Sony Mobile Communications

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Sony Mobile Communications AB
Sony logo.svg
Rechtsform Aktiebolag
Gründung 2001
Sitz Lund, Schweden
Leitung Kunimasa Suzuki, Präsident und CEO
Mitarbeiter 8.450 (2010)[1]
Umsatz 5,212 Mrd. Euro (2011)[2]
Branche Telekommunikation
Produkte Handys, TabletsVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.sonymobile.com
Logo bis 22. Februar 2012

Sony Mobile Communications AB ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Unternehmens Sony. Das Unternehmen war bis zum 15. Februar 2012 ein Joint Venture von Sony und Ericsson und trat als Sony Ericsson Mobile Communications AB auf.[3] 2001 war das Joint Venture als schwedische Aktiengesellschaft mit Sitz in London gegründet worden.[4] Sony Mobile Communications liegt derzeit auf Platz zehn der weltweit größten Hersteller von Mobiltelefonen.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Ericsson ist als Rüstungs- und Telekommunikationskonzern tätig und war Anfang der 1990er Jahre einer der größten Hersteller mobiler Telefone. Doch die Sparte Mobiltelefone zeigte im neuen Jahrtausend zunehmend Schwächen. Als Gründe für das schlechte Geschäft wurden Marketing- und Lieferprobleme sowie ein träges Management genannt.

Zudem hatte die Führung von Ericsson Markttrends verpasst und konnte somit nicht die Wünsche der Kunden erfüllen. Zwar war das technische Niveau der Ericsson-Geräte stets sehr hoch, doch das kantige Design verhinderte den kommerziellen Erfolg außerhalb des Businesskundenbereiches und drängte das Unternehmen an den Rand des Marktes. Zuletzt musste Ericsson jedes seiner Mobiltelefone mit knapp 60 Euro subventionieren, was zu hohen Verlusten und fast zur Insolvenz führte.

Ericsson und die Sony Corporation gaben am 24. April 2001 bekannt, ein Memorandum of Understanding unterzeichnet zu haben. Ziel war es, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen, in dem weltweit die Mobiltelefon-Geschäftsbereiche beider Unternehmen zusammengeführt werden. Das neue Unternehmen mit dem Namen Sony Ericsson Mobile Communications sollte von Ericssons Kompetenzen im Bereich der Telekommunikation und von Sonys Erfahrungen im Bereich der Unterhaltungselektronik profitieren. Die bestehenden Produktlinien unter den Markennamen von Ericsson und Sony wurden beibehalten, bis die neue Marke eigene Produkte vorstellen konnte.

Am 28. August 2001 einigten sich Ericsson und Sony darauf, ihre Mobiltelefon-Geschäftsbereiche zusammenzuführen, und unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung, die beide Unternehmen zu gleichen Teilen an Sony Ericsson beteiligte. Sony stellte im Zuge der Verhandlungen die Bedingung, dass Sony Ericsson spätestens ab Ende 2004 Gewinn einfahren müsse, sonst würde man wieder aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigen – diese Bedingung konnte im vierten Quartal 2003 erfüllt werden, als Sony Ericsson das erste Mal eine positive Bilanz vorweisen konnte. Am 11. September 2001 wurde das Joint Venture offiziell von den Managements von Ericsson und Sony genehmigt.

Am 1. Oktober 2001 nahm das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson Mobile Communications nach der Erteilung entsprechender Genehmigungen durch Wettbewerbsbehörden seine Geschäftstätigkeit auf. Laut Pressemitteilung war es das Ziel, „in den nächsten fünf Jahren die Nummer eins für mobile Multimediaprodukte [zu] werden“. Gleichzeitig wurde auch das neue Logo der Marke Sony Ericsson präsentiert. Die Forschung und Entwicklung der Mobiltelefone in Dornach sowie in North Carolina wurde wegen finanzieller Schwierigkeiten im Zuge des Joint-Venture zum Ende 2003 aufgegeben. Am Standort Dornach wurden etwa 300 Angestellte entlassen.[6] Im Jahr 2004 hat Sony Ericsson den Standort Dornach verlassen. [7]

Am 18. März 2009 bekundete Ericsson Interesse an einem Ausstieg aus dem Joint Venture. Sony erklärte sich zwar bereit, das Joint Venture komplett zu übernehmen und Ericsson herauszukaufen, wollte dies aber aufgrund des letzten Gewinneinbruchs nicht ohne Investitionshilfe einer Bank durchführen. Dies wurde allerdings zwei Tage später, am 20. März 2009, von Ericsson über einen Konzernsprecher dementiert.

