Sophie Gallwitz

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Sophie Dorothee Gallwitz, auch Sophie D. Gallwitz, (* 30. März 1873 in Wernigerode; † 30. Dezember 1948 in Quelkhorn) war eine deutsche Schriftstellerin.

Biografie[Bearbeiten]

Gallwitz war die Tochter des Pastors Karl Gallwitz (1828–1879) und seiner Frau Marie. Sie hatte sich in München zur Opernsängerin ausbilden lassen. Seit 1900 lebte sie in Bremen und sie gab ihren Beruf als Sängerin auf. Als Musikkritikerin erwarb sie sich bald einen Namen. Ihr schriftstellerisches Talent zeigte sich in ihren drei Büchern zur Geschichte Bremens. Das Werk wurde wegen Ungenauigkeiten kritisiert, auch wenn es ihr gelang, die bremische Geschichte anschaulich und ansprechend darzustellen.

Sie war Herausgeberin der von Ludwig Roselius gegründeten Kulturzeitschrift Die Güldenkammer, die von 1910 bis 1916 in Bremen erschien. Paula Modersohn-Becker wurde auch durch sie bekannt mit Artikeln in ihrer Zeitschrift und der Zeitung der Frauenbewegung Die Frau sowie 1915/17 mit dem Werk Eine Künstlerin Briefe und Tagebuchblätter von Paula Modersohn-Becker. Sie pflegte engen Kontakt zur Künstlerkolonie Worpswede. 1922 gab sie die Jubiläumsschrift Dreißig Jahr Worpswede. Künstler, Geist, Werden heraus. Das romantisierende Werk verkannte aber die Auswirkungen der Novemberrevolution von 1918.

Als Kulturjournalistin war Gallwitz eine Kennerin musikalischer und literarischer Werke. Sie schrieb auch im Bremer Tageblatt und in den Bremer Nachrichten sowie in den 1919 von Wilhelm und Wera Tidemann gegründeten Literarischen Privatkursen, aus denen 1924 die Neue Vortragsgesellschaft hervorging.

Durch ihr umfangreiches literarisches Schaffen wurde sie bedeutend in der Bremer Frauenbewegung. In der Zeitschrift Die Frau erschienen zwischen 1904 und 1941 um die 40 Artikel zur Emanzipation der Frau als Beschreibungen, Kritik und Anregungen. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus kritisierte sie die Rolle der Frau in der Nazizeit. Durch die Zerstörung ihrer Wohnung Am Wall im Zweiten Weltkrieg verlor sie ihre wertvolle Bibliothek. Sie lebte nun in Quelkhorn in der Nähe von Fischerhude in einem offenen Haus der geistigen Begegnung. Das Haus besaß sie gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Frau Wolf. Ihr Grabstein steht auf dem Quelkhorner Friedhof als Kulturdenkmal.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Die Sophie Gallwitz-Straße in Bremen - Obervieland wurde nach ihr benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Paula Modersohn-Becker. Briefe und Tagebuchblätter. Deutsche Hausbücherei oder Kestner-Gesellschaft, Hannover 1917
  • Dreissig Jahr Worpswede. Künstler, Geist, Werden. ISBN 9781149349960.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]