Sonnenbühl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sonnenbühl
Sonnenbühl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sonnenbühl hervorgehoben
48.3902777777789.1811111111111775Koordinaten: 48° 23′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 775 m ü. NHN
Fläche: 61,35 km²
Einwohner: 6953 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72820
Vorwahl: 07128
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 091
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 2
72820 Sonnenbühl
Webpräsenz: www.sonnenbuehl.de
Bürgermeister: Uwe Morgenstern
Lage der Gemeinde Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Sonnenbühl ist eine Gemeinde auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb, direkt südlich von Reutlingen. Der Sitz der Gemeindeverwaltung ist im Ortsteil Undingen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sonnenbühl liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, auf der sogenannten Mittleren Kuppenalb. Der Ortsteil Genkingen (771 m ü. NN) reicht bis an den Albtrauf heran. Er liegt am oberen Ende des Wiesaztales. Westlich von Willmandingen (751 m ü. NN) entspringt die Lauchert. Im Ortsteil Erpfingen (731 m ü. NN) entspringt die Erpf, die südlich des Ortes in die Lauchert mündet. Der Ortsteil Undingen liegt 775 m ü. NN. Der tiefste Punkt liegt bei 645 m im Seebachtal bei Willmandingen, der höchste mit 880,8 m auf dem Bolberg.

Geologie[Bearbeiten]

Der oberflächennahe geologische Untergrund Sonnenbühls wird geprägt von den Gesteinen des Weißen Jura. Die Talhänge werden von den Kalkmergeln des Weißen Jura alpha, der Stufenrand und die Hochfläche der Alb von den gebankten Kalken des Weißen Jura betha gebildet. Die Hochfläche wird zum Teil von mächtigen Verwitterungslehmen und -tonen überlagert. Die Albhochfläche bei Sonnenbühl wird von mehreren Kuppen überragt, die von Riffkalken des Weißen Jura delta gebildet werden und als Härtlingskuppen herauspräpariert sind. Ein Paradebeispiel für eine solche Kuppe ist der westlich von Willmandingen gelegene Ruchberg. Die Kalkgesteine des Weißen Jura sind stark verkarstet und durch Karstformen wie Höhlen, Dolinen und Trockentäler geprägt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Sonnenbühl, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Zollernalbkreis¹ und zum Landkreis Tübingen

Pfullingen, Lichtenstein, Engstingen, Trochtelfingen, Burladingen¹, Mössingen² und Reutlingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sonnenbühl entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg, zunächst unter dem Namen Undingen, aus den vier bis dahin selbständigen Gemeinden Erpfingen, Genkingen, Undingen und Willmandingen. In den vier früheren Gemeinden sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem eingerichtet.[2]siehe auch Burg Hohenerpfingen (Schnatren), abgegangene Burg Erpfingen

Zu den Gemeindeteilen Undingen und Willmandingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Gemeindeteil Erpfingen gehören das Dorf Erpfingen, das Gehöft Dreherhof und die Häuser Erpfmühle und Pumpwerk, und zum Gemeindeteil Genkingen gehören das Dorf Genkingen und das Haus Talmühle.

Im Osten des Gemeindeteils Erpfingen liegt die abgegangene Ortschaft Weiler, deren Name jedoch noch als Flurname erhalten ist. Außerdem konnte durch Ausgrabungen 1969/70 im Gewann Untere Wässere eine Siedlung nachgewiesen werden. Im Gemeindeteil Undingen liegt die abgegangene Burg Hohengenkingen und im Gemeindeteil Willmandingen die 1846 abgegangene Seebachmühle.[3]

Klima[Bearbeiten]

Im Februar 1978 wurde der Ortsteil Erpfingen offiziell zum Luftkurort erklärt.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet gab es wahrscheinlich schon im 3. Jahrhundert alemannische Siedlungen.

Der Name Erphinga (Erpfingen) erscheint am 16. November 777 zum ersten Mal auf einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex.

Genkingen wird als Gangingen auf einer anderen Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch aus dem Jahr 772 erwähnt. Das Dorf gehörte seit dem Mittelalter den Herren von Genkingen, die dort ihre Burg (Burg Genkingen) unterhielten. Sie wurden mehrfach in Schenkungsurkunden an das Kloster Zwiefalten genannt. Seit 1506 gehörte es dem Frauenkloster Pfullingen und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg württembergisch.

Schon 806 war Undinga im Besitz des Klosters St. Gallen. 1098 stiftete es Graf Luithold von Achalm dem Kloster Zwiefalten und 1454 wurde Undingen dann württembergisch.

Der Name Willmandingen steht auf einer Urkunde vom 10. Juli 772 des Klosters St. Gallen. Darin zeigt ein gewisser Ruotah an, dass er in Willimundincas eine Kirche zu Ehren des heiligen Gallus erbaue und diese mit Gütern und Leibeigenen ausstatte.[4] Er stammt vermutlich von einem alemannischen Stammesführer Willimund aus dem 3. Jahrhundert. 1474 kaufte Graf Eberhard von Württemberg den Ort, damit kam dieser zum Oberamt Urach, ab 1808 zum Bezirk Reutlingen.

Politik[Bearbeiten]

Der Ortsteil Undingen ist der Verwaltungssitz der Gesamtgemeinde.

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Sonnenbühl wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Sonnenbühl hat nach der letzten Wahl 21 Mitglieder (2009: 18). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,3 % (2009: 57,1 %). Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wählervereinigung 10 Sitze 49,8 % (2009: 11 Sitze, 57,6 %)
Sonnenbühler Bürger 6 Sitze 26,9 % (2009: 5 Sitze, 26,8 %)
CDU 5 Sitze 23,3 % (2009: 0 Sitze, 0,0 %)
Demokratische Bürger Sonnenbühl 0 Sitze 0,0 % (2009: 2 Sitze, 15,6 %)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Am 12. Juli 2009 wurde der amtierende Bürgermeister Gerrit Elser zum neuen Oberbürgermeister in Giengen an der Brenz gewählt. Deshalb fand am 11. Oktober 2009 in Sonnenbühl eine Bürgermeisterwahl statt. Uwe Morgenstern wurde mit deutlicher Mehrheit (58,9 %) im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt.

  • Genkingen
    • bis 1908: Schumacher
    • 1909–?: Johannes Ruoff
    • ?–1950: Weinland
    • 1950–1974: Ernst Herrmann
  • Undingen
    • 1973–1975: Manfred Stierle
  • Sonnenbühl
    • 1975–1999: Dieter Winkler
    • 1999–2009: Gerrit Elser
    • Seit 2010: Uwe Morgenstern

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Sonnenbühl[Bearbeiten]

Die ehemaligen eigenständigen Ortsteile besaßen ganz unterschiedliche eigene Wappen. Daher einigte man sich beim Zusammenschluss darauf, ein ganz neues Wappen zu entwerfen. Dieses wird aus den beiden Bestandteilen des Gemeindenamens gebildet. Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „In Blau über goldenem (gelben) Hügel (Bühl) eine goldene (gelbe) Sonne mit 16 im Wechsel aufeinander folgenden geraden und S-förmigen gebogenen goldenen (gelben) Strahlen.“

Wappen der Teilorte[Bearbeiten]

Erpfingen
Erpfingen
Genkingen
Genkingen
Undingen
Undingen
Willmandingen
Willmandingen

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1987 besteht eine Partnerschaft der Gemeinde Sonnenbühl mit der Gemeinde Corseul in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bärenbrunnen in Erpfingen
Naboriuskirche in Erpfingen

Museen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Erpfingen wurde das erste Ostereimuseum[5] Deutschlands eingerichtet und im Februar 1993 eingeweiht. Es zeigt über tausend Exponate aus ganz Europa.

Sport[Bearbeiten]

Im Ortsteil Erpfingen befindet sich seit 1992 ein Kurgarten und eine 1300 Meter lange Sommerbobbahn.

Für Golffreunde gibt es in Undingen einen 18-Loch-Golfplatz.

Im Winter gibt es eine Vielzahl von Loipen für Skiwanderer in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden und Längen, im Sommer sind dies Wanderrouten.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Freizeitpark Traumland auf der Bärenhöhle bildet vor allem für Familien mit kleineren Kindern einen Anziehungspunkt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeindeflur wird sowohl land- als auch forstwirtschaftlich intensiv genutzt. Sonnenbühl ist ein ganzjähriges Ferienziel. Eine besondere Rolle spielt daher die touristische Infrastruktur. Dazu zählen Feriendorf Sonnenmatte, Freibad und Campingplatz bei Erpfingen, Rad-, Wander- und Skiwanderwege sowie touristisch erschlossene Attraktionen, wie die Schauhöhlen. Ein Skilift bei Genkingen ermöglicht Abfahrtslauf.

In einem Steinbruch am Nordrand von Willmandingen wird Kalkstein gebrochen. Bei Willmandingen wurde früher auch Bohnerz gewonnen.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird in Nord-Süd-Richtung durch die Landesstraße 382 und in Ost-West-Richtung durch die Landesstraße 230 erschlossen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 223.

Naturschutz[Bearbeiten]

Das Gebiet zwischen Schloss Lichtenstein und der Nebelhöhle ist Naturschutzgebiet und wird Gereuthau genannt, was soviel heißt wie „gerodeter Wald“. Es ist eine Wacholderheide, die als Schafweide genutzt wird.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die wichtigsten Attraktionen von Sonnenbühl sind wohl die beiden großen Höhlen Bärenhöhle und Nebelhöhle.

  • Die Bärenhöhle gehört zum Ortsteil Erpfingen und ist auf 271 Meter Länge begehbar. Ein Teil davon, die Karlshöhle, wurde am 30. Mai 1834 entdeckt, die Bärenhöhle erst 1949.
  • Der erste Teil der Nebelhöhle wurde 1517 entdeckt. 1920 kam ein noch größerer Teil dazu, sodass heute 450 Meter [6] Höhle erschlossen sind. Sie befindet sich nahe dem Ortsteil Genkingen, liegt aber teilweise auch auf Markung Lichtenstein und ist geschichtlich im Zusammenhang mit dem nahe gelegenen Schloss Lichtenstein zu sehen.


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Johann Ludwig Schneller (1820–1896), evangelischer Missionar und Pädagoge in Jerusalem (geboren in Erpfingen)
  • Johann Martin Flad (1831–1915), evangelischer Missionar in der Mission unter den Falaschas in Abessinien
  • Heinz Schanz (1927–2003), Maler
  • Willi Betz (* 1927), Spediteur
  • Willi Maier (* 1946), Leichtathlet, deutscher Meister und Olympiateilnehmer (1972 und 1976) im 3000 m Hindernislauf (geboren in Undingen)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonnenbühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Sonnenbuehl.de – Liste der Ortschaftsräte, abgerufen am 10. November 2010
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 73–76
  4. Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen, Teil I, Urkundennummer 66
  5. Offizielle Website vom Ostereimuseum Sonnenbühl
  6. Internetseite der Nebelhöhle