Speyerbach

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Speyerbach
Unterlaufabschnitt: Gießhübelbach
Verlauf des Speyerbachs durch Pfälzerwald und Rheinebene zum Rhein

Verlauf des Speyerbachs durch Pfälzerwald und Rheinebene zum Rhein

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2378
Lage Deutschland
Rheinland-Pfalz
Pfälzerwald
Vorderpfalz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Ursprung bei Speyerbrunn
49° 20′ 59″ N, 7° 52′ 13″ O49.3496388888897.8702777777778300
Quellhöhe ca. 300 m ü. NHN[1] 
Hangquelle bei Speyerbrunn
ca. 460 m ü. NHN[1]
Quelle des rechten Hauptoberlaufs Erlenbach
Mündung in Speyer von links in den Rhein49.3193055555568.449444444444492Koordinaten: 49° 19′ 10″ N, 8° 26′ 58″ O
49° 19′ 10″ N, 8° 26′ 58″ O49.3193055555568.449444444444492
Mündungshöhe 92 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 208 m
Länge 60,1 km[2] (mit Erlenbach)
Einzugsgebiet 595,806 km²[2]
Abfluss am Pegel Neustadt Weinstraße[3]
AEo: 312 km²
Lage: 25,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (20.07.1976)
MNQ 1946/2009
MQ 1946/2009
Mq 1946/2009
MHQ 1946/2009
HHQ (25.05.1978)
870 l/s
1,29 m³/s
2,22 m³/s
7,1 l/(s km²)
7,71 m³/s
19,5 m³/s
Abfluss[4]
AEo: 595,58 km²
MNQ
MQ
Mq
MHQ
970 l/s
3,03 m³/s
5,1 l/(s km²)
13,3 m³/s
Linke Nebenflüsse siehe Abschnitt Zuflüsse und Abzweige
Rechte Nebenflüsse siehe Abschnitt Zuflüsse und Abzweige
Mittelstädte Neustadt, Speyer
Kleinstädte Lambrecht
Gemeinden Elmstein, Esthal, Frankeneck, Hanhofen, Dudenhofen
Einwohner im Einzugsgebiet 130.000
Speyerbach in der Ortslage von Speyer

Speyerbach in der Ortslage von Speyer

Der Speyerbach ist ein von Westen kommender, linker Nebenfluss des Rheins in der Pfalz (Rheinland-Pfalz). Er ist als Gewässer II. Ordnung eingestuft.[5] Von kommunaler Seite ist für seine Betreuung der Gewässer-Zweckverband Rehbach-Speyerbach zuständig, der 1985 gegründet wurde und seinen Sitz in Ludwigshafen hat.

Der Speyerbach bildet eines der vier großen Entwässerungssysteme des Pfälzerwalds. Der Oberlauf und seine Nebenbäche gliedern mit einem verzweigten Talsystem den Mittelteil dieses Gebirges. Auf seinem nach Südosten gerichteten unteren Lauf in der Oberrheinischen Tiefebene ist der Speyerbach dann das stärkste Fließgewässer der Vorderpfalz, obwohl er bei drei großen Flussbifurkationen einen Teil seiner Wassermenge verliert, die er nur im dritten Fall wieder zurückerhält. Kleinere Abzweige und Rückläufe, die in der Vergangenheit meist zum Zweck landwirtschaftlicher Bewässerung geschaffen wurden und von untergeordneter Bedeutung sind, werden in diesem Artikel nur ausnahmsweise erwähnt.

Überblick[Bearbeiten]

Winzinger Wassergescheid: Der Speyerbach fließt nach rechts weiter, der Rehbach entsteht hinten links.

Von der Quelle bis zur Mündung ist der Speyerbach gut 60 km lang, sein Einzugsgebiet umfasst 596 km². Am Pegel in Neustadt an der Weinstraße, also beim Austritt aus dem Gebirge, führt er im Mittel rund 2,4 m³/s Wasser (MQ); der bisher gemessene Spitzenwert lag bei 19,5 m³/s am 25. Mai 1978.

