Special-purpose acquisition company

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Eine Special-purpose acquisition company (SPAC) bzw. Akquisitionszweckunternehmen ist eine Mantelgesellschaft, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammelt, um dieses in einem zweiten Schritt in die Übernahme eines (vorher nicht fest bestimmten) Unternehmens zu investieren [1]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Typischerweise wird ein SPAC von einem sogenannten Sponsor aufgelegt, der selber investiert und die unternehmerische Führung des Vehikels übernimmt. Viele dieser Sponsoren stammen ursprünglich aus dem Private Equity-Sektor. Im ersten Schritt wird Geld über einen Börsengang eingesammelt und zunächst auf einem Treuhandkonto zum risikolosen Marktzins angelegt. Innerhalb eines vorgegeben Zeitrahmens (etwa 24 Monate) versucht der SPAC, einen oder mehrere Unternehmenskäufe zu tätigen, wobei der Akquisitionsrahmen im Allgemeinen durch die Gesellschaftssatzung vorgegeben ist, z.B. in Bezug auf avisierte Sektoren oder Unternehmensgröße. Das Ziel einer Akquisition besteht darin, ein Unternehmen, das noch nicht an der Börse gelistet ist, durch die Übernahme öffentlich handelbar zu machen. Die finale Entscheidung für Übernahme trifft die Hauptversammlung: Stimmt die Mehrheit der Aktionäre dafür, wird der Kauf umgesetzt, andernfalls kommt es zur Auflösung des SPAC und Rückzahlung der eingesammelten Gelder an die Aktionäre. Wird innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens keine Akquisition getätigt, folgt gleichfalls die Auflösung und die Aktionäre erhalten das auf dem Treuhandkonto angelegte und verzinste Geld zurück.

Übernahmeobjekte[Bearbeiten]

Viele Übernahmen durch SPACs werden in Ländern wie den USA, China, Indien und Israel beobachtet, so wie in den Branchen Gesundheit, Transport, Finanzen, Telekommunikation und Konsumentenprodukte. In Deutschland und Europa gibt es dagegen bisher wenige Aktivitäten auf diesem Gebiet.

Beispiele[Bearbeiten]

Während in den USA eine ganze Reihe von SPACS aufgelegt wurden, kam es in Deutschland bisher erst zu der Auflage dreier SPACs:

  • Germany 1 wurde im Juli 2008 an der Börse platziert und sammelte insgesamt Euro 250 Mio ein[2] Im September 2009 übernahm die Germany1 die Mehrheit an dem Hersteller von Stromversorgungsgeräten AEG Power Solutions.
  • Helikos wurde im Januar 2010 platziert und sammelte insgesamt Euro 200 Mio ein, um in deutsche Mittelstandsunternehmen zu investieren.[3] Im Sommer 2011 übernahm Helikos die Schweizer Unternehmensgruppe Exceet und nennt sicht seitdem Exceet Group.
  • Europe Cleantech 1 wurde im Oktober 2010 platziert und sammelte insgesamt Euro 115 Mio ein, um in sog. cleantech (Umwelttechnologie) Unternehmen zu investieren.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Spacs" Private Equity 2.0 Manager Magazin (vom 11. Juni 2008)
  2. IPO/Investmentvehikel Germany1 Acquisition plant Börsengang.
  3. Artikel in der FTD vom 4. Februar 2010http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:erster-boersentag-helikos-legt-holpriges-debuet-hin/50070092.html#utm_source=rss2&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/ (Memento vom 7. Februar 2010 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  4. Artikel in der FTD vom 21. Oktober 2010http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:boersengang-von-vehikel-european-cleantech-geht-per-handstreich-an-die-boerse/50184921.html#utm_source=rss2&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/ (Memento vom 21. Oktober 2010 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt