Sosa (Eibenstock)

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50.49916666666712.651944444444680Koordinaten: 50° 29′ 57″ N, 12° 39′ 7″ O

Sosa
Ortswappen
Höhe: 680 m
Fläche: 21,99 km²
Einwohner: 2045 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 08309
Vorwahl: 037752
Sosa (Sachsen)
Sosa

Lage von Sosa in Sachsen

Sosa ist ein Ortsteil der Stadt Eibenstock im Erzgebirgskreis.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Sosa liegt im Westerzgebirge zu beiden Seiten des Sosabaches in einer Höhe zwischen 550 bis 817 m ü. NN. Zum Ort gehören auch die Rote Grube und die Riesenberger Häuser.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Blauenthal Albernau Bockau
Eibenstock Nachbargemeinden Jägerhaus
Wildenthal Erlabrunn

Geschichte[Bearbeiten]

Sosa, Köhlerei, 1989

Sosa ist als Waldhufendorf entstanden. 1453 wurde es als Sossaw erwähnt, als Kurfürst Friedrich von Sachsen die Brüder Leonhart und Nickel von Tannenberg auf Plohn u.a. mit den Dörfern Eibenstock, Sosa und Burkhardtsgrün belehnte. Die Bevölkerung war ursprünglich landwirtschaftlich tätig, seit dem 18. Jahrhundert gewann jedoch der Bergbau zunehmend an Bedeutung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Bergbautätigkeit zwar wieder zurück – viele Menschen wanderten in das Zwickauer Kohlerevier ab –, jedoch erfuhr der Ort in den Jahren 1947 bis 1956 durch den Uranbergbau der SDAG Wismut einen neuen Aufschwung. 2007 beging der Ort die 800-Jahr-Feier, ohne einen tatsächlichen Nachweis über die angebliche Gründung des Ortes 1207 durch fränkische Bauern zu besitzen. Die erste Kirche war aber schon im Jahr 1529 vorhanden, wie die Kirchenvisitatoren in ihrem Bericht über die erste Visitation nach der Reformation festhielten. Sosa hatte damals noch keinen eigenen Pfarrer und wurde von den Vistatoren kirchlich als zu Eibenstock gehörig beschrieben.[1] Insofern spricht vieles für den Beginn der Besiedlung deutlich vor dem Kirchenbau.

Am 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde Sosa in die benachbarte Stadt Eibenstock eingemeindet.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Blick auf den Erholungsort Sosa
Dorfkirche Sosa
Talsperre Sosa mit dem Auersberg

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1971 – 2709
  • 1998 – 2311
  • 1999 – 2330
  • 2000 – 2321
  • 2001 – 2287
  • 2002 – 2273
  • 2003 – 2248
  • 2004 – 2189
  • 2005 – 2157
  • 2006 – 2137
  • 2007 − 2117
  • 2008 − 2098
  • 2009 − 2069
  • 2010 − 2045
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold, grün bordiert, auf einem gebogenen grünen Schildfuß stehend, darin ein golder Schlägel und Eisen, bewinkelt von vier goldenen Scheiben, ein Köhler mit weißem Hemd, dunkelbraunen Manschetten, Schuhen, Hose, Gürteltasche links, Weste und Barett, die rechte Hand auf eine braune Axt mit Kopf nach oben gestützt, die Linke einen mannshohen braunen Stab haltend.“

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Ein Gedenkstein unweit des Sportplatzes auf dem Dürrerberg ist den Opfern des Faschismus gewidmet und erinnert an zehn KZ-Häftlinge von einem Todesmarsch aus dem Außenlager Hohenstein-Ernstthal des KZ Flossenbürg, die im Frühjahr 1945 von SS-Männern ermordet wurden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Bei der ersten Kirchenvisitation Anfang des Jahres 1529 wurde festgestellt, dass in Sosa bereits eine Kirche gebaut war.[2] Die heutige 1617 eingeweihte Kirche wurde an gleicher Stelle wie ein hölzerner Vorgängerbau errichtet. Der Turm mit einer Barockhaube und einem aufgesetzten Laternentürmchen wurde in der Zeit von 1692-1700 gebaut. Das Kirchgebäude erfuhr von 1947 bis 1949 eine Erneuerung. Die 1874 errichtete Orgel stammt von Johann Gotthilf Bärmig aus Werdau. Sie wurde inzwischen auf 21 Register erweitert.[3]
  • Zwischen 1949 und 1952 wurde die Talsperre Sosa errichtet, an deren Bau von 1969 bis 1989 die Traditionsstätte Talsperre des Friedens erinnerte. Sie besitzt eine fast 60 m hohe Sperrmauer und eine 39,3 ha große Wasserfläche. Wasser für die Talsperre wird u.a. nördlich von Oberwildenthal der Großen Bockau abgeschlagen und über den Hanggraben zugeführt.

Sport[Bearbeiten]

In Sosa existiert ein Fußballverein, der FSV Sosa, welcher momentan in der Kreisliga spielt. Des Weiteren haben in Sosa die Kraftsportfreunde Erzgebirge, bis Anfang 2014 Kraftsportfreunde Sosa ihren Sitz. Außerdem gibt es in Sosa einen Tennisplatz und einen Basketball- und Volleyballplatz nahe dem Sportplatz am Dürrerberg.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Heinrich Hecht: Geschichte des kursächsischen Bergfleckens Sosa im Meisnischen Obererzgebirge, Hof und Leipzig, 1778. (Digitalisat)
  • Sosa. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 11. Band, Zwickau 1824, S. 250–253.
  • Gemeindeverwaltung Sosa (Hrsg.): Ein Dorf feiert – 800 Jahre Sosa. 2007.
  • Richard Steche: Sosa. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. C. C. Meinhold, Dresden 1887, S. 66.
  • Die Bergbaulandschaft von Schneeberg und Eibenstock (= Werte der deutschen Heimat. Band 11). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1967, S. 146–150.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Category:Sosa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl August Hugo Burkhardt: Geschichte der sächsischen Kirchen- und Schulvisitatitionen von 1524 bis 1529, Neudruck der Ausgabe Leipzig 1879, Scientia-Verlag, Aalen 1981, S. 24f.
  2. Karl August Hugo Burkhardt: Geschichte der sächsischen Kirchen- und Schulvisitatitionen von 1524 bis 1529, Neudruck der Ausgabe Leipzig 1879, Scientia-Verlag, Aalen 1981, S. 24f.
  3. Kirchen im Auersberggebiet, Marketingpool Am Auersberg, Druck: Gläser, Eibenstock