In Neustadt zweigt in einer künstlich geschaffenen Bifurkation, dem Winzinger Wassergescheid, nach links der Rehbach ab, wobei dem Speyerbach nur zwei Drittel der Wasserführung verbleiben. Im Neustadter Ortsteil Speyerdorf verliert er noch einmal Wasser an den nach links abzweigenden Ranschgraben. Am Hanhofer Wassergescheid wird nach links der Woogbach, auch Nonnengraben, abgeleitet (Wasserteilungsverhältnis 1:1), der allerdings knapp vor der Mündung in den Speyerbach zurückfließt. Durch diesen Rücklauf und kleinere Zuflüsse wächst der mittlere Abfluss des Speyerbachs bis zur Mündung auf gut 3 m³/s an.

Im Allgemeinen folgen die westlichen Nebenflüsse des Rheins in der Rheinebene deren natürlichem Gefälle, indem sie nach Nordosten fließen. Hiervon abweichend verläuft der untere Speyerbach in südöstlicher Richtung am Südrand seines großen Schwemmfächers aus Sedimenten; denn möglicherweise schon seit der Römerzeit, mindestens aber seit der Epoche der Karolinger vor 1200 Jahren, wird der Bach in einem künstlichen Bett nach Speyer geführt. Dort, wo ein Abschnitt auch Gießhübelbach genannt wird, mündet er in den Oberrhein.

Verlauf[Bearbeiten]

„Speyerbach-Ursprung“ mit Ritterstein 254
Der Mündungsarm Gießhübelbach unter der Speyerer Altstadt

Der Speyerbach entspringt nominell in rund 300 m ü. NHN im Zentrum des Pfälzerwaldes direkt östlich der Pfälzischen Hauptwasserscheide bei Speyerbrunn, das als Ortsteil zur Gemeinde Elmstein gehört. Die umliegenden Berge der Mittleren Frankenweide sind bis zu 608 m hoch (Eschkopf). Gleich bei seinem angeblichen Quellteich, der durch den Ritterstein 254 markiert ist, nimmt der Speyerbach den wesentlich stärkeren Erlenbach auf, der 5 km weiter südlich am Eschkopf-Massiv im 460 m hoch gelegenen Husarenbrunnen zutage tritt und hydrologisch als die eigentliche Speyerbach-Quelle gilt.

Anfangs vorwiegend in östlicher, später in nordöstlicher Richtung windet sich der Speyerbach zunächst durch das relativ enge Elmsteiner Tal, wobei er auch den Hauptort Elmstein der Gemeinde durchfließt. 5 km von Elmstein bachabwärts mündet von rechts her beim gleichnamigen Weiler der starke Zufluss Helmbach. Seinen bedeutendsten Wasserlieferanten, den gut 21 km langen Hochspeyerbach, empfängt der Speyerbach von links her unterhalb von Frankeneck, wo das breitere Lambrechter Tal beginnt. Dort wendet der Speyerbach sich nach Südosten und fließt durch die Kleinstadt Lambrecht.

Kurz vor Neustadt an der Weinstraße tritt der Speyerbach aus dem Pfälzerwald heraus, dessen markante östliche Randhöhe, die Haardt, das Tal um etwa 300 m überragt. Links oberhalb des Taleinschnitts erstreckt sich das Naturschutzgebiet am Wolfsberg.

In Neustadt durchquert der Speyerbach das schmale, mit Reben bestandene Hügelland beiderseits der Deutschen Weinstraße. Im Nordosten des Stadtviertels Winzingen wird am Winzinger Wassergescheid, das vor 1551 angelegt wurde,[6] nach links der Rehbach abgeleitet, der zu einem Mündungsarm des Speyerbachs wird.

Die Oberrheinische Tiefebene durchfließt der Speyerbach in südöstlicher Richtung. Dabei berührt er den Neustadter Ortsteil Speyerdorf, wo nach links der Ranschgraben abzweigt, sowie die Gemeinden Hanhofen und Dudenhofen. Kurz vor Hanhofen mündet von rechts der Flussgraben, gleich danach trennt sich nach links der Woogbach mit der Hälfte der Wassermenge ab. Im Verlaufe der nächsten 3 km überquert der rechte Hauptarm Speyerbach den kurzen Altwiesenbach, dann fließt ihm zunächst von rechts der Modenbach zu; der Hainbach dagegen unterquert den Speyerbach von rechts nach links in einer Dole im südlichen Dudenhofen. Nach Aufnahme des Hainbachs vereinigt sich der Woogbach, nun Nonnenbach genannt, am Holzmarkt in Speyer wieder mit dem Speyerbach, der hier auch Gießhübelbach heißt. Dieser mündet am Speyerer Hafen bei Rheinkilometer 400,3 auf 92 m Höhe in den Rhein.

