Spanischer Name

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Spanische Namen: Häufigster Familienname nach Provinz

Ein spanischer Personenname besteht aus einem oder mehreren Vornamen (nombre oder nombre de pila) und meist zwei Nachnamen (apellidos).

Vorname[Bearbeiten]

Weibliche Vornamen[Bearbeiten]

Der verbreitetste weibliche Vorname ist María (baskisch auch: Miren). Über ein Viertel der weiblichen Bevölkerung Spaniens führt diesen Vornamen, meist in Verbindung mit verschiedenen Titeln oder Gnadenorten der Muttergottes Maria oder auch Glaubensgeheimnissen Jesu Christi, z.B.: María Carmen (nach Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel), María Dolores (nach der Mater Dolorosa), María Pilar (nach der Madonna del Pilar), María Ángeles ("Maria der Engel"), María Concepción oder María Inmaculada (nach der Unbefleckten Empfängnis), María Mercedes (nach der Barmherzigen Maria), María Rosario (nach Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz), María Encarnación oder María Anunciación (nach Mariä Verkündigung), María Montserrat (nach Unserer Lieben Frau von Montserrat), María Lourdes oder María Fátima (nach den Marienerscheinungen in Lourdes und Fátima).

Überwiegend kommen diese Zusätze in Verbindung mit María vor, sie werden aber heute oft auch als eigenständige Vornamen (d.h. ohne María als erstem Vornamen) vergeben. So führten zum 1. Januar 2012 ca. 670.000 weibliche Personen den Doppelnamen María Carmen, aber auch ca. 440.000 den Einfachnamen Carmen. Als Rufname wird - der besseren Unterscheidung wegen - in der Regel auch bei Trägerinnen von Doppelnamen nicht María, sondern der jeweilige Zusatz verwendet.

Die zehn häufigsten weiblichen Vornamen sind (Stand: 1. Januar 2012):

Genauer Name
(Einfachname oder
bestimmte Namenskombination)
Einzelner Name
(als Einfachname oder
als Bestandteil einer Namenskombination verwendet)
Name Häufigkeit Name Häufigkeit
absolut relativ (in ‰) absolut relativ (in ‰)
María Carmen 677.777 28,3 María 6.398.966 267,0
María 660.385 27,6 Carmen 1.269.989 53,0
Carmen 439.387 18,3 Ana 824.301 34,4
Josefa 318.980 13,3 Isabel 692.137 28,9
Isabel 291.919 12,2 Dolores 535.145 22,3
Ana María 280.799 11,7 Pilar 490.145 20,5
María Dolores 271.184 11,3 Josefa 447.440 18,7
María Pilar 270.853 11,3 Teresa 443.098 18,5
María Teresa 261.597 10,9 Rosa 420.612 17,5
Ana 260.060 10,9 Cristina 335.410 14,0

Die zehn beliebtesten Namen für Neugeborene im Jahr 2011 waren in Spanien (in dieser Reihenfolge): Lucía, Paula, María, Sara, Daniela, Carla, Sofía, Alba, Claudia, Martina.

Männliche Vornamen[Bearbeiten]

Unter den männlichen Vornamen kommen in Spanien die Entsprechungen von Josef (spanisch: José; katalanisch: Josep; galicisch: Xosé; baskisch: Joseba) am häufigsten vor. Etwa 13% der männlichen Bevölkerung führt diesen Namen (davon etwa ein Viertel allein, der Rest als einen Bestandteil des Vornamens, z.B. José Antonio, José Luis, etc.).

Genauer Name
(Einfachname oder
bestimmte Namenskombination)
Einzelner Name
(als Einfachname oder
als Bestandteil einer Namenskombination verwendet)
Name Häufigkeit Name Häufigkeit
absolut relativ (in ‰) absolut relativ (in ‰)
Antonio 752.596 32,3 José 2.897.410 124,4
José 689.554 29,6 Antonio 1.527.877 65,6
Manuel 648.131 27,8 Juan 1.383.489 59,4
Francisco 561.332 24,1 Manuel 1.356.733 58,2
Juan 388.323 16,7 Francisco 1.225.169 52,6
David 354.156 15,2 Luis 857.437 36,8
José Antonio 321.317 13,8 Javier 741.054 31,8
José Luis 309.769 13,3 Miguel 720.948 30,9
Javier 299.226 12,8 Ángel 655.975 28,2
Jesús 292.893 12,6 Carlos 643.344 27,6

Die zehn beliebtesten Namen für männliche Neugeborene im Jahr 2011 waren in Spanien (in dieser Reihenfolge): Alejandro, Daniel, Pablo, Hugo, Álvaro, Adrián, David, Diego, Javier, Mario.

