Sortierverfahren
Ein Sortierverfahren ist ein Algorithmus, der dazu dient, eine Liste von Elementen zu sortieren. Voraussetzung ist, dass auf der Menge der Elemente eine strenge schwache Ordnung definiert ist, z. B. die lexikographische Ordnung von Zeichenketten oder die numerische Ordnung von Zahlen.
Es gibt verschiedene Sortierverfahren, die unterschiedlich effizient arbeiten. Die Komplexität eines Algorithmus, also die Anzahl der nötigen Operationen, wird üblicherweise in der Landau-Notation dargestellt. Einige Sortierverfahren benötigen außerdem neben dem zur Speicherung des Arrays nötigen noch weiteren Speicherplatz. Komplexität und Speicherbedarf hängen bei einigen Sortierverfahren von der anfänglichen Anordnung der Werte im Array ab, man unterscheidet dann zwischen Best Case (bester Fall), Average Case (Durchschnittsverhalten) und Worst Case (schlechtester Fall).
Man unterscheidet zudem zwischen stabilen und instabilen Sortierverfahren. Stabile Sortierverfahren sind solche, die die relative Reihenfolge von Elementen, die bezüglich der Ordnung äquivalent sind, nicht verändern, während instabile Sortierverfahren dies nicht garantieren.
Zudem unterscheidet man zwischen Sortierverfahren, die in-place (auch in situ) arbeiten, d. h. die mit einer von der Anzahl der zu sortierenden Elemente unabhängigen Menge zusätzlichen Speicherplatzes funktionieren, und solchen, die dies nicht tun (out-of-place oder ex situ genannt).
Und man unterscheidet auch zwischen natürlichen Sortierverfahren, die bei vorsortierten Daten schneller arbeiten als bei unsortierten Daten, und solchen, die es nicht tun. Algorithmen, bei denen der Kontrollfluss von den Daten abhängt, nennt man adaptiv und dementsprechend Sortierverfahren, die nicht von den Eingabedaten abhängen, nicht-adaptiv. Nicht-adaptive Algorithmen sind demnach besonders interessant für Hardware-Implementierungen.
Aus Gründen der Vollständigkeit sollen neben den hier beschriebenen softwarebasierten Sortierverfahren auch die Möglichkeiten zur manuellen Sortierung (etwa von Karteikarten) sowie elektro-mechanische Sortierverfahren (z. B. für Lochkarten) erwähnt werden.
Inhaltsverzeichnis |
Vergleichsbasiertes Sortieren [Bearbeiten]
Allgemeine Verfahren basieren auf dem paarweisen Vergleich der zu sortierenden Elemente. Bei der Komplexitätsanalyse wird davon ausgegangen, dass der Aufwand zum Vergleich zweier Elemente konstant ist.
| Sortierverfahren | Best-Case | Average-Case | Worst-Case | Stabil | Zusätzlicher Speicherbedarf (sofern nicht in-place) |
|---|---|---|---|---|---|
| AVL Tree Sort (höhen-balanciert) |
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![]() |
![]() |
ja | ![]() |
| Binary Tree Sort | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | ![]() |
| Bubblesort | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | – |
| Combsort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | – |
| Gnomesort | ![]() |
![]() |
ja | – | |
| Heapsort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | – |
| Insertionsort | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | – |
| Introsort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | – |
| Merge Insertion | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | implementierungsabhängig keine, oder ![]() |
| Mergesort | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | bei Arrays: , je nach Implementierung auch ![]() |
| Natural Mergesort | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | bei Arrays: , je nach Implementierung auch ![]() |
| Quicksort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | in-place möglich, häufig aber im Average Case |
| Selectionsort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | – |
| Shakersort (Cocktailsort) | ![]() |
![]() |
![]() |
ja | – |
| Shellsort | ![]() |
![]() |
nein | – | |
| Smoothsort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | für den Stack |
| Stoogesort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | – |
| Swap-Sort | ![]() |
![]() |
![]() |
– | – |
Unsinnige Sortierverfahren:
| Sortierverfahren | Best-Case | Average-Case | Worst-Case | Stabil | Zusätzlicher Speicherbedarf (sofern nicht in-place) |
|---|---|---|---|---|---|
| Bogosort | ![]() |
![]() |
![]() |
nein | – |
| Slowsort | ![]() |
![]() |
nein | – |
Nicht-vergleichsbasiertes Sortieren [Bearbeiten]
Bei Sortierverfahren, die nicht auf Vergleichen beruhen, steigt die benötigte Zeit linear mit der Anzahl der zu sortierenden Elemente. Bei großen Anzahlen zu sortierender Datensätze sind diese Algorithmen den vergleichsbasierten Verfahren überlegen, sofern sie angewendet werden können. Sie können allerdings nur für numerische Datentypen verwendet werden.
| Sortierverfahren | Zeit | Stabil | Zusätzlicher Speicherbedarf |
|---|---|---|---|
| Bucketsort | ![]() |
ja | ![]() |
| Countingsort | ![]() |
ja | ![]() |
| Radixsort | ![]() |
ja | ![]() |
Dabei stellt n die Anzahl der Elemente dar, k die Anzahl der möglichen Werte, m die Differenz aus Maximal- und Minimalwert der Eingabe und d die Anzahl der Stellen der längsten Eingabe.
