Southern Poverty Law Center

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Das Southern Poverty Law Center (SPLC; deutsch etwa Rechtszentrum zur Armut des Südens) ist eine gemeinnützige US-Organisation mit dem Ziel, Rassismus zu bekämpfen und Bürgerrechte durch Forschung, Bildung und Zivilklageverfahren zu fördern.

Gründung[Bearbeiten]

Hauptsitz des SPLC in Montgomery, Alabama.

1971 gründeten die Anwälte Morris Dees und Joseph Levin sowie Julian Bond in Montgomery (Alabama) (Ort des Busboykotts von Rosa Parks 1955) das SPLC ursprünglich als Rechtsanwaltskanzlei.[1] Anlass war ein laufender Prozess zur Rassentrennung (Smith vs. YMCA).[2] Dee hatte als Spendensammler im Präsidentschaftswahlkampf für George McGovern (Demokrat) ein seither kopiertes, lukratives System entwickelt, bei dem potentielle Kleinspender direkt angeschrieben wurden, so dass trotz verlorener Wahl noch Geld übrig blieb. McGovern überließ Dee dafür 700.000 Adressen, die dieser in das SPLC einbrachte.

1981 begann das SPC mit dem Projekt der Beobachtung von Aktivitäten des Ku Klux Klans („Klan-Watch“). Dieses Projekt wurde in den folgenden Jahren auf weitere Gruppen ausgedehnt. 1983 wurde ein Anschlag mit einer Brandbombe auf das Büro ausgeführt.[3] 1985 erklärten Mitglieder des Klans und ein Sympathisant sich vor Gericht für schuldig am Legen des Feuers.[4] Zu den vom SPLC geführten Rechtsprozessen zählt unter anderem die Klage gegen United Klans of America wegen der Ermordung von Michael Donald, woraufhin 1987 United Klans zu einer Strafe in Höhe von 7 Millionen US-Dollar verurteilt wurde.[5]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Das Zentrum beliefert seit 1991 55.000 amerikanische Schulen mit Unterrichtsmaterial zur Toleranzförderung.[6][7] An Studenten verteilt es Broschüren wie „Wege zur Bekämpfung von Hass auf dem Campus“ sowie Anregungen zur „Diversity Education.“

Es finanziert ein „Klan-Watch“-Programm, das sich auf den Ku Klux Klan (KKK) bezieht und darin eine „Militia Task Force“, die 800 von ihm so genannte „Hass-Gruppen“ überwacht. Diese Gruppen werden in Rassentrennung (Nation of Islam), Ku Klux Klan, Neonazis, Christian Identity, Skinheads, Neokonföderierte und „Andere“ (Jewish Defense League) gegliedert. Einzelpersonen wie Kevin B. MacDonald und Pat Robertson sind ebenfalls Zielobjekte des Zentrums, während weitere, wie die (Constitution Party), als bedenkliche Gruppen (groups of concern) eingestuft werden. Hassgruppen werden von der Organisation als solche definiert, die Menschengruppen wegen Eigenschaften verunglimpfen oder angreifen, die nicht in ihrer Kontrolle liegen.[8]

SPLC führte zahlreiche und von der nationalen Presse umfangreich kolportierte Prozesse, die ihm nebenbei erhebliche Geldmittel im Gerichtssaal und durch fallbezogene Spenden einbrachten. 1987 gewann die Gruppe einen Prozess für die Mutter eines schwarzen Lynchopfers (Michael Donald) gegen die United Klans of America und erstritt 7 Mio. USD, die die Verurteilten jedoch nicht bezahlen konnten. Das Vermögen der Vereinigung, ein Gebäude im Wert von 51.000 $ ging an die Mutter.[9]. 1990 fand ein Gericht in Portland, Oregon, eine Neonazi-Gruppe des Todes eines äthiopischen Emigranten für schuldig, in dessen Folge Tom Metzger und die White Aryan Resistance zur Zahlung von 12,5 Mio. $ verurteilt wurden, was diese in den Bankrott trieb. Weiter führte es zahlreiche Prozesse gegen den Ku Klux Klan.

1989 finanzierte es die Errichtung des Civil Rights Memorials der Künstlerin Maya Lin in Downtown Montgomery. Es produziert Dokumentarfilme (etwa: „Götter und Generäle“ – das Weißwaschen der Konföderierten), gibt das Magazin Intelligence Report sowie ein Jugendmagazin heraus und versendet einen „Klanwatch-Newsletter.“

Finanzen[Bearbeiten]

Das Zentrum ist die Bürgerrechts-Organisation mit den größten finanziellen Reserven in den USA. 1996 nahm es 14 Mio. US$ ein und besaß zu der Zeit 68 Mio. $ Rücklagen. Im Jahr 2004 waren es 152 Mio. $ bei nun 49,8 Mio. Einnahmen, davon 29,7 Mio. durch Spenden.[10] Seine Direktoren gehören mit Jahresgehältern von 171.000 bis 297.000 US$ zu den 50 hochbezahlten Vorständen gemeinnütziger Organisationen in den USA.[11] Zu den Spendern gehören Cisco Systems, Picower Foundation, Richard and Rhoda Goldman Fund und Grove Foundation.

Kritik[Bearbeiten]

In einem Bericht des rechtskonservativen Capital Research Centers wird dem SPLC vorgeworfen, ihre Methoden würden sich nicht von denen von Joseph McCarthy unterscheiden. Das SPLC würde die Gefahr durch Hate Groups wie dem Ku Klux Klan und durch Milizen aufbauschen, um mehr Spenden zu erhalten.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Jeder hat das Recht zu hassen, Fluter Februar 2007
  2. Southern Poverty Law Center: Smith v. Young Men's Christian Association.
  3. Fire Damages Alabama Center that Battles the Klan. In: The New York Times, 31. Juli 1983. 
  4. 2 Klan Members Plead Guilty To Arson. In: The New York Times, 21. Februar 1985. 
  5. The Nation Klan Must Pay $7 Million. In: Los Angeles Times, 13. Februar 1987. 
  6. Teaching Tolerance Marks Its 10th Year. In: Teaching Tolerance: A Project of The Southern Poverty Law Center. Abgerufen am 2. Juli 2012.
  7. Dees Turning Anti-Hate Focus Away From Law to Education. In: Moscow-Pullman Daily News, 4. April 1997.
  8. SPLC: Hate Map.
  9. Jim Tharpe. Website der Nieman Foundation
  10. SPLC Annual Report 2005
  11. Chronicle of Philanthropy’s annual survey of top nonprofit executive salaries, published September 28, 2005
  12. Matthew Vadum: The Southern Poverty Law Center: A Twisted Definition of ‘Hate’ (PDF; 323 kB). November 2006