Mit der Verbreitung von Smartphones sank der Marktanteil von Sony Ericsson. Dieser betrug 2006 noch 9 % und sank bis 2011 auf 1,7 % ab.[8]

Am 27. Oktober 2011 gaben Sony und Ericsson bekannt, dass Sony nun doch das Unternehmen komplett übernehmen werde und dafür 1,05 Milliarden Euro bezahlen wird. Die Übernahme sollte im Februar 2012 abgeschlossen sein, so wurde in Aussicht gestellt.[9] Teil des Pakets sind auch Lizenzvereinbarungen und einige relevante Patentgruppen. Das Unternehmen plante, ab 2012 nur noch Smartphones herzustellen.[8] Am 15. Februar 2012 schloss Sony die vollständige Übernahme ab. Am 22. Februar 2012 wurde das Unternehmenslogo durch das von Sony ersetzt und die Webseite auf das Design von Sony angepasst. Die Umbenennung in Sony Mobile Communications AB stand jedoch noch aus. Am 29. Februar 2012 wurde die ehemalige Sony Ericsson Mobile Communications in Sony Mobile Communications umbenannt. Der Unternehmenssitz wurde im Zuge der Übernahme nach Lund verlegt. Wie am 4. April 2012 bekannt gegeben worden ist, wird ab dem 16. Mai 2012 Kunimasa Suzuki die Sony Mobile Communications AB als CEO und Präsident vertreten. Der bisherige CEO Bert Nordberg wird ab diesem Zeitpunkt die Position des Vorsitzenden der Sony Mobile Communications übernehmen.[10]

Forschung und Entwicklung werden an Standorten in Schweden, Japan, der Volksrepublik China, den Vereinigten Staaten und Großbritannien betrieben.

Mobiltelefone[Bearbeiten]

Der Hauptgeschäftszweig von Sony Ericsson war die Herstellung von Mobiltelefonen. Bei Geräten mit erweiterbarem Speicher setzt man im Gegensatz zu Mitbewerbern das Sony-eigene Format Memory Stick ein. Mittlerweile bieten Modelle auch einen Speicherkartenslot für das weit verbreitete Format microSD wie z. B. das K850 und das Smartphone Xperia X10.

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Modellnamen sind nach einem in den meisten Fällen einheitlichen Schema aufgebaut. Dabei bezeichnet

  • ein voranstehender Großbuchstabe die Serie mit einer grundlegenden Geräteeigenschaft
C – Cyber-shot-Modelle (Weiterentwicklung der K-Serie, Fokus auf die Kamerafunktion; früher Outdoor-Modelle)
D – T-Mobile-Modell (Branding)
F – Fun-Modell (Handy mit besonderen Spiele-Funktionen)
G – Generation-Web-Modell (Barrenhandy mit Touchscreen)
J – Einsteiger-Modell (reduzierter Funktionsumfang, meist von Drittfirmen produziert)
K – Volumen-Modell (verbesserte Kamera- und Multimediafunktionen)
M – Smartphone-Modell ohne Kamera (Touchscreen, Symbian-Betriebssystem mit UIQ-Oberfläche)
P – Smartphone-Modell mit Kamera (Touchscreen, Symbian-Betriebssystem mit UIQ-Oberfläche)
R – Radio-Modell mit besonderen Radiofunktionen
S – Swivel/Slider-Modell (elegantes Design)
T – Trend-Modell (früher Volumenmodelle)
V – Vodafone-Modell (Branding)
W – Walkman-Modell (verbesserter Musikplayer, bessere Kopfhörer)
X – Xperia-Modell (Smartphone mit Windows Mobile oder Android)
Z – Modell mit Klappmechanismus
  • gefolgt von einer meist dreistelligen Zahl. Bei früheren Modellen kommen zweistellige Zahlen vor, in Einzelfällen auch vierstellige. Einige Handys tragen eine einstellige Zahl, wie das Sony Ericsson P1i.
  • ein abschließender Kleinbuchstabe die Vermarktungs- bzw. Einsatzregion
a – amerikanischer Kontinent (Süd-, Mittel- und Nordamerika)
c – China
i – EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika)
im – EMEA mit i-mode-Funktionalität
Kombinationen aus Buchstaben sind möglich.
Bei aktuellen Modellen setzt Sony Ericsson auch auf asiatisch klingende Namen (Naite, Yari, Aino, Satio).
Das „i“ im Namen wurde bei den Modellen, die seit dem zweiten Quartal 2008 erschienen sind, gestrichen.

