Sonnewalde

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sonnewalde
Sonnewalde
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sonnewalde hervorgehoben
51.68305555555613.65101Koordinaten: 51° 41′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Höhe: 101 m ü. NN
Fläche: 118,54 km²
Einwohner:

3401 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03249
Vorwahl: 035323
Kfz-Kennzeichen: EE, FIVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 469
Stadtgliederung: 17 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schulstraße 3
03249 Sonnewalde
Webpräsenz: www.stadt-sonnewalde.de
Bürgermeister: Werner Busse (CDU)
Lage der Stadt Sonnewalde im Landkreis Elbe-Elster
Bad Liebenwerda Crinitz Doberlug-Kirchhain Elsterwerda Falkenberg Fichtwald Finsterwalde Gorden-Staupitz Großthiemig Gröden Heideland Herzberg Hirschfeld Hohenbucko Hohenleipisch Kremitzaue Lebusa Lichterfeld-Schacksdorf Massen-Niederlausitz Merzdorf Mühlberg/Elbe Plessa Röderland Rückersdorf Sallgast Schilda Schlieben Schönborn Schönewalde Schraden Sonnewalde Tröbitz Uebigau-Wahrenbrück BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Schloss Sonnewalde um 1860, Sammlung Alexander Duncker, 1949 durch Brandstiftung zerstört[2]
Schloss Sonnewalde, Vorderschloss
Der Markt in Sonnewalde
Die Kirche in Sonnewalde

Sonnewalde (niedersorbisch Groźišćo) ist eine Stadt im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Als mit dem Tag der Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 die letzten beiden Gemeinden des Amtes Sonnewalde in die Stadt Sonnewalde eingegliedert wurden, wurde das Amt aufgelöst. Die Stadt hat seitdem 17 Ortsteile[3]. Die Ortsteile sind:

  • Birkwalde (bis 30. Oktober 1937 Presehna [4])
  • Breitenau
  • Brenitz
  • Dabern
  • Friedersdorf
  • Goßmar
  • Großbahren
  • Großkrausnik
  • Kleinbahren
  • Kleinkrausnik
  • Möllendorf
  • Münchhausen-Ossak
  • Pahlsdorf
  • Pießig
  • Schönewalde
  • Sonnewalde
  • Zeckerin

Geschichte [Bearbeiten]

Ortsgeschichte [Bearbeiten]

Sonnewalde wurde 1255 erstmals in einer Verkaufsurkunde zwischen Johannes von Sunnenwalde und dem Kloster Dobrilugk erwähnt. Die Stadt dürfte jedoch als wendische Sumpfburg, ähnlich der Slawenburg Raddusch, weitaus älter sein, auch die deutsche Besiedlung und der Ausbau zum Burgwardium fanden sicherlich noch weit vor der Ersterwähnung statt. Die Herkunft derer von Sunnenwalde ist nicht mehr klärbar. Sie verkauften jedoch die Herrschaft Sunnenwalde zwischen 1318 und 1328 an die Familie de Ileburg. Im Jahr 1481 erwarb der Hofmarschall Hans von Minckwitz Sonnewalde für 28.000 Gulden vom sächsischen Herzog Albrecht, der sich damit mit dem Königreich Böhmen anlegte, welches die Lausitz und damit auch Sonnewalde als dem Königreich Böhmen zugehörig betrachtete. Durch diesen Streit begannen für das Städtchen unruhige Zeiten, da immer wieder Auseinandersetzungen drohten. Eine relative Berühmtheit erlangte Sonnewalde dann nach 1517, als Nickel von Minckwitz, der Sohn des Hofmarschalls, als einer der ersten in Sonnewalde den lutherischen Glauben einführte. Damit legte er sich mit dem sächsischen und den böhmischen Fürsten an und verlor infolgedessen das Lehen über Sonnewalde. Am 21. März 1537 wurde Sonnewalde für 40.000 Gulden an den Grafen Philipp von Solms-Lich verkauft, womit die Linie derer von Solms-Sonnenwalde begründet wurde, die bis 1945 in Sonnewalde die Grafschaft innehatten. Graf Otto erbaute um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert das Schloß mit großem Aufwand neu[5].

