Speyer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Speyer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Speyer
Speyer
Deutschlandkarte, Position der Stadt Speyer hervorgehoben
49.3172222222228.4341666666667103Koordinaten: 49° 19′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Höhe: 103 m ü. NHN
Fläche: 42,58 km²
Einwohner: 49.764 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1169 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67346
Vorwahl: 06232
Kfz-Kennzeichen: SP
Gemeindeschlüssel: 07 3 18 000
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Webpräsenz: www.speyer.de
Oberbürgermeister: Hansjörg Eger (CDU)
Lage der Stadt Speyer in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Dom zu Speyer
Blick vom Altpörtel entlang der Maximilianstraße (Via Triumphalis) auf den Speyerer Dom
Speyerer Auwald, Blick auf den Altrheinarm Runkedebunk, rechts die Insel Horn

Speyer (bis 1825 auch Speier[2]) ist eine historisch und kulturell bedeutende Stadt am Oberrhein. Als römische Gründung, damals Noviomagus oder Civitas Nemetum (Hauptstadt des Stammes der Nemeter) genannt, ist sie eine der ältesten Städte Deutschlands und wurde als Spira um 600 Zentrum des Speyergaues. Im Mittelalter war Speyer als freie Reichsstadt eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zwischen 1816 und 1945 Sitz der bayrischen Verwaltung der Pfalz, gehört Speyer heute als kreisfreie Stadt zu Rheinland-Pfalz und hat 49.764 Einwohner (Stand 2012).

Weithin bekannt ist Speyer durch seinen Kaiser- und Mariendom. Er ist die weltweit größte noch erhaltene romanische Kirche und zählt seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Geographie[Bearbeiten]

Speyer wird raumplanerisch als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums eingestuft und ist Teil der Metropolregion Rhein-Neckar mit Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg als Zentrum. Die Stadt liegt in der Oberrheinischen Tiefebene an der Mündung des Speyerbachs in den Rhein, knapp 20 km südlich von Ludwigshafen/Mannheim und 34 km nördlich von Karlsruhe (jeweils Luftlinie). Seine Nachbarorte sind Römerberg im Süden, Dudenhofen im Westen, Schifferstadt im Nordwesten, Waldsee und Otterstadt im Norden. Jenseits des Rheins liegen Ketsch im Nordosten, Hockenheim im Osten, Altlußheim im Südosten und Rheinhausen im Süden.

Der Rhein bildet die östliche Grenze der Stadt und gleichzeitig die Grenze von Rheinland-Pfalz zu Baden-Württemberg. Er tritt bei Stromkilometer 393,8 in die Gemarkung von Speyer ein und verlässt sie 9,2 km später wieder bei Stromkilometer 403. Die durch die Rheinbegradigung von Tulla abgeschnittenen alten Flussschleifen (Altrheinarme) im Süden der Stadt stehen mit dem sich dort nach Norden fortsetzenden Speyerer Auwald und den Wasserflächen nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie unter europäischem Schutz. In der Rheinniederung nordwestlich des Stadtgebietes entstanden durch Sand- und Kiesabbau zahlreiche Baggerseen, darunter allein das Gebiet Binsfeld mit acht Seen nördlich der A 61. Ganz im Norden hat Speyer noch Anteil am Angelhofer Altrhein.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Gewesteter Plan der Stadtmauern von Speyer mit den historischen Vorstädten; das Gebiet wurde bis ca. 1850 weitgehend wieder bebaut.
Stadtmauerrest an der Hilgardstraße. Dort wuchs die Stadt zuerst weiter, als sie ihre Mauern wieder gefüllt hatte. Es bildete sich mit der Zeit der Stadtteil Speyer-Süd.
Das Wahrzeichen von Speyer-West neben dem DRV-Hochhaus: Der Wasserturm Speyer. Gelegen auf der Hochterrasse ist der Süden von Speyer-West geographisch der höchste Punkt in Speyer.

Das Stadtgebiet gliedert sich in fünf Stadtteile:

  • Die Kernstadt Speyer auch Altstadt entspricht dem Gebiet, das von der mittelalterlichen Speyerer Stadtbefestigung umschlossen wurde. Durch die vollständige Zerstörung 1689 und dem langsamen Wiederaufbau nach elf Jahren Siedlungspause brauchte Speyer bis ca. 1850, um dieses Gebiet wieder zu besiedeln und zu bebauen.
  • Speyer-Süd mit den Siedlungen Im Oberkämmerer, Neuland und Vogelgesang. Es handelt sich um die Gebiete südlich der alten Stadtmauer. Überwiegend (mit Ausnahme des Neulandes) liegt Speyer-Süd wie der Kern der Altstadt auf der Niederterrasse.
  • Speyer-West mit den Siedlungen Im Erlich und Burgfeld. Das Gebiet nordwestlich des historischen Kerns liegt auf der Hochterrasse und diente im Mittelalter den Menschen für Gärten und als Ackerland, das überwiegend von der Speyerer Landwehr umschlossen wurde.
  • Speyer-Nord auch Siedlung mit Binsfeld. Speyer-Nord liegt mehrere Kilometer nördlich des alten Siedlungsgebietes, das am Woogbach endete. Gegründet wurde es 1932 während der Weltwirtschaftskrise als Siedlungsprojekt nördlich der Speyerer Landwehrgrenze.
  • Speyer-Ost liegt zwischen der alten Kernstadt, die am Eselsdamm endete und Speyer-Nord östlich der Wormser Landstraße in der Rheinniederung, die früher mit Ausnahme des Hasenpfuhls (gesichert durch den Eselsdamm) und der Fischervorstadt und später nach der Rheinbegradigung der Hafenstraße unbesiedelt war.

Speyer-Südwest ist ein Sondergebiet im Westen der Kernstadt von Speyer mit den Funktionen Kloster, Bildung, Forschung, Krankenversorgung, Sport und Erholung.

Außerhalb der geschlossenen Siedlung liegen: Binshof, Deutschhof, Ludwigshof, Rinkenbergerhof, Spitzenrheinhof, Thomashof, Weiherhof und Reffenthal.

Flussterrassen[Bearbeiten]

Bis zu seiner Regulierung und Begradigung im frühen 19. Jahrhundert mäandrierte der Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene in unzähligen Schleifen und Schlingen und änderte über die Jahrtausende beständig seinen Lauf. Auch nach der Regulierung ist die Landschaft am Rhein durch die zahlreichen noch vorhandenen bzw. wieder ausgekiesten Altrheinarme geprägt. Auch dort, wo sich keine Wasserflächen mehr befinden, lassen sich ehemalige Rheinarme am Bewuchs, Zuschnitt der Flure und am Verlauf der Niederterrassen nachvollziehen.

Das Stadtgebiet Speyers hat Anteil an der Rheinniederung (etwa 93 m über Normalnull), der Niederterrasse (im Mittel bei 103 m über Normalnull) und der Hochterrasse (bis zu 113 m über Normalnull). Die Rheinniederung besteht aus alluvialen und holozänen Ablagerungen. Die Niederterrasse entstand in der letzten Eiszeit; über einer mächtigen Kiesablagerung liegt eine etwa 50 cm dicke Lehmschicht durch Flussschlickablagerungen (Pleistozän). Die Hochterrasse besteht im Südwesten aus eiszeitlichen Anhäufungen von Löß (gegen Dudenhofen der nördliche Teil der Schwegenheimer Lößplatte) und im Nordwesten aus Sandflächen und Sanddünen (Truppenübungsplatz und Speyerer Stadtwald) westlich der B 9. Die Übergänge zwischen den drei Ebenen zeichnen sich durch teilweise deutlich erkennbare Versprünge aus. Den Speyerern sind diese Höhenunterschiede von der Niederterrasse zum Rhein als „Museumsbuckel“, die Terrassierung im Domgarten, die Treppe an der Nordseite des Domes oder die abfallenden Straßen zum Fischmarkt bekannt. Die Anstiege zu Hochterrasse kennen sie als „Brauereibuckel“ (Obere Langgasse) oder „Schützenbuckel“ (Schützenstraße). Die relativ hochwassersicheren Niederterrassen liegen mehr oder weniger weit von der Hauptachse des Flusses entfernt. In Speyer ragte diese Niederterrasse wie ein Keil unmittelbar an den Rhein heran und bot damit die Möglichkeit, relativ sicher vor Hochwasser möglichst nahe am Fluss zu siedeln.[3]

Der Verlauf des Hochgestades entspricht im Stadtgebiet von Speyer etwa der 100-m-Höhenlinie über Normalnull und lässt sich leicht verfolgen. Der südwestlich von Speyer liegende Ort Berghausen liegt unmittelbar an seiner Oberkante. Von dort verläuft es in einer generellen Linie nach Nordosten, um das Wohngebiet Vogelgesang herum, bis zum östlichsten und dem Rhein am nächsten gelegenen Punkt, dem sogenannten Domhügel. Von dort schwenkt es zurück nach Nordwesten entlang der Johannesstraße, nach Norden entlang der Wormser Landstraße und des ersten Teilstücks der Waldseer Straße, um dann über Buchen- und Erlenweg nordöstlich übers freie Feld bis zum Spitzenrheinhof zu springen und von dort wieder nördlich an der Westseite der Binsfeldseen vorbei bis nach Otterstadt. Dabei bildet es eine Abfolge von Halbkreisen, an denen der einstige Verlauf des Rheines ablesbar ist.

Der Forlenwald (102–110 m ü. NN) nordwestlich der Stadt, östlichster Teil des Speyerer Waldes, besteht aus (großen Bäumen) 76 % Kiefern, 7 % Buchen, 4 % Eichen, je 3 % Robinien, Birken, Roteichen sowie 2 % sonstigen Bäumen auf nährstoffarmen dilluvialen Flug- und Dünensanden, Schwemmsanden und Geröllen, vorwiegend Sandbraunerden mit Podsoligkeit oder Podsolierung. Im Nachwuchs werden vor allen die Buchen (von 4 % auf 21 %) zu Lasten der Kiefern (von 76 % auf 53 %) verstärkt.

