Sonnenallee (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel: Sonnenallee
Originaltitel: Sonnenallee
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1999
Länge: 88 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 6
Stab
Regie: Leander Haußmann
Drehbuch: Thomas Brussig
Detlev Buck
Leander Haußmann
Produktion: Claus Boje
Detlev Buck
Musik: Stephen Keusch
Paul Lemp
Kamera: Peter Krause
Schnitt: Sandy Saffeels
Besetzung

Sonnenallee ist ein deutscher Spielfilm von Leander Haußmann. Der Titel des Films bezieht sich auf die gleichnamige Straße in Berlin. Am südlichen Ende der Sonnenallee befand sich während der deutschen Teilung ein Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin. 1999 wurde dieser Grenzübergang Thema eines Films über das Leben in der DDR.

Dem Film ging eine fast dreijährige Vorbereitungsphase voraus. Er ist Haußmanns erster Kinofilm; der Regisseur war zu diesem Zeitpunkt noch Intendant am Schauspielhaus Bochum. Das Drehbuch wurde gemeinsam von Thomas Brussig, Detlev Buck und Leander Haußmann entwickelt. Brussigs Roman Am kürzeren Ende der Sonnenallee erschien im selben Jahr.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

In dem Film wird auf humoristische Weise das Leben Jugendlicher in Ost-Berlin bzw. im Grenzgebiet im Jahr 1973 geschildert. Dabei ist der Film nicht immer geschichtstreu und überzeichnet z. T. bewusst typische Probleme der DDR-Bürger, um einen Film zu schaffen, den jeder versteht, ohne vorher ein Geschichtsbuch gelesen haben zu müssen, wie Haußmann im Interview selber anmerkt.

Erzählt wird die Geschichte von Michael Ehrenreich, gespielt von Alexander Scheer, und seinem besten Freund Mario (Alexander Beyer). Beide wohnen am kürzeren Ende der Sonnenallee, besuchen die EOS (Erweiterte Oberschule) Wilhelm Pieck und stehen, wie die anderen Jungs aus der Clique, kurz vor dem Abitur. Neben der Frage, ob man um des Studiums Willen sich für drei Jahre bei der NVA verpflichten soll, bilden die (verbotene) Musik der 1970er Jahre, vor allem die Rolling Stones und natürlich die erste Liebe bzw. Mädchen die zentralen Motive des Films. Darüber hinaus werden die Probleme des Erwachsenwerdens und auf subtile Art und Weise auch die damaligen Schikanen durch Grenzbeamte aufgezeigt.

Auch Michas Onkel Heinz aus West-Berlin kommt sehr oft zu Besuch und klagt immer darüber, dass alles mit Asbest gebaut ist, und wie schlecht die DDR überhaupt wäre. Am Ende des Filmes stirbt er an Lungenkrebs.

Am Ende wird die Komik des Films durch dramatischere Passagen unterbrochen. Die Tatsache, dass Michaels Freund, Mario, sich aus privaten und existenziellen Gründen von der Stasi anwerben lässt, ist für Michael ein schwerer Schlag im Hinblick auf ihre Freundschaft. Die Schlusssequenz zeigt, dass Michaels Werben für seine große Liebe, Miriam, gespielt von Teresa Weißbach, endlich Erfolg hat.

Interessant ist, was die Darsteller betrifft, dass die Hauptrollen damals unbekannte Schauspieler waren, die Nebenrollen allerdings exzellent mit hochdekorierten Schauspielern besetzt sind (siehe Besetzungliste).

Viele Kritiker und auch der Delphi Filmverleih sehen in Haußmanns Film NVA die indirekte Fortsetzung von Sonnenallee, allerdings mit anderen Charakteren und Darstellern.

[Bearbeiten] Kritiken

„Ironische, bewusst überzeichnete Burleske über den DDR-Alltag in den 70er Jahren und die kleinen und großen Sehnsüchte der Ossis.“

DVD & Video Report

„Abgegriffene Gags, die oft auf Schadenfreude basieren, sowie vorrangig auf oberflächliche Wiedererkennungseffekte hin angelegte Anekdoten machen ihn zum unzusammenhängenden Nummernprogramm. Hinzu kommt eine fahrlässige politische Unbekümmertheit..“

Lexikon des Internationalen Films

[Bearbeiten] Preise

[Bearbeiten] Musik

Unter den Gruppen, die den Film musikalisch unterstreichen sind u. a. auch:

[Bearbeiten] Wissenswertes

  • Der Stromausfall in der Sonnenallee zu DDR-Zeiten hat wirklich stattgefunden, natürlich nicht wegen der im Film verwendeten (West-)Stereoanlage.
  • Die Filmkulisse mit ihren Altbauten, der Straßenecke dicht an der Mauer und einer in Rufweite gelegenen westlichen Aussichtsplattform ähnelt der Ecke Bernauer Straße/Eberswalder Straße. Mit der Umgebung des echten Grenzübergangs Sonnenallee gibt es dagegen nur wenig Ähnlichkeit.
Pausenhof der ehemaligen 30. POS „Paul Wengels“ in Berlin-Köpenick, Allende-Viertel II
  • Die Aufnahmen zu der legendären Tanzszene wurden in der ehemaligen 30. POS „Paul Wengels“ im Allende-Viertel II in Berlin-Köpenick gemacht. Da diese ehemalige Schule seit Sommer 1991 nicht mehr als solche benutzt wurde, aber in ihrer Ausstattung sich noch fast im Originalzustand befand, bot sie die ideale Kulisse für den Film. Einige wenige Außenaufnahmen wurden auch auf dem Pausenhof gemacht.
  • Aus bisher unbekannten Gründen sind die Kinoversion und die Fassung des Films der DVD/Video gekürzt. Ausschließlich die TV-Fassung (SAT.1) hat die endgültige Länge des Films.[1]
  • Auf der Treppe zu Miriams Wohnung begegnet Micha Winfried Glatzeder, der in dem erfolgreichen DEFA-Spielfilm Die Legende von Paul und Paula von 1973 die Rolle des Paul gespielt hatte. Dieser bietet ihm ein Beil an, das Micha jedoch nicht braucht. Als Glatzeder in der gegenüberliegenden Wohnung verschwindet, sieht man auf der Wohnungstür ein Schild mit „Paul und Paula“.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellenverweise

  1. www.schnittberichte.com: Vergleich der Normalfassung und TV Extended Version
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