Spall

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Spall (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Spall
Spall
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Spall hervorgehoben
49.8833611111117.6801305555556350Koordinaten: 49° 53′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Rüdesheim
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 14,26 km²
Einwohner: 159 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55595
Vorwahl: 06706
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 100
Adresse der Verbandsverwaltung: Nahestraße 63
55593 Rüdesheim
Webpräsenz: www.spall-soonwald.de
Ortsbürgermeister: Wilhelm Regner
Lage der Ortsgemeinde Spall im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Spall aus südwestlicher Sicht

Spall ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Spall liegt oberhalb des Gräfenbachs am Fuß der 657 Meter hohen Ellerspring im südlichen Hunsrück zwischen dem Soonwald und dem Gauchswald. Im Osten befindet sich Argenschwang, im Süden Allenfeld, im Westen Gebroth und nördlich liegt Münchwald.

Zu Spall gehören auch die Wohnplätze Eichhof und Forsthaus Gebroth.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach 1375[Bearbeiten]

Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes Spall findet sich im Jahre 1375 mit Spalde in einem Sponheimer Güterbuch. Der Name wird hergeleitet von Einschnitt, Schlitz, Spalte und liegt in seiner geographischen Lage begründet.

Um 1500 gehörte Spall zur Hinteren Grafschaft Sponheim, die nach dem Aussterben der Sponheimer zwischen dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und der Markgrafschaft Baden geteilt wurde. 1556 wurde von Kurfürst Otto Heinrich angeordnet, die evangelische Lehre zu predigen. Die Reformation war 1557 sowohl in Gebroth, Spall, Argenschwang, Spabrücken und Dalberg durchgeführt.

Bei einer Kirchenvisitation in allen Ämtern der Hinteren Grafschaft Sponheim 1607 schrieb der Amtmann von Winterburg:

Die sponheimische Gemeinde Spald gehe gen Spachbrücken, so dalbergisch in die Kirch. Die weil es nun daran stehe, dass der heutige Dalberger das Papsttum, dem er angehöre, wieder einführe, so sei zu überlegen, wie in diesem Fall der Gemeinde Spald zu helfen sei.

Spall und Argenschwang sollten aber besser zu der sponheimischen Pfarrei Gebroth gehen, nachdem schon 1575 bei einer Kirchenvisitation der Befehl ergangen war, dass die Spaller zur Predigt nach Gebroth gehen sollten,

... da ihre Kinder wegen Unfleiß des Spachbrücker lutherischen Pfarrers nicht beten konnten.

In Spabrücken wurde trotz aller Schwierigkeiten, die von der Kurpfalz gemacht wurden, am 1. September 1624 von Johann von Dalberg wieder der katholische Gottesdienst eingeführt. Die Spaller durften fortan nur noch nach Gebroth zum ev. Gottesdienst gehen.

1594 wurde in Spall das erste Rat- und Backhaus gebaut. Die Glocke des Bauwerks wurde für Rüstungszwecke im letzten Weltkrieg abgeholt und am 31. Dezember 1949 durch eine neue ersetzt. Das Gebäude musste 1984 der neuen Verkehrsführung weichen, und 1989 wurde an dieser Stelle ein hölzerner Glockenturm eingeweiht in dem jetzt die alte Glocke wieder täglich läutet. Ein Gedenkstein mit Plakette erinnert an das alte Backes.

Nach 1860[Bearbeiten]

Die erste Schule wurde in Spall 1860 gebaut, da aber kein Lehrer gefunden wurde, fand erst am 12. Oktober 1865 der erste Unterricht statt. Bis 1912 gab es in Spall die Gaststätte Zum Soonwald, die auch gleichzeitig als Poststelle diente. Ab 1912 wurde die Poststelle ins Haus Erbach verlegt.

1902, am Reformationstag, wurde in Spall die Wasserkirmes gefeiert, nachdem die erste Wasserleitung fertiggestellt war. Zuvor versorgten sich die Bürger mit Wasser aus Brunnen. 1915 erreichte die Elektrizität die Gemeinde Spall, und zum ersten Mal brannte hier elektrisches Licht!

Am 15. August 1926 wurde das Ehrenmal, das für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg aus Spall am Eingang des Dorfes aufgestellt wurde, eingeweiht. Der betende Krieger wurde von dem Bad Kreuznacher Bildhauer Bauer gefertigt. Am 28. Januar 1945 schlug eine Bombe am Dorfeingang Richtung Argenschwang ein.

1960 wurde die neue Schule fertiggestellt und sechs Jahre später wieder geschlossen. Die Kinder aus Spall gehen bis heute nach Wallhausen zur Schule. Heute ist im Untergeschoss der ehemaligen Schule der Gemeindesaal, das Büro des Bürgermeisters und im ehemaligen Schulsaal seit 1967 die Gaststätte Spaller Hof.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Spall, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 157
1835 213
1871 176
1905 195
1939 156
Jahr Einwohner
1950 182
1961 152
1970 151
1987 154
2005 151

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Spall besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Die verschiedenen Farben des Wappens verweisen auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Vorderen und Hinteren Grafschaft Sponheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Gräfenbachstraße Ortsausgang nach Allenfeld findet man das Ehrenmal für die Gefallenen im 1. Weltkrieg aus Spall. Es wurde von dem Bad Kreuznacher Bildhauer Bauer gefertigt und 1926 eingeweiht.

Seit 1993 befindet sich in der Soonwaldstraße im künstlerisch gestaltetem Domizil der beiden Künstler Mole & Wolfrhine ein Museum für schottische Geschichte, das Tartan-Museum, eine Bildergalerie und eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Gemeinde Spall.

Siehe auch

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kirmes: Immer an Ostern
  • Feuerwehrfest 1. Wochenende im Mai
  • VDK Sommerfest: Mitte bis Ende Juni
  • Wanderfest: Mitte bis Ende Juli

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 16 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat