Sozialdemokratische Huntschak-Partei

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Սոցիալ դեմոկրատ Հնչակյան կուսակցություն
Sozialdemokratische Huntschak-Partei
Logos der Hentschak auf Zypern
Partei­vorsitzender Setrak Ajemian
Gründung 1887
Haupt­sitz Jerewan, Armenien
Aus­richtung Demokratischer Sozialismus
Parlamentssitze 2 von 128 in der libanesischen Nationalversammlung
Mitglieder­zahl 4300 (in Armenien)[1]
Internationale Verbindungen Zweite Internationale
Website www.hunchak.org; Gaidz-Jugendorganisation

Die Sozialdemokratische Huntschak-Partei (SDHP, armenisch Սոցիալ Դեմոկրատ Հնչակյան Կուսակցություն; ՍԴՀԿ, arabisch ‏حزب الهنشاق الديمقراطي الاجتماعي ‎, französisch Parti social-démocrate Hentchak) ist die älteste armenische politische Partei und war die erste sozialistische Partei im Osmanischen Reich und in Persien.[2]

Sie wurde im Jahre 1887 von einer Gruppe aus Studenten der Universität Genf in der Schweiz gegründet.[3] Sie hatte zunächst den Charakter einer Geheimgesellschaft. Ihr Anführer war Avetis Nazarbekian. Ziel der Gruppierung war, die armenischen Provinzen aus dem osmanischen Reich herauszulösen und einen unabhängigen armenischen Staat zu schaffen, der zu einer künftigen sozialistischen Welt gehören sollte.[4] Obwohl marxistisch ausgerichtet, wurde auch der Gebrauch terroristischer Mittel befürwortet, um ihr Ziel zu erreichen.[5] Als gangbare Methoden erwählte die Gruppe „Propaganda, Agitation, Terror, Organisation und Bauern- und Arbeiteraktionen“. Sie plante nicht nur Attentate auf osmanische Würdenträger, sondern auch auf Armenier, die mit der osmanischen Regierung kooperierten und daher als „Spione und Verräter“ angesehen wurden.[6] Die Partei hatte zunächst keinen offiziellen Namen. Sie wurde nach dem Namen ihrer Zeitung bezeichnet, die Huntschak (oder Hntschak, armenisch für „Glocke“ oder „Fanfare“[6]) hieß, und ab November 1887 in Genf erschien. Erst ab 1890 trat sie als „Revolutionäre Huntschak-Partei“ auf.[7]

Am 27. Juli 1890 organisierten die Mitglieder Harutiun Jangülian, Mihran Damadian und Hampartsum Boyadjian die Kumkapı-Proteste in Istanbul. Der Zeytun-Widerstand 1896 und 1915 wurde ebenso wie der Widerstand von Şebinkarahisar von der Huntschak-Partei organisiert.

Viele Mitglieder der Partei wurden während des Völkermordes an den Armeniern getötet. Bekannt geworden ist unter anderem die Hinrichtung von 20 Aktivisten am 15. Juni 1915.[8]

Prominente Mitglieder waren unter anderem Levon Larents, Smbat Biurat, Murat von Sivas und Antranik Pascha.

Außer in Armenien ist die Partei auch im Libanon aktiv, wo viele Armenier leben. Dort ist sie mit 2 Sitzen im Parlament vertreten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Յուրաքանչյուր երկրորդ չափահաս հայաստանցին կուսակցակա՞ն
  2. Social Democrat Hunchakian Party
  3. Lebanon a Country Study, By Federal Research Division - S. 185
  4. Wolfdieter Bihl: Die Kaukasus-Politik der Mittelmächte. Böhlau, Wien 1975, S. 166.
  5. Norman M. Naimark: Flammender Hass. Ethnische Säuberungen im 20. Jahrhundert. Beck, München 2004, ISBN 3406517579, S. 34.
  6. a b Edward J. Erickson: Ottomans and Armenians. A Study in Counterinsurgency. Palgrave Macmillan, New York/Basingstoke (Hampshire) 2013, S. 11.
  7. Louise Nalbandian: The Armenian Revolutionary Movement. The Development of Armenian Political Parties through the Nineteenth Century. University of California Press, Berkeley/Los Angeles/London 1963, S. 115.
  8. The Twenty Hunchakian Gallows