Space Invaders (Computerspiel)

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Space Invaders
Space invaders logo.svg
Entwickler Taito
Publisher Midway Games
Mitwirkende (Auswahl) Toshihiro Nishikado
Erstveröffent-
lichung
Juli 1978
Genre Fixed Shooter
Spielmodus 2 Spieler abwechselnd
Steuerung 2-Wege-Joystick; 1 Knopf
Gehäuse Standard, Mini und Cocktail
Arcade-System CPU: Intel 8080 (@ 2 MHz)
Sound CPU: -
Sound Chips: SN76477, Samples
Monitor Raster Auflösung 224 × 240 (3:4 Vertikal) Farbpalette: 2 (+Overlay-Folie)
Information Vielen als das Original Shoot 'em up Videospiel bekannt
„Galaxian“-Alien, aus dem Straßenprojekt Space Invaders (Paris)
Space Invaders (rechts), hier mit Color-Overlay

Space Invaders ist ein Shoot-'em-up-Spiel, entworfen und programmiert von Toshihiro Nishikado und vertrieben von Taito. Erschienen ist es im Jahre 1978. Neben Pac-Man war Space Invaders eines der Spiele, die die frühe Entwicklung der Videospiele geprägt haben.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Spieler steuert eine Kanone, die er am unteren Bildschirmrand nach links und rechts fahren kann. Jedes Level beginnt mit mehreren Reihen regelmäßig angeordneter Aliens, die sich ständig horizontal und dabei nach und nach abwärts bewegen und den Spieler mit Geschossen angreifen. Der Spieler selbst hat einen unbegrenzten Munitionsvorrat, kann aber erst dann ein neues Geschoss abfeuern, wenn das vorige vom Bildschirm verschwunden ist. Wenn es einem der Aliens gelingt, den unteren Bildschirmrand zu erreichen und neben der Kanone zu landen, verliert der Spieler eines seiner Leben.

Als Deckung stehen dem Spieler „Blöcke“ zur Verfügung, hinter denen er sich so lange verstecken kann, bis der Block von den Aliens oder von ihm selbst zerschossen wird. Gelegentlich taucht ein Bonus-Raumschiff auf. Wenn der Spieler es trifft, erhält er zusätzliche Punkte.

Videospiele gab es schon vor Space Invaders. Tatsächlich existierte das Spiel Pong von Atari schon mehrere Jahre, aber Space Invaders zog die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, wie es noch kein Spiel vorher geschafft hatte – genau in dieser Zeit waren viele Leute im Star-Wars-Fieber und von der Raumschiff- und Aliens-Thematik begeistert. Space Invaders wurde nach seinem Erscheinen 1978 in den japanischen Spielhallen sogar so populär, dass nach kurzer Zeit die 100-Yen-Münzen im ganzen Land knapp wurden.[1]

Space Invaders war eines der ersten Arcade-Spiele mit farbigen Darstellungen; diese wurden durch Overlay-Folien erzeugt. Außerdem wurde in diesem Spiel das erste Mal ein durchgängiger und adaptiver Soundtrack verwendet: Vier sich ständig wiederholende Bass-Noten werden umso schneller wiederholt, je weiter das Spiel voranschreitet bzw. die Aliens sich dem Spieler nähern.

Die 1979 erschienene Umsetzung des Spiels auf die bis dahin eher schleppend laufende Atari 2600-Spielkonsole brachte den Durchbruch der Videospiele im Heimmarkt. Viele Familien kauften ein Atari-Videospiel, nur um Space Invaders spielen zu können. Dem Spiel war eine Single mit einem gleichnamigen Popsong beigelegt.

Nach einigen Abwandlungen und Klonen veröffentlichte die Taito Corporation später für Arcade-Systeme auch die Nachfolger:

Arcadespiele mit dem gleichen oder ähnlichen Prinzip nahmen mehrere Jahre lang eine wichtige Position auf dem Spielemarkt ein, so z. B. auch die Galaga-Serie von Namco mit:

Den neuesten Space Invaders- bzw. Galaga-Klon für Arcade-Systeme stellt derzeit Space Bomber 1998 von Psikyo dar.

2003 war der 25. Geburtstag von Space Invaders. Zu diesem Zweck wurde eine spezielle Version namens Space Invaders Anniversary Edition auf den Markt gebracht. Das Spielprinzip blieb gleich, jedoch wurden einige Extras ergänzt.

2005 erschienen sowohl das klassische Space Invaders als auch die Space Invaders Anniversary Edition für verschiedene Mobiltelefon-Modelle.

2008 veröffentlichte Taito anlässlich des 30-jährigen Jubiläums „Space Invaders Extreme“ für den Nintendo DS und die PlayStation Portable von Sony. Spielprinzip und Grafik der Raumschiffe bzw. Aliens wurde grundlegend beibehalten, hinzu kam jedoch ein zeitgemäßer Soundtrack und psychedelische Hintergrundanimationen. 2009 veröffentlichte Taito Versionen für iPhone bzw. iPod Touch und für die Xbox 360 (Xbox Live Arcade)[2].

Space Invaders gehörte zur zweiten Riege von Computerspielen, die das Museum of Modern Art am 28. Juni 2013 in seine Dauerausstellung aufnahm.[3]

Implementierung[Bearbeiten]

Space Invaders (Cocktail-Tisch)
Space Invaders auf der Messe Video Games Live (Toronto)

Eines der Hauptelemente von Space Invaders ist die Tatsache, dass sich die Aliens mit jedem Angreifer, den der Spieler zerstört, schneller bewegen. Diese raffinierte Konstruktion der Programmierer machte sich zunutze, dass der Prozessor jeden Alien umso schneller bewegen konnte, je kleiner die Gesamtzahl der angreifenden Aliens wurde.

Das tatsächliche Bild des originalen Space Invaders-Spielautomaten war schwarzweiß und spiegelverkehrt. Es wurde auf eine Fläche projiziert, hinter der sich eine gemalte Mondlandschaft befand, was dem Spiel für jene Zeit einen beeindruckenden Hintergrund verlieh. Zusätzlich wurde die Projektionsfläche mit farbigen Streifen versehen, die den angreifenden Alien-Raumschiffen je nach Position auf dem Bildschirm eine andere Farbe gab. Es gibt mehrere Versionen des Spiels, teils ganz schwarz/weiß, teils mit Overlay, teils mit weißen Gegnern oder komplett farbig.

Sonstiges[Bearbeiten]

Eine sehr erfolgreiche und weit verbreitete Version von Space Invaders für den Atari 2600 konnte an dieser Konsole wegen eines Hardwarefehlers zu Gunsten des Spielers beeinflusst werden (Cheat). Bei ausgeschalteter Konsole wird der Reset-Schalter der Konsole gedrückt und gehalten. Dann wird das Gerät eingeschaltet. Dies führt dazu, dass der Spieler nun anstatt eines Schusses auf dem Bildschirm gleichzeitig zwei Schüsse abgeben kann. Dieses Verhalten hat mit dem Zweispielermodus zu tun.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Space Invaders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2376/angriff_der_aliens.html
  2. http://marketplace.xbox.com/de-DE/games/media/66acd000-77fe-1000-9115-d80258410996/
  3. Paul Galloway: Video Games: Seven More Building Blocks in MoMA’s Collection (englisch) In: Inside / Out. A MoMA/MoMA PS1 Blog. Museum of Modern Art. 28. Juni 2013. Abgerufen am 29. Juni 2013.