Sony Music Entertainment

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Sony Music Entertainment
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Rechtsform Inc.
Gründung 1888 (als Columbia Records)
Sitz New York, Vereinigte Staaten
Leitung Doug Morris (CEO), Kevin Kelleher (CFO)
Mitarbeiter 2.863 (2007)[1]
Umsatz 5,67 Mrd. US-Dollar (2010)[2]
Branche Unterhaltung
Produkte TonträgerVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website http://www.sonymusic.com

Sony Music Entertainment, oft nur kurz Sony Music genannt, ist eines der drei weltgrößten Major-Label neben Universal und Warner Music Group. Das Unternehmen verfügt über einen weltweiten Marktanteil von ca. 25 Prozent und ist eine 100-prozentige Tochter der japanischen Sony Corporation.

Der Hauptfirmensitz befindet sich im Sony Building in New York City. Bis zum Jahr 2006 war Andrew Lack Vorsitzender des Direktoriums. Die operative Führung (CEO) hatte bis zum Jahr 2006 ebenfalls Andrew Lack inne. Sein Nachfolger wurde Rolf Schmidt-Holtz. Sony Music Entertainment ist ein weltweit operierendes Unternehmen mit jeweils mehreren Niederlassungen in Nord-, Südamerika, Europa, Asien und Ozeanien. Die deutsche Niederlassung Sony Music Entertainment Germany GmbH hat ihren Sitz in München, die Sony Music Entertainment Austria GmbH in Wien und die Niederlassung Sony Music Entertainment Switzerland GmbH in Zürich.

Vom Unternehmen ist Sony Music Entertainment (Japan) zu unterscheiden, das keine Tochter des US-Unternehmens ist, sondern ebenfalls direkt zu Sony gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

CBS Records[Bearbeiten]

Das Unternehmen ging aus der im Jahr 1888 gegründeten amerikanischen Plattenfirma Columbia Records hervor.

Sony BMG[Bearbeiten]

SONY BMG Music Entertainment

Sony BMG Music Entertainment wurde 2004 als Joint-Venture der Bertelsmann Music Group und Sony Music Entertainment gegründet. Vorher hatten die Bertelsmann-Tochter und die Sony-Tochter zu den fünf größten Musikkonzernen der Welt gehört und Marktanteile von je ca. 15 Prozent gehalten.

Die Zusammenarbeit wurde im Oktober 2007 von der Europäischen Kommission nach eingehender wettbewerbsrechtlicher Prüfung erneut ohne Auflagen genehmigt.[3] Zuvor hatte im Juli 2006 das Europäische Gericht erster Instanz entschieden, dass die vorherige positive Entscheidung der Europäischen Kommission zu der Kooperation der beiden Tonträgerhersteller nicht ausreichend begründet war.

Am 5. August 2008 gaben Bertelsmann und Sony die Auflösung des Joint Venture von Sony BMG bekannt. Sony übernimmt die Anteile von Bertelsmann und firmiert seitdem unter dem Namen Sony Music Entertainment Inc. (als 100-prozentige Tochter der japanischen Sony Corporation).[4] Bertelsmann übernimmt die Masterrechte einiger „ausgesuchter europäischer Musikkataloge“ von Sony BMG und führt die Marke BMG als „Lizenzierungs- und Verwaltungsplattform für die Wahrnehmung und Vermarktung von Musikrechten“ weiter.

Die Übernahme durch Sony wurde vom Branchenverband Impala dahingehend kritisiert, dass das weltweit größte Unternehmen für Consumer Electronics nun auch die zweitgrößte Musikfirma kontrolliere.[5]

Das Logo von Sony Classical

Im Juli 2009 verlegte der Musikkonzern seine Klassik-Sparte Sony Classical von New York nach Berlin.

Im Juli 2009 beteiligt sich Sony Music Entertainment strategisch mit 49 % am europäischen Klassikgeschäft der DEAG Deutsche Entertainment AG.[6]

Sony Music Entertainment investierte in die seit Oktober 2009 insolvente SPV GmbH und übernahm deren Vertrieb. Die Kooperation enthält die Option einer späteren Komplettübernahme. Mit dieser Kooperation investiert Sony Music Entertainment in einen großen Katalog im Bereich Heavy Metal und Rock. Zuvor hatte Sony schon Vertriebsverträge mit Metal Blade Records und Drakkar Entertainment abgeschlossen, die im gleichen Segment arbeiten.

Angeschlossene Plattenlabels[Bearbeiten]

Die Strukturen der Labels sind gelegentlich kaskadiert, so dass Label weitere Unterlabel haben können.