Zuflüsse und Abzweige[Bearbeiten]

Daten der folgenden Tabelle nach

Höhenangaben meist nach den Höhenlinien auf dem Kartendienst mit der damit zu gewärtigenden Genauigkeit. Die Gewässerkennzahl (GKZ), in Deutschland die amtliche Fließgewässerkennziffer, möglichst nach dem Geoexplorer. Bei den dort nicht erfassten Gewässern wurde statt der wohl gar nicht vergebenen Gewässerkennzahl deren nach der Systematik sicher bestimmbares Präfix geschrieben und mit „?“ abgeschlossen. Hinter dem Präfix „2378“, das für den Speyerbach selbst mitsamt seinem Oberlauf Erlenbach steht und Präfix der Fließgewässerkennziffern aller Zuflüsse ist, wurde zur leichteren Lesbarkeit immer ein Trenner eingefügt. Länge und Einzugsgebiet ebenfalls möglichst nach dem Geoexplorer, sonst auf dem Kartendienst abgemessen.

  • Die Farbe Rot unterlegt die ebenfalls eingestellten Daten des Speyerbachs selbst.
  • Die Farbe Grün unterlegt die abzweigenden Äste, die wieder in den Speyerbach zurücklaufen (Einordnung am Rücklauf).
  • Die Farbe Ocker unterlegt die abzweigenden Äste, die in fremde Flüsse münden (Einordnung am Abgang).
Zuflüsse des Speyerbachs
Stat.[Z 1]
[km]
GKZ Name von/
nach
Länge
[km]
EZG
[km²]
Mündungsort[Z 2] Mündungshöhe
[m ü. NHN]
Quellort[Z 3] Quellhöhe
[m ü. NHN]
Bemerkung
n.a. 2378- Speyerbach
mit Oberlauf Erlenbach
60,1 595,8 Speyer, vor Floßhafen 092,0 Eschkopf, nordwestlich 460,0 [2] Abschnittsnamen: Erlenbach → Speyerbach → Gießhübelbach → Speyerbach
56,50 2378-112 (Bach aus dem Vorderen Loch) rechts 01,4 001,2 Elmstein-Erlenbach (Elmstein), abwärts vor Elmstein-Speyerbrunn 317,0 Schüllermannsbrunnen, nördlich des Schindhübel 435,0 [2]
55,24 2378-119? (Zufluss von der Speyerbach-„Quelle“) links 00,0 000,0 Elmstein-Speyerbrunn, „Quellteich“ 293,0 Elmstein-Speyerbrunn, Sporn von Erlenbach- und Schwarzbachtal 300,0 [7] Ab hier Name Speyerbach
55,21 2378-12 Schwarzbach links 03,8 006,2 Elmstein-Speyerbrunn, Ortsrand 293,0 Elmstein-Schwarzbach, Südrand 405,0 [2]
54,70 2378-14 Enkenbach links 02,6 002,6 Elmstein-Speyerbrunn, abwärts vor Elmstein-Mückenwiese 284,0 Elmstein, Waldflur, unter Riesenberg 468,0 [2]
53,60 2378-152 (Bach aus dem Mückental) links 00,9 001,3 Elmstein-Mückenwiese, Ortslage 273,0 Elmstein-Mückenwiese, nordwestliche Talflur 321,0 [2]
53,00 2378-16 Weltersbach links 02,8 003,1 Elmstein-Mückenwiese, östlich-abwärts 264,0 Elmstein, südöstlich unterm Weltersberg 352,0 [2]
52,40 2378-171? (Bach aus dem Klaffental) rechts 00,8 000,8 Elmstein, ggü. dem Niederen Oselkopf 258,0 Elmstein, nordöstlich unterm Kurfürstenstuhl 350,0 [7]
51,60 2378-172 Oselbach links 02,1 002,3 Elmstein, auf halbem Weg von Elmstein-Mückenwiese 248,0 Elmstein, Ostfuß des Hohen Oselkopfes 347,0 [2]
50,00 2378-18 Legelbach links 04,2 009,8 Elmstein, wenig oh. Ortsbeginn 232,0 Elmstein, Ablass der Großen Klause 345,0 [2]
49,40 2378-192 Möllbach rechts 01,1 000,9 Elmstein, nach ersten Häusern Am Ehrenfels 227,0 Elmstein, Nordfuß Möllberg 362,0 [2] Ein Ast am rechten Hangfuß mündet erst etwa 0,3 km weiter abwärts über einen Teich
48,30 2378-194 Haselbach rechts 03,2 003,4 Elmstein, Ortslage, nahe Neue Forststraße 220,0 Bloskülb, Nordostfuß, an Stamminger Brunnen 380,0 [2]
43,90 2378-2 Helmbach rechts 11,0 053,6 Elmstein-Helmbach, Haltepunkt 198,0 Forsthaus Taubensuhl, nordwestlich im Teufelstal 385,0 [2]
42,10 2378-32 Argenbach rechts 05,5 010,9 Esthal-Breitenstein 193,0 Schafkopf, Westhang 497,0 [2]