Die Bedeutung Speyers und seine topografisch günstige Lage an den Flussterrassen war für die bayerische Landesvermessung nach den napoleonischen Kriegen ein wichtiger Grund zur Anlage eines speziellen Vermessungsnetzes, das als Grundlage für die seit 1805 projektierte Rheinregulierung und die Vermessung des neugebildeten Rheinkreises dienen sollte. Unter dem großherzoglich-badischen Oberingenieur Johann Gottfried Tulla wurde 1819 eine genaue Basislinie zwischen Speyer und Oggersheim gemessen, während für die astronomische Orientierung des Netzes einer der 72 Meter hohen Osttürme des Speyerer Doms und die Mannheimer Sternwarte gewählt wurden.

Klima[Bearbeiten]

Durch seine Lage im Oberrheingraben gehört Speyer zu den wärmsten und niederschlagsärmsten Gebieten Deutschlands. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 9,8 °C, in der Vegetationszeit 16,9 °C, die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 596 mm (1931–1960 Station Speyer), davon 314 mm in der Vegetationszeit. Die Zahl der Sommertage mit über 25 °C liegt bei durchschnittlich 40 Tagen pro Jahr. Gewitter treten durchschnittlich an 20–25 Tagen auf, Schneefall an 20 Tagen, eine geschlossene Schneedecke an 20 Tagen. Die Hauptwindrichtungen sind Südwest und Nordost. Die Zahl der Sonnenscheinstunden ist im Sommerhalbjahr deutlich überdurchschnittlich, im Winter wegen häufiger Inversionswetterlagen unterdurchschnittlich. Wegen der Inversionslagen und der Schwüle im Sommer gilt das Wetter in Speyer als bioklimatisch belastend.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel Geschichte der Stadt Speyer

Antike und Mittelalter[Bearbeiten]

Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Hallstattzeit und Latènezeit lassen darauf schließen, dass die Terrassen in Speyer, insbesondere die Niederterrassenzunge in unmittelbarer Rheinnähe, schon immer interessante Siedlungsorte darstellten.[3] Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend war die Gegend von Speyer Siedlungsgebiet der keltischen Mediomatriker.

Noviomagus im Römischen Reich

Nach der Unterwerfung Galliens durch die Römer 50 v. Chr. wurde der Rhein, auch wenn das Gebiet noch außerhalb des militärischen Geschehens lag, Teil der Grenze des Römischen Reiches. 10 v. Chr. wurde ein Lager vermutlich für eine 500 Mann starke Infanterietruppe errichtet. Dieser römische Militärposten wurde zum Impuls für die Stadtbildung. Um 150 erschien die Stadt unter dem keltischen Namen Noviomagus (Neufeld oder Neumarkt, siehe alle Noviomagus) in der Weltkarte des Griechen Ptolemaios; der gleiche Name steht im Itinerarium Antonini, einem Reisehandbuch des Antonius aus der Zeit Caracallas (211–217) und auf der Tabula Peutingeriana, einer Straßenkarte aus dem 3. Jahrhundert. Ab 260 konnten die ständigen Angriffe der Alamannen im Rahmen der Völkerwanderung auf den Limes nicht mehr abgewehrt werden, die römische Reichsgrenze musste an den Rhein zurückgezogen werden, und Speyer wurde wieder zur Grenzstadt. Für das 4. Jahrhundert ist ein erster Speyerer Bischof belegt; das Bistum ging vermutlich während der Völkerwanderungszeit unter. Im Jahre 406 setzten Sueben, Vandalen und sarmatische Alanen auf Druck nachrückender Hunnen über den Rhein und überrannten auf ihrem Weg ins innere Gallien auch Speyer. Ein reich ausgestattetes „Fürstengrab“ im rechtsrheinischen Altlußheim, etwa vier Kilometer von Speyer, bezeugt die Anwesenheit von Alano-Sarmaten, Hunnen oder Ostgermanen.[4]

Stadtentwicklung von Speyer

In einer Schlacht 496/497 bei Zülpich und einer weiteren Schlacht 505 besiegten die Franken unter Chlodwig die Alamannen und Speyer wurde Teil des fränkischen Königreiches. Damit erhielt Speyer wieder Anschluss an die gallisch-römische Kultur. Im Rahmen der Reorganisation der Verwaltung kamen romanisierte Beamte und Bischöfe aus Südgallien an den Rhein. Auch bei der Verwaltungsgliederung hielten sich die Franken weitgehend an ihre Vorgänger, beispielsweise bei der Einrichtung der Gaue. Der neue Speyergau entsprach ungefähr der civitas Nemetum. Erstmals wird der von den Alamannen eingeführte Name Spira in den „Notitia Galliarum“ aus dem 6. Jh. erwähnt, obwohl er sich bereits 496/509 erschließen lässt. Ab dem 7. Jahrhundert ist Speyer erneut Bischofssitz.

Kaiser Otto der Große verlieh 969 der Bischofskirche das Immunitätsprivileg, eine eigene Gerichtsbarkeit und die Kontrolle über Münze und Zoll. Ab 1030 ließ Kaiser Konrad II. die Bauarbeiten am Dom zu Speyer beginnen.

Im 11. Jahrhundert siedelte sich auf Veranlassung Bischof Rüdiger Huzmanns in Speyer eine der ersten Jüdischen Gemeinden im römisch-deutschen Reich an. Neben den anderen SCHUM-Städten Worms und Mainz gilt Speyer als eine der Geburtsstätten der aschkenasischen Kultur.

Am Tag der Beisetzung seines Vaters im Speyerer Dom erteilte Heinrich V. im Jahre 1111 der Stadt umfassende Privilegien. Als erster Stadt in Deutschland gewährte der Große Freiheitsbrief den Bürgern persönliche Freiheiten. Zusammen mit seinem Bild wurde der Brief in goldenen Buchstaben über dem Domportal angebracht, wo sie aber im Zuge der späteren Dombeschädigungen verloren ging.[5]

Das 13. Jahrhundert in Speyer sollte von der Auseinandersetzung um die stadtherrlichen Rechte gekennzeichnet sein. Die zweite Hälfte war von heftigen Streitigkeiten zwischen der Stadt und dem Bischof, und vor allem den Stiften, gekennzeichnet, die vom Investiturstreit nur noch verschärft wurden. Es war insbesondere das Domkapitel, das sich zum eigentlichen Kontrahenten der Bürgerschaft entwickelte. In der Mitte dieses Jahrhunderts ist erstmals belegt, dass es in Speyer „öffentliches Eigentum“ in Form von städtischem Grundbesitz gibt.

Im 14. Jahrhundert spielte die generalis discordia, die Auseinandersetzung zwischen Bürgerschaft und Klerus, nur eine untergeordnete Rolle. Im wittelbachisch-habsburgischen Thronstreit stand Speyer erneut im Mittelpunkt der Reichspolitik. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich ein Machtkampf um die Ratsbesetzung zwischen den Münzer-Hausgenossen und den Zünften. Auf ihre letzten Vorrechte verzichten mussten die Hausgenossen 1349, als sich in Speyer das Prinzip der reinen Zunftverfassung durchsetzte. Von diesem Zeitpunkt an mussten sich die Hausgenossen als Zunft etablieren und waren damit nur noch eine Gruppierung unter 14 anderen Zünften.[6]

Stadtrecht und Reichstage[Bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zeigte sich auch, dass die Speyerer Bischöfe ihren stadtherrlichen Anspruch nie aufgegeben hatten. Zur Vertretung ihrer Interessen gewannen sie die Unterstützung Kaiser Karls IV. und vor allem der Pfalzgrafen bei Rhein, wohingegen die Stadt sich nicht mehr uneingeschränkt auf den Rückhalt der Kaiser verlassen konnte.

Im Jahre 1434 kam mit dem Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz ein Schutz- und Schirmvertrag auf zehn Jahren zustande. Ab 1439 war die Region von marodierenden Armagnaken bedroht, aus französischen Diensten entlassene Söldner. 1439 schloss Speyer mit Mainz, Worms und Straßburg ein Bündnis, das die Aufstellung eines Heeres von 100 Gleven vorsah, jeweils 30 aus Mainz und Straßburg und 20 aus Worms und Speyer. Möglicherweise aufgrund der äußeren Gefahr rückten Stadt und Geistlichkeit näher zusammen. 1459 bis 1462 musste sich Speyer wieder an einer kriegerischen Auseinandersetzung der Kurpfalz beteiligen, diesmal im Zusammenhang mit dem Pfälzer Krieg und der Mainzer Stiftsfehde gegen Kurmainz.

Stadtansicht zur Zeit der Reichstage. Holzschnitt aus Sebastian Münsters Cosmographia universalis, Basel 1550

Mit Matthias von Rammung übernahm 1464 in Speyer ein Bischof das Amt, der nochmals konkrete Anstrengungen unternahm, die Befugnisse der Kirche auszubauen bzw. zurückzugewinnen. Dabei geriet die Stadt unverschuldet 1465 mit der Kirche in Konflikt, weil sie auf Geheiß des kaiserlichen Hofgerichtes einem Bürger gegen den Bischof zu seinem Recht verhelfen sollte. 1470/71 kam Speyer abermals in eine Situation, in der sie sich mühsam um eine neutrale Haltung bemühen musste. Wiederum geriet Kurfürst Friedrich I. überkreuz mit dem Kaiser, weil er sich der Stadt und des Klosters Weißenburg bemächtigte und beide, Kurfürst und Kaiser, verlangten in dem entbrannten Krieg die militärische Hilfe Speyers.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts rückte Speyer in den Mittelpunkt deutscher Geschichte. Die Bedeutung der Stadt in jenen Tagen wird deutlich, indem in ihren Mauern insgesamt über 50 Hoftage stattfanden und von den 30 Reichstagen, die es in diesem Jahrhundert gab, fünf in Speyer abgehalten wurden (siehe Reichstage zu Speyer). Darüber hinaus fanden in Speyer Reichsdeputationstage, z. B. 1558, 1560, 1583, 1595, 1599/60, Kurfürstentage, z. B. 1588 und Reichsmoderationstage, z. B. 1595 statt.

1525 wurde die Rheingegend von einer Bauernerhebung erfasst, die das Hochstift Speyer am 20. April erreichte. Der Aufstand richtete sich hauptsächlich gegen kirchlichen Besitz und die Bauern wandten sich gegen den Zehnten, die Zinsen und Gülten. Am 30. April planten sie „gen Speyer zu ziehen und daselbst der Pfaffheit Nester, die viel Jar mit Nachtheil und großen Schaden der Armen erhalten weren worden, zu zerstören“. Der lutherische Einfluss auf diese Erhebung ist erkennbar. Beim Anmarsch auf Speyer wurde die Absicht bekundet, „die Stadt Speier zu belegern und die Geistlichen irs Gefallens darin zu reformieren“ und sie erwarteten hierfür sogar die Unterstützung der Stadt. Die Bürger sollten unbehelligt bleiben.[7] In der Folge fanden einige Reichstage in Speyer statt.

Neuzeit und Moderne[Bearbeiten]

Speyer vor 1750.

Bis auf ein Ereignis im Jahre 1552 verlief die Zeit in Speyer zwischen 1530 und 1620 vergleichsweise friedlich. Dennoch blieb die Stadt von Unglück nicht verschont. Es kam immer wieder zu Pestepidemien, beispielsweise in den Jahren 1539, 1542, 1555 und 1574. Der Schmalkaldische Krieg 1546 hatte auf Speyer keine direkten Auswirkungen.

1612 erschien nach zehnjähriger Arbeit die Erstausgabe der Chronica der freien Reichsstadt Speier von Christoph Lehmann. Das Werk war sehr populär, da es sich auch intensiv mit der Reichsgeschichte befasste, und erlebte im Verlauf des folgenden Jahrhunderts vier Auflagen. 1618 beteiligte sich Speyer mit einem pfälzisch-badischen Heer an der Schleifung der Udenheimer Bischofsfestung, die jedoch bald wiederaufgebaut wurde.

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) befand sich das ummauerte, aber selbst kaum verteidigungsfähige Speyer im Spannungsfeld der häufig umkämpften Festungen Frankenthal, Friedrichsburg, Philippsburg und Landau. Somit fiel der Stadt ständig die Rolle als Zufluchtsort, Lazarett, Versorgungsstation und/oder Truppenlager zu. Hinzu kamen Besetzungen durch Spanier, Schweden, Franzosen und kaiserliche Truppen, die in kurzen Abständen wechselten. Erst 1650 verließen die letzten Soldaten die Stadt, zurück blieben Schulden, Hunger und Seuchen.

1689 kam es im Rahmen des Pfälzischen Erbfolgekrieges und der planmäßigen Entfestigung der Pfalz unter General Melac zur völligen Zerstörung der Stadt durch französische Truppen. Zwei Tage nachdem der französische General Joseph de Montclar am 30. Januar 1689 die Befestigungsanlagen der Stadt inspiziert hatte, begannen die Abbrucharbeiten, an denen sich die Stadtbewohner zwangsweise beteiligen mussten. Die Bürger vermuteten, dass die Franzosen die Stadt niederbrennen wollten. Am Nachmittag des 23. Mai teilte der französische Kriegsintendant den beiden Bürgermeistern und den Ratsherren mit, dass die Stadt innerhalb von sechs Tagen evakuiert werden müsse: „es solle jedoch niemand daraus schließen, dass die Stadt verbrennet werde.“ Montclar ließ dem Domdekan und bischöflichen Statthalter Heinrich Hartard von Rollingen am 27. Mai 1689 mitteilen, er habe den Befehl erhalten „die Stadt samt allen darin befindlichen Kirchen und Klöstern, einzig die hohe Domkirche ausgenommen, in Brand zu stecken“. Der Oberkommandierende der Franzosen in Mainz, Marschall Graf Jacques-Henri de Durfort, duc de Duras, wurde vom Domkapitel um die Zusicherung gebeten, dass der Dom verschont bleibe.[8]

1792 eroberten französische Revolutionstruppen Speyer. Es blieb als Sitz einer Unterpräfektur im Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) bis 1814 unter französischer Herrschaft. Die Befreiungskriege gegen Napoleon sowie die Neuordnung der europäischen Staatenwelt auf dem Wiener Kongress von 1815 brachten wiederum eine Änderung der Machtverhältnisse im pfälzischen Raum. Für wenige Stunden stand Speyer noch einmal im Rampenlicht der großen Politik, als sich am 27. Juni 1815 Zar Alexander von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und Preußens König Friedrich Wilhelm III. im alliierten Hauptquartier in der Stadt trafen. 1816 wurde Speyer zur Kreishauptstadt des in der Folgezeit so genannten Rheinkreises. Dieser fiel im Ergebnis des Wiener Kongresses dem Königreich Bayern als Ausgleich für das an Österreich abgetretene Salzburg zu. Der Regierungsbezirk (Kreis) Pfalz bestand erst seit dem 1. Januar 1838 und löste den Rheinkreis ab.

1837 war der Ausbau des Rheinhafens abgeschlossen. Speyer erhielt 1847 seinen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. Es entstanden unter anderem soziale und karitative Einrichtungen (Arbeits- und Bildungsanstalt für Mädchen, Wohltätigkeitsverein der jüdischen Gemeinde und ein Hospital). Im Bereich des Bildungswesens verfügte die Stadt über Einrichtungen aller Art und das am besten ausgebaute Schulsystem in der Pfalz. Es entstanden die ersten Vereine: zur Schützengesellschaft, die bereits seit 1529 bestand, kamen beispielsweise Turnverein, Harmoniegesellschaft, Musikverein und Liedertafel. Bis 1918 war Speyer Garnison des 2. Pionierbataillons der bayerischen Armee. In Speyer befanden sich seit 1913 die Pfalz-Flugzeugwerke. Sie entwickelten sich im Ersten Weltkrieg zu einem bedeutenden deutschen Rüstungsbetrieb und lieferten mehrere tausend Kampfflugzeuge.

Speyer von Westen um 1900

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Besetzung des linken Rheinufers zog in Speyer 1918 erneut die französische Armee ein. Frankreich besetzte große Teile des linksrheinischen Deutschland (Alliierte Rheinlandbesetzung). Schon ab Ende 1918 unterstützte das französische Militär unter General Gérard gezielt eine Bewegung unter Führung des promovierten Chemikers Eberhard Haas, die sich „Freie-Pfalz“ nannte – zusammen mit mehreren anderen Separatistengruppierungen im nördlichen Rheinland. Im Frühsommer 1919 unternahm die Freie Pfalz in Speyer einen Putschversuch für eine autonome Pfalz. Dieser scheiterte kläglich, hauptsächlich am Widerstand des stellvertretenden Regierungspräsidenten Friedrich von Chlingensperg auf Berg (1860–1944). Er hatte die Mehrheit der pfälzischen Parteien an seiner Seite. Nach wenigen Stunden war die schlecht vorbereitete Aktion beendet. 1930 zog die französische Besatzungsmacht ab.

Die NS-Machtübernahme und die Gleichschaltung wirkten sich ab 1933 auch auf Speyer aus. Die Stadt gehörte zunächst zum 'Gau Rheinpfalz', der 1935 mit dem Saarland zum Gau Saar-Pfalz zusammengelegt wurde. Der Verwaltungssitz des Gaues kam nach Neustadt. Die Speyerer Synagoge in der Heydenreichstraße wurde in den Novemberpogromen 1938 am 9. November 1938 niedergebrannt und kurz danach abgerissen.[9] Das NS-Regime betrieb eine beispiellose Ausrottung der Juden in Europa („Holocaust“). Mehr als 100 Juden aus Speyer und Umgebung, denen die Flucht nicht mehr gelang, wurden umgebracht. Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete die Gruppe Speyerer Kameradschaft um den Speyerer Sozialdemokraten Jakob Schultheis (1891–1945) und seine Ehefrau Emma (1892–1978). Speyer erlitt während des Zweiten Weltkrieges, abgesehen vom Bahnhofsgebiet, keine größeren Zerstörungen durch Luftangriffe. Ende März 1945 wurde Speyer von US-Truppen eingenommen (siehe Operation Undertone); abziehende deutsche Truppen sprengten die Rheinbrücke. Eine Wehrmacht-Einheit in Speyer kämpfte verbissen.

Briefmarke zur 2000-Jahr-Feier

Speyer, das seit 1945 wieder eine französische Besatzungsgarnison hatte, lag bis zur Gründung der Bundesrepublik 1949 in der Französischen Besatzungszone. Als Zeichen der wachsenden Freundschaft entstand 1953/54 mit deutschen und französischen Mitteln die St.-Bernhard-Kirche in der Wormser Straße. Das Besatzungsregime endete am 6. Mai 1955. Erst in den 1990er Jahren endete die Geschichte Speyers als Standort der französischen Armee.

Das Jahr 1990 stand im Zeichen von zahlreichen Feierlichkeiten aus Anlass des zweitausendjährigen Bestehens der Stadt und im Zeichen der deutsch-deutschen Wiedervereinigung.

Am 9. November 2011 wurde die neue Synagoge Beith-Schalom im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff geweiht. Die alte Synagoge war in der Pogromnacht 1938 („Reichskristallnacht“) zerstört worden.

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014 [2]
Wahlbeteiligung 47,3 %
gewichtetes Ergebnis aufgrund personalisierter Verhältniswahl
 %
40
30
20
10
0
32,6 %
23,0 %
14,5 %
3,3 %
4,9 %
13,5 %
5,6 %
2,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,8 %p
+0,6 %p
+1,6 %p
-2,8 %p
+2,1 %p
+0,2 %p
-0,5 %p
-0,4 %p
Sitzverteilung im Stadtrat
2
10
6
6
3
1
15
1
10 15 
Von 44 Sitzen entfallen auf:

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Speyer besteht aus 44 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2014[10]
Sitze
2014
 %
2009[11]
Sitze
2009
 %
2004[12]
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
CDU 32,6 15 33,4 15 39,1 17 42,8 19
SPD 23,0 10 22,4 10 23,0 10 30,7 13
Speyerer Wählergruppe 13,5 6 13,3 6 9,5 5 8,3 4
GRÜNE 14,5 6 12,9 6 9,5 4 6,5 3
REP 2,7 1 3,1 1 5,0 2 4,7 2
Bürgergemeinschaft Speyer 5,6 3 6,1 3 5,0 2
FDP 3,3 1 6,1 2 4,6 2 3,9 2
LINKE 4,9 2 2,8 1
ÖDP 4,3 2 3,5 1
gesamt 100,0 44 100,0 44 100,0 44 100,0 44
Wahlbeteiligung in % 47,3 47,4 49,7 54,5

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ab 1923 trug das Stadtoberhaupt den Titel „Oberbürgermeister“.[13]

  • Ebelin vor dem Münster (um 1294)
  • Bernhard zur Krone (um 1294)
  • Contze Fritze (um 1390 bis 1409)
  • Hans der Elder Fritze (um 1390 bis 1409)
  • Hensel Muttersteder (um 1390 bis 1409)
  • Friederich Fritze (15. Jahrhundert)
  • Peter Fritze (15. Jahrhundert)
  • Claus von Rinckenberg (15. Jahrhundert)
  • Engel von Rinckenberg (15. Jahrhundert)
  • Conrad Roseler (15. Jahrhundert)
  • Martin Stossel (15. Jahrhundert)
  • Eberhart Meinsheim (15. Jahrhundert)
  • Friedrich Meurer (1531–1563)
  • Christman Petsch (1575–1593)
  • Haman Petsch (1563–1573)
  • Jakob Meurer
  • Jakob Friedel Meurer
  • Johann Paul Fuchs (um 1689)
  • Georg Ernst Rützhaub (um 1689–um 1700)
  • Israel Kümmich (um 1689–um 1700)
  • Johann Peter Schreyer (nach 1700)
  • Johann Conrad Schwanckhardt (nach 1700)
  • „Maire“ Karl Ludwig Petersen (1792)
  • „Maire“ Johann Adam Weiß (1796–unsicher)
  • „Maire“ Johann David Staub (1796–unsicher)
  • „Maire“ Franz Freytag (1800–1801)
  • „Maire“ Johann Adam Weiß (1801–1804)
  • „Maire“ David Staub (1801–1804)
  • „Maire“ Ludwig Wilhelm Sonntag (1804–1809)
  • „Maire“ Georg Friedrich Hetzel (1809–1813)
  • Franz Reichardt (1814–1819)
  • Georg Friedrich Hetzel (1819–1829)
  • Friedrich August Heydenreich (1830–1832)
  • Georg Friedrich Hetzel (1833–1838)
  • Georg Friedrich Hilgard (1838–1843)
  • Georg Friedrich Kolb (1848–1849)
  • Georg Friedrich Haid (1859–1868)
  • Johann Conradt Eberhardt (1868–1874)
  • Georg Friedrich Haid (1875–1884)
  • Georg Peter Süß (1885–1894)
  • Friedrich Weltz (1894–1897)
  • Philipp Serr (1897–1904)
  • Philipp Lichtenberger (1904–1911)
  • Ernst Hertrich (1911–1914) (erster Berufsbürgermeister)
  • Otto Moericke (1917–1919)
  • Karl Leiling (1919–1943)
  • Rudolf Trampler, NS-Gau-Propagandaleiter (1943–1945)
  • Karl Leiling (1945–1946)
  • Hans Hettinger (1946)
  • OB Paul Schaefer (1946–1949)
  • Hermann Langlotz (1946–1949)
  • OB Paulus Skopp (1949–1969)
  • Bertram Hartard (1948–1952)
  • Stefan Scherpf (1956–1984)
  • OB Christian Roßkopf (1969–1995)
  • OB Werner Schineller (1995–2010)
  • Hanspeter Brohm (1995–2010)
  • Monika Kabs (seit 2010)
  • OB Hansjörg Eger (Seit 2011)
Stadtsiegel

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber ein rotes Kirchengebäude mit drei blaubedachten und mit goldenen Kreuzen besteckten Türmen und drei offenen Toren“.

Es wurde 1846 vom bayerischen König genehmigt. Seit dem 13. Jahrhundert führte Speyer im Stadtsiegel den Dom in der Nordansicht belegt mit der Madonna. Beim Wappen entschied man sich für die Westansicht des Domes, weil sie vom Reichsherold als „empfehlenswerter und ehrwürdiger“ angesehen wurde.[14]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mit Spalding (Vereinigtes Königreich) wurde 1956 die erste Partnerschaft geschlossen. 1959 folgte das französische Chartres, 1989 Ravenna (Italien) und Kursk (Russland) und 1992 Gniezno (Gnesen) in Polen. Jüngste Partnerstadt ist seit 1998 Yavne in Israel.[15]

Darüber hinaus übernahm die Stadt 1982 eine Patenschaft für Karengera in Ruanda bzw. nach einer Kommunalreform 2001 für den Bezirk Ruzisi (vormals Impala). Mit dem chinesischen Ningde, Speyers Kooperationspartnerstadt in der rheinland-pfälzischen Partnerprovinz Fujian, soll im Jahr 2013 eine Städtepartnerschaft geschlossen werden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung Speyers ab 1586:

Jahr 1586 1797 1815 1830 1846 1871 1939 1946 1950 1956 1961 1966 1974 2007
Einwohner 7.814 2.805 5.827 8.391 10.619 12.901[16] 26.509 28.047 31.706 35.526 38.724 41.348 44.658[17] 50.673

Speyer verzeichnete von allen Städten in der Pfalz die stärksten Wachstumsraten und hatte als eine von wenigen Städten überhaupt bis 2009 eine positive Wachstumsrate. Vergleich 1939 (100 %) bis 1985 in Prozent:

  • Landau 110,0
  • Ludwigshafen 105,3
  • Neustadt an der Weinstraße 115,2
  • Speyer 144,0
  • Rheinland-Pfalz 122,3[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische Profanbauten[Bearbeiten]

Das Rathaus

Am Beginn der im Volksmund als „Hauptstraße“ bezeichneten Maximilianstraße am Domplatz befindet sich das Stadthaus, welches auf dem Areal errichtet wurde, auf dem sich seit dem Mittelalter der Trutzpfaff befand. In ihm sitzen der Bürgermeister und die Stadtverwaltung.

Ebenfalls historisch bedeutsam ist das 1724 errichtete historische Rathaus, in dem seit dieser Zeit der Stadtrat von Speyer tagt. Es befindet sich an der Maximilianstraße gegenüber dem früheren Marktplatz, auf dem heute der Weihnachtsmarkt stattfindet.

Am alten Marktplatz befindet sich auch die sogenannte „Alte Münze“. Das heutige Gebäude wurde 1784 als „Neues Kaufhaus am Markt“ am Platz der Münze errichtet. Dieses 1689 zerstörte Gebäude war seit 1289 Versammlungsort des Rates und zudem Sitz der Münzer, jene Privilegierte, die die Erlaubnis hatten Münzen herzustellen.

Am anderen Ende der Maximilianstraße liegt der 55 m hohe „Altpörtel“, der im Mittelalter das westliche Haupttor der Stadt darstellte. Die unteren Teile des heutigen Tores wurden zwischen 1230 und 1250 erbaut, das oberste Geschoss mit der Galerie und dem 20 m hohen Walmdach wurde zwischen 1512 und 1514 hinzugefügt. Nach dem großen Stadtbrand wurde das Altpörtel 1708 mit einem neuen Schieferdach versehen. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte der Speyerer Stadtbefestigung.

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Bis zu seiner Zerstörung 1689 verfügte Speyer 15 über Pfarreien. Nach Franz Josef Mone bildeten das Domstift, das Stift St. German und Moritz, das Stift St. Guido und Johannes und das Allerheiligenstift die Oberpfarreien, und die Kirchen „St. Stephan im teutschen Hauß“,[18] St. Peter beim Allerheiligenstift, St. Bartholomäus, St. Jakob, St. Johannes, St. Georg, St. Martin in Altspeyer, St. Ägidius in der Gilgenvorstadt, die des Klosters St. Magdalena in der Vorstadt überm Hasenpfuhl, St. Marien (die spätere Friedhofskapelle, heute Kapelle im Adenauerpark), und St. Markus vor dem Marxtor der St.-Markus-Vorstadt die übrigen Pfarreien. Davon wurde später St. Markus der Pfarrei St. Peter und die Marienkirche im 16. Jahrhundert dem Germanstift übergeben.

Neben den genannten Pfarrkirchen gab es noch das Karmeliterkloster in der Gilgensvorstadt, das Franziskanerkloster, das Dominikanerkloster (heute Bistumshaus St. Ludwig), das Augustinerkloster, das Jesuitenkollegium am Dom, St. Alexius vor dem Neupörtel, das weibliche Allerheiligenstift (bereits im 15. Jahrhundert aufgelöst), das Heilig-Grab-Kloster und das St.-Klara-Kloster in Altspeyer, die Nikolauskapelle am Dom und die Heilig-Kreuz-Kapelle am Kreuztor der Gilgenvorstadt.

Neben der zur Stadt gehörenden Markuskirche und dem ebenfalls zur Stadt gehörenden Michaelskapelle auf dem Germansberg (ehemals Teil des Germanstifts), gab es vor den Toren der damaligen Stadt weitere nicht zur Stadt gehörende Kapellen. So befand sich im Mittelalter unweit des Germanberges die St.-Ulrichs-Kapelle, einst Pfarrkirche des abgegangenen Dorfes Winternheim, und „an der Straße nach Schifferstadt auf dem Platze des ehemaligen Dorfes Rinkenberg“ (heute Rinkenbergerhof) die St.-Lorenz-Kapelle. Nach der Aussage von Franz Joseph Mone gab es von diesen Kapellen bereits im 16. Jahrhundert nur noch geringe Spuren, während die Dörfer schon zuvor vollständig verschwunden waren.[19] 1983 fand man bei Ausgrabungen in der Nähe des Closwegs die Reste der Ulrichskapelle mit einem Friedhof.[20]

Bis auf einige Ausnahmen fielen die Speyerer Kirchen Klöster und Kapellen dem Stadtbrand zum Opfer. Die Ausnahmen sind St. German in campo (das Alte Germanstift vor den Toren auf dem Germansberg), da es damals nur noch als Michaelskapelle bestand, die Martinskirche, da sie bereits 1685 abgerissen wurde, und die Friedhofskapelle, das Karmeliterkloster, das Klara-Kloster und die Ägidienkirche, da sie verschont wurden.

Die Gedächtniskirche von der Schützenstraße aus

Im Rahmen des Wiederaufbaues der Stadt nach der Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts die Dreifaltigkeitskirche als lutherische Stadtkirche sowie die wegen der Nachbarschaft zur Dreifaltigkeitskirche heute kaum noch kirchlich genutzte Heiliggeistkirche für die reformierte Gemeinde. Darüber hinaus wurden der Dom, das Guidostift, das Klara-Kloster, das Dominikanerkloster, das Franziskanerkloster, das Kloster St. Magdalena, das Augustinerkloster, die Jesuitenkirche, St. Georg, St. Stephan, das Allerheiligenstift und schließlich auch provisorisch St. Johannes. Allerdings wurden alle vorhandenen Kirchen und Klöster in Folge der Französischen Revolution aufgelöst und verstaatlicht. Dieses sogenannte Nationaleigentum, zu dem auch die Kirchenruinen zählten, wurden schließlich verkauft und oft später abgebrochen. Nur das Guidostift, das Dominikanerkloster (St. Ludwig), das Kloster St. Magdalena, die Ägidienkirche und der Dom wurden nicht abgerissen und sind so bis heute erhalten.

Von 1893 bis 1904 wurde im Gedenken an die Protestation auf dem Reichstag zu Speyer im Jahr 1529 die Gedächtniskirche der Protestation mit dem höchsten Kirchturm in der Pfalz errichtet.[21]

In unmittelbarer Nähe der Gedächtniskirche steht die katholische Josephskirche, die als Reaktion auf den Bau der Gedächtniskirche errichtet und 1914 eingeweiht wurde.

In der Nähe des Bahnhofs befindet sich die Bernhardskirche (1953 bis 1954), die als deutsch-französische Friedenskirche erbaut wurde.

Für den Stadtteil Speyer-Nord wurden die Kirchen St. Konrad und die Christuskirche errichtet, für Speyer-West St. Otto und St. Hedwig (mittlerweile zur Quartiersmensa Q+H umgebaut) sowie die evangelische Johanneskirche und für Speyer-Süd die Auferstehungskirche.

Die drei katholischen Frauenklöster (Kloster St. Magdalena, der Karmel und das durch Nikolaus von Weiss gegründete Institut St. Dominikus) und die evangelischen Diakonissen verfügen über eigene Kirchen.

Auch die Evangelisch-methodistische Kirche, die Neuapostolische Gemeinde, die Freie evangelische Gemeinde, die freikirchliche Pfingstgemeinde und die Zeugen Jehovas verfügen über Kirchen bzw. Versammlungsorte.

Synagogen[Bearbeiten]

Judenbad (Mikwe)
Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Speyer

Die erste Speyerer Synagoge lag im Jüdischen Viertel der Vorstadt Altspeyer. Nach schweren Übergriffen auf die Juden 1096, bei denen der Bischof die Juden bei sich aufnahm, wurde in unmittelbarer Nähe zum Dom im Bereich der heutigen Judengasse und Kleinen Pfaffengasse ein neues Jüdisches Viertel errichtet. Es verfügte über eine von der Dombauhütte errichtet Synagoge und eine im 12. Jahrhundert errichtete Mikwe, ein rituelles jüdisches Bad. Die Gemeinde, der auch Die Weisen von Speyer angehörten, war damals eine der bedeutendsten Gemeinden des Heiligen Römischen Reichs und bildete mit Worms und Mainz einen als SCHUM-Städte bezeichneten Verband. Trotz kaiserlicher Privilegien wurde die Speyerer Gemeinde mehrfach Opfer von Ausschreitungen und Pogromen, bei denen Juden ermordet und Jüdisches Eigentum zerstört wurde. So fiel die Synagoge in Altspeyer dem Pogrom von 1195 zum Opfer. Nach weiteren Pogromen befahl Rudolf von Habsburg den Landesherren das Eigentum von flüchtigen Juden einzuziehen. Am 22. Januar 1349 wurde die jüdische Gemeinde infolge des bis dahin schwersten Pogroms vollständig vernichtet. Überlebende kehrten einige Jahre später zurück und bauten nach weiteren Vertreibungen ab 1354 eine neue Gemeinde auf, welche aber 1435 erneut aufgelöst wurde. Einige Jahre später durften sie schließlich zurückkehren, mussten sich aber an strenge Vorschriften halten. Spätestens 1529 war aber auch diese Gemeinde verschwunden. 1544 stellte Kaiser Karl V. das "Große Speyrer Judenprivileg" aus, mit dem er den Juden ihre Privilegien zurückgab. Dies ermöglichte die Entstehung einer neuen Jüdischen Gemeinde, welche aber 1688 aufgelöst wurde. Beim Wiederaufbau der Stadt nach 1689 wurde in den Ruinen der Synagoge Wohnhäuser errichtet. Eine jüdische Gemeinde existierte erst seit der französischen Revolution wieder. 1837 erhielt die Gemeinde eine neue Synagoge, welche auf dem Platz der ehemaligen Jakobskirche errichtet wurde. Diese Synagoge wurde schließlich 1938 in der Reichspogromnacht zerstört. 1996 wurde schließlich eine neue jüdische Gemeinde gegründet. Darüber hinaus wurde 1998/1999 die Ruine der mittelalterlichen Synagoge freigelegt und auf dem Areal um Synagoge und Mikwe, welche die älteste noch vollständig erhaltene deutsche Mikwe ist, der sogenannte „Judenhof“ eingerichtet. Im vor dem Judenhof befindlichen Gebäude wurde schließlich am 9. November 2010 das Museum SchPIRA eröffnet. Am 9. November 2011 erfolgte schließlich die Eröffnung der Synagoge Synagoge Beith-Schalom (Haus des Friedens) mit dem zugehörigen Gemeindezentrum der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Sie wurde in der ehemaligen St. Guidokirche errichtet und ist die vierte Synagoge seit dem Bestehen von jüdischen Gemeinden in Speyer.

Moschee[Bearbeiten]

2011 bis 2012 errichtete die Türkisch-Islamische Gemeinde im Speyerer Norden die Fatih-Moschee Speyer.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Historische Museum der Pfalz verfügt über römische und mittelalterliche Ausstellungsstücke aus der Region, insbesondere Reste der alten Domausstattung und einen der bedeutendsten Funde der Bronzezeit den bei Schifferstadt gefundenen Goldenen Hut, einen mit kreisförmigen Ornamenten reich verzierten, aus Gold getriebenen Kultkegel.

Boeing 747 im Technikmuseum Speyer
Porträtstele Hans Purrmann in Langenargen

Unweit des Stadtzentrums befindet sich das Technikmuseum Speyer, das eine sehr große Anzahl von technischen Meisterleistungen insbesondere aus dem Fahrzeug- und Flugzeugbau, unter anderem die weit sichtbare Boeing 747-230 „Schleswig-Holstein“ und den Prototyp OK-GLI der russischen Raumfähre Buran zeigt.

Dem Oeuvre zweier bedeutender Söhne der Stadt sind Dauerausstellungen in ihren jeweiligen Geburtshäusern gewidmet: Anselm Feuerbach (1829–1880) im Feuerbachhaus und Hans Purrmann (1880–1966) im Purrmann-Haus. Letzterem ist ein bundesweit anerkannter Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst gewidmet.

Das Museum SchPIRA präsentiert archäologische Exponate aus dem jüdischen Leben Speyers im Mittelalter. Mit dem benachbarten Judenhof können die drei wichtigsten Säulen der Jüdischen Gemeinde besichtigt werden, Synagoge, Friedhof und Mikwe.

Im Fastnachtsmuseum im Wartturm an der Wormser Landstraße wird in vier Turmgeschossen das närrische Treiben der Region dokumentiert.[22]

Der Schiffbauer-, Schiffer- und Fischerverein zeigt im Museum im Brückenhaus, dem ehemaligen Maut- und Verwaltungsgebäude der von 1865 bis 1938 bestehenden Schiffbrücke, Schiffsmodelle, Geräte und Urkunden des Schiffbaues, der Rheinschifffahrt und der Fischerei in Speyer von den Anfängen bis zur Gegenwart.[23]

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten]

  • Speyer ist Standort der Pfälzischen Landesbibliothek, mit etwa einer Million wissenschaftlicher Bücher, 110.000 Musiknoten, etwa 700 Handschriften, 150 Inkunabeln und etwa 100 Nachlassbeständen die größte Bibliothek der Region. Sie besitzt seit 1947 das Pflichtexemplarrecht für den damaligen Regierungsbezirk Pfalz.
  • Die Bibliothek der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften, eine Präsenzbibliothek, hält 250.000 Bände zu den Themen Staat und Verwaltung vor und ist damit die größte verwaltungswissenschaftliche Spezialbibliothek in Deutschland.[24]
  • Darüber hinaus verfügt Speyer über die Bibliothèque Française Speyer e. V.[28] die etwa 3500 Medien in französischer Sprache anbietet.[29] Darüber hinaus veranstaltet die Bibliothèque française regelmäßig Lesungen mit französischsprachigen Autoren.

Archive[Bearbeiten]

Als Archivstandort verfügt Speyer über vier Archive: das Pfälzische Landesarchiv, das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, das katholische Bistumsarchiv und über das älteste kommunale Archiv der Pfalz, das Stadtarchiv Speyer.

Theater[Bearbeiten]

Die Stadt Speyer unterhält seit 1990 selbst ein Kinder- und Jugendtheater.[30]

Theater, Musicals und andere Bühnenaufführungen wurden unter dem Titel Theater in der Stadthalle von einer privaten Veranstalterin[31] angeboten, der die Halle zu günstigen Konditionen überlassen wurde.

Im Rathaus bietet das Zimmertheater Speyer[32] Theaterstücke, Kabarett und Kleinkunst.

Kunst, Musik, Veranstaltungen, Unterhaltung[Bearbeiten]

Von August bis Oktober jeden Jahres werden in der Trägerschaft des Domkapitels Speyer und der Stadt Speyer die Internationalen Musiktage „Dom zu Speyer“ veranstaltet. Neben der Austragung des Internationalen Orgelwettbewerbs „Dom zu Speyer“ stehen Sinfoniekonzerte, Abende mit Kammermusik und geistlicher Musik auf dem Programm. Ins Leben gerufen wurde dieses Festival 1980, als anlässlich der 950-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Speyerer Domes der Internationale Orgelwettbewerb startete. Daraus entwickelte der künstlerische Leiter, der ehemalige Domkapellmeister Prof. Leo Krämer, die „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“ mit dem darin eingebetteten „Internationalen Orgelwettbewerb Dom zu Speyer“. Sein Nachfolger Domkapellmeister Markus Melchiori setzt die Musiktage weiterhin jährlich fort und hat auch die künstlerische Leitung inne.