Sony Music Entertainment USA: Artista Nashville, Arista Records, Bluebird Jazz, BNA Records Label, Burgundy Records, Columbia Nashville, Columbia, Epic, J Records, Legacy Recordings, Provident Label Group, RCA Records, RCA Records Label Nashville, RCA Victor, CBS Masterworks, U.S. Latin, Windham Hill und Zomba Label Group.

Sony Music Entertainment Germany/Austria/Switzerland: 105 Music (als Joint Venture), Ariola, Columbia, Europa, Four Music, J Records, Renew Rec., RCA Records, Sony Classical, Spassgesellschaft! und die 313music JWP AG (in Lizenz und Vertrieb).[7]

Die Label ersguterjunge[8], TeeAge-Beatz, Metal Blade Records[9], Repertoire Records[8], Tunnel Records[8], Tropical Music[8], Drakkar Entertainment[8], Na klar![8], Gloriella Music und Maskulin Music Group haben jeweils Vertriebsverträge mit Sony Music Entertainment.

Angeschlossene Unternehmen[Bearbeiten]

Die deutsche Tochtergesellschaft Ocean Artist & Brand ist für die Vermarktung der Künstler zuständig. Die Muttergesellschaft Sony Corporation deckt weitere Segmente im Musikgeschäft ab. Der ehemals unabhängige Musikverlag ATV Music Publishing LLC war zunächst Teil eines Joint Venture mit der Sony Corporation. Die Sony DADC-Presswerke bieten seit 1987 Vervielfältigungsdienste für optische Medien.

Kritik[Bearbeiten]

Sony Music hat sich 2011 - 2012 explizit für den „Stop Online Piracy Act“-Gesetzesentwurf ausgesprochen.[10]

In den letzten beiden Jahren hat Sony Music mehrfach Beschwerden gegen Wikipedia bei Google eingereicht, um Inhalte (URLs) vom Google Index löschen zu lassen.[11]

Musiker[Bearbeiten]

Sony verfügte über die Verwertungsrechte der Werke namhafter Musiker, darunter AC/DC, Adam Lambert, Anastacia, Apollo 3, Alexandra Burke, Andrea Berg, Angela Wiedl, Die Ärzte, Avril Lavigne, Backstreet Boys, Beyoncé Knowles, Bob Dylan, Jasmine Villegas, Sean Kingston, Lenka, Boney M., Britney Spears, Bushido, Bruce Springsteen, Christina Aguilera, Clueso, Donots, Edita Abdieski, Eko Fresh, Elvis Presley, die Eurythmics, Falco, Gregorian, Die Prinzen, die Goombay Dance Band, Hansi Hinterseer, Heino, Helloween, Jennifer Lopez, Joe Cocker, Johnny Cash, Jonesmann, Justin Timberlake, Kelly Clarkson, Ke$ha, Kool Savas, Laith Al-Deen, Lorie, Louis Armstrong, Luciano Pavarotti, maNga, Massiv (Rapper), Michael Jackson, Michelle (Sängerin), Modern Talking, Money Boy, Nena, Oasis, One Direction, Ozzy Osbourne, Peter Maffay, Pink, Rage Against the Machine, Roger Whittaker, Sade, Santana, Shakira, Silbermond, T. Mills, The Sweet, Trackshittaz, Udo Jürgens, Usher, Van Morrison, Whitney Houston und Wolfgang Ambros.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bertelsmann Halbjahresbericht Januar - Juni 2007 vom 4. September 2007.
  2. http://www.billboard.biz/bbbiz/industry/record-labels/the-michael-jackson-factor-sony-s-music-1005204912.story
  3. Fusionskontrolle: Kommission bestätigt Genehmigung des Tonträger-Joint-Ventures von Sony und BMG
  4. "EU winkt Merger Sony Music Entertainment durch." auf musikmarkt.de
  5. "EU: Impala kritisiert Entscheidung zu Sony-Merger." auf musikmarkt.de
  6. DGAP-Adhoc: 7. Juli 2009 Sony Music Entertainment beteiligt sich strategisch am Klassikgeschäft der DEAG
  7. 313music JWP AG: Aktuell - News Gesichtet: 24.September 2009
  8. a b c d e f Mediabiz: Sony Music Zahlen und Fakten Gesichtet: 24. September 2009
  9. Powermetal.de: News - Metal Blade schließt Vertrag mit Sony, Gesichtet: 24. September 2009.
  10. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_organizations_with_official_stances_on_the_SOPA_and_PIPA
  11. http://www.google.com/transparencyreport/removals/copyright/domains/wikipedia.org/