Hypokoristika[Bearbeiten]

Viele spanische Vornamen haben eine Kurz- oder Koseform (Hypokoristikum), die im vertrauten Kreis (etwa innerhalb der Familie) verwendet wird und in einigen Fällen stark vom eigentlichen Namen abweicht. Beispiele hierfür sind:

Vorname Rufname dt. Entsprechung
(María) Dolores Lola, Loli „Maria der Schmerzen"
Enrique Quique Heinrich
Francisca Paca (diminutiv Paquita), Curra (in Andalusien), Kika (dieser Name kam mit den heimkehrenden
Nachfahren der kanarischen Auswanderungswellen nach Venezuela zurück.)
Franziska
Francisco Paco, Pancho, Curro (in Andalusien), Kiko (dieser Name kam mit den heimkehrenden
Nachfahren der kanarischen Auswanderungswellen nach Venezuela zurück.); baskisch: Patxi
Franz, Frank
Jesús Chucho, Chus Jesus
José María Chema Josef Maria
José Pepe; katalanisch: Pep Josef („Sepp“)
(María) Concepción Concha, Conchi „Mariä Empfängnis"
Ignacio Nacho Ignaz
(María) Rosario Charo „Maria vom Rosenkranz"
Joaquín Chimo Joachim

Der Legende nach leitet sich der Rufname Paco für Francisco vom Hl. Franziskus von Assisi ab. Dieser unterzeichnete Dokumente mit Padre Compania (Vater der Bruderschaft).

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten]

Bei der Wahl der Vornamen existieren ausgeprägte regionale Besonderheiten, insbesondere in den Landesteilen mit einer eigenen Regionalsprache. So lagen etwa in Katalonien und im Baskenland im Jahr 2011 bei den männlichen Neugeborenen ausschließlich katalanische bzw. baskische Vornamen auf den ersten zehn Plätzen, wobei es sich teilweise um die Formen in der jeweiligen Regionalsprache handelt (z.B. katalanisch Martí statt spanisch Martín oder baskisch Mikel statt spanisch Miguel).

Ein weiteres Phänomen sind die auf regionale oder lokale Schutzpatrone zurückgehenden Namen. So kommt der weibliche Vorname Montserrat (bzw. Maria Montserrat), der auf die Schutzheilige von Katalonien zurückgeht, in dieser Region fünfmal häufiger vor als im gesamtspanischen Durchschnitt. Der Frauenname Candelaria (bzw. Maria Candelaria, zurückgehend auf die Jungfrau von Candelaria) ist in der Provinz Santa Cruz de Tenerife sogar 14mal häufiger als im gesamtspanischen Durchschnitt.

Auf Antrag des Namensträgers ersetzt der Standesbeamte den Vornamen durch dessen Entsprechung in einer Regionalsprache oder im Spanischen. Ein José (spanisch) kann also seine Umbenennung in Joseba (baskisch), Josep (katalanisch) oder Xosé (galicisch) verlangen. Für den Nachnamen gibt es dieses Recht jedoch nicht.

Nachname[Bearbeiten]

Zwei Nachnamen[Bearbeiten]

Spanier haben in der Regel zwei Nachnamen (span. apellido(s)) wie beispielsweise Federico García Lorca.

Bei einer Heirat behalten beide Ehepartner ihren vollständigen Nachnamen. So kann man allein aufgrund der Nachnamen einfache und eindeutige Familienbindungen über Generationen erkennen.

Der erste Nachname ist auch heute noch meistens der erste Nachname des Vaters, der zweite Nachname der erste Nachname der Mutter. Die Reihenfolge dieser beiden Namen kann manchmal auch umgekehrt werden. Die Tradition stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde mit dem Standesregistergesetz von 1870 zur Pflicht, wo man vor allem Verwechslungen zwischen Personen mit gleichem Vor- und Nachnamen verringern wollte.[1]

Beispiel:

