Spam Sozialer Netzwerke

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Spam Sozialer Netzwerke, auch Social Spam genannt, ist Spam, die an die Benutzer eines Sozialen Netzwerkdienstes im Internet gerichtet sind wie MySpace, Facebook, Wer-kennt-wen oder LinkedIn. Benutzer dieser Sozialen Netzwerkdienste können sich Nachrichten schicken, die eingebettete Links beinhalten, die zu anderen Plätzen des Sozialen Netzwerkes oder sogar zu außerhalb liegenden Sites führen können.

Wesen[Bearbeiten]

Über dieses Einfallstor gelangen die Soziale-Netzwerkdienste-Spammer herein. Sie verwenden die Suchwerkzeuge des Sozialen Netzwerkdienstes um an einen bestimmten demografischen Teilbereich von Benutzern heranzukommen. Gemeinsame Fanseiten oder Fangruppen sind eine weitere Filtermöglichkeit, um Nachrichten zu senden, die vortäuschen, dass sie von einer wirklichen Person stammen. Diese Nachrichten enthalten in der Regel eingebettete Links zu pornografischen oder anderen Websites, die erstellt wurden um irgendwelche Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen.

Das Abstellen solcher unerwünschten Sozialen-Netzwerkdienst-Spams ist schwierig. Zwar verfügen die meisten Dienste über eine Funktion, in der Spam gemeldet bzw. deren Annahme verweigert werden kann, jedoch ändern diese häufig ihre Wegwerfadresse, so dass eine Filterregel meist folgenlos bleibt.

Einige der Sozialen Netzwerkdienste bitten sogar die Benutzer um Erlaubnis um auf ihre Adressbücher und Kontaktlisten zu zugreifen oder benutzen E-Mail-Einladungen damit sie virenartig Produkte vertreiben können oder motivieren ihre Mitglieder hierzu. Dieses Verfahren ist sehr umstritten, weil es nur die Erlaubnis des Besitzers jenes Adressbuches einholt, jedoch nicht von denen darin einzeln enthaltenen Inhaber der E-Mail-Adressen. Dieser unübersichtliche Umstand wird noch durch Benutzer verschärft, die meist das Kleingedruckte oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht durchlesen, um zu erfahren, wofür diese Erlaubnis verwendet wird.

Es gibt automatisierte Programme, die nach Profilen in Sozialen Netzwerkdiensten suchen, die öffentlich erreichbar sind. Treffen sie auf ein solches ungeschütztes Profil bitten sie dann um Kontaktaufnahme damit entweder der volle Zugriff auf das Profil möglich wird oder senden eine Nachricht, die oft einen Link auf eine Website mit der Aufforderung wie „Schau, hier ein heißes Foto von mir“ führen. Solche Links können dazu genutzt werden, den Rechner des Empfängers einer solchen Spam-E-Mail zu infizieren.[1]

Beispiele[Bearbeiten]

Spamflut über Quechup[Bearbeiten]

Diese Problematik wies der amerikanische Soziale Netzwerkdienst Quechup zum Beispiel auf.[2]

Quechup wurde von vielen seiner Benutzer des Missbrauchs beschuldigt. Das Wesen des Dienstes würde im Kleingedruckten der Geschäftsbedingungen versteckt. Der Text, der Teil des Registrierungsvorganges war, enthält zumindest eine unklar gehaltene Erklärung über das Wesen des Dienstes. Sie unterlässt es über die Folgen aufzuklären.[3] Dies führte zu zahlreichen Beschwerden klickfreudiger Teilnehmer des Netzwerkdienstes ohne zu lesen, was sie gerade da an Teilnahmebedingung akzeptierten.

Missbrauch über Facebook[Bearbeiten]

Robert Norheim erhielt von einer Freundin, die er über Facebook kannte, eine E-Mail, die auch an zahlreiche andere Benutzer dieses Sozialen Netzwerkdienstes verschickt wurde. Sie sei in ihrem Urlaub in London ausgeraubt worden und benötige nun dringend 600 Dollar für den Rückflug. Er überwies ihr das Geld, doch kamen ihm Bedenken. Auf Nachfragen stellte sich schnell heraus, dass der besagte Sachverhalt fingiert war und die angeblich „hilfesuchende“ Freundin gar nichts von „ihrer“ E-Mail wusste. Die Überweisung konnte gerade noch rückgängig gemacht werden.[4]

Einladungsspams über Lockerz[Bearbeiten]

Zugang zu dem März 2009 gestarteten Sozialen Netzwerkdienst Lockerz erhält man nur per Einladung. Das erhebt den Anschein einer elitären Community an. In Wirklichkeit ist es aber eigentlich nur ein weiterer Werbekniff, da Mitglieder für jede gelungene Einladung systemeigene Punkte (PTZ) erhalten. Pro geworbenen Freund erhält man zwei Punkte, für die man Preise erhalten kann. Mit dieser aggressiven, sehr effektiven Werbemethode entwickelte die junge Plattform innerhalb kürzester Zeit eine unglaubliche Präsenz,[5] während in Foren eine Flut von Anfragen über Lockerz[6] und auf den E-Mail-Servern eine Flut von Einladungen landete.

Linkspams über Pennergame[Bearbeiten]

Pennergame ist ein satirisches Online-Browserspiel, das wegen der Bandenbildung gleichwohl als Soziales Netzwerk zu betrachten ist und das laut „Google AdPlanner“ 100 beliebtesten Seiten des deutschsprachigen Internets[7] zählt, sowie laut Betreiberangaben über 1,7 Millionen Accounts[8] besitzt. Betreiber von Internetseiten mit öffentlicher Kommentierfunktion kritisieren das Spammen von Referrer-Links durch Spieler. Bei jedem Klick auf seinen Link erhält der Spieler virtuelles Geld.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philipp Schaumann: Verlust an Privatsphäre durch die Social Network Sites – 7. Social Networking Spam
  2. Saul Hansell Social network launches worldwide spam campaign (Sozialer Netzwerk beginnt weltweite Spamkampagne). In: New York Times, 13. September 2007
  3. Chris Hambly: Quechup And Mass Hysteria (Quechup und Massenhysterie), 2. September 2007
  4. Soziale Netzwerke: Attacken im Gewand der Freundschaft. In: Die Zeit, Nr. 31/2009
  5. Virales Marketing at its best: Lockerz.com
  6. Thread auf computerbase.de und die Entscheidung des Admins den Thread wegen Mißbrauch abzubrechen
  7. meedia.de
  8. pennergame.de statistics
  9. Kritik im Wikipedia-Artikel Pennergame
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