Sorgues

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Sorgues
Wappen von Sorgues
Sorgues (Frankreich)
Sorgues
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Avignon
Kanton Bédarrides
Gemeindeverband Communauté de communes des Pays de Rhône et Ouvèze.
Koordinaten 44° 1′ N, 4° 52′ O44.0086111111114.872525Koordinaten: 44° 1′ N, 4° 52′ O
Höhe 14–114 m
Fläche 33,40 km²
Einwohner 18.222 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 546 Einw./km²
Postleitzahl 84700
INSEE-Code

Rathaus von Sorgue (L'Hôtel de Ville de Sorgues)

Sorgues (okzitanisch: Sòrgas) ist eine französische Gemeinde des Départements Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Administrativ ist sie dem Kanton Bédarrides und dem Arrondissement Carpentras Avignon.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt mit 18.222 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) liegt in der historischen Provinz Provence an der Einmündung des Flusses Ouvèze in die Rhône. Die Rhône bildet bei Sorgues die Grenze zum Département Gard. 10 Kilometer südlich befindet sich Avignon. Sie liegt an der Eisenbahnlinie und der Autobahn A7 Lyon-Orange. Die Stadt wird geprägt durch die benachbarte Präfektur-Hauptstadt Avignon mit ihrer kulturhistorisch herausragenden Bedeutung. In der nördlichen Nachbarschaft befindet sich das berühmte Weinanbaugebiet Châteauneuf-du-Pape. Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist in den 1970er Jahren durch größere Wohnblocksiedlungen am Ortsrand stark gewachsen. Sorgues verfügt über ein großes Industriegebiet in der Nähe der Autobahn. Es besitzt alle Schulzweige, Sporteinrichtungen und ein Schwimmbad. Deutsche Partnerstadt ist Wettenberg bei Gießen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sorgues hat einen historischen Stadtkern. Die Siedlung wurde an einer Brücke (Pons Sorgte) über die Ouvèze gegründet und erlebte unter dem Hof der Päpste in Avignon im 14. Jahrhundert eine frühe Blüte. Eine Münzstätte und ein Papstschloss befanden sich hier.[1]

In Sorgues wurde am 14. August 1944 der „Le Train fantôme” neu formiert, ein Eisenbahnzug mit Deportierten, der 600 inhaftierte Antifaschisten, Mitglieder der Résistance und vor allem Juden in die deutschen Konzentrationslager von Ravensbrück und Dachau brachte. Nur wenige überlebten.[2][3]

Picasso und Braque[Bearbeiten]

Im Sommer 1912 wohnten die beiden Maler Georges Braque und Pablo Picasso in Sorgues. In dieser Zeit entstanden eine Reihe sehr berühmter kubistischer Gemälde und die ersten Papiers collés. Braque kam bis 1930 immer wieder nach Sorgues zurück und verbrachte hier von 1915 bis 1917 die Zeit seiner Rekonvaleszenz nach einer Verletzung im Ersten Weltkrieg.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sorgues – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Weiss: Die Versorgung des päpstlichen Hofes in Avignon mit Lebensmitteln (1316-1378): Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte eines mittelalterlichen Hofes, Akademie Verlag, 2002, ISBN 978-3050036403
  2. Jürg Altwegg: Geisterzug in den Tod – Ein unbekanntes Kapitel der deutsch-französischen Geschichte 1944, Rowohlt, Reinbek, 2001, ISBN 978-3498000578
  3. Fahrtroute des Train fantôme (französisch)
  4. William Rubin: Picasso und Braque - Die Geburt des Kubismus, Prestel 1990 (englische Originalausgabe: Museum of Modern Art, New York)