Sorefame

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Sorefame
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Rechtsform Sociedade anónima de responsabilidade limitada
Gründung 1943
Auflösung 2005
Auflösungsgrund Schließung durch Mutterkonzern
Sitz Amadora
Branche Eisenbahnbau, Metalltechnologie

Sorefame (Kofferwort für Sociedades Reunidas de Fabricações Metálicas) war ein portugiesisches Unternehmen zur Herstellung von Eisenbahnfahrzeugen und Hydrotechnologie, so Dammtore. Das 1943 gegründete Unternehmen wurde 1990 aufgespalten und 2005 vom Mutterkonzern Bombardier Transportation geschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sorefame wurde 1943 gegründet und war in zwei Produktfeldern aktiv, einerseits der Herstellung von Eisenbahnfahrzeugen, andererseits im Bereich der Hydrotechnologie. 1990 wurde Sorefame gemeinsam mit SMM, MAGUE und SEPSA zur Grupo SENETE fusioniert, der schwedisch-schweizerische Technologiekonzern Asea Brown Boveri war mit 40 % am Kapital der Grupo SENETE beteiligt. In den 1970er-Jahren hatte Sorefame mit 4100 Mitarbeitern den Höhepunkt in der Anzahl Belegschaft erreicht. 1990 wurde das Unternehmen aufgespalten: Der Bereich des Eisenbahnbaus erhielt den Namen Sorefame, das Gebiet der Hydrotechnologie wurde unter dem Namen Hidro-Sorefame an den Geschäftsbereich ABB-Hydro integriert, der 1997 in ein Joint-Venture mit Alstom ausgegliedert und später von diesem komplett übernommen, so dass die ehemalige Hidro-Sorefame heute Bestandteil der Alstom ist. Der Eisenbahnbereich wurde 1996 Bestandteil des ABB/Daimler-Benz-Jointventure Adtranz, welches 2001 vom kanadischen Konzern Bombardier Transportation übernommen wurde. Aufgrund einer europaweiten Umstrukturierung, bei der Werke in Deutschland und auch das frühere Adtranz-Werk im schweizerischen Pratteln zum Opfer fielen, wurde das Bombardier- und frühere Sorefame-Werk in Amadora geschlossen.

Produktpalette[Bearbeiten]

Die Produktpalette der Wagen- und Lokomotivfabrik Sorefame umfasst nahezu den gesamten Fuhrpark der Comboios de Portugal. Vor allem zu Zeiten des Estado Novo in der Salazar-Diktatur war Sorefame der Hauslieferant der CP, nach der Nelkenrevolution 1974 setzte jedoch eine Liberalisierung des Marktes ein, so dass sich Sorefame auf die lizenzierte Herstellung konzentrierte. So entstand die CP-Baureihe 1900 1981 nach dem Vorbild von Alstom. Heute noch im Einsatz stehen die dem Corail-Wagen-Design der SNCF nachempfundenen Intercidades-Wagen und die Alfa Pendular, welche in Lizenz von Fiat Ferroviaria nach dem Vorbild der ETR 460/ETR 480 der FS/Trenitalia gefertigt wurden. Auch die 1991 von Siemens für die Linha de Sintra bestellten Fahrzeuge wurden in Amadora gebaut. Des Weiteren baute die Sorefame auch Niederflurfahrzeuge für die Carris, welche auf dem Netz der Straßenbahn Lissabon eingesetzt werden.

Werkgelände[Bearbeiten]

Das in der Nähe des Bahnhofs Reboleira gelegene Werk wurde nach der Schließung 2005 von Bombardier der weiteren Nutzung übergeben.[1] Für sieben Millionen Euro übernahm die Infrastrukturgesellschaft REFER etwas weniger als die Hälfte des Areals zur Nutzung für bahnnahe Weiterbildungen. 2008 ging das Gelände an die CP-Tochter EMEF über, welche hier Wartungs- und Sanierungsarbeiten ausführt.[2] Zudem dislozierte die EMEF den Hauptsitz von Lissabon nach Amadora, wo sich jetzt die Servicecentrale und die Marketingdirektion befinden.[3] Der Rest des Geländes wird vom Glascontainerhersteller Sotancro genutzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel im Público
  2. Artikel im Público
  3. Adressen der EMEF