Legión Española

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Wappen der Spanischen Legion
Oberstleutnant Miguel Ballenilla bei einer Lagebesprechung mit einem US-amerikanischen Offizier in Badghis, Afghanistan
Parade der Legion (2008)
Die Fahnen der Regimenter der Legion
Zwei Legionäre bei einer Parade
Soldaten der Spanischen Legion im Irak

Die Spanische Legion (span. Legión Española), die ehemalige spanische Fremdenlegion, ist eine militärische Eliteeinheit der spanischen Streitkräfte. Sie ist besonders entlang der marokkanischen Küste im Einsatz.

Sie besteht aus der Brigada de la Legión „Rey Alfonso XIII“ (BRILEG) (in Viator/Almeria und in Ronda), der neben dem Stab der Legion (Cuartel General), Artillerie-, Logistik-, Aufklärungs-, Fernmelde- sowie Pioniereinheiten (Zapadores), das Tercio „D. Juan de Austria“, 3° de la Legion (alle genannten Einheiten stationiert in Viator/Almeria), sowie das Tercio „Alejandro Farnesio“, 4° de la Legion (in Ronda) angehören und zwei einzelnen Tercios, dem Tercio „Gran Capitán“ 1º de la Legión (in Melilla) und dem Tercio „Duque de Alba“ 2º de la Legión (in Ceuta). Bei Melilla und Ceuta handelt es sich um spanische Exklaven in Marokko. Die Legión Española wurde als spanisches Pendant zur französischen Fremdenlegion mit der Bezeichnung Tercio de Extranjeros gegründet, ist jedoch heute keine Fremdenlegion mehr. Bevor Spanien seine afrikanischen Territorien aufgeben musste, war die Legion in der damaligen Spanisch-Sahara stationiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die spanische Fremdenlegion durch ein am 28. Januar 1920 erlassenes königliches Dekret zur Aufstellung einer Eliteeinheit zur besonderen Verwendung gegen rebellierende Einheimische in Marokko. Aufgebaut wurde sie im Wesentlichen von José Millán Astray. Der Anteil ausländischer Freiwilliger lag bei rund 25 %. Zu Beginn hatte die Einheit 500 Mann und eine Mindestverpflichtungszeit von fünf Jahren. Während des Rifkriegs war die Fremdenlegion an zahlreichen Übergriffen und Massakern an der Zivilbevölkerung beteiligt. Rund ein Drittel der eingesetzten Mannschaftsdienstgrade wurde während des Krieges getötet. Die Mehrheit der dienenden Ausländer kam aus Portugal, einige Hundert aus Deutschland. Während des Krieges kam es zu Desertionen aus der Armee. Nach dem Krieg gegen die Rifkabylen unter Abd el-Krim (1919–1926) übernahm die Legion eine Führungsrolle in der militärischen Kontrolle der Kolonialgebiete.[1]

Nach Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges 1936 schickte General Francisco Franco seine spanische Legion an die Bürgerkriegsfront, um an der Seite der deutschen Legion Condor zu kämpfen und ermöglichte so die Errichtung einer jahrzehntelangen Diktatur (1939–1975). Mussolini schickte 1939 italienische Freiwillige, von denen viele in den Reihen der spanischen Legion u.a. bei der Belagerung von Madrid kämpften.

Während der 1950er und 1960er Jahre kämpfte die spanische Legion vorwiegend in Nordafrika. 1961 wurde das Fallschirmjäger-Bataillon der spanischen Fremdenlegion aufgestellt. 1969 kämpften die Legionäre in Marokko und angrenzenden Gebieten.

Nachdem General Francisco Franco am 20. November 1975 gestorben war, wurden die spanischen Legionäre aus den Wüsten Nordafrikas und der Sahara zurück nach Spanien verlegt.

1987 wurde von der spanischen Regierung beschlossen, keine Ausländer mehr in die Reihen der spanischen Legion aufzunehmen. Spanische Legionäre, die nicht gebürtige Spanier sind, dürfen jedoch ihren Dienst weiter in der Legion versehen.

Nach 2000 wurde diese Regel soweit gelockert, dass auch Ausländer, die Spanisch als Muttersprache haben, in alle Einheiten der spanischen Armee aufgenommen werden können, auch in die ehemalige Fremdenlegion. Diese kommen vor allem aus den ehemaligen Kolonien in Lateinamerika und Äquatorialguinea, aber z. B. auch aus Deutschland.

Heute übernimmt die spanische Legion im Namen Spaniens UNO-Friedensmissionen, u. a. in Bosnien, Kroatien, Angola, Nicaragua, Haiti, El Salvador und Guatemala.

Esprit de corps[Bearbeiten]

  • Alle Mitglieder der Legion werden mit Caballero Legionario (etwa: Herr Legionär) angesprochen. Für Frauen wurde nach ihrer Zulassung der Titel Dama Legionaria (etwa: Frau Legionärin) eingeführt.
  • Ähnlich dem französischen Gegenstück ranken sich viele Legenden und Traditionen um la legión.
  • Die offizielle Hymne der Legion ist „El novio de la muerte“ (dt. Der Bräutigam des Todes). Legionäre erhalten die Fremdbezeichnung novios de la muerte (dt.: Bräutigam/Freund des Todes).
  • Für Notlagen hat sich der Hilferuf ¡A mí la legión! (dt.: „Zu mir, Legion!“) eingebürgert. Legionäre in Hörweite sind Kameraden, anderen Einheiten weltweit ähnlich, zur bedingungslosen und vollständig versuchten Rettung verpflichtet. Auch Leichen dürfen nicht zurückgelassen werden.
  • Legionäre dürfen Bärte und ihre Hemden offen tragen. Das Tragen von Tätowierungen ist ebenfalls erlaubt.
  • Anders als französische Legionäre tragen spanische Legionäre ein grünes Schiffchen mit roten Kordeln.
  • Der Marschschritt mit zwischen 140–160 Schritten pro Minute, ist gegenüber regulären spanischen Einheiten wesentlich schneller.
  • Während der Semana Santa, den traditionellen Prozessionen in der Karwoche, wird Legionären häufig das Tragen des Paso zuteil. Sie müssen allerdings auch größere Anstrengungen durchlaufen, da der Schrein auf den ausgestreckten Armen und nicht, wie sonst üblich, auf den Schultern getragen wird.
  • Während des Franquismus war das Motto der Legion ¡Viva la muerte! (Es lebe der Tod!)[2][3]
  • Die Legion bewahrt den Augapfel ihres Gründers José Millán Astray wie eine Reliquie auf.
  • Maskottchen der Legion ist ein Ziegenbock mit goldgefärbten Hörnern, der auf Paraden immer von einem Legionär geführt wird. Er trägt dabei eine Decke aus der Truppenfahne und wird an einem Band in den spanischen Nationalfarben geführt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Steinert: La Legion. Die spanische Elitetruppe. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01852-7.
  • Sören Sünkler: Elite- und Spezialeinheiten Europas. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02853-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spanische Legion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dirk Sasse : Franzosen, Briten und Deutsche im Rifkrieg, 1921 - 1926, München, 2006, 97 - 100
  2. SPA15-343 Cultura y civilizacion del mundo hispanico, Southwestern University
  3. SAC 1921-1945, University of Oregon
  4. Bericht in "Express", Köln, am 13. Oktober 2011, S. 21