Spanische Wand

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Paravent

Die Spanische Wand (auch bekannt als Wandschirm oder französisch Paravent [paraˈvãː]) ist eine zusammenlegbare und überall aufstellbare Wand, die zum Schutz gegen Wind auf Balkonen und Gärten, gegen Funkenflug bei Öfen oder auch in Räumen als Sichtschutz oder Trennelement dient.

Sie besteht aus einzelnen mit Scharnieren verbundenen Rahmen (Leporello), die mit Stoff oder Tapete überzogen sind und mehr oder weniger künstlerische Ausschmückungen tragen. Sie können damit leicht jede beliebige Krümmung annehmen und flexibel aufgestellt oder abgebaut werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Anders, als der Name vermuten lässt, wurde die Spanische Wand als Raumteiler nicht in Spanien erfunden, sondern stammt aus China.[1][2] In der dortigen Architektur ist sie auch heute noch weit verbreitet. Ursprünglich diente die Spanische Wand in China als Windschutz – erste gefundene Exemplare stammen bereits aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.). In Japan übernahm man die Funktion des Paravents und fügte ein eigenes Design hinzu.

Aus Asien gelangten die Raumteiler nach Europa, vor allem nach Frankreich. In den französischen und wenig später auch in den spanischen Könighäusern dienten die oft reich verzierten Raumteiler als Sichtschutz für Adlige, die sich hinter dem Schutz der Spanischen Wand ankleideten oder dort ihre Notdurft verrichteten. Das Holzgestell der Trennwände war meist mit edlen Stoffen wie Brokat oder Samt umhüllt und mit künstlerischen Gemälden verziert.

Heute gehört die Spanische Wand zum Designelement der modernen Inneneinrichtung. Zur Bespannung werden zumeist Vlies, Papier oder Tapete verwendet. Daneben gibt es auch Raumteiler komplett aus Holz oder Bambus gefertigt. Letztere Varianten sind besonders wetterfest und eignen sich daher als Sichtschutz im Außenbereich, zum Beispiel im Garten oder auf dem Balkon. Je nach Funktion, welche der Paravent erfüllen soll – als Raumteiler oder als Sichtschutz – gibt es ihn in unterschiedlichen Größen und unterschiedlicher Transparenz. Man findet sie im spezialisierten Online-Handel, Baumärkten und gut sortierten Einrichtungshäusern.

Siehe auch: Japanischer Wandschirm

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sarah Handler: Austere luminosity of Chinese classical furniture. University of California Press, Berkeley, Calif. 2007, S. 268, ISBN 978-0-520-21484-2.
  2. Karen Mazurkewich, A. Chester Ong: Chinese Furniture. A Guide to Collecting Antiques. Tuttle Publ., New York 2006, S. 144–146, ISBN 978-0-8048-3573-2.