Sortierung nach Beziehungen [Bearbeiten]
Wenn nicht mehr nach Eigenschaften, sondern nur noch nach paarweisen Beziehungen sortiert werden kann, so spricht man von einer topologischen Sortierung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Aufgaben erledigt werden müssen, manche Aufgaben aber unbedingt vor anderen durchzuführen sind, bei anderen jedoch die Reihenfolge keine Rolle spielt.
Für das topologische Sortieren gibt es Algorithmen, deren Laufzeit von der Anzahl der Beziehungen
abhängt. Topologisches Sortieren ist nicht möglich, wenn gegenseitige (zyklische) Abhängigkeiten bestehen. Eine topologische Sortierung muss nicht eindeutig sein.
Wenn die Beziehungen vollständig sind, also für je zwei Objekte eine Abhängigkeit vorgegeben ist, so geht die topologische Sortierung in eine gewöhnliche Sortierung über. Das Laufzeitverhalten der Algorithmen bei n Objekten ist dann
.
Indirektes Sortieren [Bearbeiten]
In den Fällen, bei denen das Umstellen der Daten mit hohem Aufwand verbunden ist, kann man auch indirektes Sortieren anwenden. Man benötigt dazu zusätzlichen Speicher proportional zur Anzahl der Elemente (in der Regel 4 Bytes pro Element). Dann wird dieses Array indirekt sortiert. Um die eigentlichen Daten letztendlich in die richtige Reihenfolge zu bringen, ist ein zusätzlicher Aufwand von
erforderlich.
Siehe auch: Adaptiertes 2-Phasen-2-Band-Mischen
Beweis der unteren Schranke für vergleichsbasiertes Sortieren [Bearbeiten]
Es lässt sich beweisen, dass ein vergleichsbasiertes Sortierverfahren nicht schneller als
sein kann:
Sei
der Entscheidungsbaum für die Zahlenfolge
. Da alle Permutationen von
das Ergebnis des Sortieralgorithmus sein könnten, muss der Entscheidungsbaum
mindestens
Blätter haben. Da eine Mindestanzahl von Schritten gesucht ist, treten im Entscheidungsbaum keine unnötigen Vergleiche auf.
In einem Entscheidungsbaum mit
Blättern beträgt die maximale und die mittlere Tiefe eines Blattes mindestens
. Da eine untere Schranke gesucht ist, kann
mittels
nach unten hin abgeschätzt werden. Damit gilt
.
Es bleibt noch zu zeigen, dass in einem Binärbaum mit
Blättern die maximale und die mittlere Tiefe eines Blattes mindestens
beträgt. Angenommen
sei ein Binärbaum, für welchen die obige Aussage nicht gilt. Seien
und
Teilbäume eines Binärbaumes mit
Blättern. Für die Anzahl der Blätter
in
bzw.
in
gilt nun offensichtlich
,
und
. Für die Tiefe jedes Blattes, bezogen auf die Wurzel von
, gilt:
Das Minimum dieser Funktion liegt nun bei
und
. Eingesetzt in obige Formel ergibt das:
.
Dies ergibt einen Widerspruch zur Annahme, womit obige Aussage bewiesen ist.
Literatur [Bearbeiten]
- Donald E. Knuth: Sorting and Searching. In: The Art of Computer Programming, Band 3. 2. Auflage. Addison-Wesley, Boston 2003, ISBN 0-201-89685-0.
- Niklaus Wirth: Algorithmen und Datenstrukturen. 5. Auflage. Teubner Verlag, Stuttgart/Leipzig 1999, ISBN 3-519-22250-7.
- Robert Sedgewick: Algorithms in Java, Part 1–4. 3. Auflage. Addison-Wesley, Boston 2002, ISBN 0-201-36120-5.
- Thomas H. Cormen, Charles Leiserson, Ronald L. Rivest, Clifford Stein: Algorithmen - Eine Einführung. 3. Auflage. Oldenbourg Verlag, München 2010 (Originaltitel: Introduction to Algorithms, übersetzt von Paul Molitor), ISBN 978-3-486-59002-9.
- Thomas H. Cormen, Charles Leiserson, Ronald L. Rivest, Clifford Stein: Introduction to Algorithms. 3. Auflage. The MIT Press, Cambridge (Mass.)/London 2009, ISBN 978-0-262-03384-8.
- Thomas Ottmann, Peter Widmayer: Algorithmen und Datenstrukturen. 3. Auflage. Spektrum Verlag, Heidelberg/Berlin/Oxford 1996, ISBN 3-8274-0110-0.
- Anany Levitin: Introduction to The Design and Analysis of Algorithms. 2. Auflage. Pearson Addison-Wesley, Boston 2007, ISBN 978-0-321-36413-5.
Weblinks [Bearbeiten]
- Allgemeine und spezielle Sortieralgorithmen + Suchalgorithmen. Detaillierte Informationen und anschauliche Visualisierungen zu allen allgemeinen + speziellen Sortieralgorithmen und vielen Suchalgorithmen.
- Grafischer Vergleich, animiert
- Grafischer Vergleich Einige Sortieralgorithmen (Java)
- AniSort – Visualisierung von 6 verschiedenen Sortieralgorithmen (Java Applet)
- JavaScript – Interaktive Visualisierung verschiedener Sortieralgorithmen



im Average Case












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