Messe C-Dur KV 257
Die Messe in C-Dur, KV 257, allgemein Credomesse bzw. (zur Unterscheidung von der Kleinen Credomesse KV 192) Große Credomesse genannt, ist eine Messe von Wolfgang Amadeus Mozart für Solisten, vierstimmigen Chor, Orchester und Orgel. Leopold Mozart nennt sie 1778 in einem Brief an Wolfgang Amadé allerdings Spaur-Messe.
Das Werk wird gelegentlich als Missa brevis bezeichnet, geht jedoch mit einer Spieldauer von ca. 25 Minuten über den Umfang einer Brevismesse hinaus. In dem in Brixen aufgefundenen Stimmensatz, der anscheinend bei der Erstaufführung verwendet wurde, wird sie mit Missa solemnis in C betitelt. Leopold Mozart überschrieb sie in seinem Sammelband mit Missa longa, jedoch ist sie etwa 5–6 Minuten kürzer als die von Amadé zuvor komponierten Missæ longæ KV 167 und KV 262. Sie nimmt stilistisch also eine Mittelstellung ein.
Die Messe wurde am 17. November 1776 im Salzburger Dom uraufgeführt, Anlass war die Weihe des Salzburger Domherren Graf Ignaz von Spaur (1724-1779) durch den Salzburger Erzbischof Graf Colloredo zum Bischof. Spaur war seit 1755 Domherr zu Salzburg und seit 1763 Kanonikus in Brixen gewesen. 1776 trat er das Amt des Bistumskoadjutors von Brixen, mit zugesicherter Bischofsnachfolge, an.
Zu diesem Fest hatte Mozart eine neue Messe geschaffen. Einerseits erklärt sich dieser Vorgang durch die Ämter Leopolds und Wolfgang Amadés am Salzburger Hof als Kapell- bzw. Konzertmeister, andererseits durch die freundschaftliche Beziehung der beiden zu Graf Ignaz von Spaur. Mit ziemlicher Sicherheit hat Graf Ignaz von Spaur selbst dieses Werk nach Brixen mitgenommen, als er 1776 auf Dauer von Salzburg nach Brixen übersiedelte. Dieses Notenmaterial konnte 2007 als das der Uraufführung erkannt werden, und so wurde in Folge das Rätsel um die Identifizierung der „Spaur-Messe“ von Hildegard Herrmann-Schneider gelöst. Zuvor war jahrzehntelang, einer unbelegten Vermutung Alfred Einsteins in der 3. Auflage des Köchelverzeichnis folgend, die Missa brevis C-Dur KV 258 als Spaur-Messe angesehen worden; auch die Missa longa C-Dur KV 262 galt als möglicher Kandidat.[1]
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[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Walter Senn: Vorwort. In: Neue Mozart-Ausgabe. Band I.1.1.3: Messen. Bärenreiter, Kassel 1980, S. XIV f. (online).
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Silke Leopold (Hrsg.): Mozart-Handbuch. Metzler und Bärenreiter, Stuttgart und Kassel 2005, ISBN 3-476-02077-0.
- Hans Gebhard (Hrsg.): Harenberg Chormusikführer. Harenberg, Dortmund 1999, ISBN 3-611-00817-6.
[Bearbeiten] Weblinks
- Missa in C: Partitur und kritischer Bericht in der Neuen Mozart-Ausgabe
- Messe C-Dur KV 257: Noten im International Music Score Library Project.
- Handschrift in Brixen
- Erstausgabe nach der von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart eigenhändig revidierten Stimmenhandschrift
- Hildegard Herrmann-Schneider: "Rätsel der internationalen Mozart-Forschung gelöst" (Juni 2007)