Sparkasse KölnBonn

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Logo der Sparkassen  Sparkasse KölnBonn
Hauptverwaltung der Sparkasse KölnBonn, Hahnenstraße 57, Köln
Staat Deutschland
Sitz Hahnenstraße 57
50667 Köln
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 370 501 98[1]
BIC COLS DE33 XXX[1]
Gründung 1. Januar 2005
Verband Rheinischer Sparkassen- und Giroverband
Website www.sparkasse-koelnbonn.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 28,813 Mrd. Euro
Einlagen 18,734 Mrd. Euro
Kundenkredite 19,792 Mrd. Euro
Mitarbeiter 4.599
Geschäftsstellen 149
Leitung
Verwaltungsrat Martin Börschel (Vorsitzender)
Vorstand Artur Grzesiek (Vorsitzender),
Joachim Schmalzl,
Christoph Siemons,
Ulrich Voigt
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Sparkasse KölnBonn ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Köln. Sie ist die größte kommunale Sparkasse in Deutschland und die zweitgrößte Sparkasse nach der Hamburger Sparkasse.

Ihr Geschäftsgebiet umfasst die Stadtgebiete von Köln und Bonn sowie

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Die Sparkasse KölnBonn ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Rechtsgrundlagen sind das Sparkassengesetz für Nordrhein-Westfalen und die durch die Verbandsversammlung des Zweckverbands Sparkasse KölnBonn erlassene Satzung. Organe der Sparkasse sind der Vorstand, der Kreditausschuss und der Verwaltungsrat.

Am Zweckverband Sparkasse KölnBonn halten die Stadt Köln (70 Prozent) und die Stadt Bonn (30 Prozent) Anteile.

Die Sparkasse hat verschiedene Geschäftsbereiche eingerichtet. Hierzu zählen unter anderem:

  • Privatkunden
  • Private Banking
  • Firmenkunden und Treasury
  • Mobiler Vertrieb

Geschäftsausrichtung und Geschäftserfolg[Bearbeiten]

Die Sparkasse KölnBonn betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. Sie ist Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Die Sparkasse KölnBonn wies im Geschäftsjahr 2013 eine Bilanzsumme von 28,813 Mrd. Euro aus und verfügte über Kundeneinlagen von 18,734 Mrd. Euro. Gemäß der Sparkassenrangliste 2013 liegt sie nach Bilanzsumme auf Rang 2. Sie unterhält 149 Filialen/SB-Standorte und beschäftigt 4.599 Mitarbeiter.[3] Im Verbundgeschäft arbeitet die Sparkasse KölnBonn unter anderem mit der Landesbausparkasse NRW und der Versicherungsgesellschaft Provinzial Rheinland zusammen.

Auf Nähe und Regionalität setzt das Institut mit seinen neuen HeilberufeCentern, in denen speziell Ärzte und Apotheker beraten werden. Als regionale Spezialität bietet die Sparkasse KölnBonn ihren Kunden Online-Banking auch „op Kölsch und Bönnsch“ an.

Die GKS – Gesellschaft für KontoService mbH, Köln wurde 2003 von der Stadtsparkasse Köln (heute Sparkasse KölnBonn) gegründet und ist ein Unternehmen der SKB Kapitalbeteiligungsgesellschaft KölnBonn mbH. Es werden Dienstleistungen in Form eines KompetenzCenters für das gesamte Leistungsspektrum der Marktfolgetätigkeiten aus dem Bereich Passiv-/Dienstleistungen („rund ums Konto“) angeboten.

Unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gustav Adolf Schröder (SPD) investierte die Sparkasse in zahlreiche Projekte, die zu hohen Verlusten führten. So war das Institut am Golfclub Gut Lärchenhof mit DM 40 Mio beteiligt. Auch die Investition ins Coloneum erwies sich als sehr verlustträchtig, zumal die Sparkasse Mietgarantien zu Gunsten eines Oppenheim-Esch Fonds abgab. Ebenfalls hohe Verluste erwirtschaftete die Sparkasse beim Umbau der Messehallen Köln, die ebenfalls von Oppenheim-Esch organisiert worden war. Kritik wurde auch an Beraterverträgen für Lokalpolitiker der CDU laut. Im Jahr 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Köln Anklage gegen den Politiker und ehemaligen Verwaltungsratsvorsitzenden Rolf Bietmann und Gustav Adolf Schröder wegen Untreue bzw. Beihilfe zur Untreue. Im Juni 2014 hat die Sparkasse mit Zustimmung des Verwaltungsrates entschieden, einen Vergleich mit ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gustav Adolf Schröder zu schließen. Herr Schröder wird zur Herstellung des Rechtsfriedens ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine angemessene finanzielle Leistung an die Sparkasse KölnBonn erbringen.[4]

Da das Eigenkapital der Sparkasse deutlich gesunken war, musste dem Institut 2009 € 300 Millionen durch den Rheinischen Sparkassen- und Giroverband in Form von Genußrechtskapital und € 350 Millionen als Stille Einlage der Städte Köln und Bonn zugeführt werden. Die Stille Einlage sollte mit einem Zinssatz von 7,25% über dem 12 Monats Euribor verzinst werden. Da die Sparkasse jedoch für das Geschäftsjahr 2008 einen Verlust von fast € 200 Mio auswies, erfolgte keine Zinszahlung und die Stille Einlage nahm am Verlust teil und wurde herabgesetzt. Im Jahr 2010 leisteten die Städte eine weitere Stille Einlage über € 144,9 Mio, die mit 8% p.a. verzinst werden sollte. Erst mit Abschluss des Geschäftsjahres 2012 waren die Verluste auf die Stillen Einlagen wieder aufgeholt.

Mit Vorstellung des Geschäftsergebnisses 2013 wies die Sparkasse erstmals eine Zinszahlung zum Nennwert auf die Stille Einlage aus, nachdem im Vorjahr lediglich 0,7 Mio Zinsen an die Stillen Gesellschafter gezahlt worden waren.[5] Nach den Bedingungen der Einlagen wird keine Nachholung der nicht gezahlten Zinsen für die Jahre 2009 bis 2012 erfolgen.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Die Sparkasse KölnBonn fördert kulturelle, soziale und gesellschaftliche Zwecke in der Region Köln und Bonn. Des Weiteren fördert das Kreditinstitut die Region mit neun eigenen Stiftungen. Hierzu zählen unter anderem in Köln die SK Stiftung Kultur, sowie in Bonn die Stiftung Ludwig van Beethoven der Sparkasse in Bonn.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtsparkasse Köln[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1826 begann die „Sparkasse zu Köln“ in einem alten Minoritenkloster mit dem Geschäftsbetrieb. Im Jahr 1888 zog das Institut in neue Arbeitsräume im Spanischen Bau des Rathauses mit modernen Tresor- und elektrischen Sicherheitsanlagen um. Drei Jahre später wurde die Kölner Sparkasse eine selbstständige Anstalt mit der Stadt Köln als alleinigem Gewährträger. Im Jahre 1891 gab es die ersten Zweigstellen in den Kölner Stadtteilen Ehrenfeld, Deutz und Nippes, und es kam zur Einrichtung von Annahmestellen. Im Jahre 1910 wurde die Stadt Kalk zu Köln eingemeindet. Die Sparkasse Kalk wurde deshalb übernommen und als Zweigstelle des Kölner Instituts weitergeführt.

Vor dem Ersten Weltkrieg verfügte Köln nach Berlin und Hamburg über die drittgrößte Sparkasse in Deutschland. 1913 ging eine neue Hauptstelle im Neubau des Stadthauses an der Großen Sandkaul in Köln in Betrieb. Nach der Eingemeindung der Stadt Mülheim nach Köln wurde die dortige Sparkasse Mülheim übernommen und in das Zweigstellennetz der Stadtsparkasse Köln integriert.

1923 erfolgte mit der Zulassung der Stadtsparkasse Köln an der Kölner Börse die erste Börsenzulassung einer deutschen Sparkasse.

1945 war die Hauptstelle an der Adresse Große Sandkaul/Malzbüchel völlig zerstört. Als Ausweichquartier wurde ein Neubau am Habsburgerring errichtet, der 1953 bezugsfertig war und bis 1992 als Hauptstelle genutzt wurde. Ab 1950 nahm die Stadtsparkasse Köln Funktionen einer Außenhandelsbank wahr und engagierte sich im Auslandsgeschäft.

Die folgenden Jahre standen vor allem im Zeichen des technischen Fortschritts. 1957 konnten am Habsburgerring Bankgeschäfte am ersten Autoschalter im Bundesgebiet getätigt werden. Zwei Jahre später schickte die Stadtsparkasse Köln die erste fahrbare Zweigstelle in Nordrhein-Westfalen zu ihren Kunden. Im Jahr 1963 begann sowohl in Köln wie in Bonn das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung. 1969 konnten Kunden erstmals Bargeld aus dem Automaten in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Köln am Habsburgerring entnehmen.

1983 kam es in Köln aufgrund der kommunalen Gebietsreform aus dem Jahr 1975 zu einer Übertragung von 26 ehemaligen Geschäftsstellen der Kreissparkasse Köln auf die Stadtsparkasse Köln.

Im Jahre 1992 erfolgte der Umzug der Hauptstelle in einen Neubau an der Hahnenstraße, der dem Gebäude am Habsburgerring, das bis dahin als Verwaltung genutzt wurde, unmittelbar benachbart ist. Bei dem Neubau handelt es sich um eine Planung der Architekten Hentrich, Petschnigg & Partner.

Sparkasse Bonn[Bearbeiten]

Am 14. Oktober 1844 wurde in Bonn die Städtische Sparkasse zu Bonn zusammen mit dem städtischen Leihhaus im heutigen Alten Rathaus eingerichtet. 1895 wurde die Kreissparkasse Bonn gegründet.

Nachdem die Geschäftsräume der Städtischen Sparkasse zu klein geworden waren, zog sie 1913 in einen Neubau am Friedrichsplatz, dem heutigen Friedensplatz, um.

Nach dem Ersten Weltkrieg entschloss sich die Stadt Bad Godesberg zur Gründung einer eigenen Sparkasse. Die Stadtsparkasse Bad Godesberg begann 1919 in einer ehemaligen Villa an der Rheinallee mit ihrer Geschäftstätigkeit. Die Kreissparkasse Bonn erhielt im Jahr 1923 in einem Neubau am Bonner Hansaeck erneut größere Räumlichkeiten. Im Jahr 1928 expandierte die Städtische Sparkasse zu Bonn durch Schaffung von Zweigstellen in den Stadtteilen Kessenich, Endenich und Poppelsdorf.

1971 schlossen sich die Städtische Sparkasse Bonn, die Kreissparkasse Bonn und die Stadtsparkasse Bad Godesberg zur Sparkasse Bonn zusammen. 1982 wurden die ersten beiden Geldautomaten in Bonn installiert; 1985 kamen die ersten Personal Computer bei der Sparkasse Bonn zum Einsatz.

Mit ihrer Stiftung Kunst fördert die Sparkasse kulturelle Aktivitäten, etwa das Museumsforum im Kunstmuseum Bonn oder Sonderausstellungen (zum Beispiel Natura Artis Magistra. Moderne Kunst trifft Naturgeschichte, eine Kunstausstellung der Künstlergruppe Tripolar (Ines Braun, Anja Schindler und Iris Stephan) 2010/2011) im Bonner Museum Koenig.[6]

Sparkasse KölnBonn[Bearbeiten]

Neubau der Sparkasse in Bonn, Friedensplatz (2014)

Die Sparkasse KölnBonn entstand am 1. Januar 2005 durch die Fusion der Stadtsparkasse Köln mit der Sparkasse Bonn. Die rechtliche Fusion wurde mit der Zusammenführung der Kunden- und Produktdaten der beiden Vorgängerinstitute am 5. Juni 2006 auch technisch abgeschlossen. Seither führt die Sparkasse KölnBonn die Bankleitzahl 370 501 98. Im Februar 2009 entschied die Sparkasse KölnBonn sich für einen kompletten Neubau ihrer Verwaltung mit Geschäftsstelle in Bonn, an der Stelle der bisherigen Niederlassung Bonn. Der Altbau wurde ab März 2010 geräumt und der Abriss im August 2010 begonnen. Von Februar 2012 bis Anfang 2014 entstand ein Neubau, der nicht nur von der Sparkasse genutzt wird. Die erste Abteilung der Sparkasse, die in den neuen Friedensplatz einzog, war das ImmobilienCenter.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Beraten und verkauft – Wie Politiker und Investoren bei der Sparkasse KölnBonn abkassierten. Dokumentation, Deutschland, 2009, 45 Min., Buch und Regie: Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann, Produktion: WDR, Erstsendung: 9. März 2009, vom WDR

Hinweis: Bei WDR.de nicht mehr verfügbar, aber bei www.dokus4.me

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Sparkassenrangliste 2013
  3. Sparkassenrangliste 2013
  4. PM der Sparkasse KölnBonn
  5. http://www.fmm-magazin.de/eu-kommission-leitet-untersuchung-gegen-die-sparkasse-koelnbonn-ein-finanzen-mm_kat81_id3404.html
  6. Ausstellungsankündigung auf der Homepage des museums koenig
  7. General-Anzeiger vom 23. Dezember 2013

50.9349616.940729Koordinaten: 50° 56′ 6″ N, 6° 56′ 27″ O