Sozialtherapie

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Sozialtherapie, zusammengesetzt aus dem lateinischen Wort socialis (gemeinsam) und dem altgriechischen Wort θεραπεία therapeia (Heilung), ist ein Begriff, der in folgenden Bedeutungen verwendet wird:

  • Im Bereich des Strafvollzugs versteht man unter Sozialtherapie diejenigen ausgegliederten Abteilungen einer Justizvollzugsanstalt, die sich mit Psychotherapie, sozialem Training und Entlassungsvorbereitungen um einzelne Gefangene kümmern. Hier soll soziale Verantwortung gelernt werden. Derzeit befinden sich in Deutschland von den rund 54.000 zu einer Freiheitsstrafe Verurteilten etwa 1.460 Gefangene in sozialtherapeutischen Anstalten.
  • Im Bereich der Suchttherapie bzw. der Behandlung des Abhängigkeitssyndroms spricht man von Sozialtherapie bei Suchterkrankungen oder Soziotherapie für die es von den Kostenträgern anerkannte Ausbildungen gibt und für die differenzierte Modelle bestehen wie die von Hilarion Petzold 1972 begründete Integrative Soziotherapie, die auch in anderen Feldern psychosozialer Hilfeleistung bei Menschen aus benachteiligten Schichten oder im gerontotherapeutischen Bereich eingesetzt wird.
  • Teils synonym verwendet, teils abgegrenzt zum Begriff „Sozialtherapie“ wird der Ausdruck „Soziotherapie“.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Schwendter: Einführung in die Soziale Therapie, Tübingen: Dgvt-Verlag, 2000, ISBN 3-87159-021-5
  • Markus Jüster: Integrative Soziotherapie. In: J. Sieper, I. Orth, W. Schuch (Hrsg.): Neue Wege Integrativer Therapie. Klinische Wissenschaft, Humantherapie, Kulturarbeit – Polyloge. Edition Sirius, Aisthesis Verlag, Bielefeld 2007, S. 491-528.
  • Hilarion G. Petzold, Peter Schay, Wolfgang Ebert: Integrative Suchttherapie: Theorie, Methoden, Praxis, Forschung. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Begriffe Sozialtherapie, Soziotherapie und Soziale Therapie bieten laut Rolf Schwendter eine Begriffsmehrfalt, der keine gegenständlichen Widersprüche zu Grunde liegen, Schwendter: 'Einführung in die Soziale Therapie, Tübingen 2000, S. 7.