Sorex mirabilis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sorex mirabilis
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Soricinae
Gattung: Rotzahnspitzmäuse (Sorex)
Art: Sorex mirabilis
Wissenschaftlicher Name
Sorex mirabilis
Ognev, 1937

Sorex mirabilis ist die größte Spitzmausart aus der Gattung der Rotzahnspitzmäuse (Sorex). Sie kommt in Teilen Russlands in der Region Primorje, dem Norden der Volksrepublik China und dem Norden Koreas vor.

Merkmale[Bearbeiten]

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 7,4 bis 9,2 Zentimetern und einem Gewicht von 11 bis 14 Gramm zählt Sorex mirabilis zu den großen Spitzmausarten und ist die größte Art der Rotzahnspitzmäuse. Der Schwanz erreicht eine Länge von 63 bis 73 Millimetern – und ist damit nur wenig kürzer als der Restkörper – der Hinterfuß von 16 bis 18 Millimetern.[1] Die Rückenfärbung ist eisengrau und unterscheidet sich nicht von der grauen Bauchseite.

1 · 5 · 1 · 3  = 32
1 · 1 · 1 · 3
Zahnformel der Sorex-Arten

Der Schädel hat eine Gesamtlänge von mehr als 23 Millimetern. Wie die meisten Arten der Gattung besitzt die Art im Oberkiefer pro Hälfte einen Schneidezahn (Incisivus) und danach fünf einspitzige Zähne, einen Vorbackenzahn (Praemolar) und drei Backenzähne (Molares). Im Unterkiefer besitzt sie dagegen einen einzelnen Eckzahn (Caninus) hinter dem Schneidezahn. Insgesamt verfügen die Tiere damit über ein Gebiss aus 32 Zähnen. Die Zahnwurzeln sind wie bei den meisten Rotzahnspitzmäusen rot gefärbt. Der zweite einspitzige Zahn des Oberkiefers kann kleiner oder größer als der erste sein, der vierte ist größer als der dritte, aber immer kleiner als der erste und zweite.[1]

Das Genom von Sorex mirabilis besteht aus einem diploiden Chromosomensatz aus 2n=38 (FN=66).[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet (braun) von Sorex mirabilis

Das Verbreitungsgebiet von Sorex mirabilis befindet sich im äußersten Nordosten des asiatischen Kontinents. Die Art kommt in Teilen Russlands in der Region Primorje, dem Norden der Volksrepublik China und dem Norden Koreas vor.[3] In China beschränken sich die Vorkommen auf den äußersten Norden in den Provinzen Heilongjiang und Jilin.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise von Sorex mirabilis liegen nur sehr wenige Daten vor und sie wird nur sehr selten dokumentiert. Der Lebensraum besteht vor allem aus primärem Laubwald sowie Mischwäldern, dabei lebt die Art in Talgebieten und an Berghängen. Die Aktivitätsraten sind höher als bei anderen Rotzahnspitzmäusen. Wie alle Spitzmäuse ernähren sich auch diese Arten von wirbellosen Tieren, vor allem von Regenwürmern und Insekten sowie deren Larven, teilweise jedoch auch vom Fleisch kleinerer Nagetiere; insgesamt konsumiert eine Sorex mirabilis durchschnittlich 214,2 % ihres Körpergewichts täglich. Pro Jahr gibt es eine Fortpflanzungsperiode und damit einen Wurf, in besseren Jahren können ausnahmsweise auch zwei Würfe vorkommen. Jungtiere werden ab August beobachtet, die Geschlechtsreife erreichen sie mit der ersten Warmzeit nach ihrer Geburt.[1][3]

Systematik[Bearbeiten]

Sorex mirabilis wird als eigenständige Art innerhalb der Gattung der Rotzahnspitzmäuse (Sorex) eingeordnet, die aus etwa 80 Arten besteht.[2] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Sergej Ivanowitsch Ognev aus dem Jahr 1937, der ein Individuum von dem russischen Fluss Kamenka, einem Nebenfluss des Ussuri, beschrieb.[2] Innerhalb der Gattung wird die Art in die monotypische und nach Ognev benannte Untergattung Ognevia eingeordnet. Teilweise wurde sie als konspezifisch zu der Art S. pacificus betrachtet, gilt jedoch aufgrund zahlreicher Merkmale heute als eigenständige Art. Eine nähere Verwandtschaft mit der Alpenspitzmaus (S. alpinus) wird teilweise aufgrund der Genitalmorphologie vermutet.[2]

Innerhalb der Art werden neben der Nominatform Sorex mirabilis mirabilis keine weiteren Unterarten unterschieden.[2]

Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]

Von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) wird Sorex mirabilis aufgrund fehlender Daten nicht eingeordnet und wird als „data deficient“ gelistet.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert S. Hoffmann, Darrin Lunde: Ussuri Shrew. In: Andrew T. Smith, Yan Xie: A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 317.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sorex mirabilis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sorex mirabilis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: K. Tsytsulina, 2008. Abgerufen am 2. Januar 2014

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Robert S. Hoffmann, Darrin Lunde: Ussuri Shrew. In: Andrew T. Smith, Yan Xie: A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 317.
  2. a b c d e Sorex mirabilis. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  3. a b c Sorex mirabilis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: K. Tsytsulina, 2008. Abgerufen am 2. Januar 2014