wurde Sotomayor von US-Präsident George H. W. Bush für ein Richteramt am United States District Court for the Southern District of New York nominiert und 1992 vom US-Senat bestätigt. Ende Mai 1995 beendete eine von Sotomayor erlassene Verfügung einen Arbeitskampf in der Major League Baseball, bei dem die Spieler zuvor 232 Tage gegen Gehaltsobergrenzen gestreikt hatten.[6] 1997 nominierte US-Präsident Bill Clinton die Bundesrichterin Sotomayor für einen der Sitze am United States Court of Appeals for the Second Circuit. Nach Bestätigung durch den Senat trat sie dieses Amt 1998 an. Neben ihrer Richtertätigkeit lehrt Sotomayor seit 1998 Rechtswissenschaften als Adjunct Professor an der New York University.

Nachdem David Souter im Mai 2009 angekündigt hatte, sein Amt als Richter am Obersten Gerichtshof der USA niederzulegen, wurde Sotomayor schon sehr bald als eine Favoritin für die Nominierung durch Präsident Obama als Souters Nachfolgerin gehandelt. Sie ist die erste Person aus der Bevölkerungsgruppe der Hispanics und die insgesamt dritte Frau auf einem Richterposten am Obersten Gerichtshof.[7] Der Senat bestätigte ihre Nominierung mit 68 zu 31 Stimmen, wobei die an der Abstimmung beteiligten Mitglieder der demokratischen Fraktion geschlossen für sie stimmten. Von den Republikanern kamen neun Ja- sowie alle 31 Nein-Stimmen.[2] Sotomayor gilt als Vertreterin der politischen Mitte. Dezidiert linke Positionen nahm sie bisher fast ausschließlich in der Frage von Affirmative Action ein – den Maßnahmen, mit denen Angehörige von Minderheiten bei Bildung und Beruf gefördert werden sollen.[8]

Sonia Sotomayor wurde von mehreren US-amerikanischen Universitäten mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Sie ist geschieden und hat keine Kinder.[7]

Anfang 2013 veröffentlichte sie eine Autobiografie (Titel 'My beloved world').[9]

Kritik[Bearbeiten]

Sotomayor wird vom republikanischen Politiker Newt Gingrich Rassismus vorgeworfen; sie hatte, nach Lesart der Kritiker, in einer Rede 2001 die Erfahrung einer „weisen Latina“ („wise latina“) als höherwertiger als die eines männlichen Weißen angepriesen.[10][11] Ihre Nominierung für den Supreme Court wird von Fred Barnes, einem Journalist für Fox News Channel und Redakteur von The Weekly Standard, als Umsetzung des Affirmative-Action-Konzepts gesehen; Sotomayor sei als Exponentin zweier marginalisierter Gruppierungen (Frau, Latina) besser qualifizierten Mitbewerbern vorgezogen worden.[12]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung auf nytimes.com vom 26. Mai 2009, abgerufen am 26. Mai 2009
  2. a b Abstimmungsergebnis im Senat, abgerufen am 6. August 2009
  3. Sotomayor takes oath, becomes Supreme Court justice, CNN, vom 8. August 2009, abgerufen am 8. August 2009
  4. Der Spiegel, 31.3.2014, S. 84.
  5. Von der Bronx ins Verfassungsgericht Die Zeit vom 26. Mai 2009.
  6. Roger I. Abrams: Legal bases. Baseball and the law. Temple University Press, Philadelphia 1998. S. 173–200
  7. a b Keith B. Richburg: N.Y. Federal Judge Likely on Shortlist, www.washingtonpost.com vom 7. Mai 2009, abgerufen am 7. Mai 2009
  8. Christoph von Marschall: Obamas Oberste Richterin, www.tagesspiegel.de vom 26. Mai 2009
  9. Knopf Verlag, ISBN 978-0307594884. Bei Amazon seit 15. Januar 2013 erhältlich. Rezension: The Making of a Justice (New York Times)
  10. Right calls Sotomayor racist over line in talk, San Francisco Chronicle, 29. Mai 2009
  11. Newt Gingrich on Twitter: Sonia Sotomayor 'Racist', Should Withdraw, ABC News, 27. Mai 2009
  12. Matt Corley: Barnes: Sotomayor ‘benefited’ from affirmative action ‘tremendously.’ In: Think Progress, 28. Mai 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonia Sotomayor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Sonia Sotomayor – Zitate (Englisch)