Die Stadt verfügt mit dem Musik- und Kulturzentrum Halle 101, Träger ist der Rockmusikerverein Speyer e. V. gegründet 1992, über eine der größten ehrenamtlichen Institutionen im Bereich Rockmusik/Nachwuchsförderung in ganz Deutschland. Mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz 2003 ausgezeichnet, ist die Halle 101 der Gegenpol zu den klassischen Touristenadressen in Speyer. Konzerte, von Gruppen wie Saga, Manfred Mann, Nazareth, Sven Väth, Jadakiss, Partys der Schüler und Studentengruppen, aber besonders die Förderung des Musikernachwuchses bestimmen das Programm.

Speyerer Dom zur Weihnachtszeit
Speyerer Weihnachtsmarkt

Am jeweils zweiten Juliwochenende (Freitag bis Dienstag) findet das traditionsreiche Speyerer Brezelfest statt. Das Brezelfest gilt als das größte Volksfest am Oberrhein. Am zweiten Wochenende im August wird auf der ganzen Länge der Maximilianstraße die Kaisertafel aufgestellt. Zwei weitere kleinere Volksfeste sind die Frühjahrs- und Herbstmesse. Der zweite festliche Höhepunkt im Jahr ist das Altstadtfest, das jährlich am zweiten Wochenende im September in den Gassen nördlich des Domes stattfindet.

In der Vorweihnachtszeit wird auf dem alten Markt zwischen Dom und Alter Münz ein Weihnachtsmarkt abgehalten. Der Dom ist in dieser Zeit besonders festlich beleuchtet.

Das Haus der Badisch-Pfälzischen Fastnacht ist Treffpunkt, Museum und Archiv der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine.

Jedes Jahr zu Ostern findet mit dem Satanic Stomp in Speyer das größte Psychobilly-Festival Deutschlands statt.

Sport[Bearbeiten]

In Speyer existieren 17 Großspielfelder, davon acht von Vereinen, 14 Kleinspielfelder, davon sieben von Vereinen, 13 Bolzplätze, acht Gymnastikwiesen, davon vier von Vereinen, 24 Tennisplätze, zwei Tennishallen, 14 Bahnen-Kegelanlagen, vier Steganlagen für Boote, zwei Yachthäfen, drei Reitplätze, drei Reithallen, eine Schießsportanlage, eine Trimmanlage, eine Minigolfanlage, eine Skaterpark, eine Minipipe, eine Schwimmhalle und damit verbunden ein Freibad sowie eine Flugsportanlage.[33] Im Jahr 2004 waren in 47 Sportvereinen 13.937 Mitglieder organisiert.[34]

Ein Verein ist der Judosportverein Speyer, dessen Judogruppe national und international große Erfolge hat (mehrere Deutsche Meister). Der Leistungssport wird vom ehemaligen ungarische Frauennationaltrainer Ference Nemeth geleitet. Derzeit ist die Männermannschaft, die in der Saison 2013 in der 1. Liga kämpfte, in der 2. Judo-Bundesliga Süd und die Damenmannschaft in der 1. Judo-Bundesliga Süd. Im Dezember 2011 wurde das Judo-Sportzentrum Speyer (offiziell: Judomaxx) als Landesleistungszentrum am Standort des alten Hallenbades eröffnet.[35] Diese Halle gehört zwar der Stadt, der JSV hat aber einen Dauermietvertrag zur Nutzung der Halle, in der, neben Wettkämpfen, welche zuvor in der Sporthalle Ost ausgetragen wurden, auch der normale Trainingsbetrieb und diverse Freizeitaktionen durchgeführt werden.

Das Basketballteam BIS Baskets Speyer spielt in der Pro B. Heimspiele werden in der Nord-Halle Speyer ausgetragen. Seit 2005 spielen die Damen der SG Towers Speyer-Schifferstadt in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga.

Der bekannteste Fußballverein FV Speyer fusionierte im Jahr 2009 mit dem VfR Speyer zum FC Speyer 09.

Der Schwimmer Thomas Ligl, Mitglied des Wassersportvereins Speyer (WSV), wurde 2004 zweifacher Weltmeister der Masters über 50 m, 100 m und 200 m Brust und wurde wegen weiterer sportlicher Erfolge in den Jahren 1984, 1990, 2001 und 2004 Sportler des Jahres der Stadt. Er hält seit 1987 bis heute den deutschen Rekord in der AK 25 über 100 m Brust auf der 50-m-Bahn. Sein Weltrekord wurde inzwischen unterboten.

Beim bundesweiten Städtewettbewerb Mission Olympic, wo „Deutschlands aktivste Stadt“ gesucht wird, konnte 2008 Speyer als erste Siegerstadt ausgezeichnet werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

2009 standen in Speyer 22.758 Personen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen (nach 22.050 im Jahr 1999).[36]

Industrie[Bearbeiten]

Das produzierende Gewerbe beschäftigte 2009 ca. 20,8 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.[37] In Speyer existieren die Branchen:

  • Elektroindustrie, vor allem ein großes Werk des Tyco-Electronics-Konzerns (früher Siemens).
  • Flugzeugbau, vor allem die Pfalz-Flugzeugwerke GmbH sowie der Hersteller von Ultraleichtflugzeugen FK-Leichtflugzeuge
  • Fahrzeugbauzulieferer, vor allem ein großes Werk der Mann+Hummel GmbH (neben Luftfiltern für Fahrzeuge auch Industriefilter)
  • Maschinenbau, vor allem die Loeser GmbH
  • Chemie, vor allem ein Werk der Thor GmbH und die Spezialraffinerie Haltermann
  • Isolierstoffe, vor allem ein großes Werk von Saint-Gobain ISOVER G+H zur Herstellung von Isoliermaterial aus Glasfasern und ein Werk der Pan-Isovit AG.
  • Druckereien

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr beschäftigte 2009 ca. 23 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten insgesamt, während weitere ca. 55,8 Prozent der Beschäftigten im Bereich der sonstigen Dienstleistungen beschäftigt waren..[38]

Handel[Bearbeiten]

In Speyer bestanden im Januar 2011 insgesamt 459 Arbeitsstätten des Einzelhandels und des Ladenhandwerks mit einer Verkaufsfläche von 135.970  m² und einem Umsatz von ca. 427,4 Mio. Euro. Sie teilten sich nach Branchen wie folgt auf:

  • Nahrungs- und Genussmittel 122 Betriebe mit ca. 30.890  m² Gesamtverkaufsfläche
  • Nichtlebensmittel 337 Betriebe mit ca. 105.080  m² Gesamtverkaufsfläche

davon

  • 35 Betriebe Gesundheit, Körperpflege mit 6945  m² Verkaufsfläche
  • 18 Betriebe Blumen, Pflanzen, Zoo mit 4915  m² Verkaufsfläche
  • 30 Betriebe Bücher, Schreib- und Spielwaren mit 3555  m² Verkaufsfläche
  • 90 Betriebe Schuhe Bekleidung Sport mit 26.215  m² Verkaufsfläche
  • 35 Betriebe Elektrowaren mit 4655  m² Verkaufsfläche
  • 54 Betreibe Hausrat, Einrichtung, Möbel mit 24.650  m² Verkaufsfläche
  • 20 Betriebe Bau-, Garten-, Heimwerkerbedarf mit 27.840  m² Verkaufsfläche
  • 32 Betriebe Optik, Uhren, Schmuck mit 1760  m² Verkaufsfläche
  • 23 Betriebe sonstiger Einzelhandel mit 4555  m² Verkaufsfläche

[39]

Größte Einzelbetriebe sind der Kaufhof mit etwa 8180 m² und der C & A-Bekleidungsmarkt mit etwa 2100 m². Die 19 größten Geschäfte erzielten einen Umsatz von 101 Mio. Euro.

Der Handel ist in Speyer stark konzentriert auf die Innenstadt als zentralem Versorgungsbereich und dort vor allem auf die Maximilianstraße (Hauptstraße und Fußgängerzone) und unmittelbare Seitenstraßen einerseits und die Auestraße zwischen Speyer-Nord und Speyer-Ost mit vor allem großflächigen Betrieben andererseits. Eine kleinere Konzentration besteht zwischen Speyer-West und der Bahnlinie. Im November 2012 eröffnete die Postgalerie Speyer im Gebäude der ehemaligen Oberpostdirektion am Rand der Fußgängerzone.

Tourismus[Bearbeiten]

Stark gewachsen ist in Speyer in den letzten Jahren der Tourismus.

Im Jahr 2011 haben 140.675 Gäste in 21 Betrieben übernachtet, die 251.091 Übernachtungen absolvierten. Damit lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 1,78 Tagen.[40]

Nach 3019 Führungen im Jahr 2010 vermittelte die Tourist-Information im Jahr 2011 3324 Führungen. Beraten wurden nach 87.292 Gästen im Jahr 2010, 98.175 Gäste im Jahr 2011. 2011 bestiegen 28.337 Besucher das Altpörtel (nach 25.773 in 2010), 24.580 besuchten den Judenhof.[41]

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Zahlreiche Verwaltungseinrichtungen, regional und überregional wichtige Behörden und Institutionen haben in Speyer ihren Sitz:

Größte Arbeitgeber

Die Liste der größten Arbeitgeber ab 100 Beschäftigte zeigt Speyer als Stadt der Dienstleistungen. Die größten Arbeitgeber in Speyer sind (Stand 2008):[43] Diakonissen Speyer-Mannheim (in Speyer): 2200, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz: 2300, Bischöfliches Ordinariat: 1004, Stadtverwaltung: 954, Evangelische Heimstiftung: 930, Tyco Electronics: 900, Pfalz-Flugzeugwerke (PFW): 826 (plus 41 Azubis), Postfrachtzentrum: 650, Protestantische Landeskirche: 603 (plus 703 Pfarrer/innen), Filterwerk Mann u. Hummel (in Speyer): 505, Standortverwaltung der Bundeswehr: 485, Thor Chemie: 450, Kreis- und Stadtsparkasse: 426, Volksbank Kur- und Rheinpfalz (insgesamt): 426, Klambt-Verlag (insgesamt): 342, Diakonisches Werk: 309, Vincentius-Krankenhaus: 302, Landwirtschaftliche Sozialversicherung Hessen – Rheinland-Pfalz – Saarland: 300, Saint-Gobain Isover: 280, Finanzamt (in Speyer): 249, Stadtwerke Speyer: 224, Elopak: 220, Marktkauf: 200, Gartner Speditions GmbH: 160, Kissler: 155, Lidl-Zentrallager: 153, Bopp + Reuther: 152, PM-International AG: 150, VON DER HEYDT GmbH: 145, Lindner Hotel & Spa Binshof: 130, Bauhaus: 120, Rechnungshof: 119, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften: 116, Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt: 115, Landesbetrieb Mobilität: 104, Pneuhage – Interpneu-Zentrallager Speyer: 100

Gerichte[Bearbeiten]

Zuständig in Zivilsachen sind je nach Streitgegenstand und Streitwert das Amtsgericht Speyer oder das Landgericht Frankenthal. Darüber wölbt sich als Rechtsmittelgericht das Oberlandesgericht Zweibrücken.

