Speyerer Linie (Isoglosse)

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Die Benrather und die Speyerer Linie als Dialektgrenzen zwischen den nieder- und mitteldeutschen Sprachraum, beziehungsweise dem mittel- und dem Oberdeutschen

Als Speyerer Linie bezeichnet die moderne Germanistik eine Isoglosse innerhalb des westgermanischen Dialektkontinuums. Sie wird auch als Appel/Apfel-Linie bezeichnet und wird üblicherweise als südliche Grenzlinie des mitteldeutschen Sprachgebietes angesehen, das im Norden durch die Benrather Linie begrenzt wird. Südlich der Speyerer Linie liegt das Gebiet der oberdeutschen Dialekte. Da die Speyerer Linie bei den Städten Faulbach, Freudenberg und Großheubach mehrfach den Main überschreitet, wird sie auch Main-Linie genannt.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Speyerer Linie nahm ihren Anfang nördlich von Pilsen und überschritt südlich der Stadt Karlsbad die deutsch-tschechische Grenze. Bis hierhin ist sie seit 1945 obsolet, da die deutschböhmischen Dialekte mit der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung dem Tschechischen gewichen sind. Sie verläuft nun über dem Erz- und Elstergebirge und folgt ab da dem Thüringer Wald bis zur Rhön (dies entspricht in etwa den Städten Plauen - Rudolstadt - Arnstadt - Eisenach).

Bei Vacha stößt die Germersheimer Linie auf die Speyerer Linie, der sie bis Gemünden folgt und sich dort wieder von der Speyerer Linie trennt. Nun verläuft die Linie entlang der westlichen Spessartseite und überschreitet am Mainviereck mehrfach den Main.

Bei Eberbach überschreitet die Isoglosse den Neckar und südlich von Speyer den Rhein. Bei Germersheim treffen die Speyerer und die Germersheimer Linie wieder aufeinander und verlaufen nun gemeinsam rheinaufwärts in Richtung der deutsch-französischen Grenze. Südlich von Karlsruhe, genauer bei Ettlingen, überschreitet die Karlsruher Linie den Rhein. Sie überschreitet die deutsch-französische Grenze und stößt bei Weißenburg auf die Speyerer Linie und die drei Isoglossenbündel enden nun gemeinsam in den Vogesen.

Die Dialekte südlich der Speyerer Linie, das Oberdeutsche, haben zwar die hochdeutsche Lautverschiebung mit dem Wandel von Appel zu Apfel in stärkerem Maße vollzogen als die Dialekte nördlich davon, aber diese Lautverschiebung setzte sich nicht vollständig durch. Sie wurde nur am südlichen Rand des deutschen Sprachgebietes, im Hochalemannischen und im Tirolerischen vollständig und konsequent durchgeführt.

Siehe auch[Bearbeiten]