Spezifische Wärmekapazität
Die spezifische Wärmekapazität oder kurz spezifische Wärme eines Stoffes ist eine physikalische Eigenschaft und bezeichnet die auf die Masse bezogene Wärmekapazität.
dabei ist
die thermische Energie, die der Materie zugeführt oder entzogen wird,
ist die Masse der Substanz,
ist die spezifische Wärmekapazität (das meist verwendete c steht für engl. capacity = Kapazität) und
ist die Temperaturänderung.
Die Messung der spezifischen Wärmekapazität erfolgt über die Kalorimetrie.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Einheit
| Material | c in kJ·kg−1·K−1 |
|---|---|
| fest | |
| Aluminium | 0,896 |
| Eisen | 0,452 |
| Messing | 0,384 |
| Kupfer | 0,382 |
| Silber | 0,235 |
| Blei | 0,129 |
| flüssig | |
| Wasser | 4,182 |
| Ethanol | 2,43 |
| Petroleum | 2,14 |
| Quecksilber | 0,139 |
| gasförmig | |
| Wasserstoff | 14,32 |
| Butan | 1,658 |
| Luft | 1,005 |
| Argon | 0,523 |
Die spezifische Wärmekapazität gibt an, welche Wärmemenge (gemessen in der Einheit Joule) einem bestimmten Stoff zugeführt werden muss, um seine Temperatur um ein Kelvin zu erhöhen. Die abgeleitete SI-Einheit ist:
In Tabellen und Datenblättern findet man oft eine davon abgeleitete Einheit. Zum Beispiel
oder auch
.
[Bearbeiten] Spezifische Wärmekapazität von Gasen
Der Wert der Wärmekapazität hängt davon ab, welche thermodynamische Zustandsgröße man bei der Erwärmung oder Abkühlung konstant hält. Man unterscheidet die spezifische Wärmekapazität bei konstantem Druck cp (isobar) und bei konstantem Volumen cV (isochor).
Generell gilt
Der Grund dafür ist, dass bei konstantem Volumen keine Volumenarbeit geleistet wird, die gesamte zugeführte Wärme also der Temperaturerhöhung zugute kommt, während bei konstantem Druck ein Teil der Wärme benötigt wird, um die mit der Ausdehnung verbundene Volumenarbeit zu „bezahlen“, für dieselbe Temperaturerhöhung mithin mehr Wärme zugeführt werden muss. Bei Flüssigkeiten und Festkörpern spielt diese Unterscheidung meist keine Rolle, da die Ausdehnung bei Temperaturerhöhung wesentlich geringer ist als bei Gasen.
In erster Näherung gilt bei Gasen
.
Hierbei ist
die spezifische Gaskonstante, mit
, wobei R allgemeine Gaskonstante und M die Molmasse ist.
Weiterhin gilt in guter Näherung
,
wobei
die Anzahl der energetischen Freiheitsgrade eines Moleküls angibt. Diese umfassen drei Freiheitsgrade kinetische Energie, Null bis drei Freiheitsgrade für die Rotationsenergie und Null bis n Freiheitsgrade für die innere Schwingungsenergie.
lässt sich auch aus
und dem Isentropenexponenten
berechnen:
Dies folgt unmittelbar aus den oben genannten Gleichungen und
.
[Bearbeiten] Mittlere spezifische Wärmekapazität
Die mittlere spezifische Wärmekapazität wird für die Berechnung von Prozessen benötigt, bei denen die Temperaturabhängigkeit der Wärmekapazität von Bedeutung ist. Die mittlere spezifische Wärmekapazität zwischen 0 °C und einer beliebigen Temperatur
kann aus Tabellen abgelesen werden. Mittlere Werte für andere Temperaturbereiche, die nicht bei
beginnen, lassen sich daraus mit folgender Formel berechnen:
Falls die spezifische Wärmekapazität der vorhandenen Temperaturen
und
in den Tabellen nicht aufgeführt sind, können die Wärmekapazitäten durch Interpolation genähert werden.
Ob man die Werte in °C oder Kelvin einsetzt, macht hierbei keinen Unterschied, da eine Temperaturdifferenz betrachtet wird. Durch das Betrachten einer Differenz liefert auch das Einsetzen von °C-Temperaturen automatisch die Einheit Kelvin.
[Bearbeiten] Literatur
- G. R. Stewart: Measurement of low-temperature specific heat. In: Rev. Sci. Instrum. Nr. 54, 1983, S. 1–11 doi:10.1063/1.1137207
- Michael Tausch: Chemie SII, Stoff - Formel - Umwelt. C.C. Buchners Verlag, Bamberg 1993, ISBN 978-3766164537
- Gustav Kortüm: Einführung in die chemische Thermodynamik. Verlag Chemie, Basel 1981, ISBN 3-527-25881-7 (bzw. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981, ISBN 3-525-42310-1)
- Walter J. Moore, Dieter O. Hummel: Physikalische Chemie. Verlag de Gruyter, Berlin/New York 1986, ISBN 3-11-010979-4
- David R. Lide: Handbook of Chemistry and Physics. 59. Ausgabe. CRC Press, Boca Raton 1978, ISBN 9780849304866, Seite D-210, D-211.
[Bearbeiten] Weblinks
-
Wikibooks: Tabellensammlung Chemie/ spezifische Wärmekapazitäten – Lern- und Lehrmaterialien - Wasser und Energie bei Wissenschaft-Technik-Ethik.de - Berechnung: Gewinnbare Energie aus Wasserkraft und Energiebedarf für die Erwärmung von Wasser, Tabelle Wärmekapazitäten und Temperaturabhängigkeit
- Spezifische Wärmekapazität bei konstantem Druck cp
- Spezifische Wärmekapazität bei konstantem Volumen cV
- Wissen macht Ah! Video - u.a. zum Thema Wärmeleitfähigkeit und Spezifische Wärmekapazität.

![[c] = \mathrm{\frac{J}{kg\cdot K}}](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/7/7/0/770e1b528287500cbe58b9b0735cfd6d.png)

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