Sos Furrighesos
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die von der Ozieri-Kultur (3000 – 2300 v. Chr.) angelegte Felskammernekropole Sos Furrighesos mit 20 Domus de Janas liegt (schwer zugänglich) in der Provinz Sassari in der Nähe von Anela, in einer bis zu 20 m hohen Felswand. Ihre Besonderheit sind die Reliefdarstellungen und Felszeichnungen in sieben der Anlagen. Sechs weitere zeigen Spuren einer roten Ausmalung.
Die meisten Anlagen haben einen T-förmigen Grundriss mit einem kurzen Vorraum, quer liegender Hauptkammer (bis zu 4 m x 1,5 m Größe) und seitliche Nebenkammern mit niedrigen Podesten, die wohl der Aufbahrung der Skelette dienten. Die Anlagen 2, 6, 8, 9 und 11 sind besonders eindrucksvoll.
Die Verzierungen bestehen aus roter Bemalung, Lisenen, Schälchen (cupitles), Sockelleisten, falschen Türen und stilisierten Stierköpfen mit ausladenden Hörnern. Grab 9, das durch eine Portalstele gekennzeichnet ist, wie sie für die älteren Gigantengräber typisch ist, wird im Volksmund Königsgrab (Sa tumba de su Re) genannt. Das phallische Relief ist 4,4 m hoch, kräftig herausgearbeitet und wurde nachträglich aus der Wand vor dem wesentlich älteren Grab dem Fels gehauen. In den Löchern an der Oberkante, stecken noch die Stümpfe dreier kleiner abgebrochener Baityloi.
Einige Sondierungen im Jahre 1973 ergab Keramikreste, die auf eine Nutzung durch die vorgeschichtlichen Kulturen Sardiniens von der Ozieri-Kultur über die Kulturen von Abealzu-Filigosa bis zur Bonnanaro-Kultur verweisen.
[Bearbeiten] Literatur
- L. Rampazzi et. al.: Characterisation of wall paintings in the Sos Furrighesos necropolis (Anela, Italy) In: Journal of Cultural Heritage, Volume 3, 2002, pp. 237-240
- J. E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom Band 36 in Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003. ISBN 3-930036-70-3
- R. Whitehouse: The Rock-Cut Tombs of the Central Mediterranean. Antiquity 46: 1972, S. 275-281.

