Sonneberg

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Sonneberg im deutschen Bundesland Thüringen, zu weiteren Bedeutungen siehe Sonneberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sonneberg
Sonneberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sonneberg hervorgehoben
50.357511.175555555556400Koordinaten: 50° 21′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sonneberg
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 84,86 km²
Einwohner: 23.937 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 282 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 96515, 96523, 98473
Vorwahlen: 03675, 036762, 036703
Kfz-Kennzeichen: SON, NH
Gemeindeschlüssel: 16 0 72 018
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofsplatz 1
96515 Sonneberg
Webpräsenz: www.sonneberg.de
Bürgermeisterin: Sibylle Abel (CDU)
Lage der Kreisstadt Sonneberg im gleichnamigen Landkreis
Bachfeld Föritz Frankenblick Goldisthal Judenbach Lauscha Neuhaus am Rennweg Neuhaus-Schierschnitz Sonneberg Schalkau Neuhaus am Rennweg Neuhaus am Rennweg Sonneberg Steinach (Thüringen) ThüringenKarte
Über dieses Bild

Sonneberg ist eine Stadt im Süden Thüringens und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises Sonneberg. Die Stadt ist ein Mittelzentrum und bildet mit der angrenzenden bayerischen Partnerstadt Neustadt bei Coburg eine geografisch und ökonomisch zusammenhängende urbane Einheit.

Bekannt wurde sie als „Weltspielwarenstadt“ – woran heute zum Beispiel das Deutsche Spielzeugmuseum erinnert – und in Fachkreisen durch die 1925 gegründete Sternwarte Sonneberg. Unmittelbar nördlich der Stadt beginnt der Frankenwald.[2] Die Stadt ist Mitglied der europäischen Metropolregion Nürnberg (ab Juli 2012 zunächst auf Probe, seit Oktober 2013 dauerhaft).[3][4]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in den Tälern der nach Süden in Richtung Oberfranken abfließenden Röthen und Steinach am Nordrand des Obermainischen Hügellands (südlich Fränkische Linie) und erstreckt sich über die davor liegende Linder Ebene bis unmittelbar an die thüringisch-bayerische Landesgrenze.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

In Uhrzeigerrichtung, von Norden beginnend: Piesau, Gräfenthal (beide Landkreis Saalfeld-Rudolstadt), Tettau (Landkreis Kronach), Judenbach, Föritz (beide Landkreis Sonneberg), Neustadt bei Coburg (Landkreis Coburg), Frankenblick, Steinach, Lauscha (alle Landkreis Sonneberg)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Gemäß Hauptsatzung der Stadt Sonneberg ist das Stadtgebiet in die Ortsteile Bettelhecken, Hönbach, Hüttensteinach, Köppelsdorf, Malmerz, Mürschnitz, Neufang, Oberlind, Steinbach, Unterlind , Wehd, Spechtsbrunn, Hasenthal, Vorwerk, Haselbach, Schneidemühle, Friedrichsthal, Eschenthal, Georgshütte, Blechhammer und Hüttengrund untergliedert. Das Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Sonneberg, Bettelhecken, Hönbach, Hüttensteinach, Köppelsdorf, Malmerz, Mürschnitz, Neufang, Oberlind, Steinbach, Unterlind, Spechtsbrunn, Hasenthal, Haselbach, Hohenofen, Eschenthal und Hüttengrund.[5]

Stadtviertel sind die Obere Stadt, Untere Stadt und Wolkenrasen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1919 Bettelhecken
  • 1922 Hönbach
  • 1923 Neufang
  • 1950 Köppelsdorf (die Großgemeinde war 1923 aus Hüttensteinach, Köppelsdorf und Steinbach gebildet worden), Malmerz, Mürschnitz und Oberlind.
  • 1994 Unterlind
  • 2014 Oberland am Rennsteig (die Gemeinde war 1997 mit dem Zusammenschluss der Einheitsgemeinde Engnitzthal und der Gemeinde Haselbach gebildet worden)

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung bis zum 14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Sonneberg um 1596

„Das Schloß Sonnenberg wurde auch die Burg Sonnenberg, auch das Haus zu Sonnenberg in alten Dokumenten genannt. Im Jahre 480 erbaute Süne oder Süno, Herzog zu Franken, diese Burg wegen der Thüringischen Einfälle...“ so heißt es auf Seite 64 in der Topographie des Herzoglich-Sachsen-Koburg-Meiningischen Antheils an dem Herzogthum Koburg aus dem Jahre 1781. Diese nicht kritikfreie Darstellung fußt auf der Geschichte der Franken des Abtes Johannes Trithemius aus dem Jahr 1514.[6]

Wenngleich es keine gesicherten Hinweise des fränkischen Heerführers Sunno im Obermainland und der Errichtung einer Burg als Schutzwehr gegen die einfallenden Thüringer gibt, verweist dies auf erste Besiedlungen in diesem Gebiet bereits ab dem 5. Jahrhundert. Als das älteste Kulturdenkmal im Sonneberger Stadtgebiet gilt vielfach die sogenannteCella Antiqua, eine in Sandstein gehauene Mönchszelle hinter dem Anwesen Gerichtssteig 1, die vermeintlich aus dem 9. Jahrhundert stammt.[7] Einziger Beweis für diese Deutung ist ein auf den 13. März 1361 datierter Eintrag in einem Lehensregister. Danach erhielt ein niederer Adeliger "kempnatam antiquam et camerum super cellam in castro Sunneberg" - also die alte Kemenate sowie einen Wohnraum über einer Cella in der Burg Sonneberg - als Lehen. Diese Cella lag also innerhalb der Mauern des Schlosses, nicht in der Altstadt, in der die sogenannte Cella Antiqua liegt. Auch ist mit dem Wort Cella im zeitgenössischen Sprachgebrauch nicht notwendig eine einzelne Mönchszelle gemeint. Ebenso könnte eine Kapelle oder ein kleines Kloster gemeint gewesen sein. Thomas Schwämmlein verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass auch auf dem Coburger Burgberg ab dem 13. Jahrhundert eine kleinere monastische Gemeinschaft gesichert ist. Auf der Sonneberger Burg kann es also ein kleines Kloster gegeben haben, auf das mit dem Wort Cella bezug genommen wurde. Die sogenannte Cella Antiqua in der Sonnebeger Altstadt ist also eher als Lagerraum deutlich jüngeren Datums anzusehen. Wahrscheinlich wurde in dem kühlen Sandsteinkeller Bier gelagert, dass zu brauen, den Bürgern der Stadt ab dem späten Mittelalter erlaubt war. Eine erhabenes Reliefkreuz, wie es in der Cella Antiqua zu finden ist, war bis 1994 auch in einer anderen Kelleranlage in der Altstadt anzutreffen. Dort war es wohl dazu gedacht, Gottes Segen für das in der Sandtsteinhöhle gelagerte Bier zu erflehen.[8]