42,00 2378-34 Breitenbach links 06,7 013,2 Esthal-Breitenstein 192,0 Esthal, Heidenkopf, Südfuß 337,0 [2]
40,20 2378-352 (Bach aus dem Erfensteiner Tal) links 01,5 001,8 Esthal-Erfenstein 186,0 Esthal, Mittlerer Gleisberg, Südostfuß 294,0 [2]
40,10 2378-36 Höllischtalbächlein rechts 02,7 004,3 Esthal-Erfenstein 185,0 Neustadt an der Weinstraße, Hellerhütte, westlich-unterhalb 310,0 [2]
37,10 2378-38 Esthalbach links 04,4 007,8 Frankeneck, Südende 174,0 Esthal, Mollenkopf, Südostfuß 330,0 [2]
35,30 2378-4 Hochspeyerbach links 21,3 119,3 Frankeneck, Ostende 169,0 Hochspeyer, nordwestlich im Wald am Hundsbrunnen 295,0 [2] Hydrologischer Quellzweig
33,90 2378-52 Luhrbach links 02,1 002,3 Lambrecht, Nähe Friedrich-Ebert-Platz 166,0 Deidesheim, nördlich Forsthaus Luhrbach 310,0 [2]
31,90 2378-54 Schlangentalbach links 03,8 006,1 Lindenberg, ggü. Siedlungsplatz Neue Maschine 159,0 Deidesheim, Ostfuß des Stoppelkopfs 308,0 [2]
29,70 2378-56 Heidenbrunnertalbach rechts 04,1 005,3 Neustadt an der Weinstraße 150,0 Neustadt an der Weinstraße, Ostfuß Überzwerchberg 360,0 [2]
28,80 2378-58 Kaltenbrunnertalbach rechts 06,6 010,9 Neustadt, Wolfsburgstraße 148,0 Kalmit, Westfuß 405,0 [2]
25,30 2378-591?a Floßbach links 01,6 002,5 Neustadt-Winzingen, Nordrand 131,0 Abgang: Neustadt, westlich der Innenstadt 135,0 [7] Abzweig nach links aus dem Speyerbach direkt unterhalb des Casimirianums
25,10 2378-58a
(23798)
→ Rehbach/Rehgraben → links 38,0 149,9 Abgang: Neustadt, Nordostrand 130,0 Mündung: Ludwigshafen-Rheingönheim 090,0 [2] Abzweig nach links aus dem Speyerbach, Mündung in den Rhein
20,20 2378-591?b Bürgergraben/Enggraben rechts 02,4  ? Neustadt-Speyerdorf, nordwestlich 122,0 Neustadt, Ostrand 127,0 [7]
19,70 2378-591?c Mittelgraben rechts 01,8  ? Neustadt-Speyerdorf, Nordrand 121,0 Neustadt, A 65, Untere Benzenwiese 123,0 [7]
17,10 2378-592 Erbsengraben links 03,9 003,0 Neustadt-Schlittern 116,0 Abgang: Neustadt-Speyerdorf, nordwestlich 122,0 Abzweig nach links aus dem Speyerbach kurz vor dem Bürgergraben
16,30 2378-592a
(237988)
→ Ranschgraben → links 18,4 062,1 Abgang: Haßloch-Fronmühle 113,0 Mündung: Limburgerhof-Rehhütte 095,0 [2] Abzweig nach links aus dem Speyerbach, Mündung in den Rehbach. Namensabschnitte: Waldgraben → Bruchgraben/Bruchbach → Ranschgraben
13,30 2378-592b
(2379882)
→ Kandelgraben → links 05,5 002,9 Abgang: Haßloch-Bruchhof, südwestlich 111,0 Mündung: Böhl-Iggelheim, Naturschutzgebiet Lehenbruch 105,0 [2] Abzweig nach links aus dem Speyerbach, Mündung in den Ranschgraben, s. o.
09,10 2378-6 Flussgraben rechts 22,0 105,0 Hanhofen, Westrand 107,0 Schafkopf, Osthang, Kirchquelle 460,0 [2] Abschnittsnamen: Altbach → Krebsbach/Kropsbach → Mühlbachgraben → Schlaggraben → Flussgraben
07,70 2378-8 Modenbach rechts 28,8 084,1 Hanhofen, südliche Gemarkungsgrenze 106,0 Hermeskopf, Osthang 428,0 [2]
00,80 2378-96 Woogbach/Nonnenbach links 09,1 063,7 Speyer, am Mittelsteg 94,0 Abgang: Hanhofen, Westrand 107,0 [2] Abzweig nach links aus dem Speyerbach gleich nach dem Flussgraben-Zulauf, nimmt u. a. in Dudenhofen den mit 33,6 km deutlich längeren Hainbach von rechts auf
  1. Stationierung, die Entfernung von der Flussmündung aufwärts bis zu diesem Zufluss. Die Werte wurden auf der Karte abgemessen, dabei ergab sich eine Abweichung der Gesamtlänge gegenüber der amtlichen Angabe von etwa +2 %. Die gemessenen Werte wurden dann auf die amtliche Länge umnormiert.
  2. Ort der Abgangs bei Abzweigen zu fremden Flüssen.
  3. Ort der Mündung bei Abzweigen zu fremden Flüssen.

Geschichte[Bearbeiten]

Um- und Ausbau[Bearbeiten]

Der heutige Speyerbach ist vor allem am Mittel- und Unterlauf weitgehend Menschenwerk. Der Unterlauf wurde zunächst ganz neu angelegt; später wurde sein Bett, das streckenweise noch alten Senken folgte, weiter begradigt und in der Neuzeit zum Teil kanalisiert. Die Risiken, die im freien Gelände durch die Beseitigung der früheren Gewässerschlingen geschaffen wurden, manifestieren sich immer wieder durch Überschwemmungen, weil entsprechende Retentionsflächen fehlen. Während des Spanischen Erbfolgekrieges wurden am 15. November 1703 bei der Schlacht am Speyerbach die damals noch vorhandenen Mäander französischen, aber auch Reichstruppen zum Verhängnis.

Der Um- und Ausbau setzte spätestens im Mittelalter ein. Der Unterlauf, der den Speyerbach von Neustadt nach Südosten in Richtung Speyer führt und in Dammlage bis zu 3 m über dem umgebenden Gelände verläuft, wurde vermutlich schon in römischer Zeit künstlich angelegt, um Noviomagus Nemetum, den germanischen Siedlungsvorläufer Speyers, mit Brennholz aus dem Pfälzerwald zu versorgen. Weniger wahrscheinlich ist, dass die Neuanlage erst um das Jahr 800 unter den Karolingern begann, als Speyer nach und nach zu einem ihrer Verwaltungszentren wurde.

Vor der Verlegung war der Speyerbach ab etwa südlich der heutigen Gemeinde Haßloch in Richtung Nordosten der geologischen Abflusslinie des jetzigen Ranschgrabens gefolgt, der bei Limburgerhof-Rehhütte auf den Rehbach trifft; dieser fließt nun selbst auf der alten Abflusslinie weiter und erreicht im Süden von Ludwigshafen den Rhein.

Die bereits erwähnten abzweigenden Wasserläufe Rehbach (ab Neustadt) und Woogbach (ab Hanhofen) sind ebenfalls nicht ursprünglich, sie wurden im Spätmittelalter eingerichtet.

Gütertransport[Bearbeiten]

Über den Speyerbach wurden Waren aus dem westlichen Umland zum Rhein hin transportiert. So wurde der Sandstein für den Bau des Speyerer Doms in den 1020er Jahren in den Steinbrüchen des Haardtrandes gebrochen und über den Speyerbach in das 40 km entfernte Speyer verschifft.

Auch als Transportweg für Holz war der Fluss wichtig. Scheitholz oder Hölzer bis etwa 1,40 m Länge wurden getriftet, während für Flöße aus Baumstämmen die Wasserführung zu gering war. Vor der Trift wurde das Holz in künstlich angelegten Stauteichen gesammelt; aus diesen, den Woogen oder Klausen, wurde es, wenn die Schneeschmelze den Wasserstand ansteigen ließ, auf den Weg gebracht. Dabei war zeitliche Abstimmung erforderlich, weil während der Trift das Wasser nicht zum Betrieb der am Bach gelegenen Mühlen, Säge- und Hammerwerke genutzt werden konnte, so dass Ausfallgebühren gezahlt werden mussten. 1832 gab es nach einem zeitgenössischen Bericht des Hauptlehrers W. Häge allein im Elmsteiner Tal drei Getreidemühlen, fünf Sägemühlen, eine Hammerschmiede und eine Papierfabrik, auf welche die Trift Rücksicht zu nehmen hatte. Zwecks Regulierung des Betriebs bestand bereits 1320 eine Floßordnung für den Speyerbach. Hiernach musste die Trift am 23. April, dem „Jörgetag“ (Georgstag), beendet sein. Wie auch bei den übrigen pfälzischen Gewässern erfolgte der triftgerechte Ausbau des Speyerbachs, nachdem die Pfalz 1816 unter bayerische Herrschaft gekommen war. Seit 1822 gab es in Neustadt ein Triftamt, und als 1852 in Elmstein eine Triftmeisterei eingerichtet wurde, verfügte die Region Neustadt über gut 140 km Triftgewässer. Doch von 1882 an wurde die Trift schrittweise aufgegeben. Auf dem Speyerbach hielt sie sich bis 1902, allerdings nur noch oberhalb von Frankeneck. Die letzte Trift damals erbrachte 6193 Ster Holz.

Verrohrung und Renaturierung[Bearbeiten]

In den bebauten Gebieten wurde durch Verrohrung hauptsächlich die Ästhetik beeinträchtigt. So verschwanden vor allem in Neustadt während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowohl Speyerbach als auch Rehbach fast gänzlich aus dem Stadtbild. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wurden als Grünzug Wallgasse und im Bereich der Festwiese Renaturierungsmaßnahmen getätigt, die den Speyerbach und seinen dort parallel verlaufenden linken Zufluss Floßbach betrafen; sie wurden im Juni 2010 abgeschlossen. Die Arbeiten kosteten 2,7 Millionen Euro, deren Großteil vom Land Rheinland-Pfalz getragen wurde.[8]

Ende 2012 wurde festgestellt, dass sich in dem renaturierten Grünzug und von dort ausgehend auch in den weiteren Neustadter Bachbereichen Nutrias angesiedelt haben.[9] Diese aus Südamerika stammenden Nagetiere können bis 10 kg Gewicht erreichen und graben ihre Bauten vorzugsweise in Uferhänge von Wasserläufen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burgen und Schlösser

Die Ruine der Burg Elmstein, oberhalb des gleichnamigen Ortes an der Südwestflanke des 458 m hohen Schlossberges gelegen, befindet sich in Privateigentum und kann nur von außen besichtigt werden. Beim Weiler Breitenstein liegt die Ruine der gleichnamigen Burg. Verbunden über die Sage von der Ledernen Brücke sind beim Weiler Erfenstein die Ruinen von Erfenstein (links des Speyerbachs) und Spangenberg (rechts). Im Bereich von Neustadt liegen die Wolfsburg, die Burg Winzingen, das Haardter sowie das Hambacher Schloss, ein Symbol der deutschen Demokratiebewegung, die dort mit dem Hambacher Fest von 1832 einen frühen Höhepunkt hatte.

Andere historische Gebäude

In Neustadt fließt der Speyerbach am Casimirianum vorbei, in dem im 16. Jahrhundert vorübergehend eine Universität der calvinistischen Richtung der Reformation betrieben wurde.

Die Fronmühle am Speyerbach zwischen Haßloch und dem Neustadter Ortsteil Geinsheim bietet neben ihrer Waldgaststätte eine noch in Betrieb befindliche Mühle sowie als Naturdenkmal eine riesige Trauerweide. Die Aumühle zwischen Haßloch und Hanhofen wartet mit Gastronomie und einem funktionierenden Mühlrad auf.

Wappenschmiede und Triftwanderweg

Die Wappenschmiede Elmstein, eingerichtet im Haus des letzten Wappenschmieds Heinrich Haag, informiert seit 1990 umfassend über die Arbeit im Wald, so auch über die Trift auf dem Speyerbach. Der ehemalige Förster Otto Feyock aus dem Elmsteiner Ortsteil Appenthal hat den Triftwanderweg Elmstein samt seinen großen Infotafeln ins Leben gerufen.

Museumsbahn

Die Museumsbahn Kuckucksbähnel verkehrt mit historischen Dampflokomotiven und Waggons zwischen Neustadt und Elmstein. Der reaktivierte Streckenteil von Lambrecht nach Elmstein führt am Speyerbach entlang und misst knapp 13 km.

Freizeitanlagen

Nahe beim Speyerbach liegen der Holiday Park Haßloch und eine Ponyfarm mit Gestüt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Weil der Rohstoff Holz und der Energielieferant Wasser nahe beieinander verfügbar waren, entstanden im Lambrechter Tal vor allem im 19. Jahrhundert große Papierfabriken. Wegen der sehr personalintensiven Arbeit waren sie für den regionalen Arbeitsmarkt von großer Bedeutung. Diese besteht auch heute noch fort, obwohl der technische Fortschritt einen Stellenabbau bewirkt hat.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 39 (Speyer–Neustadt–Frankenstein) wird entlang des Unterlaufs bis hinauf zum Holiday Park weitgehend in großer Nähe zum Speyerbach geführt; dann entfernt sie sich bis Neustadt einige Kilometer nach Süden, um im Lambrechter Tal bis zur Mündung des Hochspeyerbachs wieder den Speyerbach zu begleiten.

Im Tal verläuft parallel auch die Trasse der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken. Das bereits erwähnte Kuckucksbähnel von Neustadt nach Elmstein ist seit 1984 als Museumsbahn reaktiviert; der Streckenabschnitt im oberen Speyerbachtal zwischen Lambrecht und Elmstein dient nur touristischen Zwecken.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Speyerbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANDIS-Karte) (Hinweise)
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac Länge und Einzugsgebiet abgefragt auf: Geoexplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, 2011, S. 99, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  4. Daten des Wasserwirtschaftsamtes Neustadt/Weinstraße.
  5. Änderung der Rechtsverordnung des Überschwemmungsgebietes der Gewässer 2. Ordnung Rehbach und Speyerbach. Gemeindeverwaltung Haßloch, 29. Februar 2012, abgerufen am 12. Januar 2015.
  6. Das Winzinger Wassergescheid bei Neustadt. speyerbach.info, abgerufen am 10. Februar 2015.
  7. a b c d e Länge und Einzugsgebiet abgemessen auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANDIS-Karte) (Hinweise)
  8.  Premiere beim Landesfest: Beck eröffnet die Wallgasse. In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Mittelhaardter Rundschau. Ludwigshafen, 14. Juni 2010.
  9. Neustadt: Biberratten an der Wallgasse sollten nicht gefüttert werden. ecoguide.de, 18. Januar 2013, abgerufen am 2. Februar 2015.