Sony Ericsson entwickelte auch Telefonserien unter dem Namen von sonyeigenen Marken. So wurde 2005 mit dem W800 das erste Walkman-Handy vorgestellt. Sein Schwerpunkt liegt auf der Musikwiedergabe. Ebenfalls 2005 erschien das K750, bei dem erstmals besonderer Wert auf Funktion und Bedienung der Kamera gelegt wurde. Dank eines gesonderten Auslöseknopfs konnte das Handy beim Fotografieren analog zu vollwertigen Digitalkameras komfortabel quer gehalten werden. Zudem verfügte das K750 über ein komfortables Kameramenü mit typischen Kameraeinstellungen wie Weißabgleich und Fotoeffekten. Das 2006 erschienene Nachfolgemodell K800 unterstrich die Kameraorientierung mit der Bezeichnung Cyber-shot-Handy, und es wird ab diesem Modell ein echter Xenon-Blitz in den jeweiligen K-Serie-Flaggschiffen eingebaut. 2008 wurde mit dem XPERIA X1 das erste Modell der neuen Premium-Marke XPERIA vorgestellt, die speziell auf das steigende Bedürfnis nach mobiler Kommunikation über das Internet und nach mobilen Multimediaerlebnissen eingeht.

Im Februar 2012 stellte Sony Mobile Communications auf dem Mobile World Congress die erste eigene Serie seit der Trennung von Ericsson vor, die Xperia NXT-Serie. Schon im Januar 2012 stellte Sony Mobile Communications auf der CES 2012 ohne Bekanntmachung der Serien-Zugehörigkeit Sonys Flaggschiff Xperia S vor, welches das erste Smartphone von Sony seit der Trennung von Ericsson ist.

Im März 2012 stellte Sony Mobile Communications das Smartphone Sony Xperia sola vor, welches sich auch ohne direkte Bedienung des Bildschirms, beispielsweise auch mit Handschuhen, bedienen lässt.[11]

Auf der IFA 2012 stellte Sony das neue globale Flaggschiff Xperia T zusammen mit dem Xperia V und Xperia J vor.

Tablets[Bearbeiten]

Auf der IFA 2012 am 29. August 2012 hatte Sony angekündigt, dass ab diesem Tag Tablets unter der Marke Sony Mobile vertrieben werden. Das erste und ebenfalls auf der IFA angekündigte Tablet ist das Xperia Tablet S.

Nachhaltigkeit[Bearbeiten]

Das GreenHeart-Portfolio umfasst ökologische Innovationen, die zur allgemeinen Umweltverträglichkeit der Handys beitragen. Die ersten Handys der GreenHeart-Serie sind das C901GreenHeart™ und das Naite. Die gedruckte Gebrauchsanweisung wurde durch eine integrierte elektronische Anleitung ersetzt. Wiederaufbereitete Kunststoffe und ein energieeffizientes Display tragen dazu bei, dass die CO-Emissionen des Handys um 15 Prozent reduziert werden. Bei der Verpackung wird auf Plastik verzichtet; der Akkumulator wird in Papier und das Handy in einer Stofftasche verpackt. Im Guide to Greener Electronics von Greenpeace[12] erhält Sony Mobile Communications 4.1 von 10 Punkten.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sony Ericsson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.idg.se/2.1085/1.311091/3-150-har-fatt-sparken
  2. http://www.sonyericsson.com/cws/corporate/press/pressreleases/pressreleasedetails/q4andfullyearfinancialpressrelease2011-20120119
  3. http://www.sonyericsson.com/cws/corporate/press/pressreleases/pressreleasedetails/sonycompletesfullacquisitionofsonyericsson-20120216
  4. Ericsson - press release. Cision Wire. Abgerufen am 1. Oktober 2001.
  5. Golem.de: Handymarkt im 2. Quartal 2011
  6. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-Ericsson-schliesst-Abteilungen-in-Muenchen-und-North-Carolina-Update-81093.html
  7. http://www.merkur-online.de/lokales/landkreis-muenchen-nord/sony-ericsson-verlaesst-dornach-229611.html
  8. a b Dagens Nyheter, Ericsson och Sony går skilda vägar, 27. Oktober 2011 (schwedisch)
  9. ericsson.com: „Sony to acquire Ericsson's share of Sony Ericsson“ vom 27. Oktober 2011. Abgerufen am 27. Oktober 2011
  10. http://www.sonymobile.com/cws/corporate/press/pressreleases/pressreleasedetails/somcleadership-20120404
  11. Sony Xperia sola: Smartphone mit berührungsloser Bedienung in Bildern, t3n, 15. März 2012. Abgerufen am 15. März 2012.
  12. Siehe www.greenpeace.org
  13. Greenpeace: Guide to Greener Electronics

55.7173613.2255Koordinaten: 55° 43′ 2″ N, 13° 13′ 32″ O