  • Vater: Juan García Díaz - (Vorname - Vater/1.Nachname - Vater/2.Nachname)
  • Ehefrau 1. Ehe: María Álvarez Sánchez - (Vorname - 1. Ehefrau/1.Nachname - 1. Ehefrau/2.Nachname)
  • Ehefrau 2. Ehe: Dolores Fernández Jiménez - (Vorname - 2. Ehefrau/1.Nachname - 2. Ehefrau/2.Nachname)
  • Sohn aus 1. Ehe: Pedro García Álvarez - (Vorname - Vater/1.Nachname - 1. Ehefrau/1.Nachname)
  • Tochter aus 1. Ehe: Carmen García Álvarez - (Vorname - Vater/1.Nachname - 1. Ehefrau/1.Nachname)
  • Sohn aus 2. Ehe: Pablo García Fernández - (Vorname - Vater/1.Nachname - 2. Ehefrau/1.Nachname)

Seit 1999 können die Elternteile in Spanien bei der Eintragung ihres ersten Kindes in das Standesregister (registro civil) gemeinsam bestimmen, ob der erste Nachname des Vaters oder der der Mutter der erste Nachname des Kindes sein soll. Der erste Nachname des anderen Elternteils wird dann zweiter Nachname des Kindes. Wird eine solche Bestimmung nicht vorgenommen, gilt die traditionelle Regelung (Nachname des Vaters zuerst). Alle weiteren Kinder desselben Paares erhalten die gleiche Nachnamenreihung wie das erste. Wird das Kind volljährig, kann es die Umstellung der Reihenfolge beantragen. Seit 2007 hat man bei der Einbürgerung einen doppelten Nachnamen anzunehmen.[2]

Im Jahre 2011 erfolgte eine Reform des Standesregistergesetzes. Nach Artikel 49 dieses Gesetzes soll künftig für den Fall, dass die Eltern bei der Eintragung des Kindes keine Bestimmung über die Reihung der Nachnamen treffen, nicht mehr die traditionelle Regelung (Nachname des Vaters zuerst) gelten, sondern der Standesbeamte hat die Reihenfolge "am Kriterium des Kindeswohls orientiert" festzulegen. Die Neufassung des Standesregistergesetzes trat jedoch erst im Juli 2014 in Kraft.

Dies alles gilt auch für nichteheliche Kinder, wenn die Vaterschaft anerkannt bzw. festgestellt ist. Bei unbekanntem Vater erhält das Kind die beiden Nachnamen der Mutter.

Häufig wird zum Zwecke der Verkürzung nur einer der beiden Nachnamen einer Person verwendet. Welcher dies ist, richtet sich nicht unbedingt nach der Reihenfolge, sondern hängt auch von anderen Kriterien ab (Vorliebe des Namensträgers, Unterscheidbarkeit, usw.). So werden etwa der frühere spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero oder sein Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba in der Presse - insbesondere in Überschriften - oft mit ihrem zweiten Nachnamen bezeichnet, was einfach daran liegt, dass die Nachnamen Zapatero bzw. Rubalcaba seltener sind als Rodríguez oder Pérez. Ein weiteres Beispiel ist der Maler Pablo Ruiz Picasso, der seine frühen Werke noch mit "Ruiz" signierte.

Manche verbinden ihre Nachnamen im nicht-spanischsprachigen Ausland bisweilen mit einem Bindestrich, um klarzustellen, dass beide Namen zum Nachnamen gehören und der erste Nachname kein weiterer Vorname ist. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Dirigent Jesús López-Cobos. Selten (beispielsweise im Adel) gibt es auch original spanische Doppelnamen mit Bindestrich. So heißt der aktuelle spanische Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón Jiménez, wobei Ruiz-Gallardon der erste und Jiménez der zweite Nachname ist.

Die Tradition mit den zwei Nachnamen gibt es in vielen spanischsprachigen Ländern. Namentlich in Bolivien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador (zwingend), Guatemala, Honduras, Kolumbien (Vaterteil sicher, Mutterteil in der Regel), Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay (Reihenfolge beim ersten Kind verbindlich für die weiteren Kinder), Peru, Uruguay, Venezuela. Dies gilt jedoch nicht für Argentinien, welches vor allem italienische Einwanderer hat und nur der Nachname des Vaters genommen wird. In portugiesischsprachigen Ländern gibt es eine ähnliche Tradition, dort jedoch in der Reihenfolge Mutter-Vater. (Brasilien, Guinea-Bissau, São Tomé und Príncipe (Vater, gewohnheitsrechtlich Mutter davorgestellt)) und in Portugal selbst maximal vier Namensbestandteile.[3]

Früher war es in einigen Gegenden üblich, dass verheiratete, insbesondere aber verwitwete Ehefrauen ihrem amtlichen Nachnamen mit de (von) noch den Nachnamen ihres Ehemanns bzw. Witwers anfügten. Im obigen Beispiel hieße das für die 2. Ehefrau: Dolores Ferández Jiménez de García.

