Sonntagsrätsel

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Sonntagsrätsel ist der Name einer Quizsendung, die seit 1965 im Hörfunk ausgestrahlt wird. Aktuell läuft sie sonntags um 10.30 Uhr im Programm von Deutschlandradio Kultur.

Von 1965 bis 11. Januar 1987, dem Ausstrahlungstag der 1.071. Folge, wurde die Sendung von Hans Rosenthal moderiert.[1] Von Februar 1987 bis 30. Dezember 2012[2] war Christian Bienert der Moderator. Ihm folgte am 6. Januar 2013 mit der 2.372. Folge Uwe Wohlmacher, der bereits seit 2010 vertretungsweise im Sommer die Rätselfragen gestellt hatte.

Konzeption[Bearbeiten]

In der Sendung gilt es, ein sechs bis acht Buchstaben langes Lösungswort herauszufinden, das sich aus den Antworten auf Fragen zu (in den allermeisten Fällen) sechs gespielten Musikstücken ergibt. Der musikalische Bogen spannt sich dabei von Evergreen, Chanson und Volkslied über Oper und Operette zu Dixieland-Jazz und Popmusik. Erkennungsmelodie der Sendung ist der Titel „Around the World“ aus dem Film In 80 Tagen um die Welt (1956), komponiert von Victor Young und eingespielt vom Orchester Mantovani.

Seit dem 19. Mai 2013 können die Fragen des Sonntagsrätsels auch online nachgelesen werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Hans Rosenthal mit „Sonntagsrätselkindern“ anlässlich der 1000. Sendung Das klingende Sonntagsrätsel

Das Sonntagsrätsel wurde von Hans Rosenthal entwickelt und von ihm nach der Erstsendung am 7. März 1965 viele Jahre unter dem Titel Das klingende Sonntagsrätsel im Programm des Berliner Rundfunksenders RIAS 1 moderiert. Zunächst war die Ausstrahlung der Sendung nur für eine kurze Zeit vorgesehen, um anhand der Antwortbriefe die Anzahl der RIAS-Hörer in der DDR feststellen zu können. Obwohl das Ministerium für Staatssicherheit zahlreiche Schreiben abfing, gelangten tausende Antwortschreiben an eine der RIAS-Deckadressen (z. B. „Michaela Wegner, Berlin“). Die Sendung avancierte in der Folge zu einer festen Größe beim RIAS und blieb im Programm. Einige Jahre lang wurde das sonntägliche Quiz ebenfalls auf der Europawelle Saar des Saarländischen Rundfunks gesendet.

Moderiert von Heinz Eckner und unter der Regie von Hans Rosenthal wurde in den Jahren 1981/1982 eine Fernsehfassung der erfolgreichen Ratesendung unter dem Titel Ein Wort aus Musik im Vorabendprogramm des ZDF ausgestrahlt. Mit 1.117.101 Zuschriften zu Sendungen der Reihe erhielt das ZDF 1981 eine größere Resonanz als zu Musik ist Trumpf (402.158 Zuschriften) und zugleich die meiste Zuschauerpost in diesem Jahr.

Nach dem Tod Hans Rosenthals übernahm dessen bisheriger Assistent und Redakteur der Sendung Christian Bienert im Februar 1987 die Moderation des Sonntagsrätsels.[1]

Als im Zuge der politischen Wende die staatlichen Kontrollen der Post von und nach West-Berlin eingestellt wurden, schnellte die Zahl der Zuschriften aus der DDR in die Höhe. Waren es im September 1989 noch 500,[4] so erreichten den Sender im März 1990 etwa 330.000 Zuschriften allein aus dem Osten Deutschlands,[5] die neben dem Lösungswort nun auch kleinere Geschichten enthielten.[1] Bis heute erhält die Redaktion des Sonntagsrätsels Woche für Woche bis zu 2.000 Zuschriften, aus denen der Moderator regelmäßig zitiert.

Nach der Fusion von Deutschlandfunk, DS Kultur und RIAS zum Deutschlandradio wurde die Sendung im Programm von DeutschlandRadio Berlin, dem heutigen Deutschlandradio Kultur, weitergeführt. Die zweitausendste Sendung wurde am 14. August 2005 ausgestrahlt. Inzwischen ist die Sendung Teil des Programmblocks Radiofeuilleton. Christian Bienert moderierte sie bis Ende 2012 mehr als 1.300 Wochen lang. Am 6. Januar 2013 übernahm Uwe Wohlmacher dessen Nachfolge.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Christian Bienert: Briefe, die uns nie erreichten – das „Klingende Sonntagsrätsel“ und die Briefe aus der DDR. Auf: riasberlin.de
  2. Bienert erklärte in der Sendung vom 16. Dezember 2012 sein Ausscheiden zum Jahresende 2012
  3. Das Sonntagsrätsel geht online. Auf: dradio.de am 31. Mai 2013
  4. Christian Sywottek: Die Rätsel-Familie auf: brandeins.de im Juni 2009. Abgerufen am 19. Februar 2014.
  5. Deike Diening: Rundfunk, der rund funkt. Auf: tagesspiegel.de am 5. März 2005