Sonntage mit Sybill

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Filmdaten
Deutscher Titel Sonntage mit Sybill
Originaltitel Les Dimanches de Ville d'Avray
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1962
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Serge Bourguignon
Drehbuch Serge Bourguignon,
Antoine Tudal
Produktion Romain Pinès
Musik Maurice Jarre
Kamera Henri Decaë
Schnitt Léonide Azar
Besetzung

Sonntage mit Sybill (im Original Les Dimanches de Ville d'Avray) ist ein französisches Filmdrama von Serge Bourguignon aus dem Jahr 1962. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Bernard Eschassériaux. Die Uraufführung in Deutschland fand am 1. März 1963 statt.

Handlung[Bearbeiten]

Der Vietnam-Veteran Pierre ist Halbinvalide. Er gibt sich die Schuld am Tod eines vietnamesischen Kindes, das bei einer Notlandung, die Pierre mit seinem Bomber machen musste, umkam. Mit seiner Freundin Madeleine, einer Krankenschwester, verbinden ihn nur romantische Gefühle. Pierre begegnet der 12-jährigen Sybill. Das Mädchen kommt in ein Waisenhaus. Pierre gibt sich als ihr Vater aus, so dass sie das Heim immer wieder für kurze Zeit verlassen kann. Monatelang verbringt Pierre seine Sonntage mit Sybill.

Ein Arzt, der in die Krankenschwester verliebt ist, bekommt die Beziehung zwischen Pierre und Sybill heraus, interpretiert sie aber als sexuelles Verhältnis. Er benachrichtigt die Polizei, die ebenso das Paar missversteht.

Sybill machte an einem der Sonntage einen Scherz, Pierre solle ihr den Wetterhahn vom Dach der Kirche in der Nähe des Waisenhauses holen. Als Pierre kein Weihnachtsgeschenk für Sybill auftreiben kann, erinnert er sich an den Scherz. Der Ex-Pilot hat die Nerven und besteigt den 100 Meter hohen Kirchturm. Mit einem Messer montiert er den Metallhahn ab und bringt ihn dem Mädchen. In diesem Moment kommt die Polizei. Die Beamten sehen Pierre mit dem Messer in der Hand vor dem Mädchen und erschießen ihn.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der frühere Dokumentarist Bourguignon geboren 1928 hat die literarische Vorlage von allen Lolita-Motiven gereinigt und zu einer märchenhaften Freundschaftsgeschichte stilisiert. Sein romantisches Spielfilmdebüt fasziniert mit einem individuellen Stilwillen.“

Lexikon des internationalen Films [1]

„Ein in Fabel und Bildsprache ungewöhnlich poetischer Film, der jedoch auf bedenktliche Art das reine Reich der Fantasie gegen einen stupiden Alltag ausspielt. Ab 16 möglich.“

Evangelischer Filmbeobachter[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1963[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1964[Bearbeiten]

Golden Globe 1963[Bearbeiten]

  • Nominierung für den Samuel Goldwyn Award

Hintergrund[Bearbeiten]

Dies ist die vierte von sieben Regiearbeiten von Serge Bourguignon, der im Film auch eine kleine Nebenrolle als galanter Herr übernahm. Auch Co-Autor Antoine Tudal ist in einer Rolle als Maler zu sehen.

Der Berliner Hardy Krüger, Jahrgang 1928, war auf dem Wege, ein internationaler Star zu werden. Vor diesem Film hatte er schon Rollen in Hatari von Howard Hawks und Taxi nach Tobruk gespielt.

Soundtrack[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=7451
  2. Ev. Presseverband München, Kritik Nr. 150/1963