Sonja Bernadotte

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Sonja Bernadotte, Gräfin af (von) Wisborg (* 7. Mai 1944 als Sonja Anita Maria Haunz in Litzelstetten bei Konstanz; † 21. Oktober 2008 in Freiburg im Breisgau), war von 1981 bis 2006 Geschäftsführerin der Mainau GmbH.

Leben[Bearbeiten]

Deutschordenschloss auf der Insel Mainau

Sonja Haunz wurde als Tochter von Wolfgang (1913-1982) und Anita (1914-1997) Haunz geb. Mayr geboren. Da beide Eltern auf der Mainau arbeiteten, wuchs sie mit ihren Brüdern Manfred und Wolfgang mehr oder weniger auf der Blumeninsel auf.[1]

Sonja Haunz schloss 1960 ihre Schulausbildung mit der Mittleren Reife ab und besuchte danach eine Hauswirtschaftsschule. Ihre Eltern legten der Tochter eine Tätigkeit auf der Insel nahe. Im April 1961 war sie erstmals als Aushilfe in der Telefonzentrale der Mainau beschäftigt und arbeitete im Sommer 1961 in verschiedenen Assistenztätigkeiten unter anderem für ihren Vater Wolfgang Haunz, der zu dieser Zeit Verwaltungsdirektor der Mainau war. Während dieser Zeit war sie zum ersten Mal mit dem 35 Jahre älteren Graf Lennart Bernadotte (1909–2004) zusammengetroffen. 1966 arbeitete sie anderthalb Jahre an der Bundesanstalt für Vegetationskunde, Naturschutz und Landschaftspflege in Bad Godesberg bei Professor Gerhard Olschowy und verbrachte einige Zeit als Hotelangestellte im englischen Küstenort Margate. 1969 holte Lennart Bernadotte sie als seine Assistentin zurück auf die Mainau. 1971 ließ sich Lennart Bernadotte von seiner ersten Frau Karin Nissvandt scheiden. Am 29. April 1972 heirateten Sonja Haunz und Graf Lennart Bernadotte auf der Mainau.

Das Ehepaar bekam fünf Kinder, die bis heute alle in die Mainau eingebunden sind:

Um Erbstreitigkeiten mit den Kindern aus Graf Lennarts erster Ehe zu vermeiden und um das traditionsreiche Werk Insel Mainau für die Zukunft zu sichern, haben Graf Lennart und Gräfin Sonja Bernadotte die Mainau im Jahre 1974 in die Lennart-Bernadotte-Stiftung mit Sitz auf der Mainau im Bodensee eingebracht. Die Stiftung wurde unter das Motto Gärtnern um des Menschen und um der Natur willen gestellt und verfolgt folgende Zielsetzung: Förderung von Wissenschaften, Landespflege, Umwelt- und Denkmalschutz sowie der Heimatpflege. So hat sich die Insel Mainau durch das engagierte und unermüdliche Wirken von Gräfin Bernadotte zu einer Synthese aus botanischem Garten, historischem Schlosspark und Ort der internationalen Begegnung entwickelt. 1981 wurde Gräfin Sonja Geschäftsführerin der Mainauverwaltung Graf Lennart Bernadotte GmbH, die 1998 in Mainau GmbH umfirmiert wurde. Von 1987 bis Ende 2001 wurde sie dabei durch Volkmar Th. Leutenegger, zweiter Geschäftsführer der GmbH, unterstützt.[1] Seit 2001 war sie Alleingeschäftsführerin der Mainau GmbH. Ihre älteste Tochter Gräfin Bettina Bernadotte war von April 2002 bis Dezember 2006 ihre persönliche Assistentin und hat im Januar 2007 die Geschäftsführung der Mainau GmbH übernommen. Ihr Bruder Björn Bernadotte war eigentlich dafür vorgesehen, verzichtete aber.[2]

Gräfin Sonja hatte ihre Wohnräume im linken Schlossflügel des Barockschlosses Mainau. 1995 hatten erstmals Ärzte Knoten in ihrer Brust festgestellt. 2005 musste sie sich erneut für Monate zurückziehen. Ihre letzten Tage verbrachte sie jedoch in einer Freiburger Klinik, wo sie am 21. Oktober 2008 im Alter von 64 Jahren nach langer Krankheit an Brustkrebs gestorben ist.

Zur Beisetzung am 25. Oktober kamen rund 200 Prominente aus Politik, Medien, Wirtschaft und Adel in die Schlosskirche der Blumeninsel. Das schwedische Königshaus schickte jedoch weder eine Abordnung noch Blumen. Ihre letzte Ruhe findet sie an der Seite ihrer Eltern Wolfgang und Anita Haunz sowie ihres Mannes Graf Lennart in der Gruft der Schlosskirche.[3][4]

Die meistbesuchte Touristenattraktion am Bodensee gilt als ihr und ihres Mannes gemeinsames Lebenswerk.

Ehrenamtliche Tätigkeiten (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Stifterin der Lennart-Bernadotte-Stiftung.
  • Gründungsmitglied Plan International Deutschland
  • Gründungsmitglied der Aktion zur Rettung des Kulturerbes E.V.
  • Ehrenmitglied im Kuratorium Goldene Blume von Rheydt
  • Kuratoriumsmitglied der Heinz Sielmann Stiftung Sielmanns Biotopverbund Bodensee
  • Zu ihrem 60. Geburtstag hat die Stiftung die Sonja-Bernadotte-Medaille für Gartenkultur ausgelobt
  • von 1982 bis 2008 Präsidentin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (seit 1968 Mitglied der DGG, seit 1974 Mitglied des Präsidiums) infolge ihres Mannes Graf Lennart Bernadotte, der 27 Jahre an der Spitze der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft stand
  • seit 1987 Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau
  • 1988 Gründungsmitglied der Aktion Rettung des Kulturerbes e.V.
  • von 1995 bis 2008 Präsidentin von Gärtnern für Alle e.V. (Geschäftsführerin des Vereins ist Sandra Angerer)[5]
  • von 1998 bis 2008 Präsidentin des Europäischen KulturForums Mainau
  • seit 2000 Präsidentin des Lindauer Nobelpreisträger-Treffens (seit 1973 Mitglied)
  • seit 2002 Vorstandsvorsitzende der Stiftung Singen mit Kindern, Stuttgart
  • seit 2003 Schirmherrin der NABU-Stiftung Naturerbe Baden-Württemberg

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gräfin Sonja Bernadotte: Leben und Arbeit für die Mainau. Ein Portrait der Gräfin, verfasst von Florian Heitzmann, Pressesprecher der Mainau GmbH. In: Südkurier vom 23. Oktober 2008
  2. Martin-W. Buchenau, Britta Gauly: Schmetterling im Glashaus. In: Handelsblatt vom 19. August 2008
  3. Jörg-Peter Rau: Abschied von Gräfin Sonja. Trauerfeier in der Inselkirche. In: Südkurier vom 27. Oktober 2008
  4. Jörg-Peter Rau: Trauer um die Seele der Insel. In: Südkurier vom 27. Oktober 2008
  5. Frank van Bebber: Eigenes Können entdecken. In: Südkurier vom 30. August 2007

Literatur[Bearbeiten]

  • Gunna Wendt: Sonja Gräfin Bernadotte. Ein Porträt. Droste, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-1163-5

Weblinks[Bearbeiten]