Diese Gerichte sind je nach Schwere des Delikts auch die zuständigen Strafgerichte. Strafdelikte in Speyer werden von der Staatsanwaltschaft Frankenthal verfolgt.

Zuständiges Gericht in öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten ist das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße. In arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist der Rechtsweg zum Arbeitsgericht Ludwigshafen eröffnet. In Sozialrechtsfällen ist das Sozialgericht Speyer zuständig.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Die Diakonissen Speyer-Mannheim sind Träger des größten regionalen Krankenhauses (kurz: das Diakonissen) und weiterer Einrichtungen in und um Speyer. 1859 nahmen die ersten Diakonissen in Speyer ihre Tätigkeit als christlichen Dienst auf. Heute sind die Diakonissen ein bedeutender Arbeitgeber für 2500 Menschen in vielen Arbeitsfeldern: Krankenhäuser, Kindergärten und Hort, Jugendhilfemaßnahmen, Behindertenarbeit, Altenheime und Hospiz. Mit dem städtischen Stiftungskrankenhaus hat die Diakonissenanstalt überdies eine traditionsreiche Speyerer Einrichtung übernommen. Als zweites Krankenhaus besteht in Speyer das von einem katholischen Orden getragene St. Vincentius. Dies blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Die beiden Krankenhäuser ergänzen sich in ihrem Spektrum: so sind zum Beispiel die Gefäßchirurgie, Pädiatrie und Gynäkologie im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus, im „Vincenz“ die Unfallchirurgie und die Urologie.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Speyer gehört zum Fachbereich 2 (Sicherheit, Ordnung, Umwelt, Bürgerdienste, Verkehr) der Stadt. Zur Feuerwehr gehören gut 150 ehrenamtliche und einige hauptamtliche Feuerwehrleute, die sich auf zwei Standorte verteilen: die Hauptwache mit der Einsatzzentrale in der Industriestraße und die Wache 2 (Nord) in der Viehtrieftstraße. Die Freiwillige Feuerwehr besteht in Speyer seit 1848, daneben gab es seit dem Mittelalter die „Städtische-Löschanstalt“. 1860 beschloss die Stadt eine neue Feuerlöschordnung und vereinigte beide Organisationen.[44]

Bildung[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Speyer hat einen größeren Einzugsbereich mit seinen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Drei staatliche Gymnasien (das Gymnasium am Kaiserdom (GAK), das Hans-Purrmann-Gymnasium (HPG) und das Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium (FMSG)) und zwei konfessionelle Gymnasien (das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium und das Edith-Stein-Gymnasium) mit je einer angegliederten Realschule plus, die Integrierte Gesamtschule im Georg- Friedrich-Kolb-Schulzentrum sowie das Speyer-Kolleg führen zur Hochschulreife. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Berufs-, Berufsfach- und Fachoberschulen.

Die Bedeutung Speyers als Schulstadt belegen folgende Zahlen: Im Jahre 2007/08 gab es bundesweit 9,18 Millionen Schüler an allgemein bildenden Schulen, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 11,2 % entsprach. In Speyer gingen in diesem Jahr 8.710 Schüler zur Schule; dies entsprach einem Anteil von etwa 17,5 % an der Speyerer Bevölkerung. Interessant ist auch die Verteilung der einzelnen Abschlussarten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Besonders hervor sticht in Speyer der hohe Anteil der Abschlüsse, die zur Hochschul- bzw. Fachhochschulreife führen, mit 49,5 %. Es gibt in der Region nur eine Stadt, die diesen Wert knapp übertrifft, nämlich Heidelberg mit 49,9 %. Dieser Wert wird in Westdeutschland kein weiteres Mal und in Ostdeutschland nur drei Mal übertroffen.[45]

Gebiet bzw.
Stadt
Anzahl
Schüler
Anteil
an Wohn-
bevölkerung
%
Anteil
o. Abschluss
%
Anteil
Hauptschule
%
Anteil
Realschule
%
Anteil
Hochschulreife
%
Deutschland 9.183.811 11,2 7,4 23,3 40,9 28,5
Speyer 8.710 17,5 4,0 17,2 29,2 49,5
Heidelberg 16.179 12 4,1 17,7 28,3 49,9
Neustadt 44,5
Kaiserslautern 44,1
Landau 40,0
Ludwigshafen 28,8
Mainz 44,4

Universität[Bearbeiten]

Speyer ist Sitz einer post-universitären Bildungseinrichtung, der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, der einzigen Ausbildungsstätte ihrer Art für den gesamten höheren Verwaltungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten]

Rad/Fuß[Bearbeiten]

Radwanderwege bestehen den Rhein entlang, von Bruchsal nach Speyer und von Speyer nach Neustadt an der Weinstraße. Speyer ist ein klassischer Startpunkt für den Pilgerweg Jakobsweg nach Santiago de Compostela, dessen Wiederbelebung vom Bistum Speyer stark gefördert wurde.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Speyerer Hauptbahnhofes
Hauptartikel: Nahverkehr in Speyer

Speyer gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Seit Einführung der S-Bahn RheinNeckar fahren die Linien S 3/4 ab Speyer Hauptbahnhof und über den Haltepunkt Speyer-Nord/West in gemeinsamem Halbstundentakt in Richtung Mannheim Hbf, einem bedeutenden Knotenbahnhof des Fernverkehrs, der in 25 Minuten erreicht wird. In Schifferstadt besteht Anschluss an die Linien S 1/2 nach Neustadt und Kaiserslautern. Zudem stellt die Ende 2006 über Speyer hinaus bis nach Germersheim verlängerte S-Bahn Anschluss nach Karlsruhe und Bruchsal her.

Der alle zwei Stunden verkehrende Regionalexpress erreicht Karlsruhe in 40 und Mainz in 60 Minuten. Außerdem halten in Speyer täglich mehrere Regionalbahnen mit den Zielen Ludwigshafen BASF und Wörth (Rhein).

Der Stadtbusverkehr Speyer liegt in Händen der BRN Stadtbus GmbH (BRN) und der ViaBus Gruppe. Diese bedienen die Stadtbuslinien 561, 562, 563 und 564 sowie die Shuttlelinie 565 zwischen Hauptbahnhof und Rhein. Diese fünf Buslinien bilden das städtische Busnetz. Die Verkehrsbetriebe Speyer (VBS) sind lediglich für die straßengebundenen Infrastruktureinrichtungen des ÖPNV in Speyer zuständig. Zu diesen zählen Haltestellen, Wartehallen und der Busbahnhof (ZOB) an der Nordseite des Hauptbahnhofes.[46]

Mit dem benachbarten Umland, einschließlich der rechten Rheinseite, stellen die Buslinien 572 (Richtung Ludwigshafen und Germersheim), 573 (Richtung Neustadt), 578 (Römerberg) und 717 (Richtung Heidelberg) Verbindungen her.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 gab es in Speyer bezogen auf die Einwohnerzahl deutschlandweit die meisten Unfälle im Straßenverkehr.[47]

Speyer hat direkten Anschluss an das Bundesstraßen- und Autobahnnetz. Die nördlich gelegenen Städte Ludwigshafen und Mannheim und das südlich gelegene Karlsruhe sind über die B 9, die die Bebauung der Stadt westlich begrenzt, in etwa 20 Minuten zu erreichen. Die Bundesautobahn 61, von der deutsch-niederländischen Grenze von Nordwesten kommend, durchquert den nördlichsten Teil der Stadt und führt über den Rhein zur A 6 am Autobahndreieck Hockenheim; Anschlussstellen gibt es im Norden an der B 9 und im Osten an der B 39. Außerdem verläuft die B 39 zum 20 km westlich gelegenen Neustadt an der Weinstraße durch die Stadt. Die B 9 ist vierspurig, beide Bundesstraßen sind kreuzungsfrei ausgebaut und haben auf Speyerer Gemarkung sieben Abfahrten. Wegen des dazwischenliegenden unzerstörten Schwetzinger Waldes ist das gut 30 Straßenkilometer östlich gelegene Heidelberg in etwa 35 Minuten zu erreichen.

Der Rhein wird in Speyer von der Salierbrücke, über die die Bundesstraße 39 verläuft, und von der Autobahnbrücke der A 61 gequert.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Speyer liegt am Rhein und besitzt im Süden einen Hafen für Mineralölprodukte (für das Tanklager und die Spezialraffinerie), die Schiffswerft Braun mit dem südlichen Yachthafen und östlich des Domparks Anlegestellen für Passagierschiffe. Der klassische (alte) Hafen östlich der Altstadt, in dem zuletzt vor allem Getreide, Kies, Baustoffe und Schrott umgeschlagen wurden, wurde geschlossen und in einen Yachthafen umgewandelt. Dort befindet sich auch ein kommerzielles Aquarium der SeaLife-Gruppe, das Fische von den Quellbächen des Rheins bis zur Nordsee zeigt. Im Sommer finden täglich Fahrten mit zwei fest in Speyer stationierten Ausflugsschiffen statt. Im Sommer wird zeitweise, ganz im Süden der Gemarkung eine Personenfähre nach Rheinhausen betrieben.

