Spaghettisierung

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Schematische Dar­stel­lung des Effekts – „Es seien vier Ob­jek­te, die auf einen masse­reichen Pla­ne­ten fallen. – Jedes Ob­jekt folgt einer leicht unter­schied­lichen Bahn. – Nun hat sich das Karo leicht in die Länge gezogen.“

Als Spaghettisierung wird bildlich der Vorgang der Verformung von Objekten bezeichnet, der eintritt, wenn das Objekt in dafür ausreichende Nähe zu einem Schwarzen Loch gerät. Schwarze Löcher sind so massereich, dass die von ihnen ausgehende Gravitation Objekte nicht nur einfängt: Da die Anziehungskraft mit abnehmendem Abstand zunimmt, wirken auf der dem Schwarzen Loch zugewandten Seite des Objekts stärkere Kräfte als auf der abgewandten Seite. Dadurch wird das Objekt in die Länge gezogen und auseinandergerissen. Dieser Effekt verstärkt sich, während sich das Objekt dem Schwarzen Loch weiter nähert.[1] Der Begriff ist auf die Form von Spaghetti zurückzuführen. Er wurde 1988 von Stephen Hawking in seinem Buch A Brief History of Time (deutsch: Eine kurze Geschichte der Zeit) geprägt.[2]

Derzeit (April 2014) wird dieser Vorgang an einer Gaswolke beobachtet, die von dem supermassereichen Schwarzen Loch Sagittarius A* angezogen und auseinandergerissen wird.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen Hawking: wissenschaft-online.de A Brief History of Time. 1988
  • Daniel Lingenhöhl, Anja Blänsdorf: Wie Schwarze Löcher Spaghetti machen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2009
  • Kleines 1×1 der Relativitätstheorie. Springer, Berlin / Heidelberg 2009

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMaike Pollmann: Was bezeichnen Astronomen als Spaghettisierung. Abgerufen am 28. März 2010.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSpaghettisierung in der Nähe eines Schwarzen Loches. Abgerufen am 28. März 2010 (PDF).
  3. Milky Way snack time: Supermassive black hole to consume gas cloud. rt.com, 7. März 2014, abgerufen am 3. April 2014 (englisch).