Soufrière Hills

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Soufrière Hills
Der Vulkan Soufriere Hills

Der Vulkan Soufriere Hills

Höhe 1050 m
Lage Montserrat
Koordinaten 16° 42′ 56″ N, 62° 11′ 8″ W16.715555555556-62.1855555555561050Koordinaten: 16° 42′ 56″ N, 62° 11′ 8″ W
Karte von Soufrière Hills
Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption 28. Juli 2008

f Der Schichtvulkan Soufrière Hills ist mit 1050 m der größte Vulkan auf der Karibikinsel Montserrat. Geowissenschaftler gehen für die Zeit vor der Besiedlung der Insel durch Europäer von einer kleinen Eruption vor etwa 400 Jahren und einem großen Ausbruch vor ca. 20.000 Jahren aus. Immer wiederkehrende leichte Erdbeben und Fumarolen zeigten jedoch an, dass er keineswegs erloschen ist.

Der Ausbruch 1995[Bearbeiten]

Die erneute Vulkanaktivität kündigte sich durch Erdbebenschwärme seit 1992 an.

Am 18. Juli 1995 begann dann der Ausbruch, als es im Nordwestkrater zu einer phreatischen Eruption kam. Bis Ende Oktober folgten zahlreiche weitere Eruptionen auch in anderen Kratern, die an Heftigkeit zunahmen. Die Südhälfte der Insel mit der Inselhauptstadt Plymouth wurde von Aschenregen bedeckt. Bereits am 21. August 1995 wurde der Südteil von Montserrat evakuiert. Ab dem 14. November wuchs über dem Vulkanschlot ein Lavadom aus aufsteigendem Magma. Mit zunehmender Steilheit des Domes brachen immer wieder Teile der Flanken ab, wodurch Glutwolken entstanden, sogenannte pyroklastische Ströme, die mit über 100 Kilometer pro Stunde zu Tale jagten. Dies führte zu einer zweiten Evakuierung Montserrats am 1. Januar 1996. Die Phase der zunehmenden Domkollapse mündete am 17. September 1996 kurz vor Mitternacht Ortszeit in einen explosiven Ausbruch, bei dem große Mengen von Bims- und Gesteinsbrocken erumpiert wurden. In Long Ground wurden Häuser durch fußballgroße Glutbrocken zerstört. Es gab jedoch keine Verletzten. Im Anschluss bildete sich ein neuer Dom und die Aktivität nahm weiter zu.

Die Zerstörung der südlichen Inselhälfte 1997[Bearbeiten]

Am 25. Juni 1997 erreichten pyroklastische Ströme auch bisher nicht betroffene Gebiete. Dabei starben 19 Farmer, die sich geweigert hatten, ihre Felder zu verlassen. Spekulationen über eine bevorstehende Explosion der ganzen Insel veranlassten einen Großteil der Bevölkerung zum Verlassen der Insel. Sie wurden von anderen karibischen Inseln, sowie vom britischen Mutterland aufgenommen. Bis September 1997 wurden alle Siedlungen auf der südlichen Inselhälfte sowie der Flughafen zerstört und mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. Die schwerste Eruption dieser Phase geschah am 26. Dezember 1997. Allein bei dieser wurden ca. 42 Millionen m³ glühendes Gestein auf die südwestliche Insel geschleudert.

Ab März 1998 beruhigte sich der Vulkan wieder, stellte seine Aktivität jedoch nicht ein. Es kam weiter regelmäßig zu leichteren Ausbrüchen. Zu größeren Eruptionen kam es am 20. März 2000, am 29. Juli 2001, am 20. Mai 2006, am 8. Januar 2007.

Der schwerste Ausbruch seit 1995 geschah am 12./13. Juli 2003. Eine 15 km hohe Aschewolke wurde ausgestoßen und vertikale Explosionen verteilten 210 Millionen m³ an Lockermaterialien auf das schon verwüstete Gebiet. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Entwicklung 2007–2010[Bearbeiten]

Das Satellitenbild des EO-1 zeigt den Vulkan am 29. Dezember 2009

Nach einer starken Eruption am 8. Januar 2007 wurde wieder eine Zunahme der Aktivität am Soufrière Hills und ein Wachstum des Doms gemessen. Daraufhin wurde die Warnstufe 4 ausgegeben und das Sperrgebiet um den Vulkan erneut ausnahmslos für Besucher geschlossen.

Eine weitere Eruption ereignete sich am 28. Juli 2008, bei der wiederum ein pyroklastischer Strom die schon zerstörte Hauptstadt Plymouth erreichte.

Am 23. Dezember 2009 meldete die NASA, dass mit dem Satellitensystem MODIS seit dem 20. Dezember Eruptionswolken aus dem Vulkan beobachtet wurden, die Ascheregen in der nahen Region zur Folge hatten.[1]

Am 11. Februar 2010 brach der Lavadom teilweise zusammen. Darauf kam es zu pyroklastischen Strömen, die bis 400 m auf das offene Meer hinausreichten sowie zu einer Aschenwolke bis in 15.240 m Höhe [2]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Soufrière Hills – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://earthobservatory.nasa.gov/NaturalHazards/view.php?id=42055&src=eorss-nh
  2. http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=42688