Der Name Sonneberg wurde 1207 erstmals urkundlich erwähnt. Er geht auf das Adelsgeschlecht der Herren von Sonneberg zurück, das im 12. und 13. Jahrhundert beurkundet ist und unterhalb der Burg Sonneberg eine Siedlung gründete, die ursprünglich aus dem Gutshof und zwei Weilern bestand, dem in der Herrnau vermuteten Dorf „Alt-Rötin“ und dem „Stätlein zu Rötin unter der Burg Sonneberg“. Die Herren von Sonneberg waren Ministerialen im Dienst der Herzöge von Andechs-Meranien, die eine herrschaftliche Verwaltung in der Region um Sonneberg und Coburg errichteten. Nach dem Ende der Herzogstums Meranien erwarben sie im Umland umfangreicheren Besitz und stifteten 1252 das Kloster Sonnefeld. Dieser Höhepunkt des Geschlechts läutete im weiteren Verlauf des 13. Jahrhunderts auch den Verfall ein, bis 1310 das Geschlecht in männlicher Linie ausstarb.[9]

Nach dem Aussterben der Sonneberger fiel die kleine Herrschaft 1317 an die Grafen von Henneberg. 1349 bestätigte und erweiterte die neue Landesherrin, die Regentin Jutta von Henneberg, die städtischen Rechte Sonnebergs mit einer Urkunde. 1353 fiel Sonneberg zusammen mit dem nahe gelegenen Coburg an die Wettiner. Rat und Bürgermeister hatten die Niedergerichte inne. Die an der Straße von Coburg nach Saalfeld gelegene Stadt mit der Johanniskirche war ummauert.[10]

15. Jahrhundert bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrei gehörte seit alters her zum Bistum Würzburg. 1526 wurde die Reformation in Sonneberg eingeführt. Bald darauf wurde die Lateinschule eröffnet.

Nach der „Leipziger Teilung“ 1485 kam die Pflege Coburg (so wurde das Gebiet, zu dem Sonneberg gehörte, genannt) an die ernestinische Linie dieses Hauses. Nachdem Coburg und somit Sonneberg zwischen 1542 und 1553 unter Herzog Johann Ernst von Sachsen schon einmal ernestinische Sekundogenitur war, kam es 1572 zur Abtrennung dieses Territoriums vom ernestinischen Gesamtstaat, und es entstand ein Fürstentum Sachsen-Coburg, das gemeinschaftlich von den Herzögen Johann Casimir und Johann Ernst regiert wurde. 1596 teilten beide dieses Fürstentum in Sachsen-Coburg und Sachsen-Eisenach. Nach dem Tod Johann Casimirs 1633 kurzzeitig unter Johann Ernst wieder vereint, kam es nach dessen Tod 1638 an Sachsen-Altenburg und 1672 an Sachsen-Gotha. Im Zuge der „Gothaischen Teilung“ 1680 entstand erneut ein Fürstentum Sachsen-Coburg unter Herzog Albrecht, das allerdings beträchtlich kleiner war als dessen Vorgänger.[11]

Sonneberg mit Ortsteil Oberlind war 1679-1719 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen gerieten in einen Hexenprozess.[12]

1699 verstarb Albrecht von Sachsen-Coburg ohne Erben, und es kam zu langwierigen Erbauseinandersetzungen. 1735 wurde Sachsen-Meiningen zwar die Stadt Sonneberg zugesprochen, diese verblieb aber weiter als Herzoglich-Sachsen-Coburg-Meiningischer Anteil beim Herzogtum Coburg. Erst 1826 erfolgte die Eingliederung nach Sachsen-Meiningen.

Seit 1500 ist der Abbau von Wetzsteinen und Schiefer für Schiefertafeln bezeugt. Aus der alteingesessenen Holzwarenherstellung entwickelte sich vom 16. Jahrhundert an die Spielwarenherstellung. Um 1700 wurde mit der Firma Dressel, ab 1873 Firma Cuno & Otto Dressel, der größte Spielwaren-Exporteur in Sonneberg gegründet. Ab 1805 entwickelte sich Sonneberg durch die Einführung des Papiermachés zu einem Spielzeugproduktionszentrum mit Weltgeltung. 1840 zerstörte ein Stadtbrand das alte Stadtzentrum um den Marktplatz.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Durch den Anteil der Sonneberger Produktion am Weltmarkt wurde um 1913 der Begriff „Weltspielwarenstadt“ geprägt. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden im Raum Sonneberg rund 20 % der auf dem Weltmarkt gehandelten Spielwaren vorwiegend in Heimarbeit[13] hergestellt.

Die spezifische Struktur der lokalen Spielwarenproduktion erzeugte eine soziale Stratifikation, in der insbesondere die Heimarbeiter die Masse der Lasten zu tragen hatten. Die Spielwarenindustrie reagierte ab den 1870er Jahren auf die zunehmende Nachfrage bei gleichzeitig fallenden Verkaufspreisen nicht mit einem Übergang zur industriellen Herstellungsweise in größeren Fabriken unter Verwendung innovativer Techniken. Auch wenn die Exporte in die USA zwischen 1865 und 1885 um etwa 600 % stiegen, wiesen doch noch 1880 85% der Betriebe gerade einmal vier Mitarbeiter auf.[14] Es war die Zahl dieser traditionell arbeitenden Klein- und Kleinstbetriebe, die als Antwort auf die vergrößerte Nachfrage gewaltig anstieg. 1880 waren es insgesamt noch 321 Unternehmen. 1899, knapp 20 Jahre später, 2395, ein Anstieg um 746 %.[15] In enger Kooperation vieler kleiner und spezialisierter Firmen und angeschlossener Heimarbeiter konnte das damals wichtigste lokale Produkt, Puppen, in unterschiedlichen Ausformungen, effektiv und kostengünstig ohne den Einsatz kostspieliger Investitionsgüter hergestellt werden. [16] Die Verteilung der Marktmacht in diesem System belastete aber Arbeiter in den Kleinbetrieben und - vor allem - Heimarbeiter und deren Familien mit einem brutalen, die Lebensbedingungen bestimmenden Kostendruck. Da in großer Zahl arbeitssuchende, sachkundige Handwerker vorhanden waren, mussten Verleger und Fabrikanten zudem nicht um Arbeitskräfte konkurrieren.[17] Um das für die Subsistenz absolut Notwendige erwirtschaften zu können, musste in der Regel die gesamte Familie der Heimarbeiter täglich viele lange Stunden bis zur völligen Erschöpfung arbeiten. Mehrere Indizien für die verzweifelte Lage großer Teile der Bevölkerung in dieser Zeit sind greifbar. Trotz verschiedener Versuche der Behörden, der grassierenden Kinderarbeit Herr zu werden, gelang es nie, die weit verbreitete dauerhafte Missachtung der Schulpflicht in Sonneberg zu bekämpfen. Die Heimarbeiter waren gezwungen, auch ihre Kinder heranzuziehen, um zum Familieneinkommen beizutragen. Gleichzeitig verwehrten sie ihnen damit die Möglichkeit, selbst Zugang zu Bildung zu erlangen. 50% der erwachsenen Arbeiterinnen und Arbeiter verdienten 1905 weniger als 600 Mark im Jahr und blieben damit als Empfänger minimaler Einkommen steuerbefreit.[18] Das ungesunde Arbeitsumfeld, die extrem beengten Lebensumstände und die schlechte, mangelhafte Ernährung trugen erheblich dazu bei, dass die Zahl der an Tuberkulose Erkrankten in Sonneberg um ein Drittel höher lag als im Rest des Reiches.[19] In der Regel bewohnte eine Heimarbeiterfamilie einen Raum, in dem gekocht, geschlafen und - häufig mit gesundheitsschädlichen Stoffen- gearbeitet wurde.[20] In verschiedenen Teilen des Stadt, die überwiegend von Heimarbeitern bewohnt wurden, war die Durchseuchungsrate mit Tuberkulose daher sogar dreimal höher als im nationalen Mittel. Ein Drittel aller Todesfälle wurden dort durch die Lungenkrankheit verursacht.[21]

Es kann unter diesen Umständen kaum verwundern, dass Sozialdemokraten und, später, Kommunisten in Sonneberg überdurchschnittlich viele Stimmen erhielten.[22] 1913 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Heimarbeitern und der Polizei, die mit gezogenem Säbel gegen die Demonstranten vorging. Dennoch änderten sich die Lebensverhältnisse vieler Heimarbeiter bis in die späten 20er Jahre kaum.[23]


1901 wurde das Spielzeugmuseum eröffnet, welches 1953 erweitert wurde. Seit 1919 wurden die umliegenden Vororte eingemeindet.

Bahnverbindungen bestehen seit 1858 nach Coburg (Bahnstrecke Coburg-Sonneberg), seit 1886 Richtung Neuhaus (Bahnstrecke Sonneberg–Probstzella) und seit 1910 nach Eisfeld (Hinterlandbahn). Im Jahr 1921 eröffneten die Siemens-Schuckertwerke in Sonneberg ihr Kleinbauwerk II, welches 1939 mit 987 Mitarbeitern Installationsmaterial wie Sicherungselemente und Schalter produzierte.

Das 1922/23 gebaute AOK-Gebäude.
Handels- und Lagerhaus Woolworth, 1928
Handelshaus Kresge
Gedenktafel zum Todesmarsch vom April 1945 vor dem Haus Bettelhecker Straße 24.

Eine letzte Blüte der Spielwarenindustrie führte in den 1920er Jahren zur Bebauung des Bahnhofplatzes mit repräsentativen Gebäuden. Zuerst errichtete die US-amerikanische Firma Halbourn ein sechsstöckiges Handelshaus, das seit 1925 der AOK gehört. Gegenüberliegend baute im Jahr 1926 die US-amerikanische Kaufhausgesellschaft Woolworth, die schon seit 1880 vor Ort einkaufte, zum Erwerb und Export von Spielwaren und Christbaumschmuck ein Handels- und Lagerhaus. Das fünfstöckige Gebäude aus Eisenbeton mit eigenem Gleisanschluss wurde nach Plänen des Sonneberger Architekten Walter Buchholz errichtet. Das Bauwerk, im Zweiten Weltkrieg als Lagerhaus durch die Wehrmacht genutzt, wurde am 11. April 1945 von US-amerikanischen Truppen beschossen und in Brand gesetzt. Gegenüberliegend vom Bahnhof errichtete schließlich die Stadt in den Jahren 1927 und 1928 nach Plänen von Karl Dröner ihr neues Rathaus mit einem 40 Meter hohen Rathausturm. In die gleiche Zeit fällt auch in der König-Straße der Neubau des Einkaufshauses der amerikanischen Firma S.S. Kresge & Co. aus New-York mit seiner expressionistischen Architektur sowie im Jahr 1925 die Gründung der Sternwarte Sonneberg im Ortsteil Neufang durch Professor Cuno Hoffmeister.

