Sophienkirche (Berlin)

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Die Sophienkirche in Berlin-Mitte

Die Sophienkirche ist eine evangelische Kirche in der Spandauer Vorstadt des Berliner Ortsteils Mitte. Die Kirche gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg (bis 31. Dezember 2013: Evangelische Kirchengemeinde Sophien) im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte. Die Kirche ist von einem seit langer Zeit nicht mehr genutzten Kirchhof umgeben, der unmittelbar nordwestlich an die Hackeschen Höfe grenzt.

Baugeschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Sophienkirche 1738 mit neuem Turm

Die Sophienkirche wurde als Saalbau nach dem Konzept und Plänen des Baumeisters Philipp Gerlach erbaut. Die Grundsteinlegung fiel noch in die Regierungszeit König Friedrichs I. von Preußen. Nach dem Tod ihres Mannes am 25. Februar 1713 war die ursprünglich vorgesehene Namensgeberin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin (1685–1735), Friedrichs dritte Ehefrau, bei der Weihe des Gotteshauses dem nachfolgenden König Friedrich Wilhelm I. von Preußen höchst unerwünscht; die Kirche wurde am 18. Juni 1713 deshalb zunächst als Spandauische Kirche geweiht. Erst unter dem Nachfolger König Friedrich II. wurde sie nach Sophie Luise benannt und heißt seitdem Sophienkirche. Der barocke Kirchturm wurde in den Jahren 1732–1734 durch den Turmbaumeister Johann Friedrich Grael angefügt.

Blick in das Kircheninnere
Blick von der Neuen Friedrichstraße über die Spandauer Brücke zum Hackeschen Markt und in die Oranienburger Straße mit der Sophienkirche, 1781

In den Jahren 1891/1892 wurde die Kirche nach Entwürfen des Baurats Friedrich Schulze (als Behördenvertreter) und des Architektenbüros Kyllmann & Heyden umgebaut. Ausführender Architekt war Kurt Berndt. Die Decke wurde erhöht – womit eine Erneuerung des Dachstuhls einherging – und der Fußboden abgesenkt sowie an der östlichen Schmalseite in den rechteckigen Grundriss eine Altarnische eingefügt. Wandgliederung und Dekor – auch die auf einem Strahlenkranz gelegene überdimensionale Rocaille an der Decke – gehen fast vollständig auf diesen Umbau zurück.

In die Außenmauer der Kirche ist an der Sakristei die Erinnerungstafel für den Dichter Karl Wilhelm Ramler – ein schönes Beispiel einer frühklassizistischen Schriftplatte – sowie an der Nordwand diejenige für die Dichterin Anna Luise Karsch eingefügt.

Neben einer Reihe von Gräbern aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs an der angrenzenden Sophienstraße finden sich als prominenteste Gräber die von Carl Friedrich Zelter, dem Gründer der Sing-Akademie zu Berlin, und dem Historiker Leopold von Ranke.

Am 13. September 1964 predigte der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King bei einem überraschenden Besuch in Ost-Berlin in der Sophienkirche.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Boeckh: Alt-Berliner Stadtkirchen. Von der Dorotheenstädtischen Kirche bis zur St.-Hedwigs-Kathedrale; (Berliner Reminiszenzen 58); Bd. 2; Haude & Spener: Berlin 1986; ISBN 3-7759-0289-9; S. 84–94.
  • Institut für Denkmalpflege (Hg.): Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR. Hauptstadt Berlin I; Henschelverlag: Berlin 2. Aufl. 1984; S. 294–297.
  • Günther Kühne/Elisabeth Stephani: Evangelische Kirchen in Berlin; CZV-Verlag: Berlin 2. Aufl. 1986; ISBN 3-7674-0158-4; S. 382f.
  • Thomas Raschke: Die Sophienkirche in Berlin; (Der historische Ort 160); Kai Homilius Verlag: Berlin 1997; ISBN 3-89706-159-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sophienkirche (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.52555555555613.4Koordinaten: 52° 31′ 32″ N, 13° 24′ 0″ O