Luftfahrt[Bearbeiten]

Die internationalen Flughäfen Frankfurt und Stuttgart sind in gut einer Stunde zu erreichen. Der Flugplatz Speyer ist als Verkehrslandeplatz klassifiziert und besitzt nach dem Ausbau 2011 die längste Lande- und Startbahn der Region. Nutzer sind vor allem Firmenjets und ein sehr aktiver Flugsportverein. Der Ausbau war aufgrund des Schutzes des nahegelegenen Auwaldes heftig umstritten.

Medien[Bearbeiten]

Tageszeitungen In Speyer erscheint seit 1952 als Tageszeitung die Speyerer Rundschau als Lokalausgabe der Zeitung Die Rheinpfalz und seit dem 2. Januar 2003 die Speyerer Morgenpost. Auch die über den Rhein benachbarte Schwetzinger Zeitung bringt werktäglich Lokalnachrichten aus Speyer.

Von 1952 bis zum 31. Dezember 2002 erschien zudem die Speyerer Tagespost.

Wochenzeitung Seit 1848 erscheint der Pilger, die Kirchenzeitung des Bistums Speyer, mit Bistums- und Lokalnachrichten.

Internet-Zeitung Neben der etablierten Internet-Zeitung speyer-aktuell erscheint seit April 2011 der Speyer-Kurier.

Chronik Als Chronik der Stadt gibt der Speyerer Verkehrsverein die Speyerer Vierteljahreshefte heraus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten aus Speyer sind unter anderem der Alchemist Johann Joachim Becher, der Maler Anselm Feuerbach, der General Karl Becker, der Organist Ludwig Doerr, der Bildende Künstler und Hochschullehrer Eberhard Bosslet, der Schriftsteller und Hochschullehrer Thomas Lehr, der Leichtathlet Christian Reif, sowie der Trompeter Helmut Erb und Lars Stindl, ein Fußballspieler von Hannover 96.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Speyer hat seit 1832 20 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Sie würdigt damit jene Personen, die sich in herausragender Weise für die Domstadt engagiert haben.

Literatur[Bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Kathrin Hopstock, Sigrid Werner: Quellen zur Geschichte Speyers. Bücher, Urkunden, Bilder. Eine Auswahl aus den Beständen von Stadtarchiv und Stadtbücherei. Stadtarchiv, Speyer 1990.

Stadtgeschichte[Bearbeiten]

  • Christoph Lehmann: Chronica der Freien Reichs Stadt Speyer. Erste Ausgabe. Rosen, Frankfurt am Main 1612.
  • Christoph Lehmann: Chronica der freyen Reichsstadt Speier. Frankfurt am Main 1698.
  • Carl Weiss: Geschichte der Stadt Speier. Gilardone, Speyer 1876. Digitalisat
  • Fritz Klotz: Speyer, eine kleine Stadtgeschichte. Beiträge zur Speyerer Stadtgeschichte, Heft 2, Bezirksgruppe Speyer des Historischen Vereins der Pfalz, 1971, mehrere Auflagen.
  • Stadt Speyer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Speyer. Band 1–3. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5.
  • Ferdinand Schlickel: Speyer. Von den Saliern bis heute. 1000 Jahre Stadtgeschichte. Hermann G. Klein Verlag, Speyer 2000, ISBN 3-921797-60-8.
  • Sabine Happ: Stadtwerdung am Mittelrhein. Die Führungsgruppen von Speyer, Worms und Koblenz bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Böhlau-Verlag, Köln unter anderem 2002, ISBN 3-412-12901-1.
  • Hans Ammerich: Kleine Geschichte der Stadt Speyer. G. Braun Buchverlag, 2008, ISBN 978-3-7650-8367-9.

Einzelthemen[Bearbeiten]

  • Wolfgang Eger: Speyerer Straßennamen. Ein Lexikon. Hermann G. Klein Verlag, Speyer 1985, ISBN 3-921797-08-X.
  • Stadt Speyer und dem Landesamt für Denkmalpflege, Abt. Archäologische Denkmalpflege, Amt Speyer (Hrsg.): UNTER DEM PFLASTER VON SPEYER, Archäologische Grabungen von 1987 bis 1989. 1. Auflage. Verlag der Zechnerschen Buchdruckerei in Speyer, 1989, ISBN 3-87928-894-1.
  • Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche der Pfalz (Hrsg.): Erbe und Auftrag. Die Gedächtniskirche zu Speyer im Strom protestantischer Erinnerungskultur. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 3-89735-277-X.
  • Hubert Neumann: Sozialdisziplinierung in der Reichsstadt Speyer im 16. Jahrhundert. Gardez Verlag, St. Augustin 1997.
  • Johannes Bruno: Schicksale Speyerer Juden 1800–1980. Schriftenreihe der Stadt Speyer, Band 12, 2000, ISSN 0175-7954.
  • Johannes Bruno, Lenelotte Möller (Hrsg.): Der Speyerer Judenhof und die mittelalterliche Gemeinde. Verkehrsverein Speyer. Speyer 2001.
  • Johannes Bruno: Die Weisen von Speyer oder Jüdische Gelehrte des Mittelalters. Schriftenreihe der Stadt Speyer, Band 14, 2004, ISSN 0175-7954.
  • Johannes Bruno, Eberhard Dittus: Jüdisches Leben in Speyer. Einladung zu einem Rundgang. Haigerloch 2004.
  • Johannes Bruno: Das Mahnmal für die jüdischen Opfer der Naziverfolgung 1933–1945. Schriftenreihe der Stadt Speyer, Band 16, 2008.
  • Hermann W. Morweiser: Vom antifaschistischen Widerstand in Speyer. VVN-Bund der Antifaschisten, Speyer 1983.

Karten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Speyer – Quellen und Volltexte
 Commons: Speyer – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Speyer – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerisch, Bayrisch oder Bairisch??? Marc Giegerich, 23. Juli 2012, abgerufen am 11. August 2013.
  3. a b Geschichte der Stadt Speyer. Band 1, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5.
  4. Die Identität der Toten dieser Art Fürstengräber ist unmöglich zu definieren, deshalb haben die Archäologen den Namen „Untersiebenbrunngruppe“ gegeben. Siehe Untersiebenbrunn.
  5. 900 Jahre Bürgerfreiheit (Version vom 16. Dezember 2009 im Internet Archive)
  6. Geschichte der Stadt Speyer. Band 1, Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5, S. 314–332.
  7. Geschichte der Stadt Speyer. Band 1, Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5, S. 488.
  8. Hans Ammerich: Die Katastrophe des Pfälzischen Erbfolgekriegs. In: Kleine Geschichte der Stadt Speyer
  9. Erinnern in Speyer 1933-1945
  10. [1]
  11. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009
  12. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2004
  13. Der Kaiserdom zu Speyer - Startseite
  14. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  15. SPEYER.DE - Städtepartnerschaften
  16. Der Kaiserdom zu Speyer - Geschichte - Zeitstrahl
  17. a b Wolfgang Eger: Geschichte der Stadt Speyer. Band 3.
  18.  Franz Joseph Mone: Geschichte und Beschreibung von Speyer. Oswald, 1817, S. 92 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  19.  Franz Joseph Mone: Geschichte und Beschreibung von Speyer. Oswald, 1817, S. 93 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  20. Wolfgang Eger: Speyerer Straßennamen. Ein Lexikon. Hermann G. Klein Verlag, Speyer 1985.
  21. SPEYER.DE - Gedächtniskirche
  22. SPEYER.DE - Fasnachtsmuseum
  23. SPEYER.DE - Museum im Brückenhaus
  24. DHV Speyer - Bibliothek
  25. Die Bibliothek des Priesterseminars
  26. Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz
  27. Christoph Schennen: Weinger Besucher, mehr Ausleihen. Stadtbibliothek Speyer blickt auf das Jahr 2013 zurück. in Speyerer Morgenpost vom 17. Januar 2014.
  28. Französische Bibliothek im Rhein-Neckar-Wiki
  29. Bibliothèque française de Spire e. V.
  30. SPEYER.DE - Kinder- und Jugendtheater
  31. SALTEN THEATER - PROMOTION GMBH - Speyer (Version vom 21. November 2007 im Internet Archive)
  32. SPEYER.DE - ZimmerTheater Speyer
  33. Flächennutzungsplan 2020, S. 195.
  34. Vorentwurf FNP 13. September 2005, S. 60.
  35. JSV Speyer über Judo-Sportzentrum
  36. Gerhard Beck, Rebecca Eizenhöfer: Einzelhandelsentwicklungskonzeption für die Stadt Speyer, GMA-Gutachten im Auftrag der Stadt Seyer, Ludwigsburg August 2012, S. 24, Tabelle 3
  37. Gerhard Beck, Rebecca Eizenhöfer: Einzelhandelsentwicklungskonzeption für die Stadt Speyer, GMA-Gutachten im Auftrag der Stadt Seyer, Ludwigsburg August 2012, S. 22, Abbildung 5
  38. Gerhard Beck, Rebecca Eizenhöfer: Einzelhandelsentwicklungskonzeption für die Stadt Speyer, GMA-Gutachten im Auftrag der Stadt Seyer, Ludwigsburg August 2012, S. 22, Abbildung 5
  39. Gerhard Beck, Rebecca Eizenhöfer: Einzelhandelsentwicklungskonzeption für die Stadt Speyer, GMA-Gutachten im Auftrag der Stadt Seyer, Ludwigsburg August 2012, S. 35.
  40. Vorlage-Nr. 0779/2012 der Stadt Speyer zur Sitzung des Ausschusses für Tourismus am 12. Juni 2012.
  41. Vorlage-Nr. 0779/2012 der Stadt Speyer zur Sitzung des Ausschusses für Tourismus am 12. Juni 2012, S. 2–3.
  42. rhein-zeitung.de
  43. Broschüre Standortdaten Speyer (30. Juni 2008), S. 5–8.
  44. Website der Feuerwehr Speyer, dort Daten und Geschichte. (Abgerufen am 16. Juli 2010.)
  45. statistik-portal.de
  46. verkehrsbetriebe-speyer.de
  47. Statistische Ämter des Bundes und der Länder - Regionalatlas Deutschland
  48. bgr.bund.de