In der Folgezeit stabilisierte sich die Lage in Sonnewalde, die Stadt erfuhr einen Bedeutungsaufschwung und prosperierte bis zum Dreißigjährigen Krieg. Die ersten Kriegsjahre konnte Sonnewalde relativ unbeschadet überstehen und bot den Bewohnern der umliegenden Dörfer sowie auch denen der Städte Finsterwalde, Doberlug und Kirchhain aufgrund ihrer sehr guten Befestigung Schutz. Am 22. April 1642 wurde Sonnewalde jedoch durch Verrat von den Schweden eingenommen, die die Stadt plünderten und vollständig in Brand steckten. In den Folgejahren war die Stadt den Schrecken des Krieges schutzlos ausgeliefert. Die Einwohnerzahl sank von 1665 im Jahr 1620 auf 726 im Jahre 1648.

Namensherkunft [Bearbeiten]

Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig belegt, es gibt drei Deutungen. Die naheliegendste als sonniger Ort im Wald scheint dabei jedoch die unwahrscheinlichste und entstand wohl erst nach 1500. Die ältesten Wappen der Stadt zeigen auch keine Sonne, sondern einen belaubten Baum im dreieckigen Schild. Eine zweite Variante geht auf den mittelalterlichen Namen Sunno zurück und würde den Ortsnamen als Stadt des Sunno erklären. So sind auch mittelalterliche Schreibweisen als Sunnowalde oder Sunnewalde erklärbar. Die dritte Deutung leitet sich aus einer Sage her, der zufolge Kaiser Otto I. im Jahr 950 mit dem Markgrafen Gero in der Umgebung jagte. Daraufhin erschien der aufrührerische Sohn Ottos, Ludolph, und bat den Kaiser um Sühne, die ihm gewährt wurde. Daraufhin wurde der Ort auf deutsch Sunewald genannt.

Der sorbische Name Groźišćo bedeutet Burgstätte oder Befestigung.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Acht Gemeinden wurden 2002 nach Sonnewalde eingegliedert.[6] 2003 folgten zwei weitere Gemeinden.[7]

Vorher fanden in den Jahren 1973, 1977, 1978 und 1998 Eingemeindungen auf dem Gebiet der jetzigen Gemeinde Sonnewalde statt.[8][9]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bahren 1. Mai 2002
Brenitz 1. Mai 2002
Birkwalde 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Breitenau
Breitenau 26. Oktober 2003
Dabern 1. Januar 1978 Eingemeindung nach Goßmar
Friedersdorf 1. Mai 2002
Goßmar 1. Mai 2002
Großbahren 1. September 1977 Zusammenschluss mit Kleinbahren zu Bahren
Großkrausnik 1. Mai 2002
Kleinbahren 1. September 1977 Zusammenschluss mit Großbahren zu Bahren
Kleinkrausnik 1. Mai 2002
Möllendorf 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Breitenau
Münchhausen 26. Oktober 2003
Ossak 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Münchhausen
Pahlsdorf 1. Mai 2002
Pießig 1. Januar 1978 Eingemeindung nach Goßmar
Schönewalde 27. September 1998 Eingemeindung nach Münchhausen
Zeckerin 1. Mai 2002

Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Politik [Bearbeiten]

Stadtrat [Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Sonnewalde besteht aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Februar 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau eine goldene Sonne mit Gesicht und elf Strahlen.“[10]

Das Wappen wurde 2004 vom Heraldiker Frank Diemar einem Redesign unterzogen.

Historisches Wappen [Bearbeiten]

Wappen Sonnewalde (bis 2004).png

Blasonierung: „In Blau auf grünem Boden eine natürliche Eiche vor einer aufgehenden goldenen Sonne.“

Ein älteres vom Anfang des 18. Jh. zeigt in Blau eine gesichtige Sonne, Siegel aus dem 16. Jh. zeigen einen Baum, solche aus dem 17. Jh. zusätzlich eine Sonne als Beizeichen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Sonnewalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.

Sonstige Sehenswürdigkeiten sind:

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]

Bildung [Bearbeiten]

Die Stadt Sonnewalde verfügt über eine Grundschule.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Karl Adolph Ferdinand Zehme: Die Einnahme und Einäscherung der Stadt Sonnewalde durch die Schweden. Leipzig 1841 (Digitalisat)
  • Emil Thürmer: Stadt und Schloß Sonnewalde in alter Zeit. Finsterwalde 1925, Reprint Heimatverlag Lübben 2000

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
  2. http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2000-2003/heft-41/04113-rohde/
  3. Hauptsatzung der Stadt Sonnewalde vom 29. April 2009 PDF
  4. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 250
  5. http://www.webisphere.de/geschichte/Sonnewalde/sonnewalde.html
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  8. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Sonnewalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien