Sonneberg (Thüringen) Hauptbahnhof

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Sonneberg (Thür) Hbf
Sonneberg-Bahnhofsplatz3.jpg
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung USO
Eröffnung 1907
Architektonische Daten
Baustil Heimatstil
Lage
Stadt Sonneberg
Land Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 21′ 19″ N, 11° 10′ 8″ O50.35527777777811.168888888889Koordinaten: 50° 21′ 19″ N, 11° 10′ 8″ O
Höhe (SO) 387,25 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Thüringen
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Der Hauptbahnhof Sonneberg wurde im Rahmen der Baumaßnahmen zur Bahnstrecke Eisfeld–Sonneberg, der sogenannten Hinterlandbahn, errichtet und hat bis heute noch eine zentrale Funktion im öffentlichen Personennahverkehr für Sonneberg und das Umland. Er löste 1907 den als Wohngebäude heute noch existierenden Alten Bahnhof ab, der zusammen mit der eingleisigen Bahnstrecke Coburg–Sonneberg, einer Zweigstrecke der Werrabahn, in den Jahren 1857 bis 1858 durch die Werra-Eisenbahn-Gesellschaft errichtet wurde.

Lage[Bearbeiten]

Der Sonneberger Bahnhof liegt bei dem Kilometer 19,51 der Strecke Coburg–Sonneberg in einer Höhe von 386,41 Metern über NN und befindet sich südlich der Innenstadt. Er wird im Norden durch die parallel verlaufende Innenstadt-Tangente begrenzt. Der Bahnhof ist Ausgangspunkt für die Bahnstrecken nach Coburg sowie nach Neuhaus am Rennweg und nach Eisfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Alter Bahnhof

Am 2. November 1858 wurde der erste Sonneberger Bahnhof als Endstation der Werra-Eisenbahn-Gesellschaft feierlich eingeweiht. Erst 28 Jahre später folgte am 1. Oktober 1886 mit der Inbetriebnahme der Strecke nach Lauscha der Umbau zum Durchgangsbahnhof. Allerdings zeigte sich spätestens nach der Eröffnung der Bahnlinie nach Stockheim am 1. Juni 1901, dass die vorhandenen Bahnanlagen, die 1895 von der preußischen Staatsbahn übernommen worden waren, dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen waren. Deshalb baute die Reichsbahndirektion Erfurt ab dem Jahr 1905 südöstlich vom alten Bahnhof einen neuen Bahnhof, welcher zwei Jahre später im Oktober 1907 in Betrieb genommen wurde. Der Bahnhof war viermal so groß wie der Vorgängerbau und kostete ungefähr 2,7 Millionen Mark. Die Bahnsteigüberdachungen wurden erstmals in Deutschland in Stahlbeton durch die Firma Dyckerhoff und Widmann ausgeführt.

Mit der Einweihung der Hinterlandbahn am 1. April 1910 bekam der Bahnhof seinen vierten Anschluss an eine Bahnstrecke und wurde aufgrund des umfangreichen Güterbahnhofs mit einem Ablaufberg Eisenbahnknotenpunkt und mit 27 Gleisen und 102 Weichen als Bahnhof der Rangklasse 2 eingeordnet. Größere Zerstörungen gab es gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. So wurden von der deutschen Wehrmacht die Stellwerke gesprengt und bei einem Luftangriff durch US-amerikanische Jagdbomber Lagerschuppen und 70 % der Gleis- und Weichenanlagen zerstört. Nach der Besetzung Thüringens durch sowjetische Truppen im Juli 1945 folgte die Betriebseinstellung auf den Hauptstrecken nach Coburg und Stockheim. Der Bahnhof verlor viel von seiner verkehrlichen Bedeutung. Vier Gütergleise und ein Bahnhofsgleis mussten als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut werden.

Im Jahr 1952 wurde der Bahnhofsname auf Hauptbahnhof geändert, 1971 waren die beiden Stellwerke durch Neubauten ersetzt und Lichtsignale eingeführt worden. Der Umschlag auf dem Güterbahnhof gehörte weiterhin in Südthüringen mit zu dem umfangreichsten, auch wenn der Bahnverkehr nur über die beiden Nebenbahnen nach Probstzella und Eisfeld mit den Spitzkehrenbahnhöfen in Lauscha bzw. Rauenstein abgewickelt werden konnte.

Nach der Wiedervereinigung wurde die Strecke nach Coburg reaktiviert und die Gleise 3 bis 6 elektrifiziert. Im Jahr 1997 wurde der durchgehende Verkehr nach Probstzella sowie nach Eisfeld eingestellt. Unter dem Projektnamen Umweltbahnhof Sonneberg wurde von 1997 bis 1999 der Bahnhof umgebaut. Dabei wurde der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet und ein zentraler Busbahnhof eingerichtet. Außerdem entstand eine 220 m lange Fuß- und Radwegbrücke über die Gleisanlagen mit Aufzugstürmen zu den Bahnsteigen und zum Busbahnhof. In dieser Zeit war der Bahnhof nur noch aus südlicher Richtung über Neustadt zu erreichen. Die Stilllegung des Güterbahnhofs erfolgte im Jahr 1999, der Umbau der Gleisanlagen auf die fünf verbleibenden Bahnsteiggleise und ein durchgehendes Gütergleis sowie zwei weitere Gütergleisstümpfe wurde zwischen den Jahren 2001 und 2002 durchgeführt. Außerdem wurde ein Elektronisches Stellwerk installiert und durch die Thüringer Eisenbahn der Verkehr nach Lauscha–Neuhaus sowie Rauenstein–Eisfeld wieder aufgenommen.

Personenzugverkehr[Bearbeiten]

Hausbahnsteig

Einfache Personenzüge waren und sind im Sonneberger Bahnhof der Regelfall. Nur ab 1937 gab es einen Eilzug, der in drei Stunden und ungefähr zehn Minuten die 142 Kilometer von Coburg über Sonneberg, Stockheim und Göschwitz nach Weimar fuhr. Außerdem verkehrte ab 1954 bzw. 1970 mit Unterbrechungen ein Eilzugpaar über Saalfeld nach Leipzig.

Im Jahr 2012 fährt die STB mit ihrer Linie 1 alle zwei Stunden nach Meiningen und stündlich mit der Linie 4 nach Neuhaus am Rennweg. Die Regionalexpresslinie 30 der DB Regio verbindet Sonneberg stündlich über Coburg mit Bamberg und Nürnberg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Beyer: Eisenbahn im Sonneberger Land. Eisenbahn-Fachbuch-Verlag, Neustadt/Coburg 2004, ISBN 3-9807748-5-6.

Weblinks[Bearbeiten]