Soran (Fürstentum)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Soran (Fürstentum) (Autonome Region Kurdistan)
Silemani
Silemani
Rewanduz
Rewanduz
Arbil
Arbil
Amediye
Amediye
Einige Städte der Soran im heutigen Nordirak
Soran (1835)

Soran war ein kurdisches Emirat im heutigen Nordirak, das ab 1830 seine Unabhängigkeit vom osmanischem Reich erklärte.[1]

Das Gebiet der Soran grenzte im Süden an das kurdische Fürstentum der Baban, im Osten an den Iran, im Westen und Norden an das Fürstentum Badinan und an Arbil. Es hatte oftmals Konflikte mit den Nachbarfürstentümern. Soran beherrschte den nordöstlichen Teil von Irakisch-Kurdistan für mehr als sechs Jahrhunderte, bis es von osmanischen Truppen 1835 beseitigt wurde. Die meiste Zeit war Rewanduz Hauptstadt des Emirates. Vor seiner Unabhängigkeitserklärung war es ein autonomes Emirat im Vilayet Schahrazor.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts umfasste das Fürstentum die Orte Havdiyan, Schatan, Dolamani, Seydakan, Pirasani, Hakurk, Babischitiyan, Rewanduz, Akoyan und Balakan.[2] Grob formuliert bestand das Fürstentum aus dem Gebiet zwischen Großen und Kleinem Zab.

Die Scherefname von Şerefhan berichtet, dass der Gründer des Fürstentums der arabische Abbaside Kelos aus Bagdad sei, der in das Gebiet des zukünftigen Fürstentums einwanderte.[3] Allerdings war es damals in der islamischen Welt üblich, den Ursprung einer Dynastie auf eine wichtige arabisch-muslimische Dynastie zurückzuführen, weil damit ein großer Prestigegewinn verbunden war. Einer seiner Söhne namens Isa wird aufgrund seiner Fähigkeiten bald der Führer der Bewohner des Gebietes. Später erobert er die Festung von Rewanduz. Şerefhan sagt, dass das Wort Soran von den roten Steinen der Festung in Rewanduz herkommt, da Sor auf deutsch Rot bedeutet und damit Soran quasi die Roten sind.[4]

Zerfall[Bearbeiten]

Flagge des Fürstentums unter Mir Mohammad

Anfang des 19. Jahrhunderts fühlte sich der Herrscher Mîr Mohammed, auch kurz Mîre Kor (Der blinde Fürst), stark genug, sein Fürstentum zu expandieren. Er war für seinen kompromisslosen Charakter bekannt, da er alle Thronanwärter ermorden ließ. Er griff nach Norden aus, eroberte Badinan und marschierte weiter nach Botan (heute Hakkari). 1830 erklärte er seine Unabhängigkeit und ließ Münzen prägen. Mir Mohammed verfügte über mehrere Waffenschmieden, in denen er auch Kanonen produzieren ließ, und mehrere 10.000 Soldaten. Am Anfang erkannte der Beylerbey der Osmanen in Bagdad die Unabhängigkeit an. Doch als es klar wurde, dass Mir Mohammed immer mehr Land wollte, gingen die Osmanen in die Offensive und gewannen. Mir Mohammed wurde nach Istanbul gerufen. Auf der Rückreise wurde er bei Trabzon von Unbekannten ermordet. Mit ihm endete das Fürstentum und Soran wurde dem Beylerbey von Bagdad zugeschlagen.

Verwendung des Namen Soran[Bearbeiten]

Das Zentralkurdische, das allgemein als Sorani bekannt ist, wurde nach diesem Emirat benannt. Der heutige Distrikt Soran in der Provinz Arbil der Autonomen Region Kurdistan ist nach dem Emirat benannt. Soran ist darüber hinaus noch der Name eines Stammes, die in Kirkuk leben.

Herrscher[Bearbeiten]

Soran hatte 24 Herrscher, von denen namentlich nur wenige bekannt sind:

  • Kelos
  • Isa
  • Schah Ali Bey
  • Pir Budak bin Schah Ali Bey
  • Mir Seyfeddin
  • Mir Hüseyin
  • Mir Seydi bin Schah Ali Bey
  • Emir Seyfeddin bin Mir Hüseyin bin Pir Budak
  • Kuli Bey bin Süleyman Bey Mir Seydi
  • Budak Bey bin Kuli Bey bin Süleyman Bey
  • Süleyman Bey bin Kuli Bey bin Süleyman Bey
  • Ali Bey bin Süleyman Bey

...

  • Schkali Bey
  • Süleyman Bey
  • Khanzad (Einzige Herrscherin)

...

  • Mohammed Pascha Rewanduz[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurdistan: Short-lived independent states
  2. Dr. Celile Celil: XIX. Yüzyıl Osmanlı İmperatorluğu'nda Kürtler; Verlag Özge; S.72
  3. Türkische Übersetzung der Scherefname von Mehmed Emîn Bozarslan:Şerefname - Kürt tarihi; Verlag: Hasat Yayınları; S.303
  4. Türkische Übersetzung der Scherefname von Mehmed Emîn Bozarslan:Şerefname - Kürt tarihi; Verlag: Hasat Yayınları; S.305
  5. Turkey

Weblinks[Bearbeiten]