Sphinx (griechisch)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sphinx-Skulptur aus Keramik, um 550 v. Chr.
(Ursprünglich Grabbeigabe, ca. 63 cm hoch, Kerameikos-Museum, Athen)

Die Sphinx (griechisch Σφίγξ „Würgerin“) oder Phix (griechisch Φίξ) der griechischen Mythologie war die Tochter des Ungeheuers Typhon und Echidna und somit Schwester von Hydra, Chimäre, Kerberos und Orthos. Sie galt als Dämon der Zerstörung und des Unheils.

Mythos[Bearbeiten]

Die Sphinx hielt sich auf einem Berg außerhalb von Theben auf und gab den vorbeikommenden Reisenden ein Rätsel auf. Diejenigen, die das Rätsel der Sphinx nicht lösen konnten, wurden von ihr erwürgt und dann verschlungen. Das Rätsel lautete: „Was geht am Morgen auf vier Füßen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien? - griechisch: τί ἐστιν ὃ μίαν ἔχον φωνὴν τετράπουν καὶ δίπουν καὶ τρίπουν γίνεται“ (deutsch: „Was ist es, das eine Stimme hat und vierbeinig, zweibeinig und dreibeinig wird?“)[1] Ödipus löste das Rätsel, dessen Antwort „der Mensch“ ist: Als Kleinkind krabbelt er auf allen vieren, als Erwachsener geht er auf zwei Beinen und im Alter braucht er einen Stock als drittes Bein. Als Ödipus die richtige Antwort sprach, stürzte sich die Sphinx von ihrem Felsen und starb. Theben war befreit, aber das tragische Schicksal des Ödipus nahm seinen Lauf.

Darstellung[Bearbeiten]

Die Sphinx wurde bei den Griechen als ein geflügelter Löwe mit dem Kopf einer Frau, teilweise auch als Frau mit den Tatzen und Brüsten einer Löwin, einem Schlangenschwanz und Vogelflügeln dargestellt.

Rezeption[Bearbeiten]

Ödipus und die Sphinx von Gustave Moreau, 1864
(Metropolitan Museum of Art, New York)

In der Bildenden Kunst und in der Kulturgeschichtsphilosophie des 19. Jahrhunderts wird die Begegnung zwischen der Sphinx und Ödipus oft als symbolische Schlüsselszene für „Das Rätsel Frau“ und für ein konflikthaftes Geschlechterverhältnis interpretiert. Dies trifft insbesondere auf den deutschen, belgischen und französischen Klassizismus und Symbolismus sowie auf die Salonmalerei zu. Typische Vertreter dafür sind die Künstler Jean-Auguste-Dominique Ingres, Gustave Moreau, Fernand Khnopff, Franz von Stuck, Jules Michelet und Hermann Bahr.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gebhardt, Harald und Ludwig, Mario: Von Drachen, Yetis und Vampiren. Fabeltieren auf der Spur. BLV, München 2005, ISBN 3-405-16679-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skulpturen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Vasenmalerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Naxos-Sphinx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste griechischer Phrasen/Tau
  2. Cäcilia Rentmeister: Blick zurück im Zorn. die Geschichte des Ö. In: Gabriele Dietze (Hrsg.): Die Überwindung der Sprachlosigkeit. Texte aus der neuen Frauenbewegung (=Sammlung Luchterhand. Bd. 276). Luchterhand, Neuwied 1979, ISBN 3-472-61276-2, S. 221–272. Cäcilia Rentmeister: Das Rätsel der Sphinx. Matriarchatsthesen und die Archäologie des nicht-ödipalen Dreiecks. In: Brigitte Wartmann (Hrsg.): Weiblich-männlich. kulturgeschichtliche Spuren einer verdrängten Weiblichkeit. Ästhetik und Kommunikation Verlag, Berlin 1980, ISBN 3-88245-003-7, Volltexte