Nach heutigem Recht kann beantragt werden, dem ersten Nachnamen ein de voranzustellen, wenn dieser gleichzeitig auch ein geläufiger Vorname ist. Das de hat dann die Funktion anzuzeigen, wo der Nachname beginnt (z.B. José de Martín González statt José Martín González).

Weiter kann beantragt werden, ein y oder i ("und" auf Spanisch bzw. Katalanisch) zwischen die beiden Nachnamen zu setzen. Dies ist insbesondere in Katalonien üblich.

Nachnamen mit Endung auf -ez, -iz, -az, -oz[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Bedeutung der meisten spanischen Nachnamen, die auf -ez enden (eine Ausnahme ist z.B. Chávez), ist „Sohn von“, ähnlich wie bei nordischen Namen wie Peters oder Petersen. Somit bedeutet Pérez „Sohn von Pe(d)ro“, Sánchez „Sohn von Sancho“, Álvarez „Sohn von Álvaro“ usw. Auch einige Namen mit der Endung -iz, -az und -oz haben diese Bedeutung (z.B. Ruiz von Rodrigo, Díaz von Diego oder Santiago, Muñoz von Muño).

Dass es sich bei diesen Namen um patronymisch gebildete Familiennamen handelt, ist in der Wissenschaft unbestritten. Zur genauen Herkunft gibt es allerdings verschiedene Hypothesen. Eine ist, dass das Phänomen auf die Herrschaft der Westgoten auf der iberischen Halbinsel in der Spätantike zurück geht. Auch Vornamen wie Rodrigo (Roderich) und dessen Pendant als Nachname, Rodríguez (Roderichs Sohn), stammen aus dem Westgotischen.

Aufgrund der Regeln für die Akzentsetzung im Spanischen tragen solche Namen in der Regel einen Akzent auf der betonten Silbe; dies ist im Normalfall die zweitletzte (Díaz, Hernández, Rodríguez etc.), bei Ableitung von einem schon mit Akzent versehenen Namen (z.B. Álvaro/Álvarez) die dort betonte (meistens drittletzte) Silbe.

Häufigste Familiennamen[Bearbeiten]

Die 14 häufigsten Familiennamen sind sämtlich patronymischen Ursprungs (die meisten mit Endung auf -ez). Es sind in dieser Reihenfolge: García, González, Rodríguez, Fernández, López, Martínez, Sánchez, Pérez, Gómez, Martín, Jiménez, Ruiz, Hernández und Díaz.

Expósito[Bearbeiten]

In früheren Zeiten erhielten Kinder unbekannter Abstammung, die ausgesetzt aufgefunden wurden, den Nachnamen "Expósito" (übersetzt: "ausgesetzt"). Da dieser Nachname als diskriminierend empfunden wird, kann seine Änderung noch heute unter erleichterten Voraussetzungen erfolgen.

Orthographische Korrektur[Bearbeiten]

Auf Antrag sind in der jeweiligen Sprache falsch eingetragene Nachnamen durch die korrekte Form zu ersetzen. Wer also mit dem katalanischen Nachnamen Marti eingetragen ist, kann dessen Änderung in die orthographisch korrekte Schreibweise Martí (mit Akzent auf dem i) verlangen. Es besteht jedoch kein Recht auf Übersetzung in eine andere spanische Amtssprache, also etwa den spanischen Nachnamen Martín durch dessen katalanische Version Martí oder Etxebarria (baskisch: "neues Haus") durch Casanueva (spanisch: "neues Haus") zu ersetzen oder umgekehrt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mariela Sagel: Los apellidos compuestos. In: marielasagel.com. 20. April 2008, abgerufen am 28. Dezember 2012 (HTML, spanisch).
  2. Spanien ändert Namensrecht bei Annahme der Staatsangehörigkeit. In: spanien-bilder.com. 2007, abgerufen am 28. Dezember 2012 (HTML, deutsch).
  3. Familienname des Kindes nach ausländischem Recht. Bundesministerium des Inneren (Deutschland), 22. November 2010, abgerufen am 28. Dezember 2012 (HTML, deutsch).