Sperrfahrt

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Eine Sperrfahrt kurz nach ihrer Ankunft im Bahnhof von Guntersblum: Bei Sperrfahrten wird das Zugmeldeverfahren angewandt. Sollen nach einer abgemeldeten Sperrfahrt weitere Sperrfahrten in das gesperrte Streckengleis eingelassen werden, muss vor der nächsten Fahrt der ersten Sperrfahrt der Befehl 9 mit dem Inhalt „Fahren auf Sicht“ für den Bereich des gesperrten Streckengleises aufgetragen werden. Danach erhält die zweite Sperrfahrt einen Befehl mit demselben Inhalt. Falls mehrere Sperrfahrten vor einem „Fahrt“ zeigenden Signal stehen, gilt das „Fahrt“ zeigende Signal nur für die erste Sperrfahrt.

Eine Sperrfahrt ist nach der Richtlinie 408 der Deutschen Bahn AG wie folgt definiert: Sperrfahrten sind Züge oder Kleinwagenfahrten, die in ein Gleis der freien Strecke eingelassen werden, das gesperrt ist.

Gründe hierfür sind:

  • Gleisbauarbeiten oder sonstige Arbeiten auf der freien Strecke
  • Beseitigung von Unfallfolgen oder Hilfeleistungen, z. B. bei liegengebliebenen Zügen
  • Kleinwagenfahrten
  • Bedienung einer Anschlussstelle auf der freien Strecke.

Während eine normale Zugfahrt immer zwischen zwei Bahnhöfen (fachlich Zugmeldestelle genannt) stattfindet, kann eine Sperrfahrt auch auf der freien Strecke enden und wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückfahren. Die maximale Höchstgeschwindigkeit einer Sperrfahrt beträgt 50 km/h, bei geschobenen Fahrten 30 km/h. Befinden sich auf dem Fahrweg Bahnübergänge ohne technische Sicherungen (d. h. Bahnübergänge, die nicht mit Schranken oder Lichtzeichen, sondern nur mit Andreaskreuzen ausgerüstet sind), dann darf eine geschobene Sperrfahrt nur 20 km/h fahren. Diese Geschwindigkeiten gelten nur dann, wenn die Spitze des Zuges mit einem Triebfahrzeugführer besetzt ist. Wenn dies nicht der Fall ist, darf nur mit 10 km/h gefahren werden. Die Sperrung kann erst dann aufgehoben werden, wenn alle in den gesperrten Bereich eingelassenen Sperrfahrten (sowie vor der Sperrung eingelassenen Züge und Zugteile) den gesperrten Bereich wieder verlassen haben.