Infolge der Weltwirtschaftskrise und einer Überschuldung wurde Sonneberg 1929 zahlungsunfähig und unter Zwangsverwaltung gestellt.[24] Einschneidende Veränderungen brachte die Weltwirtschaftskrise nicht nur für die kommunalen Haushalte mit sich. Insbesondere die auf den Export ausgerichtete Spielwarenindustrie erlebte eine rapide Verringerung der Verkäufe. Sinkende Kaufkraft in den ebenfalls wirtschaftlich hart getroffenen USA, die wachsende Konkurrenz der billiger und effizienter produzierenden japanischen Spielwarenindustrie und, schließlich, Managementfehler - man versäumte, die Produktion der sich wandelnden Nachfrage anzupassen - führten zu einer radikalen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. [25] Gegen Ende der Weimarer Republik wies die Stadt Sonneberg mit dem horrenden Wert von 50%innerhalb Thüringens die höchste Arbeitslosenquote auf.[26] Die wirtschaftliche Notlage machte Teile der Bevölkerung in der Region besonders anfällig für die politische Propaganda der Nationalsozialisten. Hatten zu Beginn der Republik noch fast zwei Drittel der Stimmberechtigten für die Sozialdemokratie votiert, so konnte die NSDAP bei Wahlen nach Eintritt der Krise regelmäßig die absolute Mehrheit der Stimmen für sich gewinnen. Neben dem reichsweit mit der NSDAP sympathisierenden Lager der nationalen und protestantischen Bürgerlichen waren es im ehemals überwiegend "roten Thüringer Wald" nun auch die vorher sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeiter, die in großer Zahl die nationalsozialistisch wählten.[27]

Bei Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden Einwohner aus politischen, rassischen und religiösen Gründen verfolgt, mit Gefängnis- und Zuchthausstrafen belegt oder in KZ deportiert. Zu ihnen gehörte der Mitbegründer der KPD-Ortsgruppe Otto Bergner in Köppelsdorf, der mehrmals verhaftet, in das KZ Buchenwald überstellt und schließlich in das KZ-Außenkommando Witten-Annen verlegt wurde, wo er im März 1945 ums Leben kam. An ihn erinnert ein Straßenname. An den Arbeiter Adolf Wicklein, der vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Hof des Landgerichts Weimar hingerichtet wurde, weil er geflüchteten sowjetischen Kriegsgefangenen humanitäre Hilfe leistete, erinnerte bis 1990 eine Straße, die seitdem in Marienstraße rückbenannt wurde. In Köppelsdorf regte sich auch Widerstand aus evangelischen Kirchenkreisen gegen das Naziregime, insbesondere gegen die deutsch-christliche Kirchenleitung. Der Pfarrer Reinhard Metz setzte sich mit Predigten und Briefen für gemaßregelte Pfarrer ein. Ein Mitglied der Bekennenden Kirche (BK) stellte einen Raum in ihrem Fabrikgebäude Friedrichstraße 38 für bekenntnisgebundene kirchliche Jugendarbeit zur Verfügung. Die Juden der Stadt erlitten antisemitische Verfolgung und Deportation, die sie in die Emigration oder in die Vernichtungslager brachte, die nur wenige überlebten. Zwischen 1934 und 1943 wurden 687 Frauen und Männer aus Sonneberg und Umgebung Opfer von Zwangssterilisation.

Im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht wurden ab 1935 Rüstungsbetriebe angesiedelt. Darunter war die Thüringer Zahnradwerke m.b.H. Sonneberg in Bettelhecken, eine Tochterfirma des Leipziger Maschinenbauunternehmens G. E. Reinhardt. 1937 kam das Bekleidungsamt der Luftwaffe nach Sonneberg, wodurch die Uniformschneiderei die zurückgehende Spielzeugindustrie teilweise ersetzen konnte. Ab demselben Jahr stellte außerdem die Spielzeugfabrik Robert Hartwig Lastensegler (DFS 230, später Gotha Go 242) und die Stuttgarter J. C. Eckardt AG in einem neu errichteten Zweigwerk Bordinstrumente für die Luftwaffe her.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten etwa 4300 Frauen und Männer vor allem aus der Sowjetunion, aber auch vielen anderen von Deutschland besetzten Nationen Zwangsarbeit vorrangig in der Rüstungsproduktion verrichten: in den Thüringer Zahnradwerken, bei Siemens-Schuckert (SSW) in Oberlind, in den Firmen Louis Siegel, J. C. Eckardt sowie bei Kopp & Solonot. In dem im September 1944 auf dem Reinhardt-Werksgelände in der Hallstrasse 39 eröffneten Außenkommando Sonneberg des KZ Buchenwald arbeiteten unter menschenunwürdigen Bedingungen durchschnittlich 400 meist jüdisch-polnisch/ungarische Häftlinge.[28] Lucien Elkind, ein französischer KZ-Häftling,der aus Buchenwald in das Lager Sonneberg transportiert wurde, beschrieb die Zustände in seiner Biographie. Gearbeitet wurde demnach in Zwölf-Stundenschichten, wobei Nacht- und Tagschicht wöchentlich wechselten. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln war schlecht, jedoch hätte es, anders als in Buchenwald, kaum gravierende gewalttätige Übergriffe durch das SS-Wachpersonal gegeben.[29] Andere Insassen berichteten dagegen von brutalen Misshandlungen durch die SS.[30] Nach Darstellung Elkinds kam es kurz vor der Auflösung des Lagers im April 1945 zu einem Massaker. Als überstürzt der Abmarsch der Gefangenen befohlen wurde, protestierten die Angehörigen der Nachtschicht, die fürchteten, keine Essensration mehr vor dem Aufbruch zu erhalten. Als dann einige Häftlinge einen Sack Kartoffeln an sich brachten, schossen die Bewacher in die Menge. Elkind schätzte, dass mindestens 40 Häftlinge getötet und viele verletzt wurden.[31] Viele Häftlinge kamen auf dem Todesmarsch in Richtung des heutigen Tschechien ums Leben. Offenbar wurden die Gefangegen zunächst gezwungen nach Süden zu marschieren, kamen dann in das Lager Sonneberg zurück, um nun in nördlicher Richtung das Stadtgebiet zu passieren.[32] Nach Auskunft eines unmittelbar nach Kriegsende befragten Häftlings des Lagers Sonneberg, der den bis zum 8.Mai andauernden Marsch überlebt hatte, starb etwa ein Viertel der Gefangenen. Wer, von Strapazen und Hunger geschwächt, nicht mehr weiter marschieren konnte, wurde von den begleitenden Wachen getötet.[33] Elkind schilderte eindrücklich, dass bereits wenige Stunden nach Verlassen des Lagers Schüsse vom Ende der Kolonne her zu hören waren. Es seien nicht zuletzt die als Folge des Massakers am Abend zuvor schwer verletzten Gefangenen gewesen, die zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mehr in der Lage waren zu folgen.[34] Entlang der zwei Routen wurden 1982 auf Veranlassung der SED-Kreisleitung Sonneberg[35] Metalltafeln angebracht, die an sie erinnern: in der Hallstraße, der Bettelhecker Straße am Forsthaus, der Coburger Straße, am Marktplatz, im Grüntal am Kiesteich und im Röthengrund sowie in Oberlind in der Johann-Sebastian-Bach-Straße und in Köppelsdorf in der Steinacher Straße. Auf dem Hauptfriedhof erinnert ein Ehrenhain an 118 umgekommene sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. [36]

Durch sowjetische Militärtribunale wurden 21 Jugendliche (ab 15 Jahren) in Sonneberg 1946/47 unter „Werwolf“-Vorwurf zum Tode (3 mal vollstreckt) oder zu langjährigen Arbeitslager-Strafen verurteilt. Zehn der Jugendlichen kamen in sowjetischen Speziallagern um. Aus dem Bereich des heutigen Sonneberg (einschließlich der erfolgten Eingemeindungen) wurden insgesamt 77 Jugendliche verurteilt, davon wurden 8 erschossen, 30 sind in Lagern verstorben.[37]

1952 wurde das Land Thüringen aufgelöst und der Kreis Sonneberg dem Bezirk Suhl zugeordnet. Ab 1953 entstand der Stadtteil Wolkenrasen als Wohnsiedlung auf ehemals Oberlinder Flur. 1952 entstand der VEB Stern-Radio Sonneberg (vormals Elektro-Apparatefabrik Köppelsdorf) und 1956 der VEB Vereinigte Spielwarenwerke Sonneberg „sonni“ (ab 1981 VEB sonni Sonneberg, Stammbetrieb). 1971 wurden vier Volkseigene Betriebe zum „Kombinat Spielwaren Sonneberg – sonni“ zusammengeschlossen. 1978 gab es im Kreis Sonneberg elf Volkseigene Spielwarenbetriebe und zwei Kombinate, das „Elektro-Keramische Kombinat Sonneberg“ und von 1974 bis 1981 das „Kombinat Piko Sonneberg“, danach „VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg“.[38]

Während der DDR-Zeit wirkte sich die Lage unmittelbar an der innerdeutschen Grenze nachteilig auf die Entwicklung der Stadt aus, insbesondere zwischen 1961 und 1972, als das Stadtgebiet Grenzsperrgebiet war.

Nach der Wende wurden die Spielwarenbetriebe privatisiert oder reprivatisiert, sofern sie noch bestanden.[39] Am 18. Februar 1990 wurde hier – erstmalig auf dem Gebiet der noch bestehenden DDR – 57 Jahre nach ihrem Verbot durch die Nationalsozialisten die Arbeiterwohlfahrt wiedergegründet. Im Jahr 2002 fand in Sonneberg der Thüringentag statt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

Bevölkerungsentwicklung

1829 bis 1981

  • 1829: 3.028
  • 1895: 12.167
  • 1905: 15.003
  • 1946: 21.534 1
  • 1950: 30.182 2
  • 1960: 28.936
  • 1981: 28.733

1984 bis 1999

  • 1984: 28.440
  • 1994: 25.880
  • 1995: 25.481
  • 1996: 25.297
  • 1997: 25.151
  • 1998: 24.951
  • 1999: 24.892

2000 bis 2007

  • 2000: 24.837
  • 2001: 24.690
  • 2002: 24.582
  • 2003: 24.246
  • 2004: 24.026
  • 2006: 23.681
  • 2007: 23.252

ab 2008

  • 2008: 22.807
  • 2009: 22.529
  • 2010: 22.356
  • 2011: 22.222
  • 2012: 21.737
  • 2013:
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[40][41]
Wahlbeteiligung: 42,2 % (2004: 38,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,8 %
27,5 %
18,6 %
13,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,4 %p
-0,5 %p
+3,1 %p
+2,7 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 2004: PDS
Das Rathaus von Sonneberg

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009, bei der alle Parteien ihre relative Position von 2004 behielten, setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Partei / Liste Sitze
CDU 12 (–2)
LINKE 8 (±0)
SPD 6 (+1)
FDP 4 (+1)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Wahl des Bürgermeisters am 22. April 2012 wurde Sibylle Abel, Kandidatin der CDU, mit 59,7 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 42,2 %

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Der Schuldenstand der Stadt lag am 31. Dezember 2009 bei insgesamt etwa 27,39 Millionen Euro.[42] Das sind etwa 1210 Euro pro Einwohner.

Wappen[Bearbeiten]

Sonneberg führt das Wappen offiziell seit dem 5. Oktober 1934:

  • In Gold ein rot bewehrter, rot gezungter doppelschwänziger schwarzer Löwe, begleitet von zwei achteckigen schwarzen Sternen. Der aufrecht stehende, nach (heraldisch) rechts blickende Löwe verweist auf den Übergang der Stadt an die Markgrafschaft Meißen 1353 und ist seither im Stadtwappen.
  • Die zwei Sterne befinden sich als Beizeichen – mit Unterbrechung im 19. Jahrhundert bis 1934 – seit dem 16. Jahrhundert im Stadtwappen.

Das älteste SIGILLVM STAHT SONNEBERG stammt aus dem 16. Jahrhundert und zeigt den meißenischen Löwen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die heutige Innenstadt entstand auf dem Reißbrett, nachdem die alte Stadt 1840 durch einen Stadtbrand völlig zerstört wurde. Sie ist daher die einzige aus dem 19. Jahrhundert stammende planmäßige Stadtanlage in Thüringen. Das ursprüngliche Stadtzentrum lag oberhalb der heutigen Innenstadt im engen Tal der Röthen. Städtebaulicher Mittelpunkt der neuen Anlage war zunächst der Juttaplatz (benannt nach Jutta von Henneberg, die Sonneberg 1349 die Stadtrechte verlieh) unweit der Stadtkirche, in den 1920er-Jahren kam dann auch noch der Bahnhofsplatz mit seinen repräsentativen Bauten als Bezugspunkt hinzu. Geprägt ist die Sonneberger Innenstadt daher vor allem durch Architektur aus der Zeit zwischen 1840 und 1930, die heute noch ein größtenteils geschlossenes Ensemble bildet.

Museen[Bearbeiten]

Das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg
  • Das bekannteste Museum Sonnebergs ist das Deutsche Spielzeugmuseum. Es entstand 1901 und zeigt als ältestes Spielzeugmuseum Deutschlands eine Auswahl aus dem etwa 100.000 Objekte umfassenden Fundus. Das Gebäude wurde 1901 im neubarocken Stil errichtet. Zunächst diente es als Kunstgewerbeschule zur Spielzeug- und Porzellan-Formgestaltung; seit 1938 wird es gänzlich als Museum genutzt.
  • Das Astronomie-Museum Sonneberg befindet sich in den Räumen der Sternwarte und wurde Ende der 1990er Jahre gegründet. Das Museum informiert auch über das Leben des Sternwarten-Gründers Cuno Hoffmeister.
  • In Sonneberg gibt es auch ein Schauaquarium und einen Heimattiergarten.

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtkirche St. Peter
Turm Handelshaus Kresge

Die neugotische Stadtkirche St. Peter wurde zwischen 1843 und 1845 von Carl Alexander Heideloff errichtet. Vorbild war die Lorenzkirche in Nürnberg. Die Kirche verfügt über ein dreischiffiges Langhaus und eine südwestliche Doppelturmfassade. Als Baumaterial kam Sandstein zum Einsatz, im Innenraum vor allem verputztes Holz. Die Inneneinrichtung stammt hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert. Oberhalb der Stadtkirche liegt der Friedhof.

Die katholische Kirche der Stadt ist die Pfarrkirche St. Stephanus. Sie ist eine neuromanische Basilika aus den Jahren 1902/1903, die unter Leitung des Berliner Architektenbüros Reimarus & Hetzel entstand. An der Kirche sind ein mächtiger Turm zur Straße hin und ein kleiner Turm zum Garten hin angebaut. Die ursprüngliche prachtvolle Innenausmalung von 1913 ist heute ebenso wie der Großteil des alten Inventars nicht mehr erhalten.

Weiterhin von Bedeutung sind einige Gebäude aus den 1920er-Jahren rings um den Bahnhofsplatz. Der Sonneberger Hauptbahnhof selbst stammt aus dem Jahr 1907. Ihm gegenüber steht das Neue Rathaus, ein neoklassizistischer Prachtbau von 1928, der das Stadtbild dominiert. Errichtet wurde er nach Plänen von Karl Dröner. Überragt wird das Rathaus vom 45 Meter hohen Mittelturm. Die Fassade ist durch Säulenanordnungen gegliedert. Neben dem Rathaus steht das AOK-Haus von 1927. Damals wurde das 1922 errichtete Lagerhaus durch Walter Buchholz zum Bürohaus expressionistischer Prägung umgebaut. Die Fassade des fünfgeschossigen Baus wird durch verschiedene Plastiken verziert. Hinter dem AOK-Haus steht die Sonneberger Post, die 1932 im Stil der neuen Sachlichkeit errichtet wurde. Von den einst zahlreichen Handelshäusern in Sonneberg ist das Handelshaus Kresge hervorhebenswert, das sich das amerikanische Unternehmen 1921 von Franz Boxberger und Ernst Herbart entwerfen ließ. Prägend ist der achteckige, expressionistische Turmaufbau im Mittelteil des Gebäudes, der bei einer Erweiterung 1927/28 nach Plänen von Walter Buchholz entstand. Das größte der Handelshäuser in Sonneberg wurde von Woolworth seit 1926 betrieben und stand am Bahnhofsplatz gegenüber dem AOK-Haus. Es hatte etwa 4.200 m² Grundfläche sowie rund 100.000 m³ umbauten Raum und war eines der größten Lagerhäuser Thüringens. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Internationale Sonneberger Jazztage (jährlich im November)
  • Sonneberger Vogelschießen (jährlich Anfang Juli)
  • Puppentheatertage
  • Internationales Puppenfestival (zusammen mit Neustadt bei Coburg)
  • Stadt- und Museumsfest (jährlich im September)
  • Comptoir-Kunstmagazin – die Städtische Galerie (ständig aktuelle Ausstellungen)
  • Veranstaltungen im Gesellschaftshaus (wöchentlich)
  • Vorträge in der Sternwarte (jeden ersten Montag im Monat)

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Sonneberger Rostbratwurst (auf Itzgründisch: Sumbarcher Broudwörscht)
  • Sonneberger Klöße – eine Variante der Thüringer Klöße (auf Itzgründisch: Sumbarcher Arpflsklüeß)
  • Gemüsesuppe (auf Itzgründisch: Süßa Schniedla oder Saura Schniedla)
  • Fleck (auf Itzgründisch: Flack)

Dialekt und Mundart[Bearbeiten]

In Sonneberg wird, wie in den umgebenden Orten, der itzgründische Dialekt als Unterform des Mainfränkischen gesprochen. Als Variation des Itzgründisch wird die "Sumbarcher Mundart" gepflegt. Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Sonneberger Mundart vom Sprachforscher August Schleicher in seinem Werk Volkstümliches aus Sonneberg im Meininger Oberlande beschrieben.[43]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

  • Spielwaren- (Piko, VEB Therapeutisches Spielzeug), Papier-, Keramische-, Autozuliefererindustrie, Möbelproduktion, früher auch Herstellung von Elektrogeräten (EIO; RFT: Kombinat Sternradio), Bekleidung (VEB Herko Sonneberg), technische Kunststoffteile (VEB Plasta Werke) und Maschinenbau für die Keramikindustrie (VEB Thuringia)
  • Die Privatbrauerei Gessner GmbH & Co. KG wurde 1858 in Steinach gegründet. Sie zog 1997 nach Sonneberg.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Hauptbahnhof Sonneberg

Sonneberg liegt an der Bundesstraße 89 von Kronach über Sonneberg nach Meiningen, die als Ortsumgehung ausgebaut wurde. Eine gemeinsame Autobahnanschlussstelle an der A 73 mit der Stadt Neustadt bei Coburg ist etwa 15 Kilometer von Sonneberg entfernt bei Coburg vorhanden (siehe B 4).

Sonneberg liegt an der Deutschen Spielzeugstraße.

Bahn[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Sonneberg ist Ausgangspunkt der

Heute kann Sonneberg auch mit dem Bayernticket erreicht werden, denn es ist nicht unüblich, dass an Grenzen zweier Bundesländer beide Ländertickets gelten.[44]

Medien[Bearbeiten]

  • SRF (Südthüringer Regionalfernsehen) für Südthüringen mit Regional-Magazinen und Teletext-Informationen zu Öffnungszeiten, Bereitschaftsdiensten, Sportergebnissen unter anderem
  • In Sonneberg erscheint als Tageszeitung das Freie Wort mit einer Lokalausgabe.
  • Im größten Sonneberger Stadtteil erscheint die „Stadtteilzeitung Wolkenrasen“.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

  • Medinos-Klinik: mit Häusern in Sonneberg und Neuhaus am Rennweg als Teil von RegioMed
  • Sonneberg gehört wie der Landkreis Sonneberg als einzige Kreisstadt außerhalb Bayerns zur Gesundheitsregion Erlangen NeuroRegioN - TelemedNordbayern[45]

Messe[Bearbeiten]

  • Die Stadt Sonneberg ist Veranstaltungsort der länderübergreifenden Messe FAMOS (Fachkräfte- und Ausbildungsmesse für Oberfranken und Südthüringen) des Vereins Wirtschaft - Innovation - Region (WIR) zwischen Rennsteig und Main (2013: 3.800 Besucher).[46]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Christian Friedrich Kessler von Sprengseisen: Topographie des Herzoglich-Sachsen-Koburg-Meiningischen Antheils an dem Herzogtthum Koburg…. Sonnenberg 1781, S. 94–116. (Digitalisat)
  • Heinrich Christoph Hensoldt: Beschreibung der durch ihren Welthandel berühmten Stadt Sonneberg im Herzogthum Sachsen-Meiningen, ingleichen der darin im altdeutschen Styl vom Architekten Karl Heideloff zu Nürnberg erbauten Stadtpfarrkirche. Johann Adam Stein, Nürnberg 1845 (Digitalisat)
  • Hermann Pistor: Altes und Neues von Sonneberg und dem Meininger Oberlande. Verlag Emil Oehrlein, Sonneberg 1902
  • Bücher der Heimat Band 1: Geschichte und Geschichten um 650 Jahre Sonneberg., Herausgeber: Dyba-Werbung und J. Luthardt; Offizin Hildburghausen GmbH, Sonneberg 1998
  • 650 Jahre Stadt Sonneberg. 1349–1999. Sonneberg, Stadt Sonneberg 1999
  • Sonneberg, wie es früher war, Wartberg, Gudensbg. 2001
  • Zwischen Rennsteig und Sonneberg (= Werte unserer Heimat. Band 39). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1986.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Bundesamt für Naturschutz
  3. Radio Eins: Beitritt auf Probe - Sonneberg schließt sich an Metropolregion an
  4. Bayerischer Rundfunk, 2. Oktober 2013: Metropolregion Nürnberg. Sonneberg wird außerbayerisches Mitglied
  5. Amtsblatt der Stadt Sonneberg: 9. Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Stadt Sonneberg vom 7. Februar 2014. Ausgabe 2/14, 26. Februar 2014, S.3
  6. De origine gentis Francorum compendium, 1514 - An abridged history of the Franks / Johannes Trithemius; AQ-Verlag, Dudweiler 1987; ISBN 978-3-922441-52-6.
  7. Schwämmlein, Thomas, Cella oder Mönchskeller? Zu einer Sandsteinhöhle in Sonnebergs Altstadt, Rundbrief Heimatpflege 1/2010
  8. Schwämmlein, Thomas, Cella oder Mönchskeller? Zu einer Sandsteinhöhle in Sonnebergs Altstadt, Rundbrief Heimatpflege 1/2010
  9. Guttenberg, Erich Fhr. von: Die Territorienbildung am Obermain. (Bericht des Historischen Vereins Bamberg. 79) Bamberg 1926, S. 437 f.; Lorenz, Walter: Campus solis. Geschichte und Besitz der ehemaligen Zisterzienserinnenabtei Sonnefeld bei Coburg. (Schriften des Instituts für fränkische Landesforschung an der Universität Erlangen. Historische Reihe. 6) Kallmünz 1955; Schwämmlein, Thomas: Zur ersten urkundlichen Erwähnung des Namens "Sonneberg". Quelle, Überlieferung, historisches Umfeld. In: Jahrbuch des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins. 22 (2007), S. 43-59
  10. Matthias Merian: Topographia Franconiae, Frankfurt 1648, S. 126
  11. Huschke, Wolfgang: Politische Geschichte von 1552 bis 1775. In: Patze, Hans; Schlesinger, Walter (Hrsg.): Geschichte Thüringens. Bd. 5: Politische Geschichte in der Neuzeit. Teilband 1. (Mitteldeutsche Forschungen. 48) Köln/Wien 1985, S. 1-614; Schwämmlein, Landkreis Sonneberg, S. 25
  12. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 458; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 244.
  13. Oskar Stillich: Die Spielwaren-Hausindustrie des Meininger Oberlandes. Verlag Fischer, Jena 1899
  14. Hamlin, David, D., Work and Play. The Production and Consumption of Toys in Germany, 1870-1914, University of Michigan 2007, S. 87
  15. Hamlin, David, D., Work and Play. The Production and Consumption of Toys in Germany, 1870-1914, University of Michigan 2007, S. 87
  16. Hamlin, David, D., Work and Play. The Production and Consumption of Toys in Germany, 1870-1914, University of Michigan 2007, S. 90
  17. Hamlin, David, D., Work and Play. The Production and Consumption of Toys in Germany, 1870-1914, University of Michigan 2007, S. 90
  18. Schmidt-Bachern, Heinz, Aus Papier. Eine Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Papier verarbeitenden Industrie in Deutschland, Berlin und Boston 2011, S. 103
  19. Hamlin, David, D., Work and Play. The Production and Consumption of Toys in Germany, 1870-1914, University of Michigan 2007, S. 90
  20. Schmidt-Bachern, Heinz, Aus Papier. Eine Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Papier verarbeitenden Industrie in Deutschland, Berlin und Boston 2011, S. 104
  21. Hamlin, David, D., Work and Play. The Production and Consumption of Toys in Germany, 1870-1914, University of Michigan 2007, S. 90
  22. Walter, Franz, Vom Milieu zum Parteienstaat. Lebenswelten, Leitfiguren und Politik im historischen Wandel, Wiesbaden 2010, S. 61
  23. Schmidt-Bachern, Heinz, Aus Papier. Eine Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Papier verarbeitenden Industrie in Deutschland, Berlin und Boston 2011, S. 105
  24. Thomas Schwämmlein: Kulturdenkmale in Thüringen. Landkreis Sonneberg. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2005, S. 393
  25. Walter, Franz, Vom Milieu zum Parteienstaat. Lebenswelten, Leitfiguren und Politik im historischen Wandel, Wiesbaden 2010, S. 62
  26. Jentzsch, Walter, Hanns, Der thüringische Arbeitsmarkt und seine Folgen, in: Thüringer Jahrbuch, 1931, Jahrgang 6, S. 33 ff.
  27. Walter, Franz, Vom Milieu zum Parteienstaat. Lebenswelten, Leitfiguren und Politik im historischen Wandel, Wiesbaden 2010, S. 60 f.
  28. Schmidt van der Zanden, Christine, Sonneberg West, in: Megargee, Geoffrey, P., (Hrsg.), The United States Holocaust Memorial Museum. Encyclopedia of Camps and Ghettos,1933-1945, Band 1, Bloomington, Indiana, 2009, S.420
  29. Elkind, Lucien, Caporal Dick, Paris 1997, S. 174 ff.
  30. Schmidt van der Zanden, Christine, Sonneberg West, in: Megargee, Geoffrey, P., (Hrsg.), The United States Holocaust Memorial Museum. Encyclopedia of Camps and Ghettos,1933-1945, Band 1, Bloomington, Indiana, 2009, S.420
  31. Elkind, Lucien, Caporal Dick, Paris 1997, S. 186
  32. Elkind, Lucien, Caporal Dick, Paris 1997, S. 186 f.
  33. Schmidt van der Zanden, Christine, Sonneberg West, in: Megargee, Geoffrey, P., (Hrsg.), The United States Holocaust Memorial Museum. Encyclopedia of Camps and Ghettos,1933-1945, Band 1, Bloomington, Indiana, 2009, S.420
  34. Elkind, Lucien, Caporal Dick, Paris 1997, S. 186 f.
  35. Thomas Schwämmlein: Kulturdenkmale in Thüringen. Landkreis Sonneberg. E. Reinhold Verlag, Altenburg, S. 418
  36. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 287ff., ISBN 3-88864-343-0
  37. Benno Prieß:Die Jugendlichen von Sonneberg/Thüringen und den Nachbargemeinden in Erschossen im Morgengrauen. Eigenverlag Calw, 2002. Mitherausgeber: Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. ISBN 3-926802-36-7, S. 122–126
  38.  Norbert Moczarski etal, Thüringisches Staatsarchiv Meiningen (Hrsg.): Thüringisches Staatsarchiv Meiningen. Abteilung Regionales Wirtschaftsarchiv Südthüringen in Suhl. Eine kurze Bestandsübersicht. 1 Auflage. Druckhaus Offizin Hildburghausen, 1994, Entwicklung traditioneller Industriegebiete in Südthüringen bis 1990, S. 16–24.
  39. [1]
  40. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=072&gemnr=72018
  41. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2004&zeigeErg=GEM&wknr=072&gemnr=72018
  42. Thüringer Landesamt für Statistik
  43. August Schleicher: Volkstümliches aus Sonneberg im Meininger Oberlande. in Commission bei H. Bühlau, Weimar 1858.
  44. Deutsche Bahn
  45. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit - Gesundheitsregion Erlangen NeuroRegioN - TelemedNordbayern
  46. Deutschland Today

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